Per Anhalter von Indonesien über Mongolei und Afghanistan nach Deutschland

Reisezeit: Dezember 2006 - Juli 2009  |  von Piotr Nogal

Jo und die Filipinos

Aus der Idee mit dem Schiff von Malaysia Borneo auf die Philippinen anzureisen wurde aus Sicherheitsgründen nichts und so nahm ich einen Flug von Kota Kinabalu. Per Nachtbus erreichte ich die Hauptstadt vom malaysischen Staat Sabah. Ich hatte sieben Stunden Zeit, bis der Flieger mich Richtung Philippinen bringt. Nach einem indischen Frühstück zusammen mit einem Brasilianer und Schweden und entspannter Zeit an der Wasserfront wollte ich den Airportbus nicht verpassen und war bereits eine halbe Stunde vor Abfahrt an der Haltestelle. Dort versicherte man mir, dass ich meinen Flug rechtzeitig erwische. Nach mehrmaligem Fragen verschiedener Leute, mehrte sich die Auskunft, dass es aufgrund von Stau an diesem Tag zu unregelmäßigen An- und Abfahrten kommt. Dennoch wurde mir weiter zugesichert, dass ich zur "Check-In" Zeit ankomme.
Die letzten Warteminuten vergingen und der Bus war immer noch nicht da, somit entschloss ich mich das 13 mal teurere Taxi zu nehmen, dafür aber sicherlich zu gewünschter Zeit am Flughafen anzukommen. Der zweistündige Flug verlief einwandfrei und bereits von oben konnte ich mir ein Bild vom Land, das sich von 5° bis 21° nördlicher Breite und von 117° bis 126° östlicher Länge erstreckt, machen. Das Wasser färbte sich stellenweise von hellem Türkis bis zum dunkel Blau. Plan mäßig angekommen, jedoch ohne heimische Währung, wollte ich beim nächsten Geldautomaten für die nächsten Tage Geld abheben. Es blieb schließlich bei einer netten Dame am Wechselstand. Der Automat war nicht funktiosfähig.
Die ersten philippinischen Pesos, gab ich für die Fahrt nach Manila aus. Eine Hauptstadt, wie ich noch nie zuvor gesehen habe. Eine Mischung zwischen Jakarta und Kuala Lumpur. Einerseits runtergekommen andererseits im Aufbau beziehungsweise bereits modern. Das erste aber, was ich an Neuem auf meinem Asien trip sah, waren die sogenannten "Jeepneys" und umgebaute BMX-Räder mit angeschweißten Beiwägen, die als Transportmittel benutzt werden. Sowohl Kunterbunte Motive, die auf den Fahrzeugen gemalt werden, als auch sämtliche installierte Beleuchtungen und Hupen. Auffallen und Beindrucken ist dort wohl das Motto.

Am gleichen Abend kostete ich das heimische Essen und war von Anfang an begeistert. Reichlich Fleisch wird dort verzerrt. Sofort kam mir der Gedanke, vielleicht kann ich hier meine über zehn Kilo wieder einholen, die ich in der letzen Zeit verloren habe. Der hohe Konsum von Fleisch ist durch den 90 prozentigen Anteil an Christen aller Einwohner auf dem Land der 7107 Inseln zu begründen. Für mich einfach toll! Auch sind die Filipinos, sehr von Musik begeistert. Am nächsten Abend auf der Hafenpromenade, spielten viele Bands und auch Solosänger für alle Passanten und Besucher der kilometerlangen Bucht, heimische aber auch weltweit-bekannte Stücke. Weit entfernt von der lauten Musik, besuchte ich einen chinesischen Friedhof, der in Manila sehr berühmt ist. "Helden" und viele wichtige Personen liegen hier begraben. Es schien mir aber, in ein anderes Viertel der Stadt zu kommen, denn die Grabmäler, sind kleine Häuser. Abundzu sogar mit einer Toilette und einer kleinen Küche. Scheinbar für den Zweck, wenn man mit den verstorbenen Geburtstag oder sonst einen Feiertag feiern möchte. Abgeschlossen habe ich diesen Tag mit der Organisierung für den Vortrag. Per Nachtbus fuhr ich zur neun Stunden entfernten Stadt Legazpi und erreichte diese in den Morgenstunden des darauf folgenden Tages. Auf dem Weg aber, passierte der Bus auch mehrere Baustellen. Eigentlich ist eine Baustelle nichts besonders, doch auf den Philippinen ein Abenteuer! Keine Ampeln, die die einspurige Fahrbahn regeln sondern Bauarbeiter ( ohne Beleuchtung, bei voller Dunkelheit und um Mitternacht) mit einer roten und grünen Fahne, die Stop oder Weiterfahrt deuten.

Das Highlight in Legazpi ist der aktive Vulkan "Mt.Mayon". Dieser wird auch gerne als schönster auf der Welt bezeichnet, aufgrund der beinahe symmetrischen Steigung zu einem Kegel. Genau so hatte ich mir einen Vulkan immer vorgestellt! Eine kurze Weile verbrachte ich auf einem Hügel und genoss den Ausblick, bevor ich mit einem Jeepney zurück in die Innenstadt fuhr. Lustiges spielte sich für mich auf den Straßen der Stadt ab, wie auf Knopfdruck wollten viele Leute nur in eine Richtung. So fuhren die "tricycles" mit bis zu einer elfmann-Besatzung dem Sonnenuntergang entgegen. Stunden später drehte sich auf einem Markt auf der Hauptstraße alles nur um das Essen. Ganzes, Teile oder einfach nur die Gedärme eines Hühnchen wurden gegrillt und an den Mann gebracht. Vegetarisches gab es auch, doch die meisten Stände waren mit Fleisch bestückt. Nebenbei fuhren Verkäufer mit ihren fahrbaren Heizwägen und verkauften kiloweise frisch-geröstete Erdnüsse. Probiert habe ich natürlich alles.
Mein Weg in den Süden des Landes war aber nicht nur wegen dem Vulkan gewählt. Nein, ganz weit oben stand, das Schnorcheln mit Walhaien bei dem weltberühmten Dorf "Donsol". Was ich da Unterwasser erlebte traute ich erst meinen eigenen Augen nicht! Mit einem kleinem Boot fuhr ich in einer Gruppe weit ins Meer hinaus, bis der Bootsführer das Signal "Springen!" gab. Es kam mir vor, als wäre ich einem Spezialkommando. Kaum waren wir alle im Wasser, tauchten wir Richtung leeres dunkles Gebiet ab. Plötzlich bewegte sich etwas. Das etwas war so groß, dass ich von links nach rechts schauen musste um es gesamt aufnehmen zu können. Unglaublich, ich hatte meinen ersten Walhai gesehen. Mit seiner Größe von ungefähr acht Metern, gehörte er zu den großen seiner Art. Es folgten mehrere Ausstiege aus dem Boot um nach dem größten Fisch der Meere zu schnorcheln. Besonders beim letzten Mal, muss ich zu geben, dass ich ein wenig Angst bekommen habe. Als erster Sprang ich ab und hatte den Walhai direkt frontal vor mir. Nur wenige Zentimeter trennten mich von seinem breiten Maul. Zwar ist es ein reiner Planktonfresser, dennoch habe ich mich schnell aus dem Weg gemacht, auch wenn es nur "Beine einziehen" war. Unglaublich!

Im Dorf selbst, machte ich eine kleine Runde und besuchte eine Fischerfamilie. Früher lebten sie vom Walhai-Fang. Da dieser mittlerweile unter Schutz steht, dienen ihre Boote rein dem Fischfang. Anfangs saß neben mir nur ein Mann, ungefähr zehn Minuten später dreißig Leute, angezogen durch das Gerede im Dorf, dass ein "Amerikano" im Haus des Nachbarn ist. Geht man in den Nebenstädten, Dörfern oder einfach auf abgelegenen Straßen in Philippinen, wird man mit einem ernsten "Hy Jo" begrüßt. Egal wie man heißt! Durch die amerikanische Besetztung, ist noch vieles erhalten geblieben. Auch viele Instand-Produkte im Lebensmittelbereich und westliche Arm- und Handbewegungen wie 50Cent und Co. sind dort normal.
Anders als bei den Amerikanern, ist hier der Gockelkampf ein und alles! Nicht selten sieht man Männer mit ihren Gockeln am Arm tragend spazieren gehen. Besondere Pflege und spezielles Futter inklusive! Sonntags ist es dann immer soweit! "Kampf ums Überleben." Oft verwetten Familienväter das Budget des Haushaltes bei einem Gockelkampf doch auch oft gewinnen sie das doppelt oder dreifache vom Einsatz. Mit der Zeit konnte ich rausfiltern, worauf dort Wert gelegt wird. Wie bereits erwähnt, der Gockel, das Handy und anschließend das "Tunen" des Gefährts, seis nur ein Moped mit 2 PS oder ein Jeep.
Unverständlich bleibt für mich weiterhin, wie sich die viele Leute ein Handy leisten können, wenn sie ganztags um Geld betteln. Große Augen machte ich, bei der Fahrt mit einer Fähre von der Insel "Süd Luzon" über "Masbate" nach "Cebu". Wie Piraten in vielen Filmen, stürmten Leute mit ihren Booten an die Wand der Fähre und spreizten ihre eigenhändigs gebauten "Geldschirme" auf. Babys, Behinderte Kinder und Alte, nahm man scheinbar als Grund für das notwendige Geld mit. Eine andere Weise Zahlungsmittel anzuschaffen, ist Tücher für den Ganghebel zu verkaufen. Unglaublich,aber tatsächlich benutzen viele diese! Ein harter Job, der sich aber bezahlt macht. Durch die tägliche Sonneneinstrahlung und Abgase, springen die Verkäufer in teils komplett vermummten "Kostümen" von Autofenster zu Autofenster. Und das bei über 30 Grad!

In Cebu City, der Hauptstadt von der Insel "Cebu", besuchte ich mit "getarnten" Namen eine Reisemesse. Reingekommen bin ich nur mit meiner kleinen Tasche. Verlassen habe ich diese, mit Broschüren über das Tauchen, Wandern und und und in Philippinen. Zusammen mit einem Engländer informierte wir uns nur über eine Insel. Am darauf folgenden Tag, betraten wir bereits die Fähre zu dieser, namens "Bohol". Gegend Abenddämmerung bauten wir dann schließlich sein Zelt auf einer Klippe der Insel mit einer Aussicht zur weiten See und machten uns über das Lagerfeuer her. Ein Abenteuer, dass ich schon lange nicht mehr hatte. Auf dem Weg zum Strand passierte etwas, mit dem keiner gerechnet hat. Ein "Tricycle" raste ungebremst (Bergab) nur knapp an uns vorbei und prallte gegen ein geparktes Auto. Ein Mädchen sprang noch Millisekunden davor ab, landete aber unsanft am Asphalt. Zum Glück war nichts ernstes Geschehen. Noch viele Stunden später war das Unfallgeschehen nicht geräumt und die örtliche "Polizei" damit beschäftigt alles aufzunehmen.
Bei den "Chocolate Hills" immernoch auf der gleichen Insel, die sich in der Sommerzeit braun und in der Regenzeit grün färben, began unsere Zeit des "Trempens". Hinzu nahm der Engländer und ich einen Bus. Doch aufgrund der schrecklichen Musik und für Europäer zu engen Sitze, beschlossen wir den nach Hause Weg etwas anders zu gestalten. Mit viel Glück, hielt das erste Auto nach dem ersten Hand raushalten an und so fuhren wir auf der Ladefläche einer Keksverkäufern zur nächsten Ortschaft mit. Dort machten wir halt um uns die kleinsten Affen (Tarsier) der Welt anzuschauen. Deren Augen sind so groß, weil sie nur Nachts aktiv sind und sie bei voller Dunkelheit dennoch etwas sehen müssen.

Unser Glück hatte uns weiterhin nicht verlassen, weiter Richtung "Tagbilaran" nahm uns ein Lastwagenfahrer mit und später noch ein anderer zu unserer Bleibe. Am nächsten Tag auf der Insel "Negros", auf die wir mal wieder mit einer Fähre kamen, staunten wir am Ende des Tages über unsere "Arbeit". Geschätzt 180 km nur per Anhalter in acht verschiedenen Fahrzeugen unterwegs gewesen. Von der südöstlichen Stadt "Dumaguete" bis hin zur Hauptstadt "Bacolod". Unter anderem saß der Engländer, Jonathan und ich mit unseren Gepäck auf nur einem Sitz eines kleinen Autos, auf einer Ladefläche eines LKW´s, in der Kabine eines Trucks aus dem Jahre 1960 oder einer komfortablen Kabine eines moderenen LKW´s. Zu Abschluss haben wir uns ein komplettes Hühnchen geleistet und das so richtig genossen. Bierzelt-Stimmung ist aber nicht aufgekommen.
Mit der Zeit hat uns aber das Glück verlassen. Geplant hatten wir über See auf die wunderschöne Insel "Palawan" zu reisen. Nicht dass es nur Montags möglich ist, nein, auch der nächster Termin war komplett ausgebucht. Nun standen wir da und wussten erstmal nicht weiter. Auf die Insel sind wir dann aber doch noch gekommen. Erst zurück nach Cebu und von dort nach Palawan. Mit einem Flugzeug, kamen wir in "Puerto Princesa" an. Insgesamt haben wir uns damit zwei Tage Sitzen eingespart, aber trotzdem wollte ich wenigstens die Philippinen auf Land und See bereisen.
Vom Flugzeug aus konnte ich die schmale aber dennoch große Insel bestaunen. Sehr gebirgig, grün und umgeben von türkisblauen "Wasser". WOW! Abends zeigten mir Jugendliche ihre Kunststücke auf deren BMX und ich war vom Beherschen der Räder wirklich begeistert. Die Tricycles sind dort aber auch nicht ohne. Es kam mir so vor, als hätte jede Insel seinen eigenen Stil vom Design der Motoräder mit Beiwagen. Auf der einen Insel, klein aber mit lauter Musik, auf der anderen groß mit großem Auspuff aber keiner Musik, auf einer anderen mit Scheinwerfern von Autos und viele verschiedene mehr.

Auf den üblichen Märkten der Städte, fand ich in Puerto Princesa, neue Sorten an Fisch zum Verkauf. Dabei posierten die Verkäufer gerne für Fotos und es entstanden viele tolle Aufnahmen. Zum Geruch in der Halle, fasse ich mich nur kurz - nicht für jeden bestimmt. In Sabang aber, eine Dorf an der westlichen Küste von den Insel, ca. zweieinhalb Stunden mit einem vollbeladenem Jeepney entfernt (Reifenpanne miteinberechnet), war von einem Markt keine Spur. Im Gegenteil, die Einwohner waren mehr mit einem Festival und Umzug bekümmert, bei dem viele zusammen kamen. Wurden Familienväter gesucht, wusste man genau, wo man diese wiederfindet. Genau, es war Sonntag und das heißt Gockelkampf. Mittlerweile verstehe ich, warum diese Kämpfe verboten sind. Trotz des Verbots aber, wird nur zu diesem Zweck gezüchtet. Nicht selten gehört zum Anwesen einer Familie eine Anzahl von 20 Gockeln. Wie sich das morgens anhört, kann sich jeder denken! Außer dem Gockelkampf, Umzug und den Festival selbst, besuchten wir in Sabang den längsten unterirdischen Fluss auf dieser Erde, mit einem Boot und Guide.
Zuerst aber musste Jonathan und ich auf dem dort genannten "Monkey trail" den Weg hinzu finden, wobei dieser mit unzähligen Moskitos und anderen Hindernissen "bestückt" war. Am Schluss aber, hat sich der Weg gelohnt. Hunderte Fledermäuse und angenehme Temperaturen waren der Lohn dafür. Tage darauf erreichte ich nach siebenstündiger Fahrt auf einem Fischerboot das Trauminsel-Gebiet und Stadt "El Nido" zugleich. Dort erkundete ich mehrere wunderschön gelegene Strände und auch Lagunen. Durch einen kleinen Spalt musste ich schwimmen, um in die "Secret Lagoon" zu kommen. Ein weiteres Highlight!
Am Strand spazieren gehen, im warmen Wasser relaxen, die Umgebung genießen, leckeres Essen speisen und und und vertrieb mir dort die Zeit eher es mit einer weiteren Fähre in den Norden der Philippinen ging.

© Piotr Nogal, 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Per Anhalter auf dem Land- und Wasserweg von Indonesien über Mongolei und Afghanistan nach Deutschland..
Details:
Aufbruch: 30.12.2006
Dauer: 31 Monate
Heimkehr: 27.07.2009
Reiseziele: Indonesien
Malaysia
Philippinen
Thailand
Myanmar
Laos
Kambodscha
Vietnam
China
Der Autor
 
Piotr Nogal berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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