Australien / Neuseeland (November 2007 - April 2008)

Reisezeit: November 2007 - April 2008  |  von Michael und Karin Schmidt

Neuseeland - Südinsel 2. Teil

Ab jetzt geht unsere Fahrt wieder nordwärts. Die erste Zwischenstation heisst Dunedin und lockt mit dem weltweit einzigen Festland Brutplatz der Royal Northern Albatrosse, der grössten flugfähigen Vögel der Welt. Ausserdem befindet sich hier die steilste Strasse der Welt. Und die ist wirklich steil!

Baldwin Street, Dunedin - the world's steepest street

Baldwin Street, Dunedin - the world's steepest street

In Dunedin hatten wir ein etwas schreckhaftes Erlebnis, als wir vom Abendessen zu unserem Hotel zurückspazierten. Als wir an einer Kreuzung einen Fussgängerstreifen überquerten, fuhr ein Auto mit geöffnetem Beifahrerfenster an uns vorbei. Der darin sitzende Sch....kerl rief uns etwas entgegen, richtete eine Pistole auf uns und drückte während der Vorbeifahrt mehrmals ab. Michi zog den Kopf ein, aber die Waffe war nicht geladen oder nicht echt und klickte nur. Dann rauschten sie davon. Mit etwas weichen Knien gingen wir zurück zu unserer Unterkunft. Tja, auch mit solchen Erlebnissen muss man beim Reisen rechnen.

Vor der Weiterfahrt Richtung Norden fuhren wir zur Albatrosskolonie auf der Otega-Halbinsel. Die Fahrt dort hinaus ist landschaftlich wunderschön, auf jeden Fall, wenn man den Weg über die Hügelkuppen wählt. An der Spitze der Landzunge hatten wir die Möglichkeit einige Albatross "Kücken" zu beobachten sowie deren Eltern beim mayestätischen Überflug zuzuschauen. Die Flügelspannweite von bis zu drei Metern ist echt beeindruckend!

ein Albatross im Landeanflug

ein Albatross im Landeanflug

Von Dunedin aus gings weiter der Küste entlang Richtung Norden. Wir statteten den Moeraki Boulders einen Besuch ab (Die Moeraki Boulders sind eine Ansammlung von riesigen Felskugeln, welche verstreut am Strand rumliegen und bei Ebbe zugänglich sind).

Moreaki Bolders

Moreaki Bolders

Die Weiterfahrt Richtung Lake Tekapo führte uns ausserdem an den Elephant Rocks vorbei, einer Felsformation mitten im Weideland, welche im Film Chronicles of Narnia als Kulisse dienten.

Elephant Rocks

Elephant Rocks

Ausserdem machten wir einen Abstecher nach Aoraki, von wo aus man eine beeindruckende Aussicht auf Mount Cook und einige Gletscher hat. Ausserdem kommt man am Lake Pukaki vorbei, dessen Wasser so türkis farben ist, als ob man Blue Curacao in ein Glas Milch geschüttet hätte. Die Farbe kommt angeblich von den Sedimenten, welche vom Gletscher ausgewaschen und in den See transportiert werden. Auf jeden Fall ein unglaublich kitschiger Anblick.

Lake Pukaki mit Mount Cook im Hintergrund

Lake Pukaki mit Mount Cook im Hintergrund

Lake Tekapo, der Ort unserer Übernachtung ist zwar schön am See gelegen und mit Übernachtungsmöglichkeiten vollgestopft, aber die Möglichkeiten für ein nettes Abendessen halten sich sehr in Grenzen. Wir haben uns für die lokale Pizzeria entschieden. Glücklicherweise bestellten wir eine grosse Pizza mit zwei unterschiedlichen Hälften. Diejenige mit Hirschfleisch als Topping war leider ungeniessbar... Vielleicht sollte denen mal jemand sagen, dass Hirschfleisch "well done" nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist.

Am nächsten Tag haben wir zusammen mit einigen dutzend anderen Touries die Church of the good Shephard fotografiert und sind dann weiter nach Christchurch gefahren. Dort haben wir die längste Brücke von Neuseeland passiert (1.7 Kilometer). Eine eher unspektakuläre Erscheinung. In Christchurch selber haben wir das Antarctic Center besucht und dort eine actionreiche Fahrt mit einem antarktischen Raupentransportfahrzeug gemacht inkl. Schwimmtest.

Hagglund Ride im Antarctic Center, Christchurch

Hagglund Ride im Antarctic Center, Christchurch

Ausserdem kann man dort einen antarktischen Sturm bei -8 Grad Celsuis erleben (Windchill Faktor -18 Grad). Echt ätzend, vor allem wenn man sich monatelang an sommerliche Temperaturen gewöhnt hat. Christchurch hat uns als Stadt recht gut gefallen, vor allem weil hier auch im Herbst das Leben grösstenteils noch draussen stattfindet, zwar unterstützt durch eine Armada von Wärmestrahlern, teilweise als fakelndes Feuer im Tisch eingelassen, aber immerhin draussen.

Von Christchurch aus machten wir einen Abstecher auf die Banks Peninsula und Akaroa. Dorthin führt eine eigentlich sehr schöne Strasse, welche sich über die Gipfel der Halbinsel windet, leider waren diese in Wolken gehüllt, sodass sich die Aussicht sehr in Grenzen hielt. In Akaroa liessen wir von einem Maler ein Portrait von uns anfertigen...

no comment....

no comment....

Am nächsten Tag fuhren wir weiter über das Waipara Valley nach Hanmer Springs. Das Waipara Valley ist die jüngste Weinregion von Neuseeland. Wir haben uns vorgenommen einige Degustationen zu machen und in einem der Restaurants, welche bei einigen Weingütern vorhanden sind ein gemütliches Mittagessen in romantischer Umgebung einzunehmen. Nachdem wir bei drei Weingütern mit Restaurant degustiert haben, gingen wir zurück zum ersten, welches uns am besten gefallen hatte. Leider erklärten sie uns dort, dass sie keine Tische mehr frei hätten. Wir fuhren also weiter zum zweiten Weingut. Hier dasselbe Problem und beim dritten und letzten sind wir auch gleich angebrannt. Es blieb uns also nichts übrig, als mit knurrendem Magen weiter zum rund 80 Kilometer entfernten Hanmer Springs zu fahren, da Waipara Valley sonst über keine gastronomische Infrastruktur verfügt. Endlich in Hanmer Springs angekommen stürzen wir in ein Steakhouse, nur um zu hören, dass die Küche leider bereits geschlossen hat. Leicht frustriert zwängen wir uns in ein überfülltes Take Away Lokal nebenan und würgen ein Chickensandwich herunter. Zu allem Überfluss hat sich unterdessen auch noch das schöne Wetter verflüchtigt... Ein Tag zum durchstreichen.

Gartenrestaurant der Pegasus Bay Winery - haben wir leider nur als "Zaungast" fotografiert

Gartenrestaurant der Pegasus Bay Winery - haben wir leider nur als "Zaungast" fotografiert

Am nächsten Morgen begrüsst uns das Wetter mit tief wolkenverhangenem Himmel und einigen Regengüssen. Optimales Wetter um es sich in den Thermalquellen von Hanmer Springs gut gehen zu lassen. Die Badeanlage von Hanmer Springs ist sehr schön und relativ gross. Der einzige Nachteil ist der, dass sich die Garderoben und Duschen in ungeheizten, nach aussen offenen Räumen befinden, was bei einer Aussentemperatur von ca. 12 Grad und nassem Wetter eher ungemütlich ist. Eigentlich wollten wir an diesem Tag noch eine kleine Wanderung unternehmen, aber je länger der Tag wird, umso mehr regnet es, also lassen wir das bleiben und geniessen einen gemütlichen Nachmittag in unserem Motelzimmer.

Am 8. April fuhren wir weiter nach Kaikoura der Whale Watching und Crayfish (zu deutsch Hummer) Hauptstadt von Neuseeland. Hier buchen wir eine Whale Watching Tour, welche bei sehr schönem aber äusserst welligem Wetter stattfindet.

Pottwal "Little Nick" auf Tauchgang

Pottwal "Little Nick" auf Tauchgang

Neben den hier üblicherweise anzutreffenden Pottwalen bekommen wir auch noch eine kleine Gruppe von Hector Delphinen zu Gesicht.

Hector Delphine in Action

Hector Delphine in Action

Hector Delphine sind eine der gefährdetsten Delphinarten der Welt und kommen nur in den Gewässern Neuseelands vor. Ihre Gesamtpopulation wird zurzeit auf noch etwa 2000 Tiere geschätzt. Sie werden lediglich etwas mehr als einen Meter lang und sind äusserst knudlig anzuschauen.

Nach dieser eindrücklichen und aufgrund der Wellen sehr anstrengenden Bootsfahrt, war am Nachmittag etwas relaxen angesagt. Karin nimmt dies jeweils sehr wörtlich und schläft fast den ganzen Nachmittag durch, während Michi zum Abschluss des Nachmittags noch eine kleine Joggingtour unternimmt. Ein Fehler wie sich bald darauf herausstellt. Nach rund zwei Kilometern kurz nicht auf die Strasse geschaut und schon knackts im rechten Fussgelenk und ein unschönes Gefühl macht sich breit. Nach einer kurzen Denkpause wird klar, dass die Joggingrunde frühzeitig beendet ist und Michi irgendwie humpelnd wieder zum Motel zurückgelangen muss. Das schafft er natürlich auch. Dort angekommen zeigt ein Blick auf den Fuss, dass dieser unterhalb des Knöchels unschön angeschwollen ist. Also Eis drauf und vor dem Ausgang noch schnell beim örtlichen Hospital vorbei, ein eher sinnloses Unterfangen.

Michi in Behandlung - Eingangsbereich des Hospital Kaikoura

Michi in Behandlung - Eingangsbereich des Hospital Kaikoura

Ein Doktor ist schon gar nicht anwesend und die Krankenschwester kann auch nicht viel mehr sagen, als wir schon selber gesehen haben. Ein Anruf beim diensthabenden Arzt, welcher sich allem Anschein nach nur ungern beim Abendessen stören lässt, führt auch nicht weiter. Dafür führt die Krankenschwester routinemässig eine Fieber- ,Blutdruck- und Blutwertmessung durch. Das einzige was wir nach diesem "Arzt"-Besuch im "Windfang" vom Hospital wissen, ist, dass es wohl nichts Schlimmes ist. Also ab in den Ausgang gehumpelt... Am nächsten Morgen sieht sich Karin wohl oder übel mit der Tatsache konfrontiert, dass sie für die nächsten Tage die schweren Koffer zu schleppen hat und Chauffeur spielen muss. Netterweise liegt unser nächstes Motelzimmer in Blenheim dann auch gleich im ersten Stock ohne Fahrstuhl (bis anhin hatten wir bei der gleichen Motelkette meist ein Zimmer auf Parkebene). Vorher fahren wir aber noch bei wunderbarem Wetter dem letzten Teilstück der äusserst schönen Ostküste von Neuseeland hoch und geniessen die Aussicht.

Von Blenheim geht's am 11. April weiter nach Picton und am frühen Nachmittag mit der Fähre bei recht angenehmen Verhältnissen (in Bezug auf die Wellen) wieder zurück zur Nordinsel.

Aussicht aus dem Hafen von Picton

Aussicht aus dem Hafen von Picton

Während der Ueberfahrt kreuzt eine Gruppe Delphine unseren Weg und dutzende Albatrosse fliegen um die Fähre herum. Somit kann man die Überfahrt fast als Sightseeingtour abbuchen...

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Voraussichtlich am 26. November 2007 starten wir via Singapur nach Australien. Bis am 10. März 2008 werden wir vorwiegend die Ostküste, Tasmanien und das Red Center mit Auto und Wohnmobil bereisen. Anschliessend geht es weiter nach Neuseeland und Südsee. Wenn alles klappt werden wir am 30. April von Auckland aus die Heimreise antreten.
Details:
Aufbruch: 26.11.2007
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 30.04.2008
Reiseziele: Australien
Singapur
Neuseeland
Fidschi
Der Autor