ROMANO UNTERWEGS IN MITTEL /SÜDAMERIKA

Reisezeit: Februar 2009 - Februar 2010  |  von Romano Torriani

ARGENTINIEN II

BARILOCHE

Nach 22 Stunden im Bus erreichte ich Bariloche. Die Kaelte und der Regen lassen einem schnell spueren, dass man sich in Patagonien befindet.

Im Hostel lernte ich Maximo kennen, ein Argentinier der seit einigen Jahren auf Ibiza lebt und dort seine Broetchen verdient und hin und wieder seine Ferien in Argentinien verbringt.
Da er sich ein Auto gemietet hatte fuhr ich mit ihm einige Touristenziele in der Region ab. Darunter war auch das " Colonial Suiza ", ein winzig kleines Doerfchen, welches mit seinen Chalets, auf denen man oft ein Schweizerkreuz oder einige Kantonswappen vorfindet, stark an die gute alte Heimat erinnert. Auch die Berglandschaft ist hier sehr aehnlich wie in der Schweiz, nur sind die Seen und Waelder viel groesser und die Weiten scheinen grenzenlos.

Ein Haus in Colonial Suiza mit einigen Kantonswappen...ganz rechts der schoenste Kanton...

Ein Haus in Colonial Suiza mit einigen Kantonswappen...ganz rechts der schoenste Kanton...

Kommt nahe an die Schweiz heran

Kommt nahe an die Schweiz heran

Bariloche gilt auch als das Tor zu den sieben Seen, da man auf dem Weg von Bariloche nach San Martin de los Andes, welches 200 Kilometer entfernt ist, sieben Seen passiert.
Da Maximo am naechsten Tag diese Strecke ohnehin in Angriff nahm, bot er mir seinen Beifahrersitz an und wir fuhren innert 5 Stunden nach San Martin de los Andes. Auf dem Weg machten wir immer wieder Halt um die Schoenheit der Natur zu geniessen und liessen unsere Kameras knippsen. Waren teiweise einzigartige Anblicke, wenn zum Beispiel die Auslaeufe der Waelder bis in die Seen vordringen und auf der spiegelglatten Oberflaeche der Seen sich ein exaktes Abbild der verschneiten Berge im Hintergrund abbildet. Auch das Wasser ist hier so was von klar und durchsichtig, wie ich es selten gesehen habe.

Einer der sieben Seen...

Einer der sieben Seen...

...ein anderer der sieben Seen

...ein anderer der sieben Seen

Nach einer Nacht in San Martin de los Andes fuhren wir zurueck nach Bariloche, wo mich Maximo an dem Busterminal ausstiegen liess, da ich meinen Bus nach Esquel erwischen musste.

ESQUEL

Nach Esquel verschlaegt es nicht all zu viele Touristen, daher ist das Dorf zum Teil so gut wie ausgestorben.
In dem Hostel, in dem ich unterkam, wohnten auch 4 Argentinier, die in Esquel einige Monate arbeiten und waerend dieser Zeit im Dormitorio hausen. Ich hab mich relativ schnell mit ihnen angefreundet und bin am naechsten Tag mit Andres und zwei Israelis in den " Prque National los Alerces ". Nach 1.5 Stunden Wandern wollte der Einte der Israelis ein gutes Foto von sich schiessen und dies moeglichst nahe am Wasser. Er war dann zu waghalsig und fiel in den See. War ganz lustig...fuer mich...
In der naehe fanden wir ein Restaurant, in dem er seine Kleider trocknen konnte und danach begaben wir uns auf einen Aussichtspunkt, von wo wir eine nette Aussicht hatten.

Links ist mein Hostel zu sehen

Links ist mein Hostel zu sehen

Der unglueckliche Israeli...

Der unglueckliche Israeli...

In Esquel lernte ich auch noch Miriam kennen, deren Eltern ein Resort mit mehreren Chalets besitzen und da zur Zeit gerade Nebensaison ist bot sie mir an in einem davon zu Hausen. Also verbrachte ich meine restlichen Tage in einem Chalet mit eigenem Wohnzimmer, Kueche, Dusche und Schlafzimmer...perfecto...
Der Argentinischen Gastfreundschaft sind anscheinend keine Grenzen gesetzt...

Dies war mein Chalet fuer einige Tage

Dies war mein Chalet fuer einige Tage

Eigentlich wollte ich nicht so lange in Esquel bleiben, doch zum einen faehrt nur jeden dritten Tag ein Bus nach El Calafate und zum andern ist da jeden Abend maechtig was los, wenn man weis wo man hingehen muss.

Andres und ich im Nightlife von Esquel

Andres und ich im Nightlife von Esquel

EL CALAFATE

Da der Bus von Esquel nach El Calafate nicht voll besetzt war, waren die 24 Stunden im Bus einigermassen ertraeglich, da ich mich auf vier Sitzen breitmachen konnte.

Nach El Calafate begibt man sich eigentlich nur um den Gletscher Perito Moreno zu besuchen, obwohl das Doerfchen auch ganz nett ist.
Ich begab mich auf die " BIG ICE " Gletschertour. Morgens um 07:00 holte man mich ab und brachte mich mit dem Bus in den " Parque National los Glaciars " . Meine Gruppe wurde zuerst zu der Aussichtsplattform gefuehrt, von wo man den Gletscher von oben bestaunen kann, was mich nicht so sehr beeindruckte. Danach gings mit dem Boot richtig nahe an den Gletscher heran und man liess uns auf der anderen Seite des Sees aussteigen. Jetzt war ich maechtig beeindruckt, denn wenn man sich dieser 60 - 80 Metern hohen Gletscherfront, mit seinen spitzen Eisbergen naehert, bleibt einem fast die Spucke weg. Ich habe vorher schon Bilder davon gesehen, aber vergesst die Bilder, dieses Antlitz der Natur muss man mit eigenen Augen sehen...unglaublich...

Kleiner Zwischenstopp auf dem Weg zum Gletscher um ihn aus der Ferne zu bestaunen

Kleiner Zwischenstopp auf dem Weg zum Gletscher um ihn aus der Ferne zu bestaunen

Von der Aussichtsplattform

Von der Aussichtsplattform

Vom Boot

Vom Boot

Am Ufer

Am Ufer

Hier kann man gut die Relationen sehen

Hier kann man gut die Relationen sehen

Vom Ufer aus begaben wir uns auf einen Pfad, der uns an den Rand des Gletschers brachte. Dort befestigte man Steigeisen an unseren Schuhen und wir begaben uns auf eine 4 stuendige Wanderung auf dem Gletscher. Waehrend dieser Zeit befanden wir uns in einer anderen Welt, da man auf dem Gletscher kleine Seen, Fluesse und tiefe Wasserloecher vorfindet. Durch die Reflektion des Lichtes mit dem Eis weist das Wasser ein unglaublich schoenes Blau auf, welches ich in dieser Form noch nie zuvor gesehen habe.

Wanderung auf dem Gletscher...

Wanderung auf dem Gletscher...

...mit Fluessen...

...mit Fluessen...

...und Seen

...und Seen

Danach liefen wir wieder den Pfad entlang, bis wir das Ufer des Sees erreichten. Dort bestiegen wir einmal mehr das Boot, welches uns auf die andere Seite brachte. Auf dem Weg dahin verweilten wir jedoch noch etwa 10 Minuten nahe der Gletscherfront und man servierte uns einen Whisky on the Rocks. Ploetzlich fing der Gletscher an zu knarren und es gab einen Knall auf den sich ein riesen Eisberg loeste und mit lautem getoese in das Wasser stuerzte...spektakulaer...

Dies war eine meiner besten Touren, welche ich bisher gemacht habe und mit seinen 170 CHF auch die teuerste, doch es war jeden Franken wert.

EL CHALTEN

Dieses kleine Doerfchen ist 3 Stunden von El Calafate entfernt und seine Umgebung gehoert zu den besten Trekkingspots der Welt!

El Chalten

El Chalten

Am ersten Tag begaben Yuen, die ich in El Calafate wieder antraf, und ich uns auf eine 7.5 stuendige Wanderung, die uns zuerst auf kleinen Pfaden durch verwachsene Waelder, offene Steppen, verschneiten Bergen und an einem Gletscher vorbei fuehrte. Nach einiger Zeit erreichten wir den Fuss eines Berges von dessen Gipfel man einen herrlichen Ausblick auf den Cerro Fitz Roy hat. Nach einem harten Aufstieg, der durch peitschende Winde und Schneegestoeber noch erschwert wurde, erreichten wir den Gipfel. Doch leider konnten wir den Cerro Fitz Roy nicht sehen, da es die Wolken und der Nebel nicht zuliessen. War trotzdem eine coole Sache und auf jedenfall die Muehen wert.

Der Pfad durch die Waelder

Der Pfad durch die Waelder

Die offenen Ebenen

Die offenen Ebenen

Im Hintergrund ist der Gletscher zu sehen

Im Hintergrund ist der Gletscher zu sehen

Auf dem Gipfel und da wo der Nebel haengt sollte eigentlich Cerro Fitz Roy sein

Auf dem Gipfel und da wo der Nebel haengt sollte eigentlich Cerro Fitz Roy sein

Ein Engel fliegt durch die Berglandschaft oder so aehnlich...

Ein Engel fliegt durch die Berglandschaft oder so aehnlich...

Nach einem Lunch machten wir uns auf den Rueckweg, der irgendwie nicht enden wollte, da die Beine immer schwerer wurden. Wir haben El Chalten dann gegen 20:00 erreicht, was hier kein Problem ist, da es erst so gegen 21:30 Uhr anfaengt zu daemmern.

Der naechste Tag begruesste uns mit waermenden Sonnenstrahlen und einem stahlblauen Himmel, was bleibt einem da anderes uebrig als sich auf eine schoene Wanderung zu begeben...
Also machten wir uns auf zu einer 5 stuendigen Wanderung zum Cerro Torre.
Auch dies war wieder fantastisch, da sich am Fusse des Berges ein Gletscher befindet, welcher in einen See muendet auf dem kleine Eisschollen treiben.

Auf dem Weg zum Cerro Torre

Auf dem Weg zum Cerro Torre

Yuen und ich am Ufer des Sees und die spitzen Berge stellen den Cerro Torre dar

Yuen und ich am Ufer des Sees und die spitzen Berge stellen den Cerro Torre dar

Beeindruckende Landschaften erschlossen sich uns auch auf dem Heimweg

Beeindruckende Landschaften erschlossen sich uns auch auf dem Heimweg

Fuer mich beginnt das " richtige " Patagonien ab El Calafate, denn genau so habe ich mir dieses Flaeckchen Erde vorgestellt:
Peitschende Winde, dichte Waelder, offene Ebenen, verschneite Berge, Gletscher, Baeche, Fluesse, Seen und atemberaubende Landschaften...BIENVENIDOS EN PATAGONIA...

© Romano Torriani, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Meine Reise von Mexico bis Rio de Janeiro und alles was so dazwischen, darunter und darüber liegt...
Details:
Aufbruch: 09.02.2009
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: Februar 2010
Reiseziele: Mexiko
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Venezuela
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Uruguay
Brasilien
Der Autor
 
Romano Torriani berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.