Little pea MONI goes India

Reisezeit: September - Dezember 2011  |  von Moni Rinner

Kashmirs Berge ... slow down even more!

Es ist unglaublich wie schnell die Zeit auch beim "Nichtstun" vergehen kann. Es lebe das Recht auf Faulheit und Müßiggang

Ich entscheide mich, doch recht rasch, bevor der Herbst ganz über die Berge einfällt, eine sechs tägige Trekkingtour zu machen. Begleitet werde ich von einem Koch, zwei Gehilfen und bei Bedarf von drei Pferden, die alles schleppen dürfen.
Unser Lager schlagen wir am ersten Abend in der Nähe des Dorfes, direkt an einem Fluss auf. Am nächsten Tag heißst es dann recht früh aufstehen und TREEEEEEEEEKKING. Es ist ein langer, recht anstrengender Marsch auf 8015 ft. Jeder Schritt und die zwei kleinen Blasen die ich davontrage, lohnen sich. So viel Schönheit, so viel Ruhe, soviel Natur! Am Ende der Route stehen zwei Seen, dahinter ein Gletscher und und und.
Die folgenden Tage sind dann etwas weniger spannend. Ich spazier etwas allein durch die Gegend (befolge aber doch den Rat, nicht zu weit in den Wald zu marschieren, weil immer noch Bären und Tiger unterwegs sind) oder werde von den Jungs begleitet. Das Lager verlegen wir weiter flussaufwärts, übernachten aber doch nicht wie gedacht in den Bergen selbst, weil es einfach schon zu kalt ist. Geduscht wird im kalten Fluss (was für EuropäerInnen, die ja nicht viel Haut zeigen sollten, mitunter ein Abenteuerliches Unterfangen ist . Aufgeweckt werde ich von Affen oder Krähen und in den Schlaf gesungen werde ich erst von meinen Begleitern und dann vom Fluss selbst, der in der Nacht einen völligen anderen Klang hat, als am Tag. Stundenlang bin ich davor gesessen und war vollkommen fasziniert. Ansonsten steht Kartenspielen und Relaxen am Programm und die Jungs ärgern sich schnell. Acht Jahre in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit haben meinen Eifer am Spielen ja immer unterstützt und nach der ersten Runde bin ich voll in meinem Element .

Ab dem dritten Tag zieht der Herbst wirklich ein und die Blätter fangen an, von den Täumen zu tanzen. Die meisten Gipsies verlassen auch das Tal und bringen Ziegen und Schafe von den Bergen runter.

Als es auch für uns an der Zeit ist, unser Camp aufzubrechen, holen wir die Pferde zurück und ich bewundere die Tiere, wie sie ihren Weg durch das Geröll finden, nochdazu mit mir oben drauf, ohne mich abzuwerfen und ohne Sattel.
Ich bekomme noch einen kurzen Einblick ind das Dorfleben hier. Häuser, die von außen zwar aussehen wie Baraken, sind innen wunderbar sauber, einfach aber schön eingerichtet. Dass Indien sich verändert hat, bekomme ich auch hier zu spüren. Die meisten jungen Leute werden zwar nach wie vor von ihren Eltern verheiratet. Ihren "Spaß", wird mir gesagt, haben Frauen und Männer aber auch außerhalb des eigenen Hauses. Jene mit denen ich spreche halten das für gut und sagen zumindest, dass sie zufrieden sind.

Diese sechs Tage und fünf Nächte sind fuer mich eine wirklich feine Zeit. Mein Kopf wird ziemlich schnell leer, es gibt nichts mehr zu bedenken und ich kann jedem Naturliebhaber nur empfehlen, Kashmirs Berge zu besuchen. Ich bin mir ziemlich sicher, wieder einmal hier zu landen und mir ein Stückchen mehr jener Freiheit zu gönnen.

ein paar Pics gabs ja schon als "Vorschau" im Reisebericht zuvor ... also noch ein paar

ein paar Pics gabs ja schon als "Vorschau" im Reisebericht zuvor ... also noch ein paar

die grosse Aufregung an einem Morgen ... ne Ziege ist in der Nacht von nem Felsen gestuerzt, das arme Vieh hat noch gelebt ... naja, ist wohl mittlerweile verkauft und geschlachtet

die grosse Aufregung an einem Morgen ... ne Ziege ist in der Nacht von nem Felsen gestuerzt, das arme Vieh hat noch gelebt ... naja, ist wohl mittlerweile verkauft und geschlachtet

der Koch beim Faulenzen

der Koch beim Faulenzen

© Moni Rinner, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Meine Indienreise ... wo es mich hinverschlagen wird, ist noch unklar ... also alles offen, alles spannend :)
Details:
Aufbruch: 26.09.2011
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: 26.12.2011
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Moni Rinner berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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