Chile - mit dem Fahrrad von Santiago nach Feuerland

Reisezeit: Dezember 2008 - Februar 2009  |  von Jörn Tietje

Unterwegs auf der Carreterra Austral: Chaitén - dieGeisterstadt erwacht zum Leben

Ich bin mal wieder das Opfer meiner lausigen Reisevorbereitungen geworden - oder meiner bescheidenen Spanischkenntnisse, was auf dasselbe hinauslaeuft. Die Faehre steuert nicht, wie von mir erwartet und auf allen Karten eingezeichnet, die Rampa Caleta Gonzalo an, sondern Chaitén. Die Strasse zwischen den beiden Orten und damit auch der gesamte Nationalpark Pumalin, der einer der schoensten und am besten organisierten in Chile sein soll, ist mindestens noch fuer dieses Jahr komplett nach einem schweren Vulkanausbruch im Mai des vergangenen Jahres gesperrt, da die Strasse teilweise zerstoert ist. Danke Jan fuer den Tipp - wurde leider nichts draus.
Chaitén wurde bei dieser Katastrophe teilweise zerstoert und musste ueber Nacht evakuiert werden. Seit dem wird die Region vom Militaer kontrolliert und erst langsam kehrt wieder Leben in die Stadt zurueck. Dieser Ort war nun das Ziel der Schiffspassage und dort sollte am spaeten Abend eine Unterkunft gefunden werden - aber seht euch lieber die Bilder an:

Meterhoch steht der inzwischen betonharte Schlamm insbesondere am Flussufer in den Strassen

Meterhoch steht der inzwischen betonharte Schlamm insbesondere am Flussufer in den Strassen

Die Haupstrasse ist auf ein etwa 100 m langes Stueck von den Schlamm- und Wassermassen fortgerissen worden

Die Haupstrasse ist auf ein etwa 100 m langes Stueck von den Schlamm- und Wassermassen fortgerissen worden

Die ganze Stadt ein einziges Bild der Verwuestung...

Die ganze Stadt ein einziges Bild der Verwuestung...

Aber die Menschen sind nicht ohne Hoffnung und mit ihnen kehrt langsam das Leben in die Stadt zurueck...

Aber die Menschen sind nicht ohne Hoffnung und mit ihnen kehrt langsam das Leben in die Stadt zurueck...

...und auch die ersten Blueten strahlen aus der Schlammwueste.

...und auch die ersten Blueten strahlen aus der Schlammwueste.

In diesem Chaos wurden Roman und ich - Roman habe ich an Bord der Faehre kennen gelernt, ein Schweizer Rucksacktourist aus Schaffhausen - von zwei Frauen in einem Kleinbus am Faehranleger in Empfang genommen und sie boten uns eine Unterkunft an. In einer ehemaligen Diskothek im Ort, auf der eigenen Isomatte und einen eigenen Schlafsack benoetigten wir auch. Aber was soll's. Der Preis war fuer diesen Service mit zuerst 10.000 Pesos, spaeter liessen sie sich dann auf 7.000 Pesos herunterhandeln zwar happig, aber es ist dann wohl auch ein Stueck Aufbauhilfe. Die Menschen wie ueberall herzlich und trotz der sehr bescheidenen Hilfe vom Staat unverzagt. Dass sie allerdings abends, als wir schlafen wollten, fuer zwei Stunden den Stromgenerator direkt neben uns anwarfen, war nicht gerade nett. Aber auch diese Nacht wird unter der Rubrik "abenteuerliche Erfahrung verbucht"

Mein Fahrrad steht direkt im Eingang des "Salon de Eventos", der wohl schraegsten Unterkunft dieser Reise

Mein Fahrrad steht direkt im Eingang des "Salon de Eventos", der wohl schraegsten Unterkunft dieser Reise

© Jörn Tietje, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zwei Wochen Spanischkurs an der VHS in Hamburg liegen hinter mir, noch vier Wochen Arbeit vor mir, dann geht es endlich wieder auf Tour. Auf der Flucht vor dem norddeutschen Winter liegt das Ziel südlich des Äquators: Chile. Am 29.12.08 lade ich mein Fahrrad und Zelt ins Flugzeug und mache mich auf den Weg nach Santiago de Chile. Sechs Wochen habe ich dann Zeit, um Punta Arenas zu erreichen. Anspannung, Neugier und Vorfreunde steigen - wieder unterwegs sein!
Details:
Aufbruch: 29.12.2008
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 10.02.2009
Reiseziele: Chile
Argentinien
Der Autor
 
Jörn Tietje berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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