Wir setzen unsere Reise durch die Welt mit dem Ziel Südostasien fort!

Reisezeit: Januar / Februar 2020  |  von Gundula Henkel

Rundreise durch Vietnam von Nord nach Süd: Unsere nächste Station ist Zentralvietnam

Die alte Kaiserstadt Hue

Unser netter Fahrer Her Hun steht pünktlich um 6 Uhr morgens vor dem Hotel, um uns zum Flughafen Hanoi zu fahren. Es regnet nicht mehr, aber die Luft liegt weiter wie ein dicker, schwerer Schleier über der Stadt. Pünktlich hebt die Maschine von Vietnam Airlines ab und gut eine Stunde später landen wir in der alten Kaiserstadt Hue, und wieder in der Sonne. Die Temperaturen sind mit 25 Grad angenehm warm, der Himmel ist blau, und wir werden von Herrn Dung und einem Fahrer abgeholt. Herr Dung erzählt uns auf der Fahrt zu den außerhalb der Stadt liegendem Kaisergrab, dass Hue südlich des ursprünglich in zwei Teile des Landes trennenden Breitengrades und damit in Südvietnam. Heute aber ist die Teilung Geschichte und die Menschen in beiden Teilen des Landes fühlen sich eins. Er ist zwar in Nordvietnam aufgewachsen, sein Vater war auch in der KP Vietnams, doch die Eltern haben nach der Vereinigung entschieden, wieder in die alte Heimat der Mutter, nach DaNang zu ziehen. Allerdings war es Anfang der 80er Jahre für ihn schwer, einen Job zu bekommen. Auch aus diesem Grund willigte er ein, als junger Mann in die DDR nach Karl-Marx-Stadt als Vertragsarbeiter zu gehen. Vier Jahre lang, von 1984 bis 88 hat er in der DDR gelebt, dort Deutsch gelernt, das er noch so gut beherrscht, dass er heute als selbständiger Fremdführer für Reisegruppen aus dem deutschsprachigen Raum seinen Unterhalt verdienen kann.

Wir fahren durch kleine Ortschaften mit flachen Häusern und bunten Gärten. Die Straßen sind sauber, der Verkehr nicht ganz so quirlig wie in Hanoi.
Die alte Kaisergrabanlage von Tu Duc eine gute halbe Stunde vom Flughafen entfernt, ist kaum besucht, aber sehr gut erhalten, auch mit deutscher Hilfe saniert, wie uns Herr Dung immer wieder berichtet. Verschiedene Pavillons inmitten von einem hohen Pinienwald und kleinen Teichen voller Seerosen verbreiten eine ruhige und entspannte Atmosphäre.

Die Stadt Hue mit seinen heute 600 Tausend Bewohnern, so erfahren wir von Herrn Dung, war von 1802 bis 1945 Kaiserstadt Vietnams. Dreizehn Kaiser des Nguyen Geschlechts haben von hier aus das Land regiert. Nach der Besetzung Vietnams im Jahr 1883 durch Frankreich allerdings unter deren Vorherrschaft. 1945 mussten die Kaiser abdanken, und Ho bestimmte wieder Hanoi zum politischen Machtzentrum des Landes. Der letzte Kaiser blieb bis zum endgültigen Abzug Frankreichs im Jahr 1954 noch als Marionettenkaiser im Land. Dann ging auch er mit der Familie nach Frankreich. Seine Nachkommen leben noch in Europa, nach Vietnam sind sie nicht wieder zurückgekommen.
Geblieben von der einstigen kaiserlichen Pracht sind die alten Palastanlagen in und um Hue, die seit den 90er Jahren auch zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Das ist auch gut so, denn für die Erhaltung und den Wiederaufbau, der vor allem in der verbotenen Stadt in Hue verfallenen und in den Kriegen zerstörten Gebäude braucht es Geld, viel Geld.
Die Palastanalage in der Zitadelle im Zentrum der Stadt wurde nach dem Vorbild der verbotenen Stadt in Peking aufgebaut. Ein ebenso großes Gelände mit einem südlichen Haupttor, dem WuMen oder Mittagstor, mit einer Halle der großen Harmonie für die offiziellen Aktivitäten sowie vielen Nebengemächer für alle Angehörigen der kaiserlichen Familie und ihre Bediensteten.
Sicher, vieles erinnert an das chinesische Vorbild, auch die chinesische Beschriftung ist vorhanden, und trotzdem wirken die Gebäude mit den hell glasierten Ziegeln und dem mit leuchtendem rot lackierten Holzsäulen bei weitem nicht so wuchtig und monumental wie in China. Das trifft auch auf die zahlreichen Pagoden zu, die wir uns in Hue, und weiter südlicher in DaNang bzw. in HoiAn ansehen. Wir erfreuen uns an den vielen Blumen und den zum Teil wunderschön und originalgetreu wieder aufgebauten Bauten in der verbotenen Stadt. Im hinteren Teil der Anlage befindet sich der Bonsai Garten. Dort machen wir eine Pause, bevor wir über den Duftfluss, der Hue in der Mitte teilt, ans andere Ufer zum Hotel fahren. Vom 8. Stock haben wir einen schönen Rundblick auf die Stadt, die die weiterhin aufgrund der zahlreichen Pagoden und historischen Anlagen als das kulturelle und religiöse Zentrum Vietnams gilt.

Am Abend unternehmen wir einen ausgedehnten Spaziergang zum Duftfluss und im Stadtzentrum. Unser Hotel ist zentral gelegen. Hier befinden sich vor allem Restaurants, Cafes sowie Souvenirshops und Massagesalons. Alles ist auf den Konsum der Touristen ausgerichtet, und diese treffen wir überall an.

Aufgang zum Kaisergrab Tu Duc bei Hue

Aufgang zum Kaisergrab Tu Duc bei Hue

Seerosenteich mit großen und bunten Koi Karpfen, umsäumt von Pinien.

Seerosenteich mit großen und bunten Koi Karpfen, umsäumt von Pinien.

Die Drachenmauer aus Holz und glasierten Ziegeln gestaltet im Innenhof, die das Eindringen von Teufeln und Unheil verhindern soll.

Die Drachenmauer aus Holz und glasierten Ziegeln gestaltet im Innenhof, die das Eindringen von Teufeln und Unheil verhindern soll.

Die Prozessionsstraße zum Kaisergrab mit Elefanten-, Pferde- und Beamtenstatuen zu beiden Seiten, die an die Prozessionsstraße zum Grab des Ming-Kaisers bei Beijing erinnert.

Die Prozessionsstraße zum Kaisergrab mit Elefanten-, Pferde- und Beamtenstatuen zu beiden Seiten, die an die Prozessionsstraße zum Grab des Ming-Kaisers bei Beijing erinnert.

Aufgang zu gut erhaltenen und gepflegten Grabanlage.

Aufgang zu gut erhaltenen und gepflegten Grabanlage.

Die Grabstätte des Kaisers Tu Duc.

Die Grabstätte des Kaisers Tu Duc.

Der Flaggenturm in der Zitadelle am Duftfluss in Hue.

Der Flaggenturm in der Zitadelle am Duftfluss in Hue.

Eingang - Mittagstor - zur verbotenen Stadt gegenüber vom Flaggenturm.

Eingang - Mittagstor - zur verbotenen Stadt gegenüber vom Flaggenturm.

Junge vietnamesische Frauen in traditioneller Kleidung - lange und am Hals hochgeschlossene, aber an beiden Seiten bis zur Taille geschlitzte Kleider, zumeist aus Seide und in bunten Farben. Unter den Kleider tragen die Frauen weite Hosen.

Junge vietnamesische Frauen in traditioneller Kleidung - lange und am Hals hochgeschlossene, aber an beiden Seiten bis zur Taille geschlitzte Kleider, zumeist aus Seide und in bunten Farben. Unter den Kleider tragen die Frauen weite Hosen.

In der verbotenen Stadt, deren Hauthallen wie in Beijing von auf der Süd-Nord-Achse angelegt sind.

In der verbotenen Stadt, deren Hauthallen wie in Beijing von auf der Süd-Nord-Achse angelegt sind.

Die Ahnenhalle. Die Blumen entlang des Weges sind anlässlich des Tet-Festes aufgestellt.

Die Ahnenhalle. Die Blumen entlang des Weges sind anlässlich des Tet-Festes aufgestellt.

Die Gemächer der Kaiserfamilie.

Die Gemächer der Kaiserfamilie.

Mit deutscher Hilfe saniertes Gebäude im Kaiserpalast. Im Hintergrund vom Krieg zerstörte und nicht wieder aufgebaute Anlagen.

Mit deutscher Hilfe saniertes Gebäude im Kaiserpalast. Im Hintergrund vom Krieg zerstörte und nicht wieder aufgebaute Anlagen.

Die ehemalige Bibliothek.

Die ehemalige Bibliothek.

Im Bonsai Garten im hinteren Teil des Palastes.

Im Bonsai Garten im hinteren Teil des Palastes.

Auf dem Weg ins Hotel zeigt uns Herr Dung einen lokalen Markt. Ein Unmenge von Waren füllen Stand an Stand. Wer wird wohl je die vielen Hüte kaufen?

Auf dem Weg ins Hotel zeigt uns Herr Dung einen lokalen Markt. Ein Unmenge von Waren füllen Stand an Stand. Wer wird wohl je die vielen Hüte kaufen?

Papiergeld im Angebot zum Verbrennen in Tempel und Pagoden, um den Ahnen im Jenseits eine gutes Leben zu ermöglichen und um für das eigene Leben nach dem Tod vorzusorgen. Auch in Vietnam wird viel Geld ausgegeben, um Altare zu Hause und in den öffentlichen Pagoden zu füllen.

Papiergeld im Angebot zum Verbrennen in Tempel und Pagoden, um den Ahnen im Jenseits eine gutes Leben zu ermöglichen und um für das eigene Leben nach dem Tod vorzusorgen. Auch in Vietnam wird viel Geld ausgegeben, um Altare zu Hause und in den öffentlichen Pagoden zu füllen.

Vor allem die Frauen haben in Vietnam schwer zu tragen. Immer wieder konnten wir auf den Straßen diese Szenen beobachten.

Vor allem die Frauen haben in Vietnam schwer zu tragen. Immer wieder konnten wir auf den Straßen diese Szenen beobachten.

Die Thien Mu Pagode im Norden von Hue

Herr Dung holt uns am Morgen vom Hotel mit unserem Gepäck ab. Es geht zur Anlegestelle von kleinen Drachenbooten am Duftfluss nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. Für uns steht bereits ein Boot bereit. Nach wenigen Minuten Fahrt kommt die Frau des Bootsführers an Bord und breitet vor uns allerlei vietnamesische Souvenir aus. Wir wählen eine bestickte Tasche und einen Kühlschrankmagneten aus Höflichkeit aus, sie verlangt 10 Dollar dafür. Letztendlich ist sie mit 200T Dong einverstanden, das sind umgerechnet 8 Euro. Zurückbleibt ein unangenehmes Gefühl. Immer wieder haben wir auf unserer Reise den Eindruck, dass von uns erwartet wird, für jede Dienstleistung Trinkgelder zu geben bzw. Waren zu überteuerten Preise zu kaufen. Wir sind gern bereit, uns für guten Service erkenntlich zu zeigen, auch wenn wir der Meinung sind, dass wir alles Gebotene bereits großzügig bezahlt und die Tourismusbranche ausreichend unterstütz haben. Doch das ständige Drängen zu kaufen und zu geben, hinterlässt bei uns einen Beigeschmack.

Ca. eine Stunde werden auf de Fluss aufwärts fahren, bis zur Thien Mu Pagode im Norden von Hue aus dem 16. Jahrhundert. Auf einer Anhöhe gelegen haben wir von hier aus einen wunderschönen Blick auf die Flusslandschaft und die Berge im Hintergrund. In der Pagode befindet sich Kloster. Wir wohnen den Mönchen beim Beten bei und erfahren, dass vor allem Waisen im Kloster aufgenommen werden. Sie können in einer Übergangszeit sich überlegen, ob sie als Mönche ihr Leben weiterleben wollen. In der Zeit wird ihnen nur teilweise das Kopfhaar geschoren. Der Tagesablauf der Mönche, auch der Kindermönche ist genau vorgegeben: frühes Aufstehen, Beten, Lernen, Mahlzeiten einnehmen usw, Interessant finden wir, dass in Vietnam die Mönche für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen müssen, in dem sie sich im Kloster oder in der Gesellschaft nützlich machen. Dass sie auf Kosten der Gesellschaft leben wie in Myanmar ist hier nicht vorgesehen.

Auf dem Gelände befindet sich auch ein alter Austin, an dessen Windschutzschiebe ein Foto befestigt ist, dass 1963 um die Welt ging. Es zeigt einen Mönch, der sich in Saigon selbst verbrannte aus Protest gegen die Buddhistenverfolgungen des damaligen südvietnamesischen Präsidenten Diem, der sich zum katholischen Glauben bekannte. Da die Tat auch in den USA für großes Aufsehen sorgte, wurde dem Präsidenten Diem danach schnell die Unterstützung seitens der USA entzogen.
Die Pagode gilt als eine der schönsten in Vietnam. Auch uns gefällt die sehr gepflegte Anlage. Wir sehen zum ersten Mal Kanonenkugelbäume, die als heilige Pflanze gilt und ursprünglich aus Indien kommt. Die Früchte hängen wirklich wie Kanonenkugeln an den Bäumen und platzen im März/ April zu wunderschönen großen roten Blüten auf.

Drachenboote auf dem Duftfluss für Rundfahrten am Abend und zum Ausflugsort Thein Mu Pagode flussaufwärts.

Drachenboote auf dem Duftfluss für Rundfahrten am Abend und zum Ausflugsort Thein Mu Pagode flussaufwärts.

Eingang zur Pagode

Eingang zur Pagode

Junge Mönche beim Beten. Noch sind sie sich nicht sicher, ob sie bleiben möchten. Das Haupthaar ist nur zum Teil abrasiert.

Junge Mönche beim Beten. Noch sind sie sich nicht sicher, ob sie bleiben möchten. Das Haupthaar ist nur zum Teil abrasiert.

Kanonenkugelbaum in der Anlage. Wir haben ihn so zu sehen bekommen.

Kanonenkugelbaum in der Anlage. Wir haben ihn so zu sehen bekommen.

Die Blüten zeigen sich erst später. Unser Reiseleiter hat die Fotos uns zur Verfügung gestellt.

Die Blüten zeigen sich erst später. Unser Reiseleiter hat die Fotos uns zur Verfügung gestellt.

Wunderschöner Blick auf Fluss und die Berge im Hintergrund vom Eingang der Pagode.

Wunderschöner Blick auf Fluss und die Berge im Hintergrund vom Eingang der Pagode.

Weiterfahrt nach DaNang

Wir fahren auf die Nationalstraße Nr. 1, die von Hanoi nach Saigon durch das gesamte Land gut 1800 Kilometer führt. Im Westen befinden sich die Berge, hier soll auch der bekannte Ho Chi Min Pfad langgehen, über den während des Krieges die Vietcongs im Süden mit Kriegsmaterial versorgt wurden. Um die schützenden Blätter des Regenwaldes für die Transporte von Nord nach Süd zu beseitigen, haben die Amerikaner in dieser Gegend das giftige Agent Orange versprüht. Braun und entlaubt sei das Gebiet damals gewesen, erzählt uns Herr Dung. Kaum zu glauben, denn wir sehen saftig grüne Reisfelder, grüne Tropenbäume säumen Straße, und wir fahren durch Ortschaften mit kleinen Häusern und bunten Blumengärten. Alles wirkt so sauber, ordentlich und friedlich. Doch der Schein trügt, erzählt uns unser Reiseleiter, noch ist das Grundwasser vergiftet, noch lebt die Bevölkerung nicht sicher. Und nicht nur das Gift ist immer noch ein Gefahr, auch die vielen Landminen überall sind für die Menschen gefährlich. Hier wird viel Hilfe auch vom Ausland benötigt, um diese gefährlichen Reste des Krieges zu beseitigen. Und die zahlreichen Soldatenfriedhöfe zu beiden Seiten der Straße zeugen von der kriegerischen Vergangenheit.

Es geht weiter auf der Nationalstraße nach Süden, die zeitweise nur eine Spur in jede Richtung hat und den gesamten Verkehr bewerkstelligen muss. Bis 2010 ging es noch über einen gut 1500 Meter hohen Pass,. Täglich soll es zu Unfällen gekommen sein. Seither verkürzt ein fast 500 Meter langer Tunnel die Fahrzeit um ca. 2 Stunden. Allein die Touristen nehmen die längere Strecke gern auf sich. Sie werden mit einer wunderschöne Aussicht auf das Meer im Osten und die Berge mit dem Wolkenpass im Westen belohnt.

Die moderne Hochhausskyline von DaNang am Horizont geht es die Serpentinen hinab ans Meer. Kilometerlang zieht sich die sehr gepflegte Uferpromenade hin. DaNang zählt 1,2 Mio Einwohner und ist die drittgrößte Stadt des Landes. Sie entwickelt sich rasant aufgrund des wachsenden Hafenumschlages. So wie in der Vergangenheit ist sie weiterhin das Tor zur Außenwelt. Ausländische Einflüsse auf die Anlage und den Baustil der Häuser sind unverkennbar. Herr Dung erzählt uns von der modernen und architektonisch beeindruckenden Drachenbrücke, die seit 2009 über den Han-Fluss führt der nahe der Stadt ins Südchinesische Meer fließt. Diese sei nach einem schweren Taifun gebaut wurden, um zukünftig Schaden von der Stadt durch Taifune und Hochwasser abzuhalten. Bisher würde das Konzept auch aufgehen. Am Abend speit der Kopf des Drachens Feuer und Wasser.

Reisfelder zu beiden Seiten der Nationalstraße. Drei Ernten im Jahr ermöglicht die Witterung. Und Reisanbau bedeutet immer noch vor allem Handarbeit.

Reisfelder zu beiden Seiten der Nationalstraße. Drei Ernten im Jahr ermöglicht die Witterung. Und Reisanbau bedeutet immer noch vor allem Handarbeit.

Im Vordergrund eine Lagune für Fisch- und Muschelzucht, im Hintergrund der Wolkenpass. Die Berge entlang der Grenze zu Laos sind ca 1000 Meter hoch, werden von Minderheiten bewohnt. Schnee gibt es keinen, aber die Wolken verfangen sich  immer zu einem kilometerlangen Pass unterhalb der Bergkuppe.

Im Vordergrund eine Lagune für Fisch- und Muschelzucht, im Hintergrund der Wolkenpass. Die Berge entlang der Grenze zu Laos sind ca 1000 Meter hoch, werden von Minderheiten bewohnt. Schnee gibt es keinen, aber die Wolken verfangen sich immer zu einem kilometerlangen Pass unterhalb der Bergkuppe.

Wir erreichen das Meer, im Hintergrund die Skyline von DaNang.

Wir erreichen das Meer, im Hintergrund die Skyline von DaNang.

Die bekannte Drachenbrücke in DaNang über den Han-Fluss.

Die bekannte Drachenbrücke in DaNang über den Han-Fluss.

Vor unserer Weiterfahrt nach HoiAn besuchen wir das Skulpturenmuseum der Cham. Die Cham, so erfahren wir, waren eine indische Volksgruppe in Zentralvietnam, die im 9. bis 13. Jahrhundert relativ autark eine Hochkultur in der Region entwickelt hat, die uns sehr an die in Angkor und Bagan erinnert. Entdeckt wurde sie erst Anfang des letzten Jahrhunderts durch Franzosen. Sie machten sich auch stark dafür, die Überreste der Cham Kultur in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Allerdings haben  Krieg und religiöse Unruhen zu erheblichen Schäden an den Cham-Statuen geführt, wie wir im Museum erfahren.

Vor unserer Weiterfahrt nach HoiAn besuchen wir das Skulpturenmuseum der Cham. Die Cham, so erfahren wir, waren eine indische Volksgruppe in Zentralvietnam, die im 9. bis 13. Jahrhundert relativ autark eine Hochkultur in der Region entwickelt hat, die uns sehr an die in Angkor und Bagan erinnert. Entdeckt wurde sie erst Anfang des letzten Jahrhunderts durch Franzosen. Sie machten sich auch stark dafür, die Überreste der Cham Kultur in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Allerdings haben Krieg und religiöse Unruhen zu erheblichen Schäden an den Cham-Statuen geführt, wie wir im Museum erfahren.

Zwei Tage in HoiAn

Wir fahren in Da Nang über die Drachenbrücke ans Meer, an das Südchinesische Meer. Herr Dung klärt uns auf: Aufgrund der Inselstreitigkeiten mit China wird hier vom Pazifik oder dem Vietnam/ DaNang Meer gesprochen. So sehr die chinesischen Touristen und ihr Geld fehlen, auch Herr Dung hat immer wieder etwas an China auszusetzen.

Im Stadtgebiet DaNang verläuft die Straße am öffentlichen Strand entlang. Dann versperren kilometerlang exklusive Hotelanlagen und Ressorts den Zugang zum Meer. Viele bekannte ausländische Hotelketten haben sich hier eingekauft. Unerschwinglich für Masse der vietnamesischen Bevölkerung, erzählt uns Herr Dung mit Verbitterung. Allerdings habe die Reformpolitik der KP Vietnams bereits einige Millionäre im Land hervorgebracht, fährt er quälend fort, die durchaus auch in diesen Anlagen Urlaub machen können.

Wir kommen am späten Nachmittag in HoiAn an, ca. 30 Kilometer südlich von DaNang gelegen. Unser Hotel befindet sich in Fußnähe zur Altstadt. Bereits Herr Dung hatte von den vielen bunten Lampions am Abend auf den Straßen und am Fluss geschwärmt. Viele Boote, geschmückt mit Lampions, befinden sich auf dem Wasser, dazwischen bunte Kerzenlaternen, die nach dem Erwerb auf dem Wasser ausgesetzt werden können. Wir kosten lokale Spezialitäten wie vietnamesische Pizza auf Reispapier, gebratene Banane in Klebereis und Kokusmilch sowie Cao Lau und My Quang, Nudelspezialitäten der Region mit Schweinefleisch bzw. frittiertem Tofu.

HoiAn war im 16./ 17 Jahrhundert das Handelszentrum Vietnams. Im Hafen von der Stadt liefen große Schiffe mit Handelsreisenden aus aller Welt ein. Portugiesen ebenso wie Japaner, Chinesen und Koreaner haben hier Handel getrieben und ihre Geschäfte aufgebaut. Heute zeugen allein die Häuser, Tempel und Pagoden von der einstigen Geschäftigkeit in der Stadt. Der Hafen ist verschlammt; heute übernimmt DaNang die Rolle des internationalen Handels und Austausch. HoiAn ist mit seinen vielen kleinen historischen Gassen und Häusern 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe eingestuft wurden. Über 1000 Stätten stehen unter Denkmalschutz. Das japanische Viertel mit seinen zahlreichen gut erhaltenen einstöckigen Holzhäusern, in denen heute Händler hochwertige Textilien aus lokal produzierter Seide, Produkte lokalen Keramik- oder Stickereihandwerks anbieten, laden zum Bummeln und Verweilen ein. In dem Gebiet sind Mopeds verboten, allein Fahrradfahren ist erlaubt. Damit kann sich der Besucher ungehindert der gut erhaltenen Architektur und dem Treiben auf der Straße widmen. Über die japanische Holzbrücke aus dem 17. Jahrhundert, die eigens für den Hochwasserschutz gebaut wurde, gelangen wir in das lebendige chinesische Viertel. Während die einstigen japanischen Bewohner alle aus Vietnam nach Beginn des 2. Weltkrieges weggezogen sind, leben chinesische Bürger seit Generationen weiterhin in der Stadt. Sie pflegen in den alten Tempeln und Hofhäusern ihre Kultur. Wir besuchen das Wohnhaus einer chinesischen Familie seit acht Generationen. Der Großvater, 85 Jahre alt, erzählt mir in Chinesisch, dass die Familie ursprünglich aus Fujian stammt. Seine Kinder und Enkel bereiteten für das Laternenfest, dem letzten Tag des chinesischen/ vietnamesischen Frühlingsfestes Jiaozi vor.

Kleine gemütliche Cafes und Restaurants laden zum Verweilen ein. Nach einer Bootsfahrt auf dem Thu Bon Fluss, führt uns der Weg zum lokalen Markt, wo nicht allein Gemüse, Fleisch, Fisch und Obst angeboten werden, sondern an kleinen Ständen für wenig Geld schmackhafte lokale Küche serviert wird. Uns gefällt die kleine Stadt HoiAn mit seinen vielen sauberen und hübschen Gassen am Tag ebenso wie am Abend, wenn in den Straßen und am Fluss die bunten Papierlaternen leuchten und die gesamte Innenstadt in ein farbenprächtiges Lichtermeer verwandeln.

Blick von unserem Balkon in den Innenhof und Swimmingpool.

Blick von unserem Balkon in den Innenhof und Swimmingpool.

Eingang zum japanischen Viertel und der historischen Innenstadt.

Eingang zum japanischen Viertel und der historischen Innenstadt.

Im japanischen Viertel am Morgen.

Im japanischen Viertel am Morgen.

Sehr international: Restaurant Sakura bietet lokale vietnamesische Küche und befindet sich im französischen Haus.

Sehr international: Restaurant Sakura bietet lokale vietnamesische Küche und befindet sich im französischen Haus.

Die japanische Brücke in der Altstadt, Übergang von japanischen zum chinesischen Viertel der Stadt.

Die japanische Brücke in der Altstadt, Übergang von japanischen zum chinesischen Viertel der Stadt.

In der Markthalle. Alle Zutaten für die lokalen Spezialitäten aus Nudeln und Reis.

In der Markthalle. Alle Zutaten für die lokalen Spezialitäten aus Nudeln und Reis.

Wir lassen uns Papayasalat und Quang Nudeln mit Tofu  schmecken. Dazu gibt es gekühltes Bier und Ananassaft.

Wir lassen uns Papayasalat und Quang Nudeln mit Tofu schmecken. Dazu gibt es gekühltes Bier und Ananassaft.

Im Innenhof eines chinesisches Wohnhauses.

Im Innenhof eines chinesisches Wohnhauses.

Chinesischer Hausherr, dessen Vorfahren aus Fujian stammen.

Chinesischer Hausherr, dessen Vorfahren aus Fujian stammen.

Die Frauen der Familie bereiten vietnamesische Jiaozi vor.

Die Frauen der Familie bereiten vietnamesische Jiaozi vor.

Am Abend verwandelt sich die Innenstadt in ein einziges Lichtermeer.

Am Abend verwandelt sich die Innenstadt in ein einziges Lichtermeer.

Allerlei Gegrilltes auf dem Nachtmarkt.

Allerlei Gegrilltes auf dem Nachtmarkt.

Frisch gefangen auf den Grill.

Frisch gefangen auf den Grill.

Bananen-Pancake. Einfach lecker!

Bananen-Pancake. Einfach lecker!

Ausflug zum Meer

Unseren zweiten Tag in HoiAn beginnen wir mit einer Radtour durch das quirlige morgendliche HoiAn zum Meer. Unser Hotel betreibt eine Strandanlage, die unser Ziel ist. Wir kommen an kleinen schmucken Häuschen, luxuriösen Hotelanlagen sowie saftig grünen Reisfeldern vorbei.
Das Meer ist aufgewühlt, hohe Wellen mit weißen Schaumkronen bedecken den Strand. Schwimmen ist verboten, warnen rote Fahnen. Die meisten Touristen halten sich daran und spazieren wie wir am Strand entlang. Der Sand ist fein und hell, allerdings befindet sich zwischen den betreuten Anlagen auch sehr viel Zivilisationsmüll, der vom Meer an- und wieder weggespült wird.
Auf dem Rückweg kreuzt ein Trauerzug unseren Weg. Wir steigen vom Rad ab und beobachten den aufwendig dekorierten Trauerzug, der von lauter schriller, zumindest für unsere Ohren so gar nicht harmonischer klingender Musik begleitet wird. Die Angehörigen tragen weiße Kleidung und um den Kopf ein weißes Band, der Sarg ist mit gelber Seide umhüllt. Männer in traditioneller Kleidung aus schwerem gelben Brokat und Masken vor dem Gesicht begleiten den Zug. Bereits in Hanoi wurden wir Zeuge einer Trauerfeier, die mehrere Tage andauerte und uns mit lauter Musik von morgens an bis in die späten Abendstunden bescherte.

Reisfelder entlang der Straße zum Meer.

Reisfelder entlang der Straße zum Meer.

Unter der roten Staatsflagge verschmutzter Strand.

Unter der roten Staatsflagge verschmutzter Strand.

Trauerzug in der Hauptstraße von HoiAn.

Trauerzug in der Hauptstraße von HoiAn.

© Gundula Henkel, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen in Myanmar, Yangon. Eine Rundreise schließt sich an, die am Meer enden wird. Danach fliegen wir über Bangkok nach Siem Reap, um uns die Tempelanlage Angkor Wat anzusehen. Im Anschluss geht es auf eine Rundreise durch Vietnam. Wir werden in Hanoi starten, fahren dann mit Bus und Bahn bis nach Ho Chih Minh Stadt, dem alten Saigon. Vier Wochen Wärme und sicher Sonne satt liegen vor uns. Wir werden eintauchen in neue und unbekannte Kulturen. Das gilt vor allem für Myanmar.
Details:
Aufbruch: 15.01.2020
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 14.02.2020
Reiseziele: Myanmar
Kambodscha
Vietnam
Der Autor
 
Gundula Henkel berichtet seit 26 Monaten auf umdiewelt.
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