Heute ist nicht alle Tage - ich komm wieder, keine Frage ....

Reisezeit: September 2010 - September 2011  |  von Philipp Sautter

Malaysia: Perhentian Islands

04.10.10 - Anreise Perhentian Islands

Morgens um 5 Uhr werde ich direkt von meinem Hotel abgeholt, zusammen mit mir sind noch 3 weitere Deutsche, zwei Franzosen und zwei Japaner an Bord. Und los geht die holprige Fahrt, teilweise habe ich sogar den Kopf an der Decke angeschlagen. Nach ca 1-2 Stunden Busfahrt legt der Fahrer eine Pause ein, er muss zum Beten - tja, so ist das halt in einem muslimischen Land. Trotz der Holplerei und Schauklerei habe ich es irgendwann geschafft zu einzuchlafen. Gottseidank habe ich die Nacht durch nicht geschlafen, sonst waere die Fahrt wahrscheinlich weit unangenehmer geworden.
Der Bus haelt, wir steigen mit kurzer Pause ins Speedboat um und fahren Richtung Perhentians, das Geschaukel nimmt kein Ende. Die meisten steigen am Coral Bay auf Pulau Perhentian Kecil aus, der kleiner der beiden Inseln (Kecil bedeutet soviel wie klein). Zusammen mit den anderen Deutschen, Thomas (Frankfurt), Steffen (Esslingen) und Christine (Muenchen) suchen wir eine kostenguenstige Bleibe, sie wir nach langem Gesuche auch gefunden haben. Thomas und ich teilen uns ein Doppelzimmer, somit halbieren sich auch unsere Zimmerkosten. Anschliessend besuchen wir noch Long Beach an der anderen Seite von Kecil und suchen uns ne gute Tauchschule, schliesslich bin ich hierhergekommen um meinen Rescue Diver zu machen. Die Anderen waren noch nie Tauchen und entscheiden sich deshalb fuer den Open Water. Abends waren wir noch Essen und ein paar Bier trinken, bis die Polizei hier alles dicht gemacht hat, aus mir bisher noch unbekannten Gruenden. Wir haben noch eine Kokosnuss gefunden und uns angestellt wie die ersten Menschen, haben uns aber letztendlich an Kokosmilch und -nuss verkostet und uns dabei auch koestlich amuesiert.

05.10.10 - Theorie EFR und Rescue Diver

Heute gings frueh raus aus den Federn, zur Tauchschule, dort durfte ich mir meine ganzen EFR (Erste Hilfe Kurs) Sachen ansehen, erst ein Video und dann das Buch dazu studieren, dazu die Kontrollfragen beantworten und schliesslich habe ich noch das Buch fuer den Rescue angefangen zu lesen. Kurzum - ich war den ganzen Tag mit lesen beschaeftigt, waehrend die anderen bereits ihre ersten Uebungen im Wasser machen konnten. Am Ende des Tages waren wir noch Abendessen - zum Dessert gabs frittiertes Snickers - hoert sich ekelhaft an aber schmeckt verdammt lecker ...

06.10.10 - Fundive und EFR

Guten Morgen Wecker, scheisse verpennt - schnell an der Ecke noch n paar Kekse geholt und noch schneller auf die andere Seite zur Tauchschule. Tja, da haett ich noch gemuetlich weiterschlafen oder fruehstuecken koennen, denn fuer meinen Fundive muss ich noch eine volle Stund warten bis sich der Bootsmann endlich entscheidet auch aufzustehen - scheinbar habens die mit der Zeit nicht so. Egal, denk ich mir, ich hab ja Zeit. Der Fundive war geil, Temple of the Sea nennt sich der Divespot, unter mir schwimmen Stachelrochen gemaechlich herum.

Nach dem Fundive gibt's erstmal ein Mittagessen, nachmittags fangen wir mit der Praxis des EFR an, ich darf an einem Dummy Wiederbelebungsuebungen machen und werde mit der Sauerstoffflasche vertraut gemacht (abschreckend finde ich, dass sie komplett leer sind - was macht man dann im Notfall). Jedenfalls weiss ich jetzt wie es funktioniert. Danach lege ich noch meine schriftliche Pruefung ab, die ich gerade so bestanden hab (hey, das ist alles auf englisch).

Wie immer gibt's Abendessen und ich les mir anschliessend noch ein Kapitel vom RescueDiver-Buch durch, danach geh ich aber sofort ins Bett, schliesslich will ich morgen nicht wieder verpennen.

07.10.10 - Fundive und RescueDiver, die ersten Uebungen

Ich steh puenktlich auf und gehe fruehstuecken, komme aber trotzdem zu spaet - ich musste ewig auf mein Fruehstueck warten. Macht aber nix, denn der Bootsmann icht auch noch im Bett. Also muss ich mal wieder warten und frage mich langsam wie die den Laden eigentlich managen - Totales Chaos. Naja, schliesslich haben wir es doch aufs Meer geschafft, der Tauchplatz nennt sich Three Reefs und besteht aus einer coolen Unterwasserwelt mit riesigen Felsen, teilweise kann man dazwischen durchschwimmen. Leider hab ich nicht so viel besonderes gesehen - nichts, was ich nicht schon gesehen haette.

Mittagspause, danach fangen wir mit dem RescueDiver an, ich darf mir zuerst das Lehrvideo ansehen, danach geht's in flaches Wasser, wo ich lerne wie man verschiedene Situationen angeht, inklusive Panik-Diver (das ist der Worst-Case, denn solche Taucher sind unberechenbar und koennen dich ertraenken).

Abends habe ich noch zwei weiter Kapitel meines Lehrbuchs studiert - boah, das ist ganz schoen viel Zeug was man sich da merken muss. Irgendwann bin ich ueber meinem Buch eingeschlafen ...

08.10.10 - RescueDiver, Abbruch und Neuanfang

Heute bin ich wie schon so oft zu spaet zur Tauchschule gekommen, was aber ueberhaupt nichts ausgemacht hat, denn heute hab ich besonders lange warten muessen. Irgendwann habe ich mit meinem Instuctor Daniel (kommt aus Salzburg) beschlossen, dass wir den Kurs an dieser Stelle abbrechen, weil das so keinen Wert mehr hat. Er hat sogar in einer anderen Schule hier angerufen und abgeklaert dass ich dort den Kurs fertigmache, wo ich dann auch um die Mittagszeit angetanzt bin. Superfreundlich und organisiert, kann ich hier schon am selben Nachmittag meine Uebungen fortsetzen und schliesslich diese auch beenden. Jetzt warten morgen nur noch ein zwei Szenarien auf mich, das heisst ich fahr mit raus aufs Meer und irgendwas passiert wobei ich schnell und gezielt handeln muss. Da der Nachmittag gerademal halb vorueber ist, beschliesse ich noch einen Fundive zu machen. An diesem Tauchplatz (den Namen hab ich leider vergessen) herrscht ziemlich Stroemung, wir tauchen ab und schwimmen mit der Stroemung, man muss sich kaum bewegen. Ich sehe ein paar Triggerfische und eine Muraene zwischen den Felsen, aber dank der Stroemung ist die Sichtbarkeit unter Wasser nicht die Beste.

Morgen muss ich meine schriftliche Pruefung abschliessen, deshalb lese ich das Buch fertig, bevor ich schliesslich hundemuede einschlafe.

09.10.10 - RescueDiver, Szenarien und Pruefung

Heute habe ich meinen praktischen Teil meines RescueDivers abschlossen, dafuer sind wir mit dem Boot rausgefahren und alle sind ins Wasser ausser mir. Ich musste dann ohne Vorwarnung Taucher "retten", mein Instructor hat mir dabei auf meine Finger geschaut, ob ich auch alles richtig mache. Ausserdem musste ich einen vermissten Taucher unter Wasser suchen, ihn zur Oberflaeche und zurueck INS Boot schleppen um dann Wiederbelebungsmassnahmen zu ergreifen. Das ging fast den gesamten Tag, ganz schoen anstrengend sag ich euch ...

Zurueck im Diveshop bin ich mit meinem Instructor noch die Wiederholungsfragen aus dem Buch durchgegangen, um schliesslich meine schriftliche Pruefung zu absolvieren. Mit der Managerin habe ich noch einen Deal ausgehandelt, wenn ich die Pruefung ohne Fehler bestehe, bekomm ich das T-Shirt umsonst, ansonsten muss ich den vollen Preis bezahlen. Leider habe ich letztendlich eine Frage vesemmelt, ich habe es dann trotzdem billiger gekriegt ...

Nach all den Strapazen bin ich abends ohne Abendessen sofort ins Bettgefallen und eingeschlafen.

10.10.10 - Letzter Teil RescueDiver, Emergency Rescue Plan

Ich habe erstmal ausgeschlafen und mich dann gemuetlich an die Arbeit gemacht: Letzte Aufgabe des RescueDivers ist es, einen Emergency Rescue Plan (Notfallplan) zu erstellen, d.h. Ich muss die ganzen Diveshops abklappern und nach Telefonnummer, Anzahl der Boote und Notfallsauerstoff fragen. Ausserdem muss der Plan Ablaeufe und Behandlungsmethoden einer Rettungsaktion enthalten und Telefonnummern der jeweiligen lokalen Rettungsdienste. Eine Menge Arbeit, aber letztendlich habe ich es geschafft und habe meine Zertifizierung erhalten!

Wer mich kennt der weiss, dass ich so etwas natuerlich feiern muss. Und da heute in der Blacktip-Bar Abschlusstag ist (die Saison ist vorueber und deshalb macht hier eine Bar nach der anderen zu), trifft sich das ganz gut, den dort ist die Hoelle los. Ich habe ne Menge Menschen getroffen, unter anderem mein erster Recue-Instructor, der irgendwann in der Bar eingeschlafen ist. Ausserdem habe ich Eva aus Kuala Lumpur kennengelernt, sie arbeitet hier seit einem Monat in meinem Hotel. Gemeinsam sind dann kurz vor Partyende nach Hause den Berg den Dschungel-Pfad gegangen, sie wohnt im gleichen Hotel im Zimmer schraeg gegenueber.

11.10.10 - Totally hungover

Oh Yes, heute hab ich Schaedelweh und schlaf mal wieder den halben Tag. Den anderen halben Tag verbringe ich mit Gammeln ... was man halt mit so nem Kater alles macht
Abends geht's noch kurz mit Eva und Thomas nach Nebenan zum Essen und Film gucken an der Leinwand. Christine und Steffen sind heute morgen in der Frueh weitergezogen, Thomas wird morgen abreisen und ich hab mich entschieden noch ein paar Tage im Paradies zu bleiben um noch ein paar Fundives zu machen. Zuhause habe ich bemerkt das ich wohl gestern meine Zertifizierung und mein Logbuch verloren habe ... VERDAMMT!!! entweder hab ich es in der Bar verloren oder liegt es immer noch im Diveshop ... Der Gedanke dass ich den Kurs umsonst gemacht hab laesst mich nur schwer einschlafen.

12.10.10 - Fundives, Blacktip

Ich stehe auf und gehe fruehstuecken, der Gedanke dass mein Zeugs fehlt laesst mich nicht los. Ich beschliesse nach Long beach zu gehen um danach zu suchen, vielleicht ists ja irgendwo aufgetaucht. Eine knappe halbe Stunde grabe ich den Strand um an der Stelle, an der wir gesessen haben, frage mich bei den Barleuten durch - erfolglos! ... Meine letzte Moeglichkeit ist der Diveshop, da kann ich dann auch gleich fragen was ich machen kann wenn das Zeugs abhandengekommen ist. Und tatsaechlich, dort liegt beides im Regal, vor lauter Partylaune muss ich es vergessen haben einzupacken ... Ich melde mich noch fuer den Nachmittag auf zwei Fundives an, gehe Mittagessen und verabschiede mich von Thomas, der heute nach Thailand weiterreist.

Mein erster Fundive ist ein Wreckdive, ein riesiges vor 10 Jahren gesunkenes Frachtschiff. Ich miete eine Kamera, um endlich auch mal ein paar Unterwasseraufnahmen zu machen, leider ist die Sicht nicht besonders und die Bilder werden nicht ganz so wie ich sie gerne haette ... ( einen kleinen Ausschnitt gibt's auf Facebook).
Der zweite Tauchgang ist dafuer umso toller, Felslandschaften durch die man durchschwimmen kann, hier ruhen sich zahlreiche Rochenarten tagsueber aus. Gegen Ende des Tauchgangs entdecken wir eine Schildkroete und einen riesigen Bumphead Parrotfish.

Am Abend gehe ich mit Eva noch zur BlackTip-Bar, scheinbar hat sie doch noch nicht geschlossen. Wir quatschen ueber Gott und die Welt, trinken Bier und geniessen die sternenklare Nacht.

13.10.10 - Chillen und das Inselleben geniessen

Heute hab ich so gut wie gar nichts gemacht. Eigentlich habe ich so gut wie den ganzen Tag gechillt oder am Internet gesessen. Am Abend habe ich noch einen Film mit Eva angesehen, danach bin ich ins Bett gegangen, denn auch chillen kann muede machen.

14.10.10 - Ein weiterer Chill-Tag

Den heutigen Tag habe ich wieder damit verbracht, einfach mal zu entspannen und nichts zu machen. Gegen Nachmittag habe ich meine Schnorchelsachen eingepackt und bin mit Eva die Kueste entlang geschnorchelt, ausser den ueblichen Parrotfish und Triggerfish habe ich auch eine Schildkroete entdeckt. Am Abend habe ich noch einen letzten Fundive fuer morgen gebucht, danach sind wir noch ins Sunset zum Abendessen und Film gucken ...

15.10.10 - Und noch ein Fundive + Kajaking und schnorcheln

Am fruehen Morgen geht's zum Tauchen, zum zweiten Mal zum "Temple of the Sea". Trotz der Recht starken Stroemung habe ich einen kleinen Bambooshark und einen schlafenden Whitetipshark sehen koennen, ausserdem etliche Muraenen. Aufgrund der starken Stroemung habe ich auch mehr Luft als gewoehnlich benoetigt, desehalb war das Abenteuer auch nicht von sehr langer Dauer weil ich meinen Vorrrat recht schnell weggeatmet hab.

Zusammen mit Eva habe ich am Nachmittag ein Kajak gemietet, das Meer war einigermassen ruhig und so konnten wir zur anderen Insel rueberfahren. Dort gibt es eine Felsenkueste an der man des oefteren Haie sehen kann, also sind wir dort auch schnorcheln gegangen. Und in der Tat, ich bin zwischen ungefaehr vier Blacktips herumgeschnorchelt, die sich nicht im geringsten fuer uns interessiert haben. Der Reuckweg war allerdings anstrengender als wir dachten, da die Wellen wieder etwas zugenommen hatten, trotzdem haben wir es wieder vor Einbruch der Dunkelheit zum Long Beach zurueckgeschafft und haben uns erstmal im seichten Wasser abgekuehlt. Zurueck im hotel haben wir uns auf ein Abendessen verabredet. Tim, ein Australier ist auch noch mitgekommen, wir haben gegessen und uns anschliessend ein paar Bier genehmigt ... und irgendwie ist es geschehen, dass Eva und ich uns naeher gekommen sind.

16.10.10 - Hanging around; Last Night @ Monkeybar

Mit einem leichten Kater bin ich aufgewacht und habe mich mit Eva in Richtung Fruehstueck begeben. Wir haben den Tag auf der Hotelterrasse verbracht, zusammen mit den Anderen, die dort "arbeiten", deren Fragezeichen im Gesicht deutlich zu sehen war ... Aber ich denke unser heutiger letzer Abend in der Monkeybar hat letztendlich alles aufgeklaert. Morgen soll es wieder zuerueck ans Festland gehen, eigentlich hatte ich ja hier nur ein paar Tage geplant woraus nun letztendlich zwei Wochen geworden sind, aber wenn man sich hier mit den Leuten unterhaelt ist es jedem so gegangen. Die meisten sind hier auf diesem Inselparadies haengengeblieben. Und so schwer es mir faellt muss ich doch irgendwann weiterreisen.

17.10.10 - Zurueck ans Festland, Kota Bahru

Nach dieser Nacht muss erstmal ausgeschlafen werden, denn es war spaet als die Bar geschlossen hat und noch viel spaeter bis ich endlich eingeschlafen bin. Und so wurde es fast 12 bis wir endlich aufgestanden sind. Wir haben schliesslich in Erfahrung gebracht dass es ausser dem 8Uhr- und 12Uhr-Boot heute ausnahmsweise ein 16Uhr-Boot gibt - warum auch immer ...
Grandios war diese Idee nicht gerade, da ich angekommen am Pier in Kuala Besut feststellen musste, dass ich heute keinen Bus oder Zug mehr nach Teman Negara bekomme. Somit stecke ich hier fest und Eva hat sich entschieden die Nacht hier mit mir zu verbringen. Eigentlich waere sie mit dem Nachtbus nach Kuala Lumpur gefahren, aber ihr scheint es nichts auszumachen den Bus am naechsten Morgen zu nehmen.

Wir gehen die Strasse entlang, essen hier und da etwas von den lokalen Staenden. Wir befinden uns hier mitten in der Provinz und es scheint hier ziemlich ungewoehnlich eine solche Paarung von asiatisch und europaeisch anzusehen, wie mir Eva zu erklaeren versucht. Wir fuehlen uns beide nicht besonders wohl, solch ein Aufsehen zu erregen und kehren schliesslich zurueck aufs Zimmer.

© Philipp Sautter, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein Traum wird wahr ... Von September 2010 an ziehe ich um die Welt. Das Ende steht noch nicht in Sicht, vermutlich werde ich aber 10-12 Monate unterwegs sein. Geplante Ziele: Thailand, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Fiji, USA
Details:
Aufbruch: 02.09.2010
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: September 2011
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Der Autor
 
Philipp Sautter berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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