Vier Damen allein in Japan

Reisezeit: August 2016  |  von Ulrike S.

Hiroshima - die Stadt des Friedens: Das Friedensmuseum und die Insel Miyajima

Geschichtslektion im Friedensmuseum

Nach einem opulenten Frühstücksbuffet im Hotel mit japanischen und europäischen Zutaten steht heute als erstes ein Besuch des Friedensmuseums auf dem Programm. Wir können nur das Ostgebäude besichtigen, da das Hauptgebäude bis 2018 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Doch was wir zu sehen bekommen ist beeindruckend. Das Museum zeigt eine Sammlung von Habseligkeiten, die nach dem Atombombenangriff geborgen wurden. Anhand von sehr persönlichen Einzelschicksalen und Fotos wird mit den Exponaten die gesamte Bandbreite dieser Katastrophe aufgezeigt. Wir sind ausgerüstet mit einem deutschsprachigen Audioguide und es kommt wirklich selten vor, dass ich in Museen alle Stationen eines solchen Führers abhöre. Dieser ist jedoch so hervorragend aufgemacht, die Schicksale so berührend, dass ich alle 56 Stationen abhöre. Der Museumsbesuch braucht Zeit. Auch hinterher müssen wir die Eindrücke verarbeiten und alles erst einmal sacken lassen.

Ein eindrucksvolles Erlebnis in Sachen Geschichte: der Besuch im Friedensmuseum von Hiroshima

Ein eindrucksvolles Erlebnis in Sachen Geschichte: der Besuch im Friedensmuseum von Hiroshima

Das Ausmaß der Atomkatastrophe zeigt dieses Diorama

Das Ausmaß der Atomkatastrophe zeigt dieses Diorama

Der noch amtierende US-Präsident Barak Obama war als erster US-amerikanischer Präsident im Mai 2016 in Hiroshima

Der noch amtierende US-Präsident Barak Obama war als erster US-amerikanischer Präsident im Mai 2016 in Hiroshima

Reif für die Insel - Ausflug nach Miyajima

Nach dem Museumsbesuch fahren wir mit unserem JR-Ticket in einem nostalgischen Hop-on-Hop-off-Bus zum Bahnhof, reservieren unsere Sitzplätze für die Weiterfahrt nach Kobe und genehmigen uns eine Kaffeepause.
Anschließend geht es weiter zur Insel Miyajima. Mit einem Regionalzug und der Fähre sind wir etwa eine Stunde unterwegs. Für die Fähre gilt ebenfalls unser JR-Ticket. Miyajima ist vor allem bekannt wegen seines roten Toriis und seinem Shinto-Schrein im Meer.

Miyajima gehört zusammen mit Amanohashidate und Matsushima zu den drei schönsten Landschaften Japans.
Die 30,33 km² große Insel liegt etwa zwanzig Kilometer südwestlich von Hiroshima, unmittelbar vor der Küste von Honshū in der Seto-Inlandsee. Sie kann mit Passagierbooten direkt von Hiroshima aus erreicht werden. Außerdem besteht mehrmals pro Stunde eine Fährverbindung von Miyajimaguchi aus, mit der auch die Fahrzeuge der Einwohner übersetzen.
Auf Miyajima lag die Gemeinde Miyajima mit ungefähr 2.000 Einwohnern, die am 3. November 2005 zusammen mit der Insel Teil der Stadt Hatsukaichi wurde.
Auf der Insel läuft zahmes Wild frei umher. Der Berg Misen in der Inselmitte ist bekannt für seine Japanmakaken, die sich vor allem an der Bergstation der Seilbahn frei und ohne Scheu zwischen den Besuchern bewegen.
Ein typisches Souvenir der Insel sind hölzerne Reislöffel (Shamoji). Kulinarische Spezialitäten sind gegrillte Austern und mit roter Bohnenpaste gefülltes Kleingebäck in Ahornblattform.
Quelle: Wikipedia

Da es inzwischen späterer Nachmittag geworden ist, kommen uns auf dem Weg zur Insel mehr Besucher entgegen als mit uns strömen. Gute Voraussetzungen also, um das UNESCO-Welterbe halbwegs in Ruhe genießen zu können.
Auf dem Vorplatz des Fähranlegers, wo wir uns einen ersten Überblick verschaffen möchten, werden wir gleich von vorwitzigen Rehen empfangen, die es auf unseren Insel-Plan abgesehen haben. Ehe wir es uns versehen, ist der Plan futsch und vom Reh verspeist.

Mit der Fähre geht es hinüber zur Insel Miyajima

Mit der Fähre geht es hinüber zur Insel Miyajima

Empfangen werden wir von vorwitzigen, neugierigen und vor allem diebischen Rehen

Empfangen werden wir von vorwitzigen, neugierigen und vor allem diebischen Rehen

Ein chilliger Nachmittag

Wir beschließen es langsam angehen zu lassen und verzichten angesichts des fortgeschrittenen Tages auf eine Gondelfahrt hinauf auf den Berg Misen. Zumal die letzte Seilbahn ins Tal bereits vor Sonnenuntergang ist und der Wanderweg laut Tourist-Info im Dunkeln nicht unbedingt zu empfehlen wäre. Es gebe dort viele Tiere und Schlangen, so die Aussage der netten Dame.
Also bummeln wir statt dessen durch den Ort mit einer ganzen Flut an Souvenir-Shops und Restaurants.

Bummel durch die Gassen mit Souvenir-Shops und Restaurants

Bummel durch die Gassen mit Souvenir-Shops und Restaurants

Inzwischen herrscht Ebbe und wir können zu Fuß zum Wahrzeichen der Insel, dem schwimmenden roten Torii. Es gehört zum Shinto-Schrein Itsukushima-jinja, der auf das 6. Jahrhundert zurück geht. Teile des Schreins stehen auf Pfählen und bei Flut scheint er ebenfalls auf dem Wasser zu schwimmen.

Bei Ebbe lässt sich das schwimmende Torii zu Fuß erkunden

Bei Ebbe lässt sich das schwimmende Torii zu Fuß erkunden

Bei der Hitze tut ein kühles Fußbad gut

Bei der Hitze tut ein kühles Fußbad gut

Auch der Shinto-Schrein steht auf Pfählen und wird des öfteren geflutet

Auch der Shinto-Schrein steht auf Pfählen und wird des öfteren geflutet

Blick auf den Meeresboden

Blick auf den Meeresboden

Wir finden ein schönes Plätzchen am Ufer und beschließen, den Tag hier gemütlich ausklingen zu lassen. Während die Mädels den Sonnenuntergang abwarten, gehe ich ein paar Schritte, um noch ein paar Insel-Impressionen zu sammeln.

Gemeinsam genießen wir schließlich einen schönen Sonnenuntergang, der die Insel in ein faszinierendes Licht taucht. Torii und Schrein sind nun am stimmungsvollsten. Wir machen uns allmählich auf den Rückweg und fahren mit Fähre und Zug zurück nach Hiroshima. Morgen heißt es früh aufstehen - ein Wandertag steht auf dem Programm.

© Ulrike S., 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es wird mal wieder Zeit den Rucksack für eine Mutter-Töchter-Tour zu packen. Diesmal geht es für 2 Wochen ins Land der aufgehenden Sonne.
Details:
Aufbruch: 12.08.2016
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 26.08.2016
Reiseziele: Japan
Der Autor
 
Ulrike S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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