Irland 2012: Von Dingle nach Donegal

Reisezeit: April / Mai 2012  |  von Stefanie L.

Cycling "The Greenway"

03.05.2012

Wider Erwarten war von Muskelkater erstmal nichts zu spüren. Auch die Knie muckten trotz der 2 Berge nicht. Sehr beruhigend.
Dieses Jahr konnten auch die Zehenhütchen im Koffer bleiben.

Im Hostel gab es immer noch dieses leckere, täglich frischgebackene Brot zum Frühstück, dazu echten Kaffee. Alles im Preis mit drin. Und natürlich der Blick auf den Reek, der mit den Wolken am Gipfel wie ein Vulkan aussah.

Westport ist seit kurzem um eine Attraktion reicher: Den "Greenway".
Dabei handelt es sich um einen Fahrrad- und Wanderweg, der von Westport bis nach Achill führt.
Wollte ich natürlich ausprobieren. Im Internet sahen die Fotos von der Strecke zwar nicht so berauschend aus, aber ich ließ mich mal überraschen. Und überrascht war ich dann auch, und zwar sehr angenehm!

5 Minuten vom Hostel entfernt, einen netten Spaziergang am Fluss entlang, gibt es einen guten Radverleih.

Endlich war mal der Sattel hoch genug und Warnweste und Helm gab´s auch noch dazu.
Tatsächlich bot das Rad ein Fahrgefühl fast so wie auf meinem eigenen (wenn der Killer-Sattel nicht gewesen wär, aber man kann nicht alles haben).
Die Bremsen waren zwar etwas Wischiwaschi eingestellt, aber das war vermutlich Absicht, damit die blöden Touris auf dem überwiegend geschotterten Weg keine Vollbremsung hinlegen.

Da ich es mal ruhiger angehen lassen wollte fuhr ich in gemütlichstem Sightseeing-Tempo mit vielen vielen Fotopausen von Westport über Newport nach Mulranny.
Das letzte Stück bis Achill hab ich mal ausgelassen (das wären dann 42 km gewesen, 1 Weg...).

Hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spaß machen würde! Der Weg ist bestens ausgeschildert (es gibt auch in regelmäßigen Abständen Karten, auf denen man sehen kann, wo man sich gerade befindet) und führt ohne Steigungen durch schöne Landschaften.
Ab Newport gibt´s dann auch Meerblick.
Unterwegs gibt es neue und alte Brücken zu sehen, und einige Male führt der Greenway direkt durch Schafweiden. Das war natürlich besonders schön, weil ich die süßen Lämmer da aus nächster Nähe und ganz in Ruhe beobachten konnte.
Der Ginster leuchtete gelb, das Meer blau, und es war richtig erholsam.

Da isser wieder, der Croagh Patrick! Vom Greenway aus gesehen.

Da isser wieder, der Croagh Patrick! Vom Greenway aus gesehen.

Alte Brücken....

Alte Brücken....

...neue Brücken!

...neue Brücken!

Newport

Newport

Ausnahmsweise mal kein Smithwicks.

Ausnahmsweise mal kein Smithwicks.

Um 10 Uhr losgefahren, um 13 Uhr in Mulranny angekommen. Dort kaufte ich mir Verpflegung in Form einer Apfeltasche und eines Scones und aß beides mit traumhaftem Blick aufs Meer auf einer schönen Wiese sitzend.

Bockstation

Bockstation

Auf dem Rückweg gab ich dann etwas Gas und war in einer Stunde dann schon wieder in Newport.
Darum fuhr ich dann noch die Fahrradroute "Nr. 1" in Küstennähe, für die ich den Greenway vor Westport verlassen musste.
Außer dem Greenway gibt es nämlich noch weitere Radstrecken, auch die alle gut ausgeschildert.
Nach einer letzten Rast an einer Burgruine an einem See fuhr ich dann zurück nach Westport und gab das Rad gegen 17:00 Uhr ab. Ein schöner Tag!

Abends gab es mal wieder mein Lieblingsessen und danach ging ich nochmal in den Pub. Im Matt Molloys gibt es sogar vor den eigentlichen Musikern einen "Einheizer", einen alten Herrn, der jeden hereinkommenden amerikanischen Tourist (andere kommen da selten rein) nach seinem Heimatort fragt und sogleich ein passendes Lied dazu singt.
Faszinierend. Ich schätze mal, Matt Molloys ist der Pub, der den Touris, die mit diesen riesigen Bussen rumreisen, von der Reiseleitung empfohlen wird.
Eine völlig andere Atmosphäre als in Dingle. Irgendwie kam mir das alles etwas künstlich vor.

Auf dem Heimweg sah ich dann in einem Schaufenster was ganz tolles, einen Türstopper in Form von 3 aufeinandergestapelten Schafen, so eine Art irische Bremer Stadtmusikanten.
Hätte ich doch bloß mein Auto dabei!

© Stefanie L., 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ja, schon wieder Irland! Muss sein! Begleitet mich auf meiner Reise mit viel Spaß, Spannung und Smithwicks!
Details:
Aufbruch: 26.04.2012
Dauer: 12 Tage
Heimkehr: 07.05.2012
Reiseziele: Irland
Der Autor
 
Stefanie L. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.