Atacama Wüste

Reisezeit: Mai - August 2005  |  von Michael B.

Südamerika: Atacama Wueste (San Pedro de Atacama)

Seit Dienstag sind wir nun im urigen kleinen Doerfchen San Pedro mitten in der Atacama-Wueste, dem trockensten Fleck der Erde. Die Busfahrt mit weit mehr als 1.000 km und ueber 15 Stunden von La Serena verlief sehr gut und sogar mit eine wenig Schlaf. Die letzten 150 km von Calama nach San Pedro am Morgen waren landschaftlich sehr beeindruckend als draussen erstmals die steinig-staubige, teils rot schimmernde Wueste vorbeizog. Im Hintergrund immer die schneebedeckten Anden und ueberall eine Menge Vulkane um uns herum. Davon gibt es hier wirklich genug, so ca. 2.050 in Chile, davon sind noch um die 50 aktiv, bisher blieben wir aber von Ausbruechen verschont.
San Pedro gefaellt uns augesprochen gut, die ca. 1.900 Einwohner zaehlende Siedlung auf ca. 2.200m Hoehe scheint ein Anziehungspunkt fuer "abgefahrene Aussteiger" aus der ganzen Welt zu sein. Die Strassen hier bestehen alle aus Sand und die Haeuser sind alles so kleine Lehmgebaeude, was es sehr gemuetlich macht.

San Pedro de Atacama, hinten links da wohnen wir

San Pedro de Atacama, hinten links da wohnen wir

Chilenische Kinder beim Dorffest in San Pedro

Chilenische Kinder beim Dorffest in San Pedro

Blick in die Wueste (Death Valley), hinten ein paar Vulkane

Blick in die Wueste (Death Valley), hinten ein paar Vulkane

Die "Stadt" hat auch einige Lokale, wo man abends nett essen oder einen der schon so viel zitierten Pisco Sour zu sich nehmen kann. In der Mitte brennt dann meist ein Lagerfeuer, denn tagsueber ist es hier zwar derzeit immer so zwischen 20-25 Grad in der Wueste oder waermer, aber nachts wird es wirklich richtig schattig, teils bis weit unter dem Gefrierpunkt. Wie gut auch, dass es mehrere Decken fuer die Nacht gibt, denn Heizungen haben wir hier noch keine gesehen.

Den ersten Tag ging es dann von San Pedro mit genuegend Wasser zu Fuss in die Wueste zum Pukara de Quitor, eine alte Festung aus dem 12. Jhdt.. Von dort hatten wir erste tolle Fernblicke in die Wueste und kleinere Oasen rund um San Pedro.

Den zweiten Tag waren wir dann zum spaeten Nachmittag im Valle de la Luna ("Mondtal"), das nur ca. 13 km von San Pedro entfernt liegt. Die Landschaft hier mit den Salzbergen und Sandduenen koennte wahrlich fuer einen Science-Fiction herhalten. Bei Sonnenuntergang glitzert dann noch alles rot und wirkt sehr mysthisch. Kein Wunder, dass es hier sehr viele Ufo-Glaeubige hinzieht.

Schliesslich haben wir noch einen Ausflug weiter in den Salzsee, den "Salar de Atacama" unternommen. Der Untergrund besteht hier fast vollstaendig aus Salz und in einigen Restwasserflaechen (die unterirdisch gespeist werden) konnten wir einige wunderschoene Flamingos bewundern, die sich erwas Nahrung aus dem Wasser fischten.

Ueber die Andendoerfer Tocanao und Socaire erreichten wir am Donnerstag in den Hochebenen die Altiplano-Lagunen. Ein wunderschoener Anblick der Lagunen (Miscanti und Meniques) mit einigen "5000++"-Vulkanen direkt dahinter. Nur die Luft auf 4.200m war hier oben schon etwas duenn und wir haben uns schooooeeeen langsam bewegt, denn man kommt schon schnell aus der Puste. Die lange schaukelige Anfahrt auf Schotterpisten hat sich mehr als gelohnt. Auf der Rueckfahrt gruessten uns ein paar freundliche Lamas an einem Flusslauf.

Am naechsten Tag klingelte dann schon um kurz nach 3 Uhr nachts unser Wecker. Um 4 gings los zu den Geysiren auf 4.500m Hoehe. Dieser Morgen war ebenfalls unbeschreiblich. Beim Sonnenuntergang fangen eine Vielzahl von Geysiren an heisses Wasser und Dampf in die Luft zu schleudern. Dies ist direkt beim Sonnenaufgang am schoensten zu sehen, da hier die Temperaturunterschiede der Luft und Erde am groessten sind. Und es war echt kalt da oben, -11 Grad Celsius, bbbbbrrrrrhhhh. Der Anblick des Geysir-Felds mit den Rauchfontaenen und die aufgehende Sonne, unbeschreiblich. Danach haben wir uns dann in einem natuerlichen Wasserbecken, das durch die Geysire gespeist wird, etwas aufgewaermt. Das Wasser hatte ca. 30 Grad. Rein da ging schnell, aber dann wieder raus bei -11 Grad war da schon echt frostig.

Da wir keine Plaetze mehr fuer den Linienbus am Freitag bekommen haben, sind wir noch bis Samstag geblieben und haben mit dem Mountain-Bike ein wenig die Wueste erkundet. Schoen warm. Leider gibt es in der Wueste keine Wegweiser, sodass wir uns ein paar mal etwas "verfranst" haben, dafuer wurden wir aber mit wunderschoenen Aussichten fernab der Strassen belohnt.

Ja, nachher geht es dann mit einem weinenden und einem lachenden Auge um kurz vor 21 Uhr weiter mit dem Bus Richtung Arequipa. Die Woche in der Wueste wird uns unvergeslich bleiben, alles andere als trocken und oede hier, die Wueste lebt! Wir glauben wir sind ein bisschen wuesten- und Chile-suechtig geworden, wir wollen auf jeden Fall irgendwann wiederkommen....

Die Geysire de Tatio auf 4.500m, frostig kalt und wunderschoen

Die Geysire de Tatio auf 4.500m, frostig kalt und wunderschoen

Mit dem Mountainbike durch die Atacama-Wueste

Mit dem Mountainbike durch die Atacama-Wueste

Salar de Atacama - Viel Salz und ein Flamingo

Salar de Atacama - Viel Salz und ein Flamingo

... Und taeglich gruesst das Lama(tier)

... Und taeglich gruesst das Lama(tier)

Unser Aufwaermbad bei 30 Grad auf 4.500m am Geysir de Tatio bei -11 Aussentemperatur

Unser Aufwaermbad bei 30 Grad auf 4.500m am Geysir de Tatio bei -11 Aussentemperatur

Atemberaubend Landschaft, nochmals der schoene Lagunensee

Atemberaubend Landschaft, nochmals der schoene Lagunensee

© Michael B., 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Willkommen zu unserer kleinen Weltreise von Anfang Mai bis Ende August 2005. Wir wünschen viel Spass bei der Lektüre, Sarah und Michael
Details:
Aufbruch: Mai 2005
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: August 2005
Reiseziele: Argentinien
Chile
La Serena
Atacama Wüste
Peru
Titicacasee
Kanada
Inside Passage
Fidschi
Neuseeland
Coromandel
Australien
China
Guilin
Thailand
Ko Phi Phi
Der Autor
 
Michael B. berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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