Vietnam von Hanoi nach Saigon + Phu Quoc

Reisezeit: November 2009 - Januar 2010  |  von heinz teufl

Ninh Binh+Nationalpark Cúc Phuong

Von Hanoi ging es mit dem Zug nach Ninh Binh im Norden Vietnams und 100 km suedlich von Hanoi. Am Donnerstag in der Frueh ging es um 09:00 Uhr los.
Bingh unser Guide zwei junge Franzosen 21 Jahre alt und ich. Das Wetter war schoen und wir fuhren gleich in den ca 120 km entfernten Richtung Nationalpark Cuc Phuong. Es ging nicht ueber die stark befahrene Haupstrasse sondern immer auf Nebenstrassen entlang des Flussdeltas in einer wunderschoenen Landschaft voran. Die beiden Franzosen hatten in der linken die Kamera und filmten bei Tempo 50 die Landschaft. Dann blieb ich fuer einen Fothalt stehen, und es kam wie es kommen musste der erste Franzose kam mit Muehe hinter mir zum stehen aber der zweite filmte schon seinen eigenen Sturz und war natuerlich ohne Handschuhe mit Leinenschuhen und T-Shirth unterwegs. Mit einem leicht beschaedigten Moped ging es zur naechsten Apotheke zur Verarztung. Danach ging es weiter und eine halbe Stunde spaeter blieb unser Guide auf einer Bruecke stehen und wollte uns etwas erklaeren. Diesmal war der noch heile Franzose an der Reihe er schlitterte am Boden mit der Camera in der linken, die rechte hatte die Vorderbremse fest im Griff knapp an mir vorbei direkt in das Mofa von Bingh, dem flog durch den Anprall gleich sein Schuh ueber das Gelaender und sein Moped steckte in den Leitschienen. Zum Glueck wieder nur Abschuerfungen , kaputte Blinker, Spiegel und Fussraster. Wieder das gleiche, diesmal verartzten an Ort und Stelle und es konnte weiter gehen. Danach ging es immer tiefer in in den Nationalpark hinein und es auch die kegelfoermigen dicht bewaldeten Berge wurden mehr. Wir fuhren durch einfachste Doerfer und stellten in einem dieser Doerfer unser Mofa ab. Fuer zwei Tage sollten wir es nicht wiedersehen. Es ging durch Regenwaelder in die Bergdoerfer wo wir bei einer Familie unsere erste Uebernachtung gebucht hatten. Und was wir jetzt zu sehen bekamen, war mit Abstand das schoenste und beeindruckenste was ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Landschaften mit Reisterrassen, immergruenen Bambuswaeldern, dazu die Menschen welche in diesen Feldern und Waeldern arbeiteten und wohnten. Da gibt es keinen Strom, oder eine Motorsaege oder irgend ein anderes Hilfsmittel. Es wird alles mit der Hand gemacht, und wenn sich eine Familie keinen Wasserbueffel leisten kann stehen sie bis zu den Oberschenkeln im Wasser und pfluegen Ihre Reisfelder selbst.

Baume werden mittels Beil gefaellt und auch die Rinde wird mittel einem Messer entfernt. Die meisten haben vor Ihrer Huette einen kleinen Teich mit Fischen ein paar Hueher und Gaense und das war es dann schon.
Unsere Familie wo wir wohnten erwartete uns schon und zur Begruessung gab es einen Reiswein. Dann wurde unser Gepaeck verstaut und wir gingen in die Kueche wo wir bei der Zubereitung unseres Essens zuschauen konnten.
Und natuerlich musste mir zuliebe gleich eine kleine Schlange beim Feuerholz herumkriechen welche Bingh dann gleich ins Feuer legte und grillte. Er sagt das er sie als Nachspeise essen wuerde. Ich hatte eher Angst das sich die Mutter auch irgendwo in der Naehe herumtreiben koennte. Das Essen war jedenfalls sehr gut es gab Reis, Rind und Schweinefleich gegrillt sowie viel Gemuese. Bingh hat die Schlange wirklich gegessen, aber er sagt er isst sowieso alles . Hund, Katze, Frosch, usw. Zum schlafengehen gab es noch ein paar Glaeser Reiswein und um 20 Uhr siond alle im Bett gewesen. Ohne Ohropax haette ich nicht sehr viel geschlafen, aber so ist es halbwegs gegangen, auf das Wc wollte ich auch nicht gehen da ich die Schlange noch im Hinterkopf hatte. Dafuer war um 7 Uhr Tagwache und nach einem guten Fruehstueck ging es durch Wassefaelle bergauf zu noch hoeher gelegenen Doerfern. Der ganze Tag ging mit Wanderungen auf und am Nachmittag kamen wir zur unser naechsten Familie wo wir diese Nacht geschlafen haben. Wir wurden wieder freundlich begruesst aber diesmal mit Bier, den es gab in diesem Gebiet schon elektrischen Strom, eine Luxus wie einen Kuehlschrank und einen Zufahrtweg fuer Mofas. Diesen Abend wurde nach einem guten Abendessen schon um halb acht das Licht abgedreht und alle legten sich schlafen. Ich bin noch vor der Huette auf einer Stiege gesessen und habe ab 20 Uhr nirgends mehr Licht gesehen.
Am naechsten Tag ging es retour zu unseren Mopeds und wieder Richtung Heimat. Wir machten noch einen Besuch bei einer Zuckerrohrpresse und einem Reispapierherstellung-Unternehmer. In unserem Hotel angekommen erst mal unter die Dusche den sowas gibt es dort natuerlich nicht. Da gehen die Menschen in den Fluss oder unter den Wasserfall und nehmen auch gleich ihre Waesche mit . Da Ninh Binh keine schoene, sondern eine laute und schmutzige Stadt ist wollte ich nicht noch eine Nacht hierbleiben sondern ich dachte mir ich nehme einen Nachtbus nach Hue, welches mein naechstes Ziel sein sollte.
Ich habe solche Busse schon ein paar mal von aussen gesehen und dachte mir das muss ganz bequem sein. Gesagt - getan um 20:30 war Abfahrt im Hotel.
Aber das ist eine andere Geschichte.

Start in Ninh Binh

Start in Ninh Binh

Unfall der zweite

Unfall der zweite

Am ersten Tag bei der Zubereitung des Abendessen

Am ersten Tag bei der Zubereitung des Abendessen

Unterwegs

Unterwegs

Unser Schlafzimmer am ersten Tag

Unser Schlafzimmer am ersten Tag

Reisterrassen

Reisterrassen

Ursachenforschung nach dem ersten Unfall

Ursachenforschung nach dem ersten Unfall

Mutter und Tochter bei der Gartenarbeit

Mutter und Tochter bei der Gartenarbeit

Ueber jedes Bacherl fuehrt ein Brueckerl, bei dieser ist rechts gleich die Wasserleitung mitverlegt

Ueber jedes Bacherl fuehrt ein Brueckerl, bei dieser ist rechts gleich die Wasserleitung mitverlegt

Kinder auf dem Heimweg von der Schule

Kinder auf dem Heimweg von der Schule

Transporter

Transporter

ohne Worte

ohne Worte

ebenfalls reisfelder

ebenfalls reisfelder

Unser zweites Heim, diesmal aus Teak und nicht aus Bamboo

Unser zweites Heim, diesmal aus Teak und nicht aus Bamboo

In der Apotheke

In der Apotheke

Abendessen wird gewaschen

Abendessen wird gewaschen

Bei der Arbeit

Bei der Arbeit

Zum Feuermachen

Zum Feuermachen

Reinigung eines Wasserbueffels nach der Arbeit

Reinigung eines Wasserbueffels nach der Arbeit

Reispapierherstellung

Reispapierherstellung

Unsere Gastgeberin am ersten Abend

Unsere Gastgeberin am ersten Abend

Reispapier beim Trocknen

Reispapier beim Trocknen

© heinz teufl, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dieses Jahr geht es über Bangkok weiter nach Hanoi und der Küste entlang nach Saigon. Von dort weiter nach Phu Quoc wo wir dieses Jahr Weihnachten und Silvester verbringen werden. Wenn Ihr Lust habt könnt Ihr wieder dabeisein, es wird sicher ein spannendes und erlebnisreiches Abenteuer.
Details:
Aufbruch: 27.11.2009
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 10.01.2010
Reiseziele: Thailand
Vietnam
Der Autor
 
heinz teufl berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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