Indien 01/2019

Reisezeit: Dezember 2018 - Januar 2019  |  von Uta Kühne

06.01.2019 Jaipur

Wir hatten uns für diesen Tag im Hotel einen Fahrer gebucht (1.800 RS für 8 Stunden), der uns um 10 Uhr abholen sollte um die Sehenswürdigkeiten außerhalb und innerhalb der City zu besuchen. Als der Fahrer um 10:25 Uhr noch immer nicht aufgetaucht war, fragten wir mal vorsichtig an der Rezeption nach. Bei einem gebuchten Fahrer ist eine derartige Unpünktlichkeit schon etwas ungewöhnlich. Zumindest nach unserer bisherigen Erfahrung. Es wurde telefoniert …mit dem Einen und dem Anderen und schließlich sollte in 5 Minuten jemand kommen und uns abholen. Den Grund der Verspätung verriet man uns nicht - also warteten wir weiter …. und ca. 10-15 Minuten später erschien jemand und sammelte uns ein.

Zuerst ging es dann zum 11 km entfernten Amber Fort. Eine weitere Festung aus längst vergangenen Zeiten. Zur Abwechslung war sie mal nicht rot, sondern honigfarben. Das beeindruckende Bollwerk thronte auf den Hügeln und sah selbst durch die immer noch diesige Luft gigantisch aus. Dummerweise hatten viele andere Menschen diesen Gedanken und es wurde wieder mal sehr voll. Es gab die Option den Weg nach oben zu Fuß zu erklimmen oder sich von einem Elefanten tragen zu lassen. Die Elefanten-Option schied pauschal aus und wir entschieden uns für den Fußweg den Berg hinauf. Eintritt kostete 500 RS p.P. und es wurde weniger Aufhebens gemacht als an den bislang besichtigten Sehenswürdigkeiten.

Amber Fort

Amber Fort

....auch hier gibt es Anbieter für alles mögliche ....

....auch hier gibt es Anbieter für alles mögliche ....

.... man kann sich auch fahren lassen ....

.... man kann sich auch fahren lassen ....

Leider war es erneut so überfüllt, dass der Rundgang nur mäßig viel Spaß machte. Das Fort beinhaltete einen Palastkomplex, der vier Hauptbereiche hatte, die wiederum jeder einen eigenen Innenhof und viele Gänge, Türme, eine Audienzhalle, Garten usw. besaß. Es erinnerte ein wenig an ein Labyrinth. Zur aktiven Zeit war es sicher schwierig sich zurecht zu finden.

ein Beispiel für die schmalen Gänge

ein Beispiel für die schmalen Gänge

Die Festung war zwar gut erhalten, aber sie erschien uns nicht ganz so gepflegt wie die anderen Forts. Dennoch sehr sehenswert.

Es gab noch einen kurzen Stop am Jal Mahal, dem Wasserpalast. Seine Namensgebung beruht auf der ganz simplen Tatsache, dass es sich um einen Palast inmitten einer großen Wasserfläche (Man Sagar) handelt. Sehr hübscher kleiner Palast – eigentlich – doch durch den (immer noch) vorhandenen diesigen Schleier war das nicht so richtig zu sehen. Sehr schade. Auf der Promenade war allerdings einiges los: viele Händler boten ihre Waren an, was ein wenig an einen Flohmarkt erinnerte. Wir blieben jedoch ausnahmsweise mal weitestgehend unbehelligt.

Water Palace

Water Palace

Wir versuchten auch den Monkey Palace zu besuchen – eine in den bzw. an den Hang gebaute Tempelanlage, in der viele Affen leben sollten. Versuch trifft es gut! Unseren Fahrer fragten wir nach dem Monkey Palace und er fuhr uns durch ein Tor in eine unbelebte runtergekommene Gasse. Einen Guide wollten wir wieder nicht.....das wäre dann einer der dort rumlungernden Jugendlichen gewesen.

...auf dem Weg nach oben ...

...auf dem Weg nach oben ...

Den Weg dorthin sollten wir wohl finden, dachten wir, kann ja nicht so schwer sein. Immerhin ist das eine bekannte Sehenswürdigkeit in Jaipur, die sicherlich auch noch andere Touristen besuchen würden. Mit dieser optimistischen Einstellung liefen wir los. Es ging bergauf, ein paar wenige Affen säumten den Weg, hier und da stand eine Kuh und es ging immer weiter nach oben. An einer Stelle gabelte sich der Weg: geradeaus zwischen den Wohnhäusern durch oder rechts hoch zu einer Art Tempel. Keine Wegweiser, keine Touristenströme, denen wir wie Lemminge folgen könnten (eigentlich prima – in dem Fall ausnahmsweise nicht hilfreich ). Ausgesprochen clever, wie wir waren, hatten wir den Reiseführer mit Wegbeschreibung im Wagen vergessen. Hervorragend vorbereitet! Auf Indisch war jedoch etwas an die Mauer geschrieben mit Pfeil nach oben. Das muss es wohl sein, dachten wir und strebten den Hügel nach oben.

...fast geschafft ... ?!?

...fast geschafft ... ?!?

Dort angelangt erwartete uns ein kleiner buddhistischer Tempel, der nichts weiter bot als einen Blick auf Jaipur. Enttäuschend, dachten wir und machten uns auf den Rückweg. Ein Stückchen unterhalb der Weggabelung kam uns die Sache nun doch irgendwie merkwürdig vor: es sollte doch ein Tempel sein, der in den Fels gebaut war, der ein oder mehrere Wasserbecken hatte und in dem Makaken und Lemuren leben sollten.... ??? …. wir machten kehrt und ein Mann sagte uns, dass der Monkey Tempel ca. 1,5 km weiter unten sei. Wir liefen immerhin um die nächste Kurve, dort war nichts zu sehen außer Felsen. Kann nicht stimmen, dachten wir. Für kilometerlange Experimente durch die felsigen Landschaften waren wir nicht aufgelegt und gingen zurück zum Auto.

Jaipur

Jaipur

Unseren Fahrer haben wir als Erstes interviewt, ob es noch einen anderen Monkey Tempel gäbe … dann fiel uns der Name wieder ein (Galta) und er bejahte, dass Galta ca. 1,5 km hinter den Hügeln liegen würde. Ein Traum (ein kleiner Hinweis von ihm hätten wir als guten Service verbucht). Da waren wir wohl etwas zu ungeduldig gewesen. Ärgerlich. Aber noch mal den ganzen Weg und noch weiter hatten wir dann keine Lust mehr. Morgen ist auch noch ein Tag, vielleicht kommen wir noch mal wieder. Mit frischem Elan !

...keine so ansehnliche Gegend .... - aber erstaunlich sauber !

...keine so ansehnliche Gegend .... - aber erstaunlich sauber !

An diesem Nachmittag besuchten wir noch den City Palace am Rande der rosa Altstadt (die irgendwie nicht rosa ist, sondern rötlich braun). Mit unserem Ticket (600 RS p.P.) konnten wir die zugänglichen Gebäude, die Innenhöfe, die Audienzhalle, das kleine Museum und den Thronsaal besichtigen. Wieder alles recht hübsch, aber nicht mega spektakulär – im Vergleich zu den bisher gesehenen Palästen/Anlagen. Die Pfauentore in einem Innenhof waren aber wirklich fantastisch.

...man kann sich auch mit einer Kutsche und Trompeter rumfahren lassen ....  Wer´s mag

...man kann sich auch mit einer Kutsche und Trompeter rumfahren lassen .... Wer´s mag

...wunderschön, diese Pfauentore ...

...wunderschön, diese Pfauentore ...

...noch ein schönes Pfauentor ...

...noch ein schönes Pfauentor ...

In einigen Bereichen war das Fotografieren verboten, was auch im Kleingedruckten unseres Tickets stand (wer liest sich das denn bitte durch ??). Im Thronsaal gab es nur kleine Schilder hier und da auf dem Boden und zusätzlich auf dem Pult auf den sich der unmotivierte Ticket-Abstempler flezte. Das hatten wir wohl übersehen. Bis wir eines der Schilder entdeckt hatten, waren bereits 3 Fotos von einem Wandmotiv im Kasten. Das hat aber natürlich ein strenger Aufseher beobachtet und uns kurz vor Verlassen des Thronsaales angehalten, sofort auf der Kamera den richtigen Knopf gefunden, die drei Bilder entdeckt und uns zur Strafe 500 RS abgenommen. ?? Mit einem sehr unfreundlichen Hinweis auf das „Schild“ auf dem Eingangspult und der Eintrittskarte. Okay! Wir zahlten natürlich brav das erste Strafgeld für illegales Fotografieren. Das erste Mal, dass uns sowas passiert ist. Auch wieder eine Erfahrung …..

das verbotene Bild

das verbotene Bild

Das angrenzende Observatorium Jantar Mantar haben wir uns gespart, da es dort am Ticketcounter derart voll war, dass wir uns diesen Besuch für den nächsten Tag aufgehoben haben.

Auf dem Rückweg gab es noch einen Abstecher ins „Shopping Paradise“ (wir baten unseren Fahrer uns zu einem Supermarket zu fahren) und kauften war wir brauchten – nur Wasser/Selter hatten sie nicht so richtig. Ein Paradies war der Laden nun nicht unbedingt, aber immerhin größer als die kleinen Shops, die man hier oftmals sieht. Solche „all-round-Supermarket“ wie die in Asien überall ansässigen 7-Eleven scheint es hier jedoch nicht zu geben.

Wir waren dann am späten Nachmittag wieder im Hotel. Für den Fahrer war das leicht verdientes Geld, würde ich mal sagen: anstelle von 8 Stunden musste er nur 5 ½ mit uns rumfahren und als Guide wollten wir ihn auch nicht.

Am Abend gab es wieder Dinner im Hotel und das war dann der zweite Tag bzw. der erste volle Tag in Jaipur.

© Uta Kühne, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Delhi - Agra - Jaipur - Panaji - Patnem (Goa) - Mumbai
Details:
Aufbruch: 31.12.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 17.01.2019
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Uta Kühne berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.