Einmal Ostsee und zurück

Reisezeit: August / September 2018  |  von Ulrike S.

Peenestrom, Achterwasser und Stettiner Haff: Kamp

Faulenzertag in Kamp

Heute wachen wir mit Blick auf einen Sonnenaufgang über dem Wasser auf. Unser Frühstückplatz ist schnell auserkoren und wir beschließen, an diesem First-Class-Plätzchen noch einen Tag dran zu hängen. Das Wetter ist perfekt und notfalls düsen wir in zwei Etappen direkt nach Hause. Solche Magic Places muss man einfach auskosten und genießen.

Blick aus dem "Wohnzimmer" auf unser Frühstücks-Plätzchen

Blick aus dem "Wohnzimmer" auf unser Frühstücks-Plätzchen

Frank stürzt sich noch in die 18 Grad kalten Fluten des Peenestromes. Kommentar von zuhause: "Das hält frisch und jung". Ok - ich kneife da lieber, mache die Beweisfotos und bleibe nur jung. Frisch brauch ich nicht.

Frank stürzt sich noch in die 18 Grad kalten Fluten des Peenestromes. Kommentar von zuhause: "Das hält frisch und jung". Ok - ich kneife da lieber, mache die Beweisfotos und bleibe nur jung. Frisch brauch ich nicht.

Nach unserem Frühstück mit Blick hinüber nach Usedom schnüren wir die Wanderschuhe und machen uns auf zu einer kleinen Wanderung ins Naturschutzgebiet. Nach einer Sturmflut 1995 brach ein Damm am Stettiner Haff und setzte hier eine große Fläche unter Wasser. Seitdem wird die Natur sich selbst überlassen und das dabei entstandene Moor- und Sumpfgebiet ist ein Refugium für Biber, Otter und zahlreiche (seltene) Vogelarten. Unter anderem lebt Deutschlands größte Kormoran-Kolonie hier. Nicht zu aller Freude. Die schwarzen Vögel hocken auf den abgestorbenen Bäumen und die Szenerie wäre fast schon gespenstisch, würde heute nicht eitel Sonnenschein und blauer Himmel herrschen. Wir müssen dennoch einige Male an Alfred Hitchcocks "Vögel" denken....

Wir sichten wieder etliche Kraniche und auch den Seeadler. Einmal sogar ganz aus der Nähe, als wir den majestätischen Greifvogel direkt von einem Baum neben uns aufsteigen sehen. Für ein Foto sind wir leider zu langsam. Solche Momente brennen sich einfach ins Gedächtnis ein.

Kormorane soweit das Auge reicht

Kormorane soweit das Auge reicht

Hier wird die Natur sich selbst überlassen

Hier wird die Natur sich selbst überlassen

Nach unserem Spaziergang genehmigen wir uns noch Kaffee und selbstgebackenen Kuchen in dem liebevollen, mobilen Hafen-Café und kommen dabei ins Gespräch mit der sympathischen Betreiberin. Für den Rest des Nachmittags ist Faulenzen im Liegestuhl angesagt und wir können dabei zwei Seeadler bei ihren Beuteflügen beobachten. Einfach nur traumhaft schön.

Am Nachmittag gesellt sich noch ein Schweizer Wohnmobil zu uns auf den Platz. Das war's dann auch schon und wir genießen einfach nur diesen perfekten Tag. Irgendwie fühle ich mich hier an die "Kleine Bäckerei am Strandweg" erinnert. Ein netter Unterhaltungsroman. Hier in diesem kleinen Ort könnte die Liebesgeschichte der netten Cafébesitzerin mit dem smarten Hafenmeister angesiedelt sein. Ach - ich habe wohl zu viel Sonne abbekommen und meine Fantasie geht mit mir durch...

Wie auch immer, nach dem Abendessen setzen wir uns mit einer Flasche Sekt an den Badesteg um hier wieder einen wunderbaren Sonnenuntergang zu erleben. Wir schauen den Kranichen zu und auch die Cafébesitzerin (sie heißt übrigens Karin) kommt vorbei, um ihre abendliche Runde im Wasser zu drehen. Es ist schon fast zu kitschig um wahr zu sein.

© Ulrike S., 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Wohnmobil unterwegs zwischen Frankfurt/Oder und dem Stettiner Haff
Details:
Aufbruch: 24.08.2018
Dauer: 14 Tage
Heimkehr: 06.09.2018
Reiseziele: Deutschland
Polen
Der Autor
 
Ulrike S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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