Reise um die Welt

Peru-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2018 - September 2019  |  von Sabine C

Lima

Nochmal 1000 km Wüste nach Lima

Mit dem Taxi fahre ich die 50 km von Arica nach Tacna. An den Busbahnhöfen in Tacna und Arica gibt es etliche kleine Taxiunternehmen, bei denen man die Passage Arica- Tacna buchen kann. Die Investition lohnt sich. Zunächst erspare ich es mir, dass Fahrrad wieder aufzubauen und neu zu verpacken. Die Fahrt durch die Wüste nach Tacna reizt mich nicht.
An der Grenze muss das gesamte Gepäck einschließlich Fahrrad aus dem Auto und durchleuchtet werden. Das Fahrrad muss in Chile ausgecheckt und in Peru deklariert werden. Der Zollbeamte möchte genau wissen, wann und wo ich das Rad gekauft habe. Zum Glück muss ich es nicht auspacken. Ich zeige ihm ein Foto von dem Rad, beladen mit Gepäck. Da ist er zufrieden. Mein Taxifahrer bringt mich gut über die Grenze. Er weiß, welche Schalter in der richtigen Reihenfolge zu bedienen sind und er schleppt das Fahrrad. Er erzählt mir, dass es auch schon mal vorkommt, dass die Räder verzollt werden müssen. Je nachdem, wer gerade Dienst hat. Er freut sich, dass er sich mit mir auf Spanisch unterhalten kann und erzählt mir, dass er zwei Söhne hat, die studieren und mit denen er nach Europa reisen möchte. Er arbeite für die Ausbildung der Söhne. In Tacna sorgt er dafür, dass ich mein Gepäck bei der Busgesellschaft unterstellen kann. Er bekommt natürlich nicht nur den Fahrpreis von mir, sondern auch mein restliches chilenisches Geld.
Diesmal habe ich einen Bus gebucht, der durchfährt und einen sogenannten Cama-Platz. Also einen Sitz den man auf 180 Grad Liegefläche einstellen kann. Auch das bewährt sich für mich.
In Peru ändert sich die Landschaft. Im Abendlicht schimmert die Wüste rötlich. Es wird bergig. Dadurch ist die Strecke sehr kurvenreich. Fast die ganze Nacht geht es auf kurvigen Straßen durch die Berge von Peru bis die Landschaft am Morgen flacher wird. Links der Wüstenstrand, hin und wieder eine Ferienanlage. Bis die Besiedlung dichter wird und der Bus durch das Verkehrschaos von Lima in den Busbahnhof der Gesellschaft abbiegt. Verriegelt, nur für den Bus wird geöffnet. Drinnen warten sichere Taxis.
Im Bahnhof treffe ich einen Reiseradler aus Italien. Er möchte von Kolumbien nach Santiago radeln, kommt aus dem Norden von Peru mit dem Bus, weil er nicht durch die Wüste fahren wollte. Will den Weg über die Hochebene Altiplano nehmen.

Chilenisch-peruanische Grenze

Chilenisch-peruanische Grenze

Nochmal  1000 km Wüste

Nochmal 1000 km Wüste

Plaza von Mochegua

Plaza von Mochegua

Lima

Lima ist bekannt für gute Küche, das kolonial historische Zentrum und die Steilküste mit ihren Parks. Ich freue mich über meine Entscheidung, ein Zimmer an der Costanera gebucht zu haben. Blick auf die Costanera und das Meer.
Ich mache eine Stadtrundfahrt ins historische Zentrum. Eine Stunde braucht der Bus, um die 6 Kilometer bis ins Zentrum zu schaffen. Der Verkehr ist chaotisch. Jeder macht, was er will. Es scheint keine Regeln zu geben und viel zu viele Autos drängeln sich über die Hauptverkehrsadern. Leider gibt es kein Radwegenetz wie in Santiago oder Buenos Aires.
Das historische Zentrum ist wirklich schön. Gut erhaltene Gebäude aus der Kolonialzeit. Besonders erwähnt werden die Balkone. Sie sind hier eine Attraktion an Gebäuden in französischem Stil. Auch die Basilika ist beeindruckend. Verlockend, hier zu bleiben und das Zentrum zu erkunden. Aber mir ist es zu heiß. Habe ich morgens Miraflores an der Küste im Nebel verlassen, so suche ich hier den Schatten. Wüstenhitze! Und am Ende der Straßen sieht man die Wüstenberge. Zurück in Miraflores ist es wieder angenehm kühl und neblig.
Ein Museum darf nicht fehlen und so mache ich mich anderntags, diesmal mit dem Taxi, auf ins Museo de arte de Lima. Kunst aus allen Epochen. Die vorkolonialen Gegenstände beeindrucken mich mit der Exaktheit der Muster und Ausführung. Dann schnell wieder zurück an die Küste. In der Stadt ist es wieder unerträglich heiß, während sich Menschenmassen über die Bürgersteige wälzen und hupende Autos die Straßen verstopfen.
An der Costanera ist es angenehm. Nicht nur das Wetter, nein auch die Atmosphäre in den Parks begeistert mich. Es ist Samstagnachmittag. Auf den Wiesen und in den Sportanlagen wird gefeiert. Meist Freunde oder Familien. Die Stimmung ist friedlich. Es gibt keine Betrunkenen, die herumtorkeln oder ausfällig werden. Dazu jede Menge Freizeitsportler, die unterschiedlichen Sportarten nachgehen. Joggen, Radfahren, Inlineskater, Tennis in der Tennisanlage, Fußball auf dem Bolzplatz, Mountainbiker auf dem eigens angelegten Parcour. Und unten im Meer die Surfer.
Der nächste Tag bringt mich ins reale Lima. Weg von den gut gepflegten Touristenzentren. Zum Glück ist Sonntag und der Verkehr ist nicht so dicht, wie an den Wochentagen. Ich fahre mit dem Rad Richtung Callao, wo ich am nächsten Tag in mein Schiff einchecken kann. Oder muss? In Santiago verpasse ich derweil den autofreien Sonntag und andere Unternehmungen.
Trotz des Verkehrschaos gefällt mir Lima, der Gegensatz von Meer und Wüste, das gute Essen, die Ausstrahlung der Menschen. In Lima wird wert auf Geschichtsbewusstsein und Kultur gelegt.
Es gibt viele Venezulaner hier. Als Taxifahrer, im Hotel arbeitend, in der Gastronomie oder auch bettelnd auf der Straße.

Blick aus meinem Hotelzimmer

Blick aus meinem Hotelzimmer

Eindrücke aus Limas Straßen

Eindrücke aus Limas Straßen

Bücher und Wein. In Chile habe ich vergebens Buchhandlungen gesucht. Dafür gibt es in Lima umso mehr.

Bücher und Wein. In Chile habe ich vergebens Buchhandlungen gesucht. Dafür gibt es in Lima umso mehr.

Costanera in Miraflores

Costanera in Miraflores

Mein Lieblingsplatz - eine Bar auf den Klippen

Mein Lieblingsplatz - eine Bar auf den Klippen

Blick auf Miraflores von der Küste aus

Blick auf Miraflores von der Küste aus

Straße an die Küste

Straße an die Küste

Straße im historischen Zentrum

Straße im historischen Zentrum

Parque im Zentrum der Stadt

Parque im Zentrum der Stadt

Catedral de Lima und Plaza de Armas

Catedral de Lima und Plaza de Armas

Catedral de Lima

Catedral de Lima

Erdbebensichere Bauweise auch beim Dom. Die Wände sind aus Bambus und anderen elastischen  Naturmaterialien.

Erdbebensichere Bauweise auch beim Dom. Die Wände sind aus Bambus und anderen elastischen Naturmaterialien.

Der Sonnenuntergang an der Costanera zieht jeden Abend hunderte Menschen in seinen Bann. Die Sonne verschwindet im aufkommenden Nebel, der an diesem Tag nur für wenige Stunden gelichtet wurde

Der Sonnenuntergang an der Costanera zieht jeden Abend hunderte Menschen in seinen Bann. Die Sonne verschwindet im aufkommenden Nebel, der an diesem Tag nur für wenige Stunden gelichtet wurde

Platz im Wohngebiet von San Miguel

Platz im Wohngebiet von San Miguel

© Sabine C, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Verkehrsmittel werden Fahrrad, Schiff, Zug und Bus sein. Es ist ein langgehegter Traum von mir, die Welt zu umrunden und dabei kein Flugzeug zu benutzen.
Details:
Aufbruch: 30.09.2018
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: September 2019
Reiseziele: Deutschland
Frankreich
Spanien
Marokko
Brasilien
Argentinien
Uruguay
Chile
Peru
Ecuador
Mexiko
Japan
Südkorea
Russland / Russische Föderation
Estland
Lettland
Schweden
Polen
Live-Reisebericht:
Sabine schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Sabine C berichtet seit 12 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/32):
Patricia 1567575048000
Liebe Sabine, jetzt ist es nicht mehr weit - der letzte Schritt ? Herz­lich wil­lkom­men daheim. Marion und ich haben deinen Garten nochmal auf Vor­der­mann geb­racht und wir hoffen sehr, dass er dich gut em­pfängt.
Wir freuen uns sehr auf ein Wie­der­se­hen!
LG Pat­ri­cia
anonym 1559120113000
??????? ?????? - viele Grüße!­
Lie­be Sabine, danke für Deine tollen Rei­se­berich­te und Fotos. Ich freue mich immer sehr, wenn eine Mail auf einen neuen Beitrag von Dir hin­weist. Viel Spaß in der Tran­ssi­bi­rischen Ei­sen­bahn . Alles Gute wei­ter­hin wünscht Dir Marion
Elke 1556212449000
Hallo Sabine, ist immer wieder span­nend dir zu folgen. Wir rätseln gerade ob du über Nor­dko­rea radelst oder mit dem Schiff nach Wla­di­wos­tock fährst. Wir wünschen dir wei­ter­hin gutes Ge­lin­gen auf deiner Reise und viele Grüße aus der Heimat. Elke und Gerd­
Sind gerade in Peguera und kämpfen mit den Bergen