Indien 01/2019

Reisezeit: Dezember 2018 - Januar 2019  |  von Uta Kühne

15.01.2019 Patnem - Mumbai

Heute ging es also weiter nach Mumbai. Das Frühstück haben wir uns gespart, da wir gg. 9:30 Uhr mit dem Taxi Richtung Airport starten wollten. Frühstückszeit ist hier ab 9 Uhr und da die Speisen frisch zubereitet werden, könnte es arg knapp werden, wenn wir noch in Ruhe essen möchten. Also versorgten wir uns uns am Vorabend beim Bakehouse. Die Fluggesellschaft hat uns mitgeteilt, wir mögen doch bitte 3 (!!) Stunden vor dem Abflug vorzugsweise am Flughafen sein – das lehnten wir jedoch ab! Für einen Inlandsflug von 1,25 Std so viel früher …. ?? … Nö. Allerdings konnten wir uns erneut nicht oline einchecken, einen Sitz buchen (200 RS) und unser Übergepäck (wir erinnern uns: pro Person 15 Kg inkl. Handgepäck) bezahlen (pro Kg 250 RS). Diesmal funktionierte zwar die Internetverbindung besser, allerdings tun die sich hier mit internationalen Kreditkarten irgendwie schwer und es muss zur Verifizerung ein Sicherheitscode eingegeben werden, der wiederum aus dem online-banking zu entnehmen ist und für diesen Abruf dann noch mal eine TAN benötigt. Als ob ich noch zusätzlich meine TAN-Liste mit mir rumtragen würde!?! Somit fiel der web-check-in aus. Hieß dann aber in der Konsequenz: früher da sein !!

Dieses Problem mit einer internationalen Kreditkarte trat bereits daheim bei dem Versuch einer Buchung eines Inlandsfluges auf, woraufhin wir diesen Stop auf unserer Reise ausgelassen hatten – wir hatten schlicht keine Möglichkeit, den Flug zu bezahlen. Alle uns bekannten und verfügbaren Zahlungsoptionen wurden nicht angeboten bzw. die angebotenen (indischen) Optionen waren uns gänzlich unbekannt..??? Sowas hatten wir auch noch nie. Es konnten bisher immer alle Flüge usw. problemlos mit der Kreditkarte bzw. den -karten gebucht werden. Auch das ist ein Punkt, in dem sich Indien ein wenig unterscheidet....

Das nur am Rande.

Der am Vorabend an der Rezeption bestellte Fahrer erschien pünktlich und wir starteten zu unserem letzten Station und begaben uns für die nächsten 1,5 Stunden auf die Straße Richtung Flughafen. Einchecken bei Spice Jet lief am Goa Airport ähnlich ab wie in Jaipur, das Procedere kannten wir ja nun schon. Mit einer Ausnahme: dort wurde sich überhaupt nicht für unser Übergepäck interessiert, sondern bei der Gepäckaufgabe ignoriert und wir hielten uns daraufhin mit entsprechend Hinweisen dezent zurück. Beim letzten Flug hatten wir zwar dafür bezahlt, jedoch hat das anschließend niemand kontrolliert.....wir ließen es drauf ankommen und nichts passierte. Soviel dann wieder dazu ….

Der Flughafen war überschaubar und ziemlich entspannt. Diesmal konnten wir das Phänomen besser beobachten, wie die Straße mit einer Schranke während der Landung gesperrt und erst wieder freigegeben wird, bis das ankommende Flugzeug gezu seinem Gate gerollt ist (davon habe ich ja bereits bei unserer Ankunft in Goa berichtet). Das ist so absolut unglaublich, dass funktioniert ….

...quer über den Flughafen....

...quer über den Flughafen....

....auf dem die Flugzeuge hin- und herrollen....

....auf dem die Flugzeuge hin- und herrollen....

... wird nach Schrankenöffnung wieder gefahren ...

... wird nach Schrankenöffnung wieder gefahren ...

Abflug von Goa

Abflug von Goa

Leider hatte unser Flug knapp 30 Minuten Verspätung, so dass wir erst gegen 15:20 Uhr in Mumbai landeten. Bis wir unsere Rucksäcke wieder eingesammelt hatten, dauerte es und wir machten uns auf die Suche nach einem Taxistand. ….der war nur irgendwie nicht zu finden... ? ? … Es gab draußen Hinweisschilder auf „Fleet-Taxi / Private Car“ oder „Taxi / Cool Cab“ - mmh, half uns irgendwie gar nicht und so hatten wir eine 50:50 Chance, die richtige Entscheidung zu treffen. Wir wählten also die Taxi-Variante und hatten bei Erreichen des Taxi-Areals scheinbar derart ratlos ausgesehen, dass wir sogleich von einem dortigen Mitarbeiter entgegen genommen wurde. Er erkundigte sich nach unserem Ziel und führte uns zu einem kleinen Häuschen vor dem eine kleine Ansammlung Inder stand und eines der vielen schwarz-gelben Taxis (die dort fein aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur standen) buchen wollten. Das waren dann wohl die Taxis, die überwiegend von Einheimischen genutzt wurden, den weitere Touristen waren weit und breit nicht zu sehen.
Gerade als unser Helfer unsere „Bestellung“ aufgeben wollte, gab es von Seiten der Fahrer irgendeinen Ärger. Einige kamen und schimpften mit dem jungen Mann in dem Häuschen. Nach einer kurzen Weile entspannte sich die Situation wieder und unser Helfer versuchte erneut uns ein Taxi zu besorgen. Das wiederum führte zu Unmut bei einem der Anstehenden, der scheinbar nicht bereit war zu warten (wobei wir ziemlich sicher waren, dass er erst nach uns dran gewesen sein müsste). Unser Helfer setzte sich jedoch durch und wir buchten erfolgreich unser Taxi …. ohne AC …. das konnten wir uns aussuchen (gibt es womöglich doch einen anderen Preis bei AC …?). Wir erreichten unser Taxi und mussten unser Gepäck vollständig im Taxi unterbringen, da es keinen Kofferraum gab – nur einen Dachgepäckträger, auf dem die Koffer oder Rucksäcke halt einfach nur raufgelegt wurden - ohne Befestigung. Nee....fliegende Rucksäcke wollten wir nicht riskieren und so musste alles ins Fahrzeug: 2 Sachen nach vorn, 2 nach hinten und wir beide auch noch dazu. Bisschen eng, ging aber. Unser Taxi war innen zudem wohl das Hässlichste, das man sich vorstellen kann.... braune Decken auf den Sitzen und schwarzer Himmel mit pinken Blumen …..

Mumbai von oben

Mumbai von oben

so ziemlich das hässlichste Taxi .....

so ziemlich das hässlichste Taxi .....

Die Rush Hour hatte auch bereits eingesetzt und wir standen ewig im Stau. Immerhin kannte der Fahrer unser Hotel und es gab keine lästigen Telefonate o.ä. . Doch direkt hinfahren wollte er nicht. Er ließ uns an einer Ecke raus mit dem Hinweis, dass es nur noch 200 m wären und er dort mit dem Auto nicht hinkäme …. ich ahnte schon, dass das nicht stimmt, aber uns stand nicht der Sinn nach langen Diskussionen und so stiegen wir aus. Tatsächlich war es nicht mehr allzu weit, aber mit dem Wagen hätte er durchaus vor das Hotel fahren können – es hätte ihn wegen der Großbaustelle an der Straße nur einen Umweg gekostet auf den er offenbar verzichten wollte.

.... man beachte das Schild oben rechts - in Mumbai ist das Problem scheinbar erkannt worden ....

.... man beachte das Schild oben rechts - in Mumbai ist das Problem scheinbar erkannt worden ....

So kamen wir gegen 17:30 Uhr endlich in unserem Hotel an, checkten ein, bezogen das Zimmer und machte uns nach einer kurzen Pause wieder auf den Weg. Wir wollten das Viertel erkunden, Wasser kaufen und schauen wo wir zu Abend essen könnten.

.... unser Zimmer ....

.... unser Zimmer ....

St. Thomas Kathedrale

St. Thomas Kathedrale

Wir sind hier im oder am Banken- oder Geschäftsviertel gelandet. Es gibt hier viele Banken in der Umgebung, ebenso wie Geschäfte und Boutiquen von internationalen Marken, Handyshops, schöne alte Häuser und viele Menschen, die verdächtig nach Business aussahen. Es war immer noch sehr warm und somit geeignet für einen Abendspaziergang. Viele Straßenverkäufer hatten ihre Stände aufgebaut und boten allerlei an: Kleidung, Sonnenbrillen etc. … das Übliche. Wir bummelten herum, kauften an einer kleinen Bude Wasser (einen richtigen Mini-Mart hatten wir noch nicht entdeckt) und gingen dann im Mocambo-Café etwas essen. Dort gab es dann zur Abwechslung mal Pasta. Gab es ja ewig nicht mehr! Das war allerdings die schärfste Pasta, die wir wohl je gegessen hatten !!!! Heiliges Blechle, da brannte uns aber der Mund und der Schweiß stand auf der Stirn !! Wie kann man denn so viel Chili in einer Sahne- oder Tomatensoße unterbringen … darauf waren wir nun nicht vorbereite – selbst in Indien nicht.

Baustelle mit Straßenhändlern

Baustelle mit Straßenhändlern

die schärfste Pasta

die schärfste Pasta

Nachdem wir uns etwas von dem Schärfe-Schock wieder erholt hatten, liefen wir noch ein wenig durchs Viertel und fanden endlich so etwas wie einen kleinen Supermarkt. Der erinnerte wieder an die damaligen „Tante-Emma-Läden“, denn er hatten einen langen Glasvitrinen-Tresen und alle übrigen Waren waren in deckenhohen Regalen einsortiert. Keine Selbstbedienung – zumindest nicht unbeaufsichtigt. Wir durften immerhin nach Erlaubnis die Vitrine öffnen und uns etwas herausnehmen. Das war so old school ….. toll !!

Zurück im Hotel stellten wir mit Entsetzen fest, dass die Arbeiten an der Mega-Baustelle in der Straße vor dem Hotel (so wie es aussieht, bauen die da wohl eine U-Bahn) nur kurzfristig pausiert hatten und nun mit voller Lautstärke weiterliefen ….. und da unsere Fenster exzellent zur Straße lagen, war es wirklich unglaublich laut !!! Die bohrten das Erdreich bzw. Gestein auf oder was auch immer und es hämmerte fast ununterbrochen wie aus einer Maschinenpistole. Das Hotel kann natürlich nichts dafür, aber das ist schon eine ziemliche Zumutung. Ob wir wohl bei dem Krach schlafen können …. ??

Blick aus unserem Fenster

Blick aus unserem Fenster

hier wird noch 24/7 gearbeitet

hier wird noch 24/7 gearbeitet

.... auch am späten Abend. ...

.... auch am späten Abend. ...

© Uta Kühne, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Delhi - Agra - Jaipur - Panaji - Patnem (Goa) - Mumbai
Details:
Aufbruch: 31.12.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 17.01.2019
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Uta Kühne berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.