Vier Damen allein in Japan

Reisezeit: August 2016  |  von Ulrike S.

Hiroshima - die Stadt des Friedens: Wandertag in der Sandan-Schlucht

Das wilde Japan - Stromschnellen, Schlangen und steile Felsen

Heute klingelt mal wieder der Wecker. Wir haben uns eine Wanderung in der Sandan-Schlucht vorgenommen. Die 11 Kilometer lange Schlucht liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Hiroshima. Ein Expressbus bringt uns vom Busbahnhof in etwa 1,5 Stunden zunächst quer durch Hiroshima und dann über die Autobahn an den Haupteingang der Sandan-Schlucht. Unterwegs auf der Fahrt in die Berge sehen wir typische Reis-Terrassen und kleine Dörfer.
Die Schlucht Sandan-kyo gehört zum Nishi-Chugoku-Sanchi-Quasi-Nationalpark. Wir wollen den Wanderweg entlang des Flusses Shibaki-gawa in Angriff nehmen. Der Reiseführer verspricht uns Wasserfälle, Badestellen und Wälder.
Tatsächlich ist es in den schattigen Wäldern der Berge am Vormittag noch angenehm kühl. Ich schätze mal, dass wir "nur" so etwa 25 Grad haben. Es weht ein angenehmes Lüftchen und die Schwüle ist halbwegs erträglich. Am Eingang mit dem Busparkplatz und einer Tourist-Information gibt es ein paar Restaurants und Cafés. Doch die haben an diesem Wochentag allesamt geschlossen. Insofern sind wir auch ziemlich alleine hier - eine Seltenheit auf unserer Japan-Reise.

Ruhig ist es heute am Haupteingang zur Sandan-Schlucht

Ruhig ist es heute am Haupteingang zur Sandan-Schlucht

Aufi geht's

Aufi geht's

Zu Beginn des Weges treffen wir eine Gruppe mit jungen Kajak-Fahrern, dann wird es zunehmend einsam. Ein bisschen ist es hier wie in den Pyrenäen. Ein wilder Flusslauf, tiefblaue Wasserbecken und kleine Wasserfälle. Alles überragt von imposanten Felsformationen. Unser Wanderweg schlängelt sich entlang des Flusses. Allerdings ist er nur in eine Richtung zu gehen. Wir müssen uns also irgendwann zu einer Umkehr entscheiden und die gleiche Strecke wieder zurück wandern. Nach etwa 2 Stunden und zwei Drittel des Weges kehren Lea und ich um. Wir möchten den Express-Bus um 15.00 Uhr erreichen und wandern gemütlich zurück. Annika und Katrin wollen noch bis zu den viel gepriesenen Wasserfällen weiter wandern und evt. einen späteren Bus nehmen. Der benötigt jedoch 3-4 Stunden für die Fahrt nach Hiroshima.

Wildes Japan

Wildes Japan

Unser Wanderweg führt uns auch durch diverse Fels-Tunnels

Unser Wanderweg führt uns auch durch diverse Fels-Tunnels

Tiefblaue, aber eiskalte Wasserbecken

Tiefblaue, aber eiskalte Wasserbecken

Die Aussicht genießen

Die Aussicht genießen

Auf dem Rückweg begegnen uns sowohl zu Wasser als auch zu Lande einige Schlangen. Braun und ziemlich lang schlängeln sie sich durch die Gegend. Ob davor die japanischen Schilder am Wegesrand gewarnt haben? Und ob die wohl giftig sind? Jetzt machen auch die Wanderstöcke aus Holz Sinn, die man am Haupteingang mitnehmen konnte.
Auf halbem Wege liegt ein Restaurant, wo man sich von einem Gondoliere ein Stück weit über den Fluss schippern lassen kann. Hier gibt es gar seltsame Flussbewohner, die aussehen wie Riesen-Kaulquappen. Wir konnten leider nicht herausfinden, um welche Spezies es sich hierbei handelte.

Schlangen zu Wasser...

Schlangen zu Wasser...

... und zu Lande. Wer findet das Tierchen???

... und zu Lande. Wer findet das Tierchen???

Abschied von Hiroshima

Gerade noch rechtzeitig für den Express-Bus nach Hiroshima treffen auch Annika und Katrin ein. Sie sind tatsächlich noch bis zu einem der Wasserfälle gekommen und dann ziemlich flott zurück marschiert.
Alle zusammen fahren wir also zurück, shoppen noch ein paar Souvenirs (insbesondere Grüntee und Matcha) und berappen den Eintritt von 1.700 Yen für den Orizuru-Tower. Die Plattform auf dem Hochhaus unmittelbar beim Atombomben-Dom scheint ziemlich neu zu sein. Die Aussicht von oben ist grandios. Zudem sind wir fast alleine. Wir genießen einen tollen Sonnenuntergang bei einem Feierabend-Bier. Das Stockwerk unter der Aussichtsplattform ist multimedial aufbereitet und lässt uns nochmals in die Geschichte der Stadt eintauchen. Anschließend gehen, bzw. rutschen wir über einen Wandelgang vom 12. Stock hinunter ins Erdgeschoss. Der Abstecher hierher hat sich wirklich gelohnt.

Tolle Aussicht vom Orizura-Tower in Tokio

Tolle Aussicht vom Orizura-Tower in Tokio

Die Burg von Hiroshima

Die Burg von Hiroshima

Über einen Wandelgang mit wechselnden Ausstellungen geht es wieder hinunter ins Erdgeschoss

Über einen Wandelgang mit wechselnden Ausstellungen geht es wieder hinunter ins Erdgeschoss

Faszinierend, die Stromversorgung Japans. Neben modernsten Hight-Tech-Gebäuden diese vorsintflutlich anmutenden Installationen

Faszinierend, die Stromversorgung Japans. Neben modernsten Hight-Tech-Gebäuden diese vorsintflutlich anmutenden Installationen

Fazit Hiroshima

Zum Abendessen gibt es heute ein leckeres Tempura-Gericht. Zurück im Hotel wird der Rucksack gepackt um morgen die leider letzte Station unserer Reise Kobe anzusteuern.

Unser Fazit für Hiroshima:
eine sehr beeindruckende und berührende, eine junge und moderne Stadt mit einem erstaunlichen Umfeld. Die Berge und die Natur sind nah, es ist nicht so überlaufen und voll wie andere Hotspots.
Wir geben Hiroshima die volle Punktzahl.

© Ulrike S., 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es wird mal wieder Zeit den Rucksack für eine Mutter-Töchter-Tour zu packen. Diesmal geht es für 2 Wochen ins Land der aufgehenden Sonne.
Details:
Aufbruch: 12.08.2016
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 26.08.2016
Reiseziele: Japan
Der Autor
 
Ulrike S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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