Unsere Reise geht weiter, auf dem "Landweg" von Australien nach Europa

Litauen-Reisebericht  |  Reisezeit: November 2017 - Oktober 2018  |  von Anja & Wolfgang

Litauen - von 10.09. bis 17.09.2018 1540km: Teil 1 – von 10.09. bis 14.09.2018 1140 km

Ziel: Über Birzai und Rokiskis Richtung Osten in die Seenplatte von Narasai, nach Utena und Anyksciai mit dem höchsten Kirchturm von LT, über Panevezys und Pakruojis zum Hill of Crosses, wo mittlerweile gut 200.000 Kreuze zu bestaunen sind. Nach Telsiai, zum Cold War Museum, einer ehemaligen russ. Raketenstellung, weiter über Plunge, Palanga, Klaipeda, dem Nemunas Delta und einiger Schlösser am Wegesrand bis Kaunas.

Wetter: sonnig, <25 º, nachts < 15 º.

Wir fahren erst mal Richtung Osten bis Birzai, mitten ins Karstland Litauens und holen uns dort auf der Tourist Info Kartenmaterial. Der uns empfohlenen Stadtrundgang führt uns am Dichterdenkmal vorbei,

zum 1575 künstlich angelegten Sirvena See, der von einer 545m langen Fußgängerbrücke überspannt wird, erbaut 1928 als Zugang für Arbeiter zu einer am anderen Ufer gelegenen Leinenfabrik.

Die Burg ist heute am Montag geschlossen, also raus in die Natur, ins Karstland mit seinen gut 1.000 Dolinen, (engl. Sinkholes, lit. Ola). Regenwasser löst die Kalksteinfelsen im Boden langsam aber sicher auf, kleinere oder auch größeren Höhlen entstehen und wenn bei denen die Decke einbricht, so hat man eine Doline. Die bekannteste hier Karves Ola, die Kuh Doline

und in ihrer direkten Nachbarschaft gleich noch gut 20 weitere, mal grösser,

mal kleinere.

Nordlich davon bei Kirkilai ist durch mit wassergefüllten Dolinen eine ganze Seenplatte entstanden,

an deren Rand man diesen recht futuristisch anmutenden, 31,7m hohen Beobachtungsturm aufgebaut hat,

von dem aus man einen fantastischen Überblick über diese doch recht einmalige Landschaft hat. Es geht weiter nach Rokiskis zum Museum in einem alten Herrensitz

und schliesslich zu einem CP am See Sartai nahe Bradesiai.
In Narasai, Hauptort an der gleichnamigen Seenplatte ein kurzer Stadtbummel, ein Spaziergang entlang der Uferpromenade und natürlich eine Runde über den Stolz der Stadt, die Observation Bridge,

eine über den See hinaus gebaute Fußgängerbrücke.

In Utena wollten wir eigentlich wie in den Prospekten versprochen, die Brauerei besichtigen und deren Bier verkosten,

doch dort angekommen lernen wir, dass beides hier nicht möglich ist. Wir trösten uns mit einem kurzen Besuch bei Lidl, wo wir endlich mal einen vernünftigen Kopf Eisberg Salat und eine Tube unserer ‚Lieblings‘-Zahnpasta bekommen und fahren weiter nach Anyksciai

wo wir den, mit 80m höchsten Kirchturm Litauens bestaunen,

bevor wir bei der lokalen Obstwein Fabrik

vergeblich um die im Führer angepriesenen Kostproben anfragen. In Panevezys, dieser seltsame Bahnhof, in dem links die historische 75cm Schmalspurbahn anlegt,

während rechts davon auf normaler Spurbreite der Güterzugverkehr abgewickelt wird. Noch schnell mal raus zum European Bison State Park (E=1,20 < 2h, E=1,70 > 2h, Mo-Fr 10h-16h, Sa./So. 10-18h), aber auch hier sind wir wieder einmal ‚zu spät‘, der Park ist bereits geschlossen, die Bisons müssen ein weiteres Jahr ohne unseren Futterzuschuss überwintern.
In Pakruojis noch ein prachtvolles altes Herrenhaus

mit angeschlossener Brauerei,

die jedoch auch schon am ‚frühen Nachmittag‘ schliesst. Genug für heute, wir fahren zurück zur Schnellstrasse und übernachten auf dem Parkplatz einer Tankstelle.
Wir besuchen den Hill of Crosses,

ein kleiner Hügel, bepflastert mit mittlerweile gut 200.000 Kreuzen,

Symbol für den Freiheitskampf Lettlands, ein Wallfahrtsort, den vor uns auch schon einige Päpste besucht haben.

In Siauliai, die Villa Chaims Frenkelis, heute multifunktionales Kulturobjekt, das mehrere Museen gleichzeitig beherbergt,

in Kursenai am Hauptplatz ein kurzer Einkehrschwung zum Mittagessen,

bevor wir in Telsiai, ähnlich Rom auf 7 Hügeln erbaut, die gut 28 Objekte des Skulpturenpfades bewundern,

von denen sich diese Bärenmutter mit Baby und menschlichen Drillingen auf dem Rücken mittlerweile zum Symbol der Stadt erklärt wurde.

Mitten im Nationalpark von Zemaitija das Cold War Museum (E = EUR 5, Audioguide = EUR 3), eine ehemalige russische Militäranlage, vier Raketensilos für Interkontinentalraketen,

die heute daran erinnern sollen, wie knapp wir damals an einem wohl finalen Krieg vorbeigeschrammt sind.

Diese Nacht verbringen wir mit Seeblick und Badestrand auf einem der freien CP in Zemaitija NP.

In Plunge bewundern wir das von Karl Lorenz entworfene Schloss,

seinen ‚Englischen‘ Schlossgarten und in der angeschlossenen Orangerie dieser schöne Uhrturm.

Mitten in der Stadt dann dieses St. Florian Denkmal,

das sinnvollerweise erst nach!!! einem Stadtbrand aufgestellt wurde, dem knapp 200 Häuser zum Opfer fielen, das Haus eines Schriftstellers,

die Johannes der Täufer Kirche in Neo-Backsteingotik

und die Bank mit Gitarre, die den lokalen Künstlern gewidmet ist.

In Palanga, einem typischen Sommerfrischler-Badeort wandern auch wir runter zum Strand,

raus auf den Pier

und auf der ‘Kur‘-Promenade wieder zurück in die Innenstadt,

wobei wir den einladenden Restaurants mal wieder nicht wiederstehen können

und uns zum Mittagessen Zeppelins gönnen,

länglich geformte Kartoffelknödel mit einer lecker gewürzten Fleischfüllung und darauf noch eine Mischung aus gerösteten Zwiebeln und zerlassenem Speckstückchen; zwar jenseits jeder Diät, ultra kalorienreich, aber dafür sündhaft gut. In Klaipeda, dem Fährhafen zum Kurischen Haff, holen wir uns wie so oft erst mal in der Tourist Info das Kartenmaterial bevor wir die einzelnen Stationen des Stadtrundgangs absolvieren. Arka, dieser Bogen soll an die Vereinigung Litauens mit dem Memelland vor gut 85 Jahren erinnern,

dieses Seegelboot, einst Schulschiff der Marine wurde zu einem Restaurant umfunktioniert,

in diesem Theater hat auch schon Richard Wagner dirigiert.

Alte Häuser, einst von reichen Händlern erbaut, zieren die Innenstadt,

statt Tewje, dem Milchmann sitzt hier ein Kaminkehrer auf dem Dach

und soll genauso als Glücksbringer wirken wie diese Katze aus Granit

und diese Maus aus Bronze.

Dazu noch edle Fachwerkhäuser,

ein 18m hohes Speicherhaus für Leinsamen und dieser Wassergeist

tragen zur Kurzweil auf diesem Rundgang bei. Zurück über den Fluss Dane

und mit dem Auto noch weiter bis zu einem SP bei Vente Beach nahe Silute.
Mitten im Nemunas Delta finden wir zwar keine Vögel, denn die sind schon alle weggeflogen, dafür diesen nettem Bootshafen,

der von einem ehemaligen Leuchtturm bewacht wird.

Entlang der Strasse dieses übergroße Vogelhaus – oder war das doch gar ein Wasserturm???

Panemune Castle glänzt eher durch sein ‚völlig ausgebuchtes Restaurant‘,

während Raudone Castle mittlerweile zur Schule umfunktioniert wurde

und die Künstler und Kunsthandwerker im Zypliai Castle offensichtlich nur am Wochenende arbeiten,

heute, am Freitag sind da nur Bustouristen und Heiratswillige anzutreffen. Fahren wir weiter nach Kaunas,

mit seiner herrlichen Altstadt,

die durch eine 1,7km lange Fußgängerzone mit der Neustadt verbunden ist.

Leider ist davon derzeit nur der Teil in der Altstadt wirklich sehenswert,

denn in der Neustadt wird diese Strasse auf gut 1km Länge umgebaut, Röhren und Leitungen werden neu verlegt, erst kurz vor dem Ende bei der orthodoxen Erzengel St. Michael Kirche

sind die Arbeiten schon fertiggestellt, man bekommt bereits einen Eindruck davon wie schön diese Strasse in 1-3 Jahren wird. Hier noch eine der zahlreichen Skulpturen, die in dieser Stadt an allen Ecken und Enden zu finden sind.

Wir setzen Kaunas auf unsere ‚da kommen wir nochmal her‘ Liste und fahren weiter zu einem bei I-Overlander gefundenen SP am See, ca. 20km östlich von Kaunas.

Sonneuntergang, Abendessen, Gute Nacht, morgen sehen wir uns hoffentlich im nächsten Kapitel wieder.

© Anja & Wolfgang, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nochmals 3 Monate Australien, dann während unser Auto nach Japan verschifft per Flug, Bus und Boot durch Kambodscha und Vietnam. Mit dem Auto durch 4 Monate durch Japan, weiter nach Russland und dann auf den üblichen Umwegen durch Kasachstan, Kirghistan, Tajikistan, Richtung Westen, um nach 340 Tagen, 56.000km) dann Mitte Oktober in Deutschland anzukommen.
Details:
Aufbruch: 12.11.2017
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.10.2018
Reiseziele: Australien
Malaysia
Kambodscha
Vietnam
Japan
Russland / Russische Föderation
Kasachstan
Kirgisistan
Tadschikistan
Estland
Lettland
Litauen
Polen
Tschechische Republik
Slowakei
Österreich
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.