Beluga in Gallien - Auf nassen Pfaden zum Eiffelturm

Reisezeit: April - Oktober 2009  |  von Doris Sutter

Canal Marne au Rhin

Canal Marne au Rhin von Toul bis Vitry-le-François

Den Rhein-Marne-Kanal bis Vitry-le-François habe ich bereits in meinem Buch "Tour de Plaisir" ausführlich beschrieben. Deshalb werde ich mich auch hier nur auf einige Vorkommnisse und Änderungen beschränken.
Bis Vitry liegen 131 km und 97 Schleusen vor uns. Was liegt da näher, als vorher in Toul eine kurze Verschnaufpause einzulegen.

Neu in Toul sind die sanitären Anlagen. Toiletten und Duschen wurden umgebaut und erneuert. Die Duschen sind jetzt warm, und es gibt eine richtige Toilette, kein Plumpsloch mehr. Die Türen öffnen sich nur mit einem Code, den die Hafenmeisterin verrät, und warmes Wasser kostet einen Euro. Warmduscher aller Nationen freut euch!
Gute zwei Stunden brauchen wir, um die 10 Automatik-Schleusen und den gut beleuchteten Tunnel von Foug zu bewältigen. 866 m lang ist der Tunnel von Foug. Er ist kaum breiter als wir. Diese ganze Strecke schnurgeradeaus zu fahren, ohne anzurumsen, dafür gebührt meinen Skipper ein dickes Lob.

Wunderschöner Laubwald begleitet den Kanal. Er gehört zum Parc naturel regional de Lorraine. An den Rand eines Hügels geschmiegt schlängelt sich die 19 km lange Staustufe, teils unterhalb, teils oberhalb der Autobahn. Die folgenden 12 Schleusen heben uns zur Stauhaltung vor dem knapp 5 km langen Tunnel von Mauvages, mit dem die Wasserscheide zwischen Marne und Mosel durchquert wird.
Es ist bitterkalt im Tunnel, und öfters erhalten wir einen Guss von oben. Ab sofort geht es abwärts mit uns. Eine Automatik-Schleusentreppe mit 17 Schleusen, dann erhalten wir eine Fernbedienung und lassen noch einmal sechs Schleusen hinter uns, bis wir in Ligny-en-Barrois anlegen.

Alle Schleusen bis kurz vor Bar-le-Duc sind jetzt automatisiert. An Schleuse 37 vor Bar-le-Duc ist es mit unserer Freiheit vorbei. Die Schleuse ist nicht automatisiert, aber es ist auch kein Schleusenmeister da. Da hilft nur, Nägel in die Uferwiese hauen und warten.
Eine Stunde später klärt uns der Schleusenmeister auf, dass die nächsten vier Schleusen elektrifiziert sind, nicht mehr automatisch, und auch die Hebebrücken von ihm bedient werden. Danach geht es manuell weiter bis Schleuse 50.
Direkt hinter Schleuse 41 befinden sich ein Intermarché, ein Bricomarché und Poller im Ufer zum Anlegen. Eine Gelegenheit, die man sich merken sollte.
In kurzen Abständen folgt Schleuse auf Schleuse. An Ecluse 56 nimmt uns der Service die Schleusenfernbedienung wieder ab. Es folgen radarüberwachte Schleusen. Sie funktionieren sehr langsam. Und Nummer 67 will uns gar nicht mehr hergeben. Erst der herbeigerufene Schleusenmeister bringt ihr Manieren bei.
Vor Schleuse 64 ist ein Anleger mit Strom und Wasser und direkt an der Schleuse ein Restaurant.

Der Hafen Vitry-le-François ist ziemlich gut besucht. Das Interessanteste an Vitry ist wohl sein Dorfplatz, die Place d'Armes, beherrscht von einer imposanten Kirche aus dem 17.-18.-Jahrhundert. Wunderschön der Brunnen mit der Marne-Göttin mit dem Paddel in der Hand.
Hier treffen drei Kanäle zusammen. Der Kanal Marne a la Saône, heute heißt er Canal entre Champagne et Bourgogne, der Rhein-Marne-Kanal, über den wir kamen, und der Canal laterál à la Marne, der Marne-Seitenkanal, der uns zum schiffbaren Teil der Marne bringen wird.

unser erster Tunnel

unser erster Tunnel

geschafft

geschafft

der Kanal ist hier höher als die Autobahn

der Kanal ist hier höher als die Autobahn

mit diesen kleinen Loks wurden früher die Penischen getreidelt - daher der Name Treidelpfad

mit diesen kleinen Loks wurden früher die Penischen getreidelt - daher der Name Treidelpfad

schon wieder ein Tunnel, diesesmal im Schlepp

schon wieder ein Tunnel, diesesmal im Schlepp

auch der wäre geschafft

auch der wäre geschafft

unser erstes Cote de Boeuf in diesem jahr

unser erstes Cote de Boeuf in diesem jahr

© Doris Sutter, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Crew der BELUGA ist wieder auf Tour. Diesmal verbringen Boot und Mannschaft einen Sommer in Gallien. Die Reise führt vom Rhein über Mosel, viele Kanäle und zahllose Schleusen mitten hinein ins Herz von Frankreich. Paris, die Stadt an der Seine, Frankreichs prächtige Hauptstadt mit ihren faszinierenden Brücken, ist eines der Ziele, das man erkunden will. Weiter geht die Reise per Boot an die Loire und ins Burgund.
Details:
Aufbruch: April 2009
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: Oktober 2009
Reiseziele: Deutschland
Luxemburg
Frankreich
Der Autor
 
Doris Sutter berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Doris sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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