Kanada - Praktikum und Rundreise entlang der Ostküste

Reisezeit: Juni - September 2013  |  von Krissi D.

Leben in Kanada: Hockey Night & CNE

Am Dienstag war es soweit. Wieder eine kanadische Besonderheit, die gewisse Probleme verursachte...
Vicki hat leider wenig Ahnung, was Internet- und PC Nutzung angeht und wusste daher nicht, dass Skypen viel Datenvolumen verbraucht. Ich wusste das natürlich schon, doch ging ich von einer Internetflat wie in Deutschland aus... Pustekuchen. Die Kanadier haben Limits! Meine Familie zahlt jeden Monat für 80 GB Datenvolumen. Wer drüber kommt muss nachbezahlen. Am 13. ist allerdings erst aufgefallen, dass wir in dieser Abrechnungsperiode, die (Gott-sei-Dank) immer bis zum 15. geht, bereits 90 MB verbraucht wurden.
Dass das von meinen regelmäßigen Skypeanrufen kommt, war natürlich schnell klar. Die anderen Hausbewohner nutzen das Internet nicht so regelmäßig wie ich. Tja, für diesen Umstand konnte jetzt leider so keiner wirklich was. Niemand wusste ja das Wissen des anderen Also wurde nachbezahlt (mein angebotenes Geld will sie nicht annehmen...) und erst mal bis zum 15. nicht mehr geskypt. Seit dem 16. läuft jetzt wieder alles normal, aber es ist ja sowieso nur noch ne knappe Woche, bis ich meinen Schatz wieder in die Arme schließen kann. Da bleibt dann noch genügend Datenvolumen für den Rest des Monats übrig.

Am Donnerstag Abend war das sowieso egal, da ging es nämlich zur Barrie Hockey Night, die jedes Jahr um diese Zeit statt findet. Barrie ist ein wichtiges Nachwuchs-Ausbildungszentrum für junge Eishockeyspieler, weshalb dieser Ort wohl passend dafür ist. Das Charity Event findet für die Krebskranken des RVH Hospitals in Barrie statt. Teilnehmer sind Comedians, Politiker, Celebrities und natürlich viele sehr berühmte (Ex) Eishockey Spieler der NHL. Da wären wir dann wohl wieder beim "Perlen vor die Säue werfen" Ich hab da ja doch den ein oder anderen in meinem Bekanntenkreis, der einiges dafür geben würde, hier dabei gewesen zu sein...

Ich persönlich kannte leider nur wenige der Teilnehmer, doch ich hab ja meine Expertenquelle zuhause, die mir gerne die Erfolge aller Eishockeyspieler mitteilte Danke, Schatz!
Wen ich aber natürlich kannte, war Walter Gretzky, den Vater des berühmten Wayne Gretzky. Wayne wurde in Brantford, ON geboren, was südwestlich von Toronto liegt - für kanadische Verhältnisse also fast um die Ecke... Nach der Nationalhymne geht es auch schon los.
Das Spiel überzeugt weniger durch harte Checks und Fouls, sondern eher durch "Schönes Spielen" und jede Menge Spaß. Keiner muss besonders auf den Spielstand achten und so werden gerne Tricks versucht, die schöne Tore und Jubel im Publikum erzeugen. Zwischendurch gibt es mal die ein oder andere Tanzeinlage des Torwarts und gegenseitiges Necken der Spieler. Auch in den Pausen werden wir unterhalten. Ein berühmter Eiskunstläufer bietet seine Show und der Scheck über 250.000 $ wird ans Krankenhaus überreicht. Zusammen mit einem berühmten Country Sänger singen wir Good old Hockey Game und Ring of Fire. Zudem darf jeder der Spieler einen Penalty probieren, bei dem die vielen Tricks leider nicht immer klappen. Am Ende steht es 11:14, was natürlich egal ist, es geht ja nur um den guten Zweck.

Am Samstag brechen Theresa und ich nach Toronto auf, um dort die Canadian National Exibition (CNE) zu sehen. Von allen Seiten haben wir nur Positives gehört, leider hatten sich nicht genügend Leute für den vom College organisierten Trip angemeldet, und so fahren wir allein mit Zug rüber. Auch wenn es auf der Karte noch so nah aussieht, selbst mit dem GO Train brauchen wir bis zur Union Station 1,5h. Dort am Schalter Tickets für die CNE gekauft, sowie ein weiteres Zugticket direkt zum Eingang. Leider wird es jetzt eng und wir rennen aufs Gleis. Doch als es losgeht, ein kurzer Schock.

Der fährt ja in die falsche Richtung Ich höre schon, typisch Mädels Aber das ist auch so verwirrend mit East und West, warum kann man die Linie dann nicht ganz anders benennen? Also bei der nächsten wieder ausgestiegen, wir fühlen uns schon hab in Ottawa... Zum Glück kommt gleich wieder ein Zug zurück zur Union Station und Theresa weiß: "Zum Glück regnet es nicht" und "Sowas gehört dazu!" Dein Wort in Gottes Ohr! Solche Optimisten brauche ich! Danke
Von dort geben wir das Zugfahren auf und wechseln in den Bus. Die Leute stehen in Schlangen an der Haltestelle, um einsteigen zu dürfen. Gott-sei-Dank stellt die Stadt Sonderbusse, um die vielen vielen Leute zur CNE zu transportieren. Nach weiteren 30 Min Fahrt, insgesamt sind wir jetzt schon knapp 3h unterwegs, sind wir dann endlich da.
Und es gibt sooooo viel zu sehen. Die CNE hat wohl keine Regeln, was man ausstellen darf und was nicht.
Es gibt Fahrgeschäfte, 1,5x so groß wie der Plärrer, Shows, in denen Zauberer, Hypnotiseure, Akrobaten, Hunde usw. ihr Können zeigen, Kunsthandwerkstände, Tiere, Essen(!!!), Outlet Stores, Bands, ein Casino, und und und.
Ich nutze die Gelegenheit und gehe schon bevor ich 21 bin in das provisorische Casino, schließlich ist man in Kanada schon mit 19 "alt genug". Wir fahren Riesenrad, kaufen, kaufen, kaufen, essen, essen, essen und laufen einfach nur rum und schauen. Langweilig wird es einem hier sicher nicht. Und als Frau sowieso nicht (SHOPPEN) Im Outlet muss es am Ende schnell gehen, damit wir um 09:00 pm. wieder an der Haltestelle zur Union Station stehen. Allein hier könnte man einen halben Tag verbringen. Am Ende haben wir trotzdem noch nicht alles gesehen, dennoch müssen wir zurück, denn der letzte Zug wartet nicht.
Diesmal finden wir den Weg ohne Probleme Im Bus ist es trotzdem voll, nicht nur auf Grund der zwei Behinderten Wägen. Doch das meine ich positiv. Denn überall in Kanada ist alles behindertengerecht eingerichtet. Schon traurig, dass wir Deutschen das noch nicht überall hinbekommen haben. Vielleicht, weil wir so viele alte Gebäude haben?! Wer weiß... jedenfalls habe ich noch nie so viele Menschen mit Behinderung im Alltag gesehen, denen aber trotzdem nichts verwehrt bleibt. Auch am College ist alles gut über Aufzüge und Rampen zu erreichen. Und wenn Lindsey und ich ein Poster gestalten, muss immer auf Kontraste und Leserfreundlichkeit für Menschen mit Behinderung geachtet werden. Wieder etwas, wovon wir bei den Kanadiern lernen können.

Nun beginnt meine letzte Arbeitswoche. Lindsey fliegt am Mittwoch nach Las Vegas, d.h. ich bin die letzten beiden Arbeitstage noch allein. Aber am Donnerstag Abend kommt ja Matthias und dann geht es am Freitag los nach Niagara Falls. Ich freu mich schon!

Spielaufstellung und los gehts. In der Mitte läuft Walter Gretzky nach vorne.

Spielaufstellung und los gehts. In der Mitte läuft Walter Gretzky nach vorne.

Posen fürs Foto

Posen fürs Foto

Lustig wird es auch. Das ganze Spiel wird natürlich nicht sooo ernst genommen. Ist ja alles für den guten Zweck

Lustig wird es auch. Das ganze Spiel wird natürlich nicht sooo ernst genommen. Ist ja alles für den guten Zweck

250.000 $ fürs Krankenhaus, nicht schlecht!

250.000 $ fürs Krankenhaus, nicht schlecht!

Na, wer sieht den Gretzky Bieber

Na, wer sieht den Gretzky Bieber

Aussicht vom Riesenrad auf die CNE

Aussicht vom Riesenrad auf die CNE

und in die andere Richtung

und in die andere Richtung

Nach der Wildwasserbahn sind wir wieder abgekühlt

Nach der Wildwasserbahn sind wir wieder abgekühlt

Na probiert's doch! Mit dieser Ausrüstung halte ich alles!

Na probiert's doch! Mit dieser Ausrüstung halte ich alles!

In der Food Halle gibt es nichts, was es nicht gibt. Essen aus aller Welt.

In der Food Halle gibt es nichts, was es nicht gibt. Essen aus aller Welt.

Butterskulpturen

Butterskulpturen

Immerhin wissen die Stadtkinder in Toronto wie ein Schwein aussieht. Ob das deutsche Tierschützer gut heißen würden!?

Immerhin wissen die Stadtkinder in Toronto wie ein Schwein aussieht. Ob das deutsche Tierschützer gut heißen würden!?

Hier kann man sich bis spät in die Nacht aufhalten! Das ganze Spektakel wird dann auch beleuchtet. Die CNE hat für zwei Wochen bis Mitternacht geöffnet.

Hier kann man sich bis spät in die Nacht aufhalten! Das ganze Spektakel wird dann auch beleuchtet. Die CNE hat für zwei Wochen bis Mitternacht geöffnet.

© Krissi D., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
hier möchte ich ein wenig von meinem Auslandspraktikum in Kanada erzählen. Für 8 Wochen lebe ich in Barrie, ON, nördlich von Toronto und mache dort ein Praktikum/Internship am Georgian College. Im Anschluss daran werde ich noch eine zweiwöchige Reise mit meinem Freund entlang der Ostküste Nordamerikas unternehmen.
Details:
Aufbruch: 26.06.2013
Dauer: 11 Wochen
Heimkehr: 10.09.2013
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Krissi D. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.