Reise um die Welt

Reisezeit: September 2018 - September 2019  |  von Sabine C

Ekatarinenburg

Ekatarinenburg

Die Fahrt nach Ekatarinenburg dauert 30 Stunden. Für mich fast 2 Nächte und einen Tag, wobei die zweite Nacht morgens um 5 zuende ist. Meine Mitreisenden sind ein junger Mann aus Tschita, der zu einem deutsch-polnischen Kongress nach Ekatarinenburg fährt und eine Frau auf dem Weg nach Moskau. Ich rede kaum in diesen 30 Stunden. Nur mit dem jungen Mann komme ich kurz ins Gespräch. Er wohnt in einem neuen Holzhaus in Tschita, das er selbst gebaut hat. Er liebt die Taiga in der er wohnt. Als ich ihm antworte, dass mir Russland gefällt, strahlt er. Ich kann leider zu wenig russisch, um ein richtiges Gespräch zu führen. Die restliche Zeit verbringe ich dösend oder lesend im Zug.

Ekatarinenburg ist noch strahlender und gewaltiger als Krasnojarsk. Morgens um 6 in den autoleeren Straßen verstärkt sich dieser Eindruck noch. Ich fahre mit dem Rad zu meiner Unterkunft, die in einem Wohngebiet in Innenstadtnähe liegt. Auch hier, wie überall in Russland bekommt mein Fahrrad einen geschützten Platz. Meist gucke ich erstmal in überraschte oder entsetzte Gesichter, aber dann wird immer eine gute Lösung gefunden.
Für Ekatarinenburg habe ich zwei Tage Zeit. Am zweiten Abend ist in der Stadt die Ural Music Night. In der ganzen Stadt gibt es Bühnen mit unterschiedlichem Musikangebot. Ein japanischer Rockmusiker am Jelzin Center zieht die Aufmerksamkeit auf sich.
Ekatarinenburg nimmt für sich in Anspruch eine Stadt der Architektur zu sein. Die Stadt mit den meisten klassizistischen Gebäuden der Welt. Dementsprechend gibt es auch ein Architekturmuseum mit Modellen der wichtigsten Gebäude aus allen Epochen. Die Fülle interessanter alter und neuer Gebäude ist tatsächlich bemerkenswert.
Im Jelzin Center gehe ich ins Jelzin Museum. Es wird nicht nur die Person Jelzin, sondern der Ablauf der 90er Jahre in Russland gezeigt. Aus der Distanz wirkt die Zeit noch einmal auf mich. Der Putschversuch gegen Jelzin. Ihn habe ich nur noch schemenhaft in Erinnerung gehabt. Die Veränderungen sind enorm. 1991 stand das Land kurz vor einer Hungersnot. Und heute hat man zumindest in den Zentren der Großstädte den Eindruck, in Weltstädten zu sein. Das Bestreben die Sowjetzeit hinter sich zu lassen und Anschluss an die europäische Entwicklung zu bekommen geht deutlich aus dieser Ausstellung hervor. Irgendwo lese ich, dass dieselben Mechanismen, die zum Zusammenbruch der Sowjetunion geführt haben, heute durch die Sanktionen gegen Russland greifen.

Zufällig ist eine Garminvertretung in der Nähe. Die Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen und versuche noch einmal Russlandkarten auf den Garmin laden zu lassen, nachdem es in Irkutsk nicht funktioniert hatte. Hier ist es kein Problem. Für ca. 30 Euro bekomme ich SDkarte mit Russland Ost und West. Nur ein Drittel dessen, was ich in Irkutsk bezahlt hätte, hätte es denn funktioniert.

Im Zug

Im Zug

Bahnhof Novosibirsk

Bahnhof Novosibirsk

Morgens um 6 in Ekatarinenburg

Morgens um 6 in Ekatarinenburg

Starkregen verursacht Überschwemmungen auf der Straße

Starkregen verursacht Überschwemmungen auf der Straße

Theater

Theater

Und Modell im Architekturmuseum

Und Modell im Architekturmuseum

Wieder sehe ich eine Ausstellung mit Wandteppichen. Die meisten rein dekorativ. Nur dieser ist thematisch

Wieder sehe ich eine Ausstellung mit Wandteppichen. Die meisten rein dekorativ. Nur dieser ist thematisch

Und dann gefällt mir noch der Badewannenvorleger. Den hätte ich am liebsten mitgenommen

Und dann gefällt mir noch der Badewannenvorleger. Den hätte ich am liebsten mitgenommen

Bilder der ermordeten Zarenfamilie in Großformat vor der Kirche, die zu ihrem Gedenken gebaut wurde. Wo sind die Kirchen für die anderen Opfer?

Bilder der ermordeten Zarenfamilie in Großformat vor der Kirche, die zu ihrem Gedenken gebaut wurde. Wo sind die Kirchen für die anderen Opfer?

Jelzin Center

Jelzin Center

Und auch in Ekatarinenburg jede Menge Grünanlagen und Wasser

Und auch in Ekatarinenburg jede Menge Grünanlagen und Wasser

© Sabine C, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Verkehrsmittel werden Fahrrad, Schiff, Zug und Bus sein. Es ist ein langgehegter Traum von mir, die Welt zu umrunden und dabei kein Flugzeug zu benutzen.
Details:
Aufbruch: 30.09.2018
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: September 2019
Reiseziele: Deutschland
Frankreich
Spanien
Marokko
Brasilien
Argentinien
Uruguay
Chile
Peru
Ecuador
Mexiko
Japan
Südkorea
Russland / Russische Föderation
Estland
Lettland
Schweden
Polen
Der Autor
 
Sabine C berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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