Togo und Benin

Reisezeit: Dezember 2015 - Januar 2016  |  von Beate Böttner

14.01.16 - besondere Erlebnisse am vorletzten Tag

hier übernachtete ich in der ersten Nacht in Grand Popo

hier übernachtete ich in der ersten Nacht in Grand Popo

Die Folge von "ohne Omelette"

Nach einer erholsamen Nacht, bin ich in aller Ruhe um 09:30 Uhr zum Frühstück erschienen. Gerda und Siggi traf ich heute nicht mehr an. Mir wurde eine Karte zum Auswählen meines Frühstücks gereicht. Das hatte ich hier noch gar nicht erlebt. Egal, ich erklärte, das Frühstück sei bereits im Zimmerpreis inkludiert und ich nähme es wie immer. Nur auf das Omelett wollte ich heute verzichten.
Die Tücke liegt wie immer im Detail. Aus meinem Wunsch "ohne Omelett" wurde dann ein kleines Frühstück gemacht. Das bedeutete, es gab heute auch keinen Saft und kein Obst. Wahrscheinlich würde ich dieses System erst nach mindestens drei weiteren Wochen Aufenthalt verstehen lernen. Während des Essens hörte ich aus der Ferne Sirenen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich nur deshalb relativ umfassend auf die Frühstücksgegebenheiten während der Reise eingegangen bin, falls jemand der Mitleser mal tatsächlich nachreisen möchte und fehlende Butter oder Marmelade dann nicht als Reisemanagement deklariert. Keinesfalls sind mir Butter und Marmelade so wichtig, wie es hier den Anschein haben könnte.

Die katholische Kirche in Grand Popo

Die katholische Kirche in Grand Popo

Was mache ich heute?

Nach dem Frühstück blieb ich ein Stündchen sitzen. Dann beschloss ich, in die Stadt zu gehen. Weiter als bis zu dem einen "Supermarkt" war ich ja noch nicht gekommen. Und es musste doch noch etwas anderes hier geben. Außerdem dachte ich, ich würde Gerda und Siggi noch treffen, die auch einen Abschiedsrundgang in Grand Popo ins Auge gefasst hatten. Doch wie immer kam es anders.

Anders als geplant

Als ich am späten Vormittag losging, bemerkte ich nach wenigen hundert Metern ungewöhnlich viele Autos am Straßenrand. Die Glocken der Kirche schlugen zur Hälfte des Tages. Da musste irgendwas sein, denn gerade an der kleinen Wegzweigung zur Kirche hatten sich etliche Autos und viele Menschen konzentriert. Da in dieser Richtung auch eine katholische Schule ausgeschildert war, dachte ich: geh doch mal gucken. Gedacht, getan. Die Schüler kamen gerade alle zur Pause aus ihren Gebäuden. Doch was ich vor der Kirche an Menschen- und Autoansammlung vorfand, das kam einer Großdemonstration gleich. Ich ging bis zur Kirche und warf einen Blick hinein. Sie war bis auf den letzten Platz gefüllt. Fünf Geistliche hielten dort vorn ihre "Ansprachen", es wurde Weihwasser auf irgendetwas gegeben. Ich glaubte, mich in einer Hochzeit wiederzufinden. So viele gut und ausgesprochen farbig bzw. weiß gekleidete Menschen - das konnte gar nichts anderes sein.

Sie war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt

Sie war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt

Irrtum

Wieder ein Irrtum - ich fand mich bei einer Trauerfeier. Alsbald wurde nach Gesängen der weiße Sarg hinausgeschoben. Männer in Militäruniformen bugsierten ihn in ein Auto, in das sich noch eine weiß gekleidete junge Frau setzte.
Ich fragte eine der Umstehenden, ob das die Frau oder die Tochter des Verstorbenen sei. Es sei die Tochter. Dann setzte sich der Zug in Bewegung. Im Auto oder zu Fuß legten die Anwesenden den Weg bis zum Friedhof in Grand Popo fort. Ich reihte mich ein. Niemand nahm Anstoß daran.

Auf meine Frage, ob es sich um eine besonders wichtige Persönlichkeit gehandelt habe, wurde mir mit "ja" geantwortet. Man hat mir sogar gesagt, wie wichtig und wer er gewesen war. Doch das habe ich leider nicht wirklich verstanden.

Fremder Fotograf

Nach etwa 200 m war der Friedhof erreicht. Um die Grabstelle herum standen viele Menschen schon dicht gedrängt. Ich lief weiter mit und habe es letztlich geschafft, bis an die Grabstelle vorzustoßen. Da vor mir eine Reihe Menschen mit Fotoapparaten standen und permanent den Finger auf den Auslösern hatten, war für mich an Fotografieren nicht zu denken. Also tippte ich ein wenig später einem jungen Mann, der auch eine Kamera meines Fabrikats nutzte, auf die Schulter und bat ihn, mit meinem Apparat einige Aufnahmen zu machen, was er auch tat. Dankeschön.

Das Begräbnis

Der Sarg lag auf zwei Holzstämmen, Trageseile waren um ihn gelegt. Zunächst sprach ein Geistlicher noch einmal ein paar Worte, dann kamen die Männer, die den Sarg tief hinab lassen sollten. Als ich ihre Statur sah, hatte ich so meine Zweifel, ob das denn gut gehen könnte. So ein paar Fischer von gestern wären sicher geeigneter, was deren Muskelkraft angeht. Letztlich ging alles gut, wenn es auch nicht ganz ohne Geräusche blieb, als der Sarg in der Grube aufsetzte. Nun nahmen die Angehörigen eine Handvoll Sand auf und gaben ihn ins Grab. Einer der Angehörigen hatte ein Blumengesteck in der Hand, aus der Einige sich Blumen zogen und sie ebenfalls auf den Sarg gaben. Es gab auch einen Strauß einzelner Blumen, von dem genommen werden konnte. Also alles in allem wie bei uns, nur die Kleidung eben nicht.

Oh je

Als die Totengräber begannen, das Grab zuzuschaufeln, stockte mir doch mal kurz der Atem. Es wurde normaler Sand geschippt, relativ heller Sand. Schnell hatte sich ein Hügel auf dem Sarg gebildet. Und damit sprang einer der Totengräber in die Grube auf den Sarg und verteilte den Sandhügel. Mir gegenüber standen die nächsten Angehörigen, auch die Tochter. Sie war ohnehin schon nah am Zusammenbrechen. Wie würde es ihr gehen, da sie jemanden auf dem Sarg, in dem ihr Vater lag, herumlief?
Nach der hellen Sandschicht gab es etwa 15 l Wasser darauf, dann folgte eine dunklere Erde, dann wieder hell, dunkel, Wasser und das ganze nochmal und sicher so weiter, bis die komplette Grube auf diese Weise gefüllt war.

Worte des Trostes?

Die Tochter wurde tatsächlich irgendwann an die Seite geführt, weil sie sich kaum mehr auf den Beinen hielt. Als sie wieder in die Nähe des Grabes kam, ging ich zu ihr.
"Chère Madame. Je ne parle pas bien le français, mais j'espère que vouz pouvez me comprendre. Dans ce moment, le temps est très difficile. Mais moi, je crois, si vouz parlez chaque jour avec leur père, si vouz rapportez à lui de votre vie, il va vivre dans votre coeur." (Liebe Madame. Ich spreche nicht gut Französisch, aber ich hoffe, Sie verstehen mich. Es ist eine schwere Zeit im Moment. Doch ich glaube, wenn Sie jeden Tag mit Ihrem Vater sprechen, ihm von Ihrem Leben erzählen, wird er in Ihrem Herzen weiter leben. - das wollte ich ihr sagen). Ich hatte keine Ahnung, ob das, was ich wollte, bei ihr angekommen ist. Jedenfalls hat sie sich mehrfach mit tränenerstickter Stimme bedankt.

Der Friedhof

Danach zog ich mich zurück. Ich "bummelte" noch ein wenig durch den Friedhof, sah auch sehr alte Gräber von deutschen, jüngere von anderen Ausländern, bis mich ein Mann ansprach, ob ich Fotograf sei. Nein, ich bin nur eine Touristin. Achso. Ob ich denn dann mal ein Foto von ihm und den beiden Frauen machen würde. Ja gerne doch (zumal wenn nicht ich fragen muss, sondern einer es freiwillig möchte.). Stolz und ernst auf dem ersten Bild, lächelten sie schon etwas auf dem zweiten Bild.

Wieder in der Auberge

Nun blieb nur noch ein zügiger Gang zurück zur Unterkunft, denn die Abfahrtszeit von Gerda und Siggi rückte näher. Schnell noch eine große Flasche Wasser und eine Schachtel Zigaretten unterwegs für insgesamt 1.000 CFA gekauft, dann habe ich sie getroffen - auf der Terrasse des Restaurants. Ein wenig Zeit blieb uns noch. Der Fahrer, der sie nach Lomé ins Hotel bringen würde, war auch schon da.

Guckt mich da ein Kamerunschaf an?

Guckt mich da ein Kamerunschaf an?

Nun aber Grand Popo gründlich erkunden

Da ich nun ja heute doch wieder nicht allzuweit in Grand Popo gekommen bin, fragte ich den Fahrer kurzum, ob ich ein Stück mitfahren dürfte. Das sei gar kein Problem. So stieg ich mit ins Auto. Unterwegs fragte ich ihn, ob er auch der Fahrer sei, der mich morgen abholen würde. Nach einem Blick auf seinen Zettel bestätigte sich das. Ich machte daraufhin mit ihm als Abholzet 16:00 Uhr statt der genannten 15:00 Uhr aus. Gerda und Siggi hatten ihre Abfahrt nämlich auch eine Stunde nach hinten verschoben, da es in Lomé ja eine Stunde früher ist. Ich sagte ihm, dass ich ihn noch einmal anrufen würde, wenn ich von Gerda und Siggi eine Nachricht erhalte, dass es doch besser wäre, um 15:00 Uhr zu starten. Könnte ja sein, die Grenzformalitäten und dichter Verkehr machten das notwendig.

Eine Schule in Grand Popo

Eine Schule in Grand Popo

Ausstieg nach etwa 5 km

Nach etwa 5 km ließ ich mich am Straßenrand absetzen. Am Strand zurück zu laufen, sei auch kein Problem. Also dann, raus in die Hitze. Ich hätte mich schon nach 1 km absetzen lassen können, denn auch danach kam nichts mehr, was mein Interesse an Besichtigung geweckt hatte. Nun war es, wie es war.

4 Kids und der Fahrer

4 Kids und der Fahrer

Die Straße entlang

Ich entschied mich allerdings, zunächst doch an der Straße zu laufen. Vielleicht hatte ich ja was übersehen. Es gibt deutlich schönere Wege! Es dauerte auch gar nicht lange, das hupte ein Motorrad mit zwei Männern drauf. Sie wollten mich gern ein Stück mitnehmen. Nein, ich ginge lieber zu Fuß. Das wollten sie gar nicht verstehen. Während unserer etwa 10 Minuten andauernden Unterhaltung, wo ich herkomme, ob ich Kinder habe und nicht doch lieber mitfahren wolle usw. usf., strich mir der hinten Sitzende immer wieder eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die der Wind ohne Unterlass immer wieder dort hinein wehte. Für Afrikaner ist unser Haar wohl so faszinierend wie für mich ihre Haut - so weich und zart, bei jung und alt. Irgendwann sind sie dann ohne mich weitergefahren. Und ich war wieder einmal am Überlegen, ob es nicht besser sei, ich würde sagen, ich spreche und verstehe keine Fremdsprache. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn man gerne redet.

landwirtschaftliche Tätigkeit

landwirtschaftliche Tätigkeit

Die nächste Unterhaltung

Das nächste Mal wurde ich an einer christlichen Einrichtung in ein Gespräch mit einer wunderschönen, in Schwesterntracht gekleideten Frau "verwickelt". Als ich auf Ihrer Höhe war, grüßte ich freundlich und der Gruß wurde selbstverständlich erwidert. Ich fragte sie nach der Post. Sie erklärte mir den Weg. Und dann entspann sich die Unterhaltung über Herkunft, Familie, Arbeit, Haus und Hof. Sie zeigte mir, wo ihr Haus steht und lud mich zu sich ein. Doch dafür würde morgen meine Zeit nicht reichen.

Am Strand entlang

Etwa 2,5 km später entschied ich mich, doch am Strand weiter zu gehen. Ich kam vorbei an den Behausungen der Fischer, ihren alten und neueren, teilweise bunten Booten. Viele saßen unter einem Palmendach und flickten ihre Netze. Zwei Jungen tummelten sich in den Fluten des Ozeans. Dazu mussten sie ja nicht weit laufen, denn kaum war die Uferkante erreicht, kam eine Welle und sie waren überspült.

Verpasst

Irgendwann erreichte ich den Turm des Militärstützpunktes. Nun sollte ich in 5 Minuten bei der Auberge sein. Doch ich lief und lief und kam einfach nicht an ihr vorbei. Irgendwann sah ich wieder Palmen und ein paar Unterkünfte. Dort stieg ich vom Strand auf und traf auf Menschen. Ich fragte nach der Auberge. Sie zeigten in die Richtung, aus der ich kam. Ich war schlicht an ihr vorbei gelaufen. Da ich direkt am Wasser entlang gelaufen war, habe ich sie hinter den Hügeln vom Strand einfach nicht gesehen. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Mir brannten die Füße schon ganz schön. Doch ich hatte ja nicht wirklich eine Wahl. Also ging ich auf der Piste Richtung Auberge.

Comment ça va?

Etwa 100 m bevor ich sie erreicht hatte, wurde ich wieder einmal gegrüßt: "Bonjour, comment ça va?", "Bonjour, bien, merçi, et vous?" Der junge Mann stellte sich als Roger vor und lud mich ein, mir seine Idee von einem Restaurant, Café und Bar anzusehen. Da er gerade an seinem Vorhaben gearbeitet hatte, musste ich ja nur einen Schritt auf ihn zugehen. Es entspann sich eine Unterhaltung in deren Verlauf er mir erzählte, er würde nachts die Eier der Riesenmeeresschildkröten einsammeln und sie beschützen, damit die Fischer da hinten am anderen Ende von Grand Popo sie nicht zu Omelett verarbeiten. Ob ich sie mal sehen wollte. Ja, wollte ich. Er fing im Sand zu graben an, bis die ersten Eier, groß, weiß und rund wie ein Tischtennisball, in einer Tiefe von etwa 30 cm sichtbar wurden. Er gab mir zwei in die Hände. Weich waren sie und ich hatte Sorge, ich könnte sie versehentlich zerquetschen. Doch ich war vorsichtig genug. Die hätte er letzte Nacht gefunden. Er gehe jede Nacht den Strand ab und schaue nach den Spuren der Riesenschildkröten, um die Eiablagegruben zu finden und die Eier sicher bei sich zu verwahren. In diesem Loch seien etwa 200 Eier. In 43-46 Tagen würden die Schildkröten schlüpfen.

Erinnerung

Ich erinnerte mich an den Februar 2008 im St. Lucia Wetland Park im Osten Südafrikas, als ich eines nachts Zeuge der Geburt der Schildkröten wurde und ihren Weg bis zum Wasser mitlaufen konnte. Das hatte mich seinerzeit unheimlich fasziniert.

Angebot

Roger bot mir daraufhin an, ihn am heutigen Abend auf seiner Strandtour zu begleiten. Ach nein, das sei mir nichts. Er würde mich an der Rezeption um 21:00 Uhr abholen. Er kenne sich da aus, schließlich sei er Touristikguide für das Hotel. Ich willigte erstmal ein. Nicht zum verabredeten Treffpunkt gehen, konnte ich immer noch.

Blick von meiner Terrasse auf den Pool

Blick von meiner Terrasse auf den Pool

Kein Grund zur Sorge

Im Hotel wieder angekommen, ging ich gleich an die Rezeption. Ich wollte wissen, ob das Personal Roger kennt. Er hätte mich eingeladen auf eine Strandwanderung in der Dunkelheit. Ob das gefährlich sei, wenn ich so allein mit ihm in der Dunkelheit...Der Mann an der Rezeption lachte und meinte, das sei nicht gefährlich, ich könne das beruhigt machen. Ob Roger allerdings nüchtern sein würde, das könne er mir nicht mit Bestimmtheit sagen und lachte wieder.

Ein wenig mulmig war mir schon. So war ich kurz vor neun an der Rezeption und wollte dem Mann meine Telefonnummer geben, falls ich nicht zurückkäme. Ich wisse nur nicht, ob ich Empfang habe, denn ich habe eine Togocell-Karte. Er gab mir die Nummer zurück und sagte, er habe Rogers Nummer. Das wäre ausreichend. Wieder lachte er.

Ausschau nach Schildkröten und Pause bei Verwandten

Roger kam pünktlich. Da ich keine Taschenlampe hatte (die habe ich in Ganvié gelassen), gingen wir erst in sein Dorf zu irgendeiner Verwandten, die uns eine Taschenlampe gab. Die hatte einen ordentlich hellen Schein. Dann begannen wir unsere Wanderung. Nach etwa einer Stunde lud er mich zu einer kleinen Pause ein und wir gingen auf eine Bastmatte statt Tür zu, hinter der wiederum Verwandte von ihm wohnten. Wir trafen auf vier Frauen, einen 10 jährigen Jungen und den Vater des Jungen. Alle lagen bzw. saßen im Sand vor ihren Hütten. Sie holten mir einen Holzhocker, doch ich zog es vor, mich zu ihnen in den Sand zu setzen. Sie freuten sich darüber und stellten fest, ich würde wie eine Afrikanerin sitzen. Vorstellung und lockere Unterhaltung über Familien, Mehrfrauenehen, Unterschiede zwischen Europa und Afrika, hauptsächlich im Bereich von Ehe und Familie.

Ein 4 Monate alter kleiner Junge

Als der auf einer Decke liegende Vater sich ein wenig zur Seite drehte, entdeckte ich ein schlafendes Baby. "Oh, un bébé!" Ja, hast du es nicht gesehen? Willst du es mal nehmen? Nein, es schläft doch. Und schon hatte ich den kleinen Jungen im Arm. Er schlief seelenruhig weiter bei mir. Er hatte keine Windel um. Was nun wenn...? Aber es geschah nicht.

Gemeinsamkeiten

Ariette und ich stellten Gemeinsamkeiten fest. Wir sind gleichaltrig, haben zwei Kinder und sind Omas. Das war uns ein gemeinsames Foto wert.

Unterschiedliche Vorstellungen von Ehe

Es war eine angenehme Pause. Wir haben viel miteinander gelacht über diese oder jene Geschichte, die zum Besten gegeben wurde. Eine davon erzählte Roger. Er war mit einem Schweizer Ehepaar eines Tages im Dorf Heve. Sie trafen auf einen Mann mit seinen drei Frauen. Als die Schweizerin erfuhr, dass er drei Farben hat, holte sie aus und schlug ihm ins Gesicht. Daraufhin stürzten sich die drei Frauen auf die Schweizerin und gaben ihr zurück, was diese mit ihrem Mann gemacht hat.

Ariette und ich

Ariette und ich

Rückweg und gute Nacht

Nach einer halben Stunde traten wir den Rückweg an.

Ich erfuhr unterwegs eine ganze Menge aus Rogers Leben. Geboren in Abidjian (Elfenbeinküste),Leben als Straßenkind, Hilfe durch einen Franzosen, Schulbesuch, Lebensstationen in Mali, Burkina Faso und seit 7 Jahren in Benin, 39 Jahre alt, eine 14 jährige Tochter, die bei der Mutter an der Elfenbeinküste lebt, kümmert sich um insgesamt 18 Halb- oder Vollwaisen in seinem Dorf, fährt oder läut mit ihnen täglich in die Schule und holt sie auch wieder ab.

Leider sahen wir keine Schildkröten. Natur ist eben Natur. Er brachte mich bis zur Rezeption, wo wir gegen 23:30 Uhr ankamen.

Nach diesem auf besondere Weise erlebnis- und erkenntnisreichen Tag, schlief ich zufrieden ein und hatte eine gute letzte Nacht in Afrika.

kurz war der junge Mann wach

kurz war der junge Mann wach

© Beate Böttner, 2016
Du bist hier : Startseite Afrika Benin 14.01.16 - besondere Erlebnisse am vorletzten Tag
Die Reise
 
Worum geht's?:
Modernes Westafrika voller Traditionen, Wanderungen von Dorf zu Dorf, durch Sahel-Vegetation und Tropenwälder, Feuer- und Maskentänze, die Magie des Vodun, nachhaltigen Projekten begegnen, Einblick in traditionellen Nomaden-Alltag
Details:
Aufbruch: 28.12.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 16.01.2016
Reiseziele: Togo
Benin
Der Autor
 
Beate Böttner berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors