Motorradreise Chile, Argentinien, Bolivien und Peru.

Bolivien-Reisebericht  |  Reisezeit: Januar - April 2019  |  von Daniel Trebess

Bolivien: Tour durch die Salar de Uyuni

Die Salzplatte an nur einem Tag. 11.03:2019

Nach zwei Tagen der Suche nach einer geeigneten 3 Tagestour durch die Salar de Uyuni, habe ich soeben meine Pläne ändern müssen bzw. ändern wollen!
Die Option der Tour mit dem Motorrad zu folgen scheidet für mich aus. Von den ersten beiden Agenturen fühlte ich mich über den Tisch gezogen. Ich sollte den vollen Preis für einen Sitzplatz im Jepp bezahlen, auf den ich KEINERLEI Zugriff habe. Ein anderer Tourteilnehmer hätte auf „meinem“ Sitz gesessen und ebenfalls den vollen Betrag zahlen müssen. Zwei andere Anbieter waren fair und kompetent. Sie erklärten mir die Tour und die Herausforderung die mit dem Motorrad dort auf mich warten würden. An zwei Abschnitten, die insgesamt ca. 4 Fahrstunden in Anspruch genommen hätten, hätte ich mit einem Seil hinter dem Jeep hergezogen werden müssen, da die Fahrt durch tiefen Sand geht. Diese Strapazen und diesen Materialverschleiss möchte ich mir und meinem Motorrad ersparen. Mein Plan war nun, an der 3 Tagestour im Jeep sitzend teilzunehmen, so wie es 99% aller Touristen ebenfalls tun. Die Touren enden zwar an der Grenze zu Chile, es hätte aber die Möglichkeit bestanden, sich wieder zurück nach Uyuni mitnehmen zu lassen.
Am heutigen Vormittag versuchte ich die 3 Tagestour im Jeep zu buchen, als weitere Herausforderung auftauchten. Zunächst war es mir nicht möglich Bargeld abzuheben. Der wirklich nette, hilfsbereite und kompetente Mitarbeiter meiner Unterkunft war darüber wenig erstaunt. Da Wochende ist seien die Geldautomaten häufig ohne Bargeld erfuhr ich. Eine Bezahlung der Tour mittels Kreditkarte wurde seitens der Agenturen abgelehnt. Da Kartenzahlung häufig nicht akzeptiert wird, egal ob im Restaurant oder in der Tankstelle und ich über kein Bargeld mehr verfügte, begann ich mir allmählich Sorgen zu machen. Meine Unterkunft bot an, mir umgerechnet 50 Euro in bar auszuzahlen,gegen eine Provision von 5%. Ich war also erstmal wieder flüssig, konnte aber die 3 Tagestour nicht bezahlen da diese 130€ gekostet hätte . Die 1 Tagestour zur Hauptattraktion, der Salar de Uyuni, lag hingegen locker innerhalb meines vorhandenen Budgest. Nach kurzem überlegen buchte ich also eine 1Tagestour bei einer mir empfohlenen Agentur.

Höchstwahrscheinlich hätte ich morgen Vormittag wieder Geld bekommen und die große Tour bezahlen können. Mir ist aber ehrlichgesagt die Lust vergangen mich hier durchzuwurschteln und einen weiteren Tag auf der Suche nach Bargeld zu verlieren. Die Vorstellung, 3 Tage lang in einem bis auf den letzten Platz besetzten Jeep durch die Hitze der Wüste zu ruckeln und dabei von einem Guide vollgetextet zu werden empfand ich nun als wenig verlockend. Ich freue mich wirklich darauf morgen einen ganzen Tag in der Salzebne zu verbringen aber ich auch froh, wenn ich in Argentinien ankomme und die Dinge dort hoffentlich reibungsloser von statten gehen als in Bolivien.

P.S.
Alle Ausländer müssen in Bolivien übrigens den doppelten Spritpreis bezahlen. Man stelle sich vor was in Deutschland los wäre, würde jemand auf die Idde kommen das zu forden�....

Nachtrag 12.03.2019:

Wie ich erfahren, habe wäre eine Bezahlung der 3 Tagestour mittels Kreditkarte doch möglich gewesen.

Die Tagestour zur Salar de Uyuni 12.03.2019

Die gestrige Tagestour in die Salar de Uyuni war ein echter Hammer! Für umgerechnet 30€ erhielt ich ein Erlebnis der Extraklasse, welches mit dem Besuch von Machu Picchu locker mithalten kann! Um 10:30 Uhr ging es mit dem Geländewagen zunächst zum Lokfriedhof von Uyuni. Da sämtliche Touranbieter zur gleichen Zeit starten, wimmelte es dort nur so von Menschen. Wer die Möglichkeit hat, sollte früh morgens oder abends selbstständig dort hin laufen um ungestört Fotos machen zu können und die Mystik dieses Ortes zu erleben.
Danach ging es weiter zur eigentlichen Attraktion, der Salar de Uyuni. Zu dieser Jahreszeit stehen Teile des Areals unter knöcheltiefem Wasser. Dadurch spiegeln sich bei Windstille Personen und Fahrzeuge auf der Wasseroberfläche. Es ist wirklich atemberaubend inmitten der weißen Salzwüste zu stehen und in der Entfernung Schneebedeckte Gipfel zu sehen während die Sonne senkrecht am Himmel steht.

Nach einer Weile servierte der Fahrer ein anständiges Mittagessen das am Jeep unter einem Sonnenschirm sitzend eingenommen wurde. Es war ein tolles Erlebnis und unsere Gruppe verstand sich prächtig. Ein im positiven Sinne verrückter Japaner zog sich zwischenzeitlich ein Art Supermannkostüm, samt übergroßem männlichen Glied an. Wie ein Eichhörnchen auf Ecstasy flippte er durch die Salzwüste auf der Suche nach DEM Foto. Nach dem Mittagessen verlegten wir ins nahe gelegene Salzhotel, wo es die Möglichkeit gab ein überteuertesund dreckiges WC aufzusuchen. Den Nachmittag verbrachten wir in einem Gebiet das bereits vollständig abgetrocknet war. Der Fahrer und Guide holte ein paar Requisiten aus seiner Zauberkiste und machte mit der Reisegruppe ein paar lustige Effektfotos.
Nach dem Sonnenuntergang war das Spektakel dann vorüber. Es ging zurück ins 30 Km entfernte Uyuni wo wir die Leihgummistiefel wieder gegen unsere normalen Schuhe tauschten.

Die gestrige Tag hat mich für den Ärger der vergangenen Tage voll entschädigt. Heute werde ich Uyuni verlassen um nahe der Grenze zu Argentinien zu zelten. Ich bin froh darüber ein versöhnliches Ende mit Uyuni und Bolivien gefunden zu haben. Ab morgen rolle ich dann auf argentinischen Sraßen Richtung Süden. Ich werde in Argentinien die berühmte Ruta 40 nehmen, einer bekannten Traumstraße in Argentinien ✌️

Lustige Effektfotos in der Salar.

Lustige Effektfotos in der Salar.

Dinosaurier gibt es übrigens immer noch!

Dinosaurier gibt es übrigens immer noch!

Sonnenuntergang in der Salar.

Sonnenuntergang in der Salar.

Zirkusvorstellung auf Profiniveau�

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Ohne Sonnenbrille geht hier nichts�

Ohne Sonnenbrille geht hier nichts�

Ich dachte Japaner wären immer sehr sehr kleine Leute�

Ich dachte Japaner wären immer sehr sehr kleine Leute�

Mittagessen mit Weltklasse Aussicht�

Mittagessen mit Weltklasse Aussicht�

Ein tollet Abschied aus Bolivien....auf gehts nach Argentinien ��

Ein tollet Abschied aus Bolivien....auf gehts nach Argentinien ��

© Daniel Trebess, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
10 Wochen lang werde ich als Alleinreisender mit meinem eigenen Motorrad durch Südamerika touren. Ich werde so manches Tophighlight anfahren aber auch abseits der großen Sehenswürdigkeiten die Vorteile eines eigenes Fahrzeugs nutzen. Ich nehme mir vor über Land und Leute, den Alltag auf reisen und die Besonderheiten einer Motorradreise zu berichten... Ich habe keinerlei Erfahrung im schreiben aber ich werde mir Mühe geben..
Details:
Aufbruch: 14.01.2019
Dauer: 11 Wochen
Heimkehr: 02.04.2019
Reiseziele: Chile
Peru
Bolivien
Argentinien
Der Autor
 
Daniel Trebess berichtet seit 4 Monaten auf umdiewelt.
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