Indien/Nepal 2008

Reisezeit: März / April 2008  |  von Sabine H.

Doch noch Annapurna !

03.04.2008

Völlig arglos stehe ich auf und stelle mich unter die Dusche. Das ist in Nepal eine besonders tolle Erfahrung, denn in Indien waren alle Duschen immer kalt, hier sind sie heiß ! Ich trotte in den Frühstücksraum, ohne einen Blick auf die Aussicht zu riskieren, ich erwarte ja nichts mehr. Das Hotel hat einen Aussichtsturm, ok, da klettere ich jetzt doch mal hoch. Huuch !!! Berge !!! Wow ! Da sind sie ja alle ! Durch einen hauchdünnen Dunstschleier etwas vernebelt, das geht bestimmt besser, aber ich will ja nun auch nicht mega-anspruchsvoll werden !

Fishtail-mountain - Machhapuchhare

Fishtail-mountain - Machhapuchhare

Nicht klar, aber man sieht sie, oder ?

Nicht klar, aber man sieht sie, oder ?

Ich jedenfalls, bin begeistert ! Das sieht sooo schön aus !

Ich jedenfalls, bin begeistert ! Das sieht sooo schön aus !

Zurück über die fiesen Straßen Nepals

Zurück über die fiesen Straßen Nepals

Reisfelder links und rechts

Reisfelder links und rechts

Das ist eine Kundgebung maoistischer Parteigänger. Die Demonstration ist sehr groß, wir kommen an sicherlich 100 Demonstranten vorbei. Ich verkneife mir das Fotografieren, denn es könnte sein, daß die nicht unbedingt Spaß verstehen.

Das ist eine Kundgebung maoistischer Parteigänger. Die Demonstration ist sehr groß, wir kommen an sicherlich 100 Demonstranten vorbei. Ich verkneife mir das Fotografieren, denn es könnte sein, daß die nicht unbedingt Spaß verstehen.

Alter Mann in irgendeinem Dorf

Alter Mann in irgendeinem Dorf

Yak und/oder Yeti heißt hier vieles...

Yak und/oder Yeti heißt hier vieles...

Schwer zu entscheiden, was besser ist..

Schwer zu entscheiden, was besser ist..

Nepal ice oder Everest...

Nepal ice oder Everest...

Busse, LKW, PKW, Motorräder, Fahrräder - alles quält sich die Serpentinen nach Kathmandu wieder hoch. Der Verkehr ist wieder sehr dicht und die Überholmanöver finde ich auch wieder extrem riskant. Die verunglückten Fahrzeuge entlang der Straße beruhigen nicht gerade. Am schlimmsten sind ein offenbar kurz zuvor verunglückter Kleinbus, den die Dorfbewohner gerade mit Planen abdecken, offenbar um den Blick auf die sicherlich toten Insassen abzudecken und ein ebenfalls kurz zuvor mit einem LKW kollidierter Bus, der nur noch halb so lang ist, wie normal. Auch hier sind Leute damit beschäftigt, Planen zu hängen...Die Frage nach Ambulanzen, die in ausreichender Zahl innerhalb von Minuten da sind oder gar Rettungshubschraubern erübrigt sich.

Wir erreichen die Einfallstraße nach Kathmandu, mein Fahrer erkundigt sich am Straßenrand bei Passanten nach der Stau-Lage und erfährt, daß der Stau aufgrund eines Unfalls 12 KM lang ist. OK, das geht gar nicht. Wir biegen auf eine unbefestigte Piste ab in die Vororte Kathmandus. Unser Toyota Camry ist für diese "Piste" eigentlich nicht gemacht, aber was soll´s, so geht´s schneller. Mein Fahrer fragt sich durch, aber plötzlich liegt der Wagen auf einem Abwasserrohr, das aus der "Straße" weit herausragt, auf. Er gibt vorsichtig Gas, aber das nützt nichts. Wir hängen fest. Wenn wir mit Gewalt Gas geben, ist die Ölwanne aufgerissen, soviel sagt mir mein Auto-Verstand. Also raus und schieben. 2 Passanten helfen und wir kriegen das Auto tatsächlich frei !

Abkürzung durch Kathmandu

Abkürzung durch Kathmandu

Wir schaffen es ohne größere weitere Probleme nach Thamel und mein Fahrer lädt mich wieder am Manang Hotel ab. Der Typ hat sich ein extrem großzügiges Trinkgeld verdient ! Innerhalb von ca. 36 Stunden sicher und schnell von Kathmandu nach Pokhara und retour, das ist eine Leistung, die gewürdigt werden muss !

Zurück im Hotel rufe ich Sunil an und sage ihm, daß ich wieder da bin. Die Abholzeit für morgen früh kann er mir allerdings noch nicht durchgeben, er wartet noch auf den Anruf von Buddha Air, wird aber eine Nachricht für mich an der Rezeption hinterlassen. Also gehe ich aus. Hunger habe ich. Die Auswahl an Restaurants in Kathmandu ist riesig ! Ein Garten-Restaurant etwas abseits der Straße findet mein Gefallen und ich bestelle Pizza. Schande über mich, aber wenn´s irgend geht, vermeide ich Reis + x und ordere stattdessen italienisches Essen. Bin halt so ein Pizza-und-Pasta-Typ...

Ich verbummele noch eine ganze Weile in Thamel und kehre pünktlich zur Happy-Hour in einer der - laut Time Magazine -besten Bars der Welt ein. Erstmal ein Foto, dann die Geschichte.

Rum-Doodle-Bar

Rum-Doodle-Bar

OK, der rum-doodle ist ein fiktiver Berg, 40.500 ft. hoch und damit weit höher als der Everest. Er befindet sich laut seinem Erfinder W.E. Bowman in "Yogistan" und wird 1956 (3 Jahre nach der erstmaligen Besteigung des Everest durch Hilary/Tensing) von einer sehr exzentrischen britischen Expedition erstmals bestiegen. Mr. Bowman hat kaum jemals sein Heimatland Groß-Britannien verlassen und war kein Bergsteiger, hat aber dieses extrem lustige und erfolglose Buch über die Besteigung des rum-doodle geschrieben. Irgendwie hat dieses über viele Jahre bereits vergriffene Buch seinen Weg in Bergsteiger-Kreise gefunden und gilt dort (angeblich) als Bibel, oder Witzbuch, whatever. Jedenfalls wird in den 80er Jahren ein Restaurant/Bar mit 250 Sitzplätzen in Kathmandu nach diesem Berg/Buch benannt. Es wird innerhalb kürzester Zeit zur Institution. Bis heute gilt: Jeder, der Everest bestiegen hat, darf für den Rest seines Lebens hier kostenlos essen und trinken. Jeder Everest-Bezwinger ist hier per Unterschrift an der Wand verewigt und jeder gemeine Tourist, der in Nepal herumgetrekkt ist, darf sich ebenfalls verewigen auf den großen Fußabdrücken aus Papier, wie im Foto zu sehen.

Mit mir hat das nichts zu tun. Ich sitze nur hier, genieße einen Himalayan Ice Tea und freue mich des Lebens. Mittlerweile habe ich das Buch "Ascent of Rum Doodle" gelesen, mich darüber totgelacht und empfehle es auf diese Weise weiter...

Zurück im Hotel erhalte ich an der Rezeption meine message von Sunil: Morgen früh, 06.45, Frühstück sollte zu diesem Zeitpunkt bereits bitte erledigt sein. Wie gut, daß ich in einer bakery zugeschlagen hatte ! Frühstück im Hotel hätte ich so früh nicht bekommen, aber ich bin mal wieder im wertvollen Besitz von vorab gekauften sandwiches !!!

© Sabine H., 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine geführte Privatrundreise durch Rajasthan und über Varanasi nach Nepal - wie üblich, ganz für mich alleine !
Details:
Aufbruch: 21.03.2008
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 06.04.2008
Reiseziele: Indien
Nepal
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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