Reise um die Welt

Spanien-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2018 - September 2019  |  von Sabine C

Nach Barcelona

Girona

Meine erste Station in Spanien war Girona. Mehr der Wettervorhersage geschuldet bin ich einen Tag dort geblieben. Nach Girona bin ich mit dem Zug gefahren. Mein Respekt vor den Steigungen war zu groß.
In Girona angekommen war es erstmal regnerisch und die Stadt erschien mir nicht so einladend. Am nächsten Tag änderte sich mein Eindruck. Ich hatte mich noch abends nach Stadtführungen erkundigt und habe an einer Führung durch die historische Altstadt teilgenommen. Die zweisprachige Führung in Englisch und Spanisch war für mich ganz gut, um etwas ins Spanische zu kommen. In Spanien ankommend - sozusagen am Grenzbahnhof - habe ich kein Wort auf Spanisch herausgebracht. Nicht mal Guten Tag!!
Die mittelalterliche Altstadt von Girona ist in einen Hang gebaut und wird zum Berg hinauf von einer Stadtmauer, auf der man Spazieren gehen kann, abgeschlossen. Am unteren Ende wird sie von einem Fluss begrenzt. Entsprechend viele Treppen hat die Altstadt. Eine Kathedrale und einige schöne Kirchen können besichtigt werden. Besonders hervorgehoben hat die Stadtführerin die Rolle der Fliegen. Die Fliege ist ein Wahrzeichen der Stadt. Die Fliegen haben die angreifenden Franzosen getötet und in die Flucht geschlagen. Eine wahre Heldentat, konnten die Fliegen doch zwischen Freund und Feind unterscheiden. Und das alles zur Zeit eines Bischofs - Narziss - der aus Augsburg nach Girona kam.
Während das südliche Spanien 700 Jahre von den Arabern besetzt war, waren die Araber nur 80 Jahre im nördlichen Spanien. Die Franzosen haben geholfen, die Araber zu vertreiben. Dementsprechend groß ist der französische Einfluss, der sich auch in der katalanischen Sprache wiederspiegelt. Katalan ist eine Mischung aus Französisch und Spanisch.
Bemerkenswert fand ich die vielen katalanischen Fahnen in den Fenstern und die Transparente mit der Forderung nach Freiheit für die eingesperrten katalanischen Politiker.

In Girona konnte ich dann auch mein Rad mal 'professionell' aufpumpen. Es gibt viel Rennradsportler in Girona und Umgebung und auch einige gute Radläden. Für mich ist Girona eine Entdeckung! Eine gute Alternative zu Italien oder Mallorca fürs Radtraining im Frühjahr oder Herbst. Sie hat atmosphärisch viel zu bieten.. Es gibt viele nette Restaurants und Bars. Und die Stadt hat ein Eigenleben, jenseits des Tourismus.

Blick auf Girona

Blick auf Girona

Treppe in der Altstadt von Girona

Treppe in der Altstadt von Girona

Diese Transparente sìnd in Girona allgegenwärtig

Diese Transparente sìnd in Girona allgegenwärtig

Teil der Stadtmauer

Teil der Stadtmauer

Im Innenhof einer ehemaligen Kirche

Im Innenhof einer ehemaligen Kirche

In einer Kirche, die als Ausstellungsraum genutzt wird

In einer Kirche, die als Ausstellungsraum genutzt wird

Girona am Fluss

Girona am Fluss

Radeln in Spanien

Bis nach Barcelona waren es dann noch 118 km auf meiner geplanten Route. Am Samstag ging es weiter, erst auf dem Radweg von Girona nach St. Felix der zwar nicht asphaltiert, aber sehr gut befahrbar ist. Steigungen vermeidend hatte ich die Route entsprechend geplant. Nach einer kurzen Pause an der Stelle, an der ich den Radweg verlassen musste, ging es auf der Landstraße weiter. Der Radweg war am Samstag gut befahren von Wochenendsportlern. In der Pause erkundigt sich ein junger Radler nach meiner Tour und offenbarte, dass er gerne mal mit dem Rad die Welt umrunden würde. Schön zu hören, dass andere ähnliche Ideen haben.
Nach wenigen Kilometern auf der Landstraße landete ich in einer Sackgasse. Ich stand vor verschlossenen Werkstüren durch die ich hätte fahren sollen. Komoot hat offensichtlich nicht gewusst, dass es sich um einen Privatweg handelt. An dieser Stelle ging es auf der geplanten Tour für mich nicht weiter. Es gab nur noch die Autobahn. Einen Moment habe ich damit liebäugelt einen kurzen Abschnitt Autobahn zu fahren, mich dann aber entschlossen, das Navi auszuschalten und über Tossa del Mar und Lloret del Mar zu fahren und die Steigungen in Kauf zu nehmen. Landschaftlich hat sich dieser Weg auf jeden Fall gelohnt. Eine wirklich sehr schöne Strecke zum Radfahren und die Straßen sind perfekt. Sie haben meist einen Seitenstreifen, auf dem man als Reiseradler relativ gefahrlos unterwegs sein kann. Die Steigungen habe ich bis auf 100 m, die ich schieben musste, gut bewältigt und hatte so über 600 hm bei 72 km. Die Rennradsportler sind an mir vorbeigeflitzt.

Jede Übernachtung ist anders auf meiner Tour. Und das absolute Highlight bis jetzt war das Hotel in Pineda del Mar. Mit Abstand das billigste, aber auch das Beste. Zum letzten Saisontag gab es wohl ein Supersonderangebot.
Am nächsten Tag war dann die letzte Etappe auf dem Weg nach Barcelona zu absolvieren. Morgens ging es bei strahlendem Sonnenschein los. Abwechselnd auf der Strasse und am Strandweg. Nach einer Weile ging es auf der N11 weiter. Die Straße war voll mit Rennradsportler. Einzeln oder in Gruppen nutzten sie den frühen Sonntagmorgen auf der noch relativ wenig befahrenen Straße. Die Strecke war wieder erwarten durchaus wellig. Fast ausnahmslos bekam ich positives Feedback von den Rennradfahrern. Das kam für mich unerwartet, aber es spornte mich auch an.
Sowie der Tag fort schritt und ich mich Barcelona näherte wurde der Verkehr dichter, sowohl auf der Straße als auch auf dem parallel verlaufenden Strandweg. Da ich genug Zeit und keine Lust mehr hatte im starken Verkehr zu fahren, fuhr ich im Schritttempo auf dem Strandweg. Ab Badalona gibt es dann städtische Radwege, die in Barcelona teils in der Mitte der Strasse, neben der Strassenbahnlinie oder dem Grünstreifen verlaufen. Es gibt ein wirklich gut ausgebautes Radwegenetz, das auch gut genutzt wird.
Dank Google Maps fand ich meine Unterkunft relativ schnell und bleibe jetzt für eine Woche dort und mache einen Spanischkurs.

Auf dem Weg nach Tossa del Mar

Auf dem Weg nach Tossa del Mar

Zwischen Tossa und Lloret de Mar

Zwischen Tossa und Lloret de Mar

Strandweg nach Barcelona

Strandweg nach Barcelona

© Sabine C, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Verkehrsmittel werden Fahrrad, Schiff, Zug und Bus sein. Es ist ein langgehegter Traum von mir, die Welt zu umrunden und dabei kein Flugzeug zu benutzen.
Details:
Aufbruch: 30.09.2018
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: September 2019
Reiseziele: Deutschland
Frankreich
Spanien
Marokko
Brasilien
Argentinien
Uruguay
Live-Reisebericht:
Sabine schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Sabine C berichtet seit 4 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/24):
Marion 1544765856000
Liebe Sabine, ich lese jeden neuen Bericht von Dir mit großer Be­geis­te­rung und schaue mir die tollen Fotos an. Also mir wäre das Campen so alleine nichts. Da be­wun­de­re ich Deinen Mut. Hier geht der Advent in den En­dspurt und die Tage werden kälter, so dass wir viel­leicht doch weiße Weih­nach­ten er­le­ben.
Dir eine gute, sichere Wei­ter­rei­se. Viele Grüße aus Esch­born
Antwort des Autors: Wünsche Euch auf jeden Fall weiße Weihnachten. Und du hast recht, ich kann mir auch was besseres vorstellen, als alleine mit ein paar Hunden auf einem Campingplatz zu sein. Aber es gibt Schlimmeres...,
Erika 1544139016000
Hallo Sabine, endlich habe ich Zeit mich bei Dir zu melden. War alles ziem­lich auf­re­gend hier die Wohnung in Santi­a­go ein­zu­rich­ten. Weisst du jetzt schon den Termin, wann du in Santi­a­go bist. Ich weiss es auch nicht mehr genau, benö­tigst du unsere Ad­res­se.
Meine Tochter wird in den nächsten drei Wochen vo­raus­sich­tlich um­zie­hen.­
Ich wünsche Dir wei­ter­hin eine schöne Reise. Hört sich ja auch bei dir alles sehr span­nend an. Ich fahre ja hier auch alles mit dem Rad, aber das ist ganz schön gef­ährlich. Ich glaube, hier hassen die Au­to­fah­rer die Rad­fah­rer­.
Vie­le Grüße
­
E­ri­ka
Antwort des Autors: Hallo Erika, schön, dass du dich meldest. Da hast Du ja eine Menge zu tun gehabt. Ich werde so Mitte März in der Region um Santiago de Chile sein und bin dann natürlich froh, wenn ich eine Adresse habe, an die ich eventuell Ersatzteile schicken kann. Wir können über Whatsapp in Kontakt bleiben. Schöne Grüße Sabine
Elke 1543600564000
Hallo Sabine, schön dass du nach dem an­fänglichen Un­woh­lsein in BA dann doch noch­
viel von der Stadt sehen kon­ntest. Ich be­wun­de­re deine Kom­mu­ni­ka­tion und wie schnell du immer An­schluss fin­dest. Du schreibst von dem herr­lichen Duft der Linden und auf den Bildern im Park sieht auch alles wun­derschön grün aus. Zu Hause regnet es gerade, es ist trüb und kalt, aber eben nicht so kalt das es für eine Schnee­decke reicht. Halt unser typisches No­vem­ber­wet­ter. Am Woche­nen­de ist 1. Advent und seit gestern haben nun alle Weih­nach­tsmärkte in der Region geö­ffnet und die Menschen be­fin­den sich wie immer im Weih­nach­tsstress. Wir fahren am 20. Dez­me­ber ins Tan­nhei­mer Tal und hoffen eine schöne weiße und besin­nliche Weih­nacht. Dir wünsche ich eine un­fal­lfrei­e Wei­ter­fahrt mit dem Rad und ich bin schon ges­pannt wie es wei­ter­geht. Viele Grüße Elke
Antwort des Autors: Hallo Elke, vielen Dank für deine Nachricht. Ich wünsche Euch Schnee im Tannheimer Tal und eine gute Zeit dort. Das Skifahren werde ich diesen Winter schon vermissen. Viele Grüße Sabine