Indien 01/2019

Reisezeit: Dezember 2018 - Januar 2019  |  von Uta Kühne

03.0.2019 Delhi - Agra

Um 10 Uhr sollte es losgehen mit unserem persönlichen Fahrer nach Agra. Wir hatten den Wagen vorausschauend für unseren Aufenthalt in Agra (1,5 Tage) und die Weiterfahrt nach Jaipur gebucht. Er hieß „Raj“, war ein älterer Geselle und pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit da. Nach einer kurzen Vorstellung machten wir sogleich deutlich, dass wir keinen „full service“ benötigen – heißt: keinen Guide, keine vorgefertigte Sightseeing-Tour ….. einfach einen Fahrer, der uns nach unseren Wünschen von A nach B bringt. Erster Wunsch: flott nach Agra !!

Die Fahrt dauerte nicht die von der Travel Agency im Hotel „versprochenen“ 3 Stunden, sondern deutlich länger. Wir machten mehrere Pausen (davon nur eine längere Pause), die uns auch dringend notwendig erschienen ! Aber nicht für uns, sondern für Raj: der schien sehr übermüdet zu sein und ihm fielen bei der eher langweiligen Fahrt auf dem schnurgeraden Highway immer wieder die Augen zu. Als ihm bei 100 km/h richtig der Kopf auf die Brust sank, ist Ulf eingeschritten und hat ihm klar gemacht, dass das gar nicht geht und er sonst weiterfahren könnte. Das wollte der gute Raj natürlich nicht. Wo kommen wir denn da hin, wenn der zahlende Fahrgast auch noch selbst fahren muss ! (...hat er nicht gesagt, aber das wird er wohl gedacht haben....) Danach hat er sich mühsam zusammengerissen, doch es war zu merken, dass es ihm schwerfiel.

In Agra wurde er scheinbar wieder etwas munterer. Der Verkehr forderte seine Aufmerksamkeit und er steuerte uns zu unserem Hotel in einer mehr als unschönen Straße ! Da würde ich keinen Abendspaziergang machen wollen.

Ziegen auf der Straße ?

Ziegen auf der Straße ?

Ein solides Hotelzimmer

Ein solides Hotelzimmer

Die Straße vor dem Hotel

Die Straße vor dem Hotel

Wir vereinbarten eine Ruhepause von 1 Stunde bevor er uns zum Taj Mahal fahren sollte. Da wir auf einem Donnerstag ankommen und dort am Freitag geschlossen ist, mussten wir also am selben Tag (noch heute) dorthin.

Raj fuhr uns ein kurzes Stück die Hauptstraße runter und parkte vor einem kleinen Restaurant. Es sollten von dort noch ca. 1,5 km sein. Wir sollten mit dem TukTuk zum Eingangsbereich fahren und von dort laufen. Okaaay ….. angeblich ist das so üblich …. ??? ….konnten wir uns kaum vorstellen, wo doch ganze Busladungen Touristen dort abgeworfen wurden. Die Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Eingänge gibt es wohl an den anderen beiden Toren – wir waren am Südtor und dort kam (oder wollte) man mit dem Auto nicht hin. Nun gut. Wir fuhren also für 50 RS mit dem TukTuk, liefen durch eine Gasse mit Verkäufern und Guides, die ihre Dienste anboten und erreichten endlich den Ticketcounter. Stolze 1.300 RS p.P. kostete der Eintritt. Dazu „gönnten“ wir uns einen offiziellen Guide, der allerdings nur den Auftrag hatte, uns zügig durch die Schlange zu bringen - nach ewig langem Anstehen stand uns nicht der Sinn – was ihm nur mäßig erfolgreich gelang. Wir konnten zwar tlw an der bzw. zwischen der Schlange laufen, mussten bei der Kontrolle dennoch anstehen. Fein getrennt nach Ladies und Men. Es gab eine angetäuschte Körperabtastung, die Handtaschen wurden durch einen Scanner geschleust, der Rucksack wurde begutachtet und dann durften wir endlich rein. Den Guide für 1.000 RS haben wir sogleich entlassen. War sicher ein guter Job für ihn – schnell und leicht verdientes Geld.

Allein der Vorhof zum Eingangstor zum Park des Taj Mahal war schon mega voll !!! Es wimmelte nur so vor Besuchern. Tja, was haben wir erwartet??

Der erste Blick auf dieses wunderschöne Mausoleum durch den Bogen des Eingangstores hat uns dann aber wieder entschädigt. Es ist wirklich traumhaft schön !! Ohne Horden von Menschen wäre es natürlich noch viel schöner gewesen, aber es ist halt wie es ist. Dennoch war es möglich, einige gute Aufnahmen zu machen und wir bewunderten dieses Werk gebührend und ausgiebig ….

...Fotosession....

...Fotosession....

Der erste Blick ist schon toll !!

Der erste Blick ist schon toll !!

Das Südtor

Das Südtor

Wo wir schon mal da waren, wollten wir selbstverständlich auch auf die „Terrasse“ oberhalb des Parks und in die Grabkammer. Dafür mussten wir uns noch mal einreihen, die am Eingang erhaltenen Schuhüberzieher überstülpen (im Eintrittspreis sind eine kleine Flasche Wasser und Einweg-Schuhüberzieher enthalten). Es ging jedoch erträglich schnell voran und wir durften die Treppen rauf. Oben war der Ausblick toll und das Gebäude eigentlich fast noch schöner. Die verzierten Wände, der blanke weiße Marmor, der schimmert.....einfach herrlich.

Die Grabkammer war optisch wiederum wenig spektakulär. Wir wurden in einer langen Schlange reingeschleust, keine Fotos, immer weiter, nicht stehenbleiben, ….. , wieder raus, das wars. ?? Ich vermute, die Geschichte, die hinter dem Taj Mahal steht ist beeindruckender als die Grabkammer selbst.

Obwohl so ultra viele Menschen dort unterwegs waren, genossen wir das Wandeln um das Gebäude herum mit der sinkenden Sonne. Da es wie schon in Delhi auch in Agra sehr diesig war, schimmerte der Marmor in der Sonne nicht gelb oder bernsteinfarben, wie es überall zu lesen ist. Das machte uns nichts. Wir schlenderten entspannt zurück zum Eingang/Ausgang.

... hinter dem Taj Mahal ist nur der Fluss ...

... hinter dem Taj Mahal ist nur der Fluss ...

Der kurze Weg zurück war natürlich mit vielen Lockrufen in die angesiedelten Shops verbunden …. denen wir natürlich widerstehen konnten. Außerhalb des gesicherten Bereichs ließen wir uns für weitere 50 RS wieder zurück zu Raj bringen.

Agra ist alles andere als eine ansehnliche Stadt. Überall viel Dreck und Müll …. es zieht einen wirklich nicht auf die Straße. So aßen wir in unserem Hotel, da wir gelesen hatten, dass das Essen dort sehr gut sein soll. Das hat sich für uns auch bewahrheitet …..

Lecker !!

Lecker !!

© Uta Kühne, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Delhi - Agra - Jaipur - Panaji - Patnem (Goa) - Mumbai
Details:
Aufbruch: 31.12.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 17.01.2019
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Uta Kühne berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.