Fahrrad-Welt-Reise

Reisezeit: April 2005 - August 2008  |  von Eric Wehrheim

Argentinien - ¿ De donde viene ?: 02 - Abajo del cielo por el infierno

Vom Himmel kommend in die Hölle

Der Pass war geschafft. Über 3200 Höhenmeter waren von uns innerhalb von zwei Tagen bezwungen worden. Wir waren ziemlich stolz auf unsere Leistung, aber ehrlich gesagt auch total k.o.. Genau an meinem Geburtstag, den 08.11., kamen wir wieder zurück nach Argentinien.

geschafft !!!

geschafft !!!

Am 08.11.2005 kamen wir von Chile aus wieder zurück nach Argentinien. Drei Monate sind wir in Chile durch eine meist sehr grüne Landschaft gefahren und vor uns lag nun eine atemberaubende, farbige, wild zerklüftete und fast ohne Bewuchs vorhandene Berglandschaft. Ein großes freies Tal, eingerahmt von hohen Bergen. Wir freuten uns auf die Abfahrt, da es die nächsten 50 km so gut wie nur bergab gehen sollte. Ehrlich gesagt hatten wir uns auch diese Abfahrt redlich verdient, denn Tags zuvor hatten wir uns, unter dem Einsatz all unserer Kräfte, bis auf über 3200 Höhenmeter hinaufgestrampelt.

Passabfahrt - DIE BELOHNUNG

Passabfahrt - DIE BELOHNUNG

War es zuvor auf chilenischer Seite sonnig und warm, so war es nun etwas bedeckt und ein kühler Wind wehte am Morgen. Mit zunehmender Zeit wurde jedoch auch dem leichten Wind ein kleiner Sturm mit teilweise sehr starken Windböen. Zum Glück kam der Wind aus Westen, was für uns Rückenwind bedeutete, doch ab und zu kamen auch ein paar Böen von der Seite, so dass wir höllisch aufpassen mussten, nicht von der Strasse gefegt zu werden. Und quälten sich Tags auch die LKWs langsam bergauf, so schossen sie nun, da es auch argentinischer Seite so gut wie nur gerade aus ging, mit Höchsttempo bergab. LKWs die mit über 100 Km/h an einem vorbeipreschen, sind nicht gerade eine angenehme Begleiterscheinung, denn der Sog der ihnen hinterher folgt ist gewaltig und kann einem auch aus der Bahn werfen. Nun gut, mal abgesehen von diesen beiden Dingen, Böen und LKWs, genossen wir unsere Abfahrt sehr.

Wir passierten auf unserer Abfahrt den Aconcagua (der höchste Berg Amerikas mit knapp 7000 Metern Höhe), welcher sich uns jedoch leider nicht zeigte, da er hinter Wolken verhüllt war

Schöne Einladung zum Park.
Auf dem Schild steht: Parque Provincial Aconcagua - Cementerio del andinista (Park Proviny Aconcagua - Friedhof der Bergsteiger)

Schöne Einladung zum Park.
Auf dem Schild steht: Parque Provincial Aconcagua - Cementerio del andinista (Park Proviny Aconcagua - Friedhof der Bergsteiger)

und kamen nach rasanter Abfahrt bei dem Ort "Puente del Inca" an. Zuvor hatten wir bereits erfahren, dass es hier Thermalquellen geben soll, in welchen man baden kann.

Puente del Inca - z.Z. leider außer Betrieb

Puente del Inca - z.Z. leider außer Betrieb

Die Vorfreude war also groß, denn unsere geschundenen Muskeln wollten wir etwas Erholung gönnen. Um so größer dann die Enttäuschung, den der Zugang zu den Quellen, die Puente del Inca (Brücke der Incas), war wegen Einsturzgefahr gesperrt. Den Winter zuvor hatte es dort außergewöhnlich viel geschneit gehabt, so dass es durch das hohe Gewicht zu Setzungen bei der Naturbrücke gekommen ist und weil dort keiner so genau weis, ob die Brücke weiter hält oder nicht, wurde sie einfach kurzerhand gesperrt. Somit ist nun auch der Zugang zu den Quellen versperrt, worüber alle Besucher sich mehr oder weniger ein bisschen geärgert haben.

Vor der Grenze nach Argentinien hatten wir einen anderen Radreisenden, Jorge aus Chile, getroffen. Wegen geringeren Reisegewichts war er einiges schneller unterwegs als wir, doch in Puente del Inca trafen wir ihn wieder. Zudem kamen noch drei Argentinier bergauf mit ihren Rädern. Nach Monaten, in welchen wir keine anderen Radreisenden getroffen hatten, war dies für uns nun fast schon wie ein Massenauflauf. Es machte Spaß auch andere Leute mit dem Fahrrad unterwegs zu sehen und mit Ihnen zu plaudern. Auch waren die drei Argentinier eine ziemlich bunt gemischte Truppe.

Treffen mit anderen Radfahrern

Treffen mit anderen Radfahrern

Der Älteste war sage und schreibe 71 Jahre alt, ein Anderer etwas gut beleibt und der Dritte hatte ein Handicap, denn auf der rechten Seite war ab der Schulter sein Arm behindert. Zum Glück fuhren die Drei ohne Gepäck, ein Servicewagen transportiert ihre Sachen. Doch sie mussten ja bergauf fahren und zu allem Unglück hatten sie auch noch heftigen Gegenwind.

Am darauf folgenden Tag ging es für uns weiter bergab, teilweise mit Rückenwind und strahlendem Sonnenschein. Wir konnten uns kaum an der Landschaft satt sehen, so beeindruckt waren wir von ihr.

ein herrliches Bergmassiv begleitet uns

ein herrliches Bergmassiv begleitet uns

ein herrliches Bergmassiv begleitet uns

ein herrliches Bergmassiv begleitet uns

kurzer Small Talk  mit der Gendameria (in D = Bundesgrenzschutz)

kurzer Small Talk mit der Gendameria (in D = Bundesgrenzschutz)

Wir nahmen es als die Belohnung, die wir uns zuvor auf chilenischer Seite bergauf erstrampelt hatten. Zudem war der Verkehr nicht so arg, so dass wir gut die Abfahrt genießen konnten und mit jedem Meter den wir an Höhe abbauten, nahm auch die Temperatur wieder etwas zu. Aber irgendwann hat auch die schönste Abfahrt mal ein Ende und nach etwa 50 km mussten wir uns wieder an flachere Strecken und sogar teilweise wieder Steigungen sowie Gegenwind gewöhnen. Die Außentemperatur war nun sogar mittlerweile bei 30°C. angelangt.

und weiter geht es bergab

und weiter geht es bergab

Spät am Nachmittag kamen wir dann trotz Abfahrt gut Erschöpft in Uspallata an. Hatte die Landschaft zuvor schon einen wüstensartigen Charakter angenommen, trocken und staubig mit sehr wenig Bewuchs, so war es um so interessanter, als wir in die Nähe dieses Ortes kamen. Wie eine Oase stach dieser aus der Landschaft hervor, plötzlich mit üppigen Grün- und Baumbewuchs.

Wir folgten dem Mendozafluss bis Potrerillos und die Temperatur stieg und stieg weiter an. Auch die Umgebung behielt ihren herben Charme und nur kurz vor dem nächsten Ort, ein kleines Nest am Rande der Strecke, kam wieder etwas mehr Grün zum Vorschein. Hier machten wir endlich mal wieder Camping und rasteten für zwei Tage.

erste Siesta nach der langen Abfahrt

erste Siesta nach der langen Abfahrt

Danach, uns hatte endlich eine Großstadt wieder, kamen wir in Mendoza an. Waren zuvor die Übernachtungsmöglichkeiten drastisch beschränkt, so gab es jetzt wieder welche in Hülle und Fülle. Doch bevor wir unsere verdiente Dusche in Empfang nehmen konnten, wurden wir von einem Zeitungsreporter aufgegabelt, der unbedingt einen Bericht über uns schreiben wollte. Wir ließen es über uns ergehen, antworteten fleißig und nachdem wir uns den Mund fusselig geredet hatten, gab es zum Glück auch einen Schluck Wasser für uns. Nun wollte ein Quartier gefunden werden, doch obwohl die Auswahl groß war, entsprachen nicht alle unserem Sauberkeitsempfinden bzw. waren nicht unserem Geldbeutel angemessen. Etliche Kilometer fuhren wir daher durch die Stadt, lernten sie nebenbei so dadurch kennen und nach zwei Stunden hatten wir endlich unser Domizil für die nächsten Tage gefunden. Die Kosten zwar etwas höher als veranschlagt, dafür aber sauber und mit sehr netten Leuten.

Plaza in Mendoza mit Statue von San Juan (Befreier Argentiniens)

Plaza in Mendoza mit Statue von San Juan (Befreier Argentiniens)

unsere Herberge in Mendoza

unsere Herberge in Mendoza

Fünf Tage blieben wir in Mendoza, machten wenig und genossen dafür um so mehr. Gutes Essen, Wein und viel Eiscreme. Wieder im Sattel machte sich auf den ersten Kilometern das zuvor müßig genossene Leben unliebsam bemerkbar. Wie schnell man doch konditionsmäßig abbauen kann. Aber nach 10 km war auch das überstanden. Und dem Stadtverkehr endlich entronnen, breitete sich auch Ruhe aus. Die Landschaft wurde wieder karger, ein paar Wein- und Obstplantagen ab und zu und nach weiteren Kilometern ging tief hinein in ein Wüstenareal.

schwerer Verkehr

schwerer Verkehr

Merkwürdige Beschilderungen standen dort am Straßenrand:

Auf dem Schild - mitten in der Wüste - steht: "Antes de cruzar observe la altura de agua" was so viel bedeutet wie: bevor du weiterfährst schau erst mal nach der Wasserhöhe

Auf dem Schild - mitten in der Wüste - steht: "Antes de cruzar observe la altura de agua" was so viel bedeutet wie: bevor du weiterfährst schau erst mal nach der Wasserhöhe

"Antes de cruzar observe la altura de agua" was so viel bedeutet wie: bevor du weiterfährst schau erst mal nach der Wasserhöhe. Und das mitten in der Wüste, alles staubtrocken, ohne einen Tropfen Wasser. Mir fiel in diesem Moment jedoch ein Spruch ein, den ich irgendwo mal aufgeschnappt hatte, der da sagte: das in der Wüste mehr Leute ertrinken als verdursten. Schwer zu glauben, aber nachdem uns auf unserem Weg immer wieder mal ein paar Leute vor den Gefahren bei Regen gewarnt hatten, die so trocken aussehenden Flussbette können dann zu reisenden Strömen werden, nahmen wir die Schilder dann doch etwas ernster.

Aber weniger das Wasser was irgendwann mal vom Himmel fallen kann machte uns Sorgen, sondern vielmehr der eigene Wasservorrat war nun ausschlaggebend. Die Temperaturskala schien nach oben keine Grenzen mehr zu kennen und das Thermometer kletterte unaufhörlich in die Höhe.

Temperaturen steigend

Temperaturen steigend

Spitzenwerte um 52°C. erreichten wir dabei. Stimmt, diese Werte wurden von uns direkt im Sonnenschein gemessen und nicht im Schatten, wie es sich gehört. Da wir aber nirgends, auch nur den Ansatzweise, eine Ansatz von Schatten finden konnten, war dieser Wert somit der Einzige von uns messbaren. Im Internet konnten wir dann später nachsehen, dass die Schattentemperatur in dieser Gegend bei etwa 42°C. gelegen haben soll. Allmählich konnten wir gut nachempfinden, wie man sich als Brathähnchen fühlt.

K.O.

K.O.

Trotz dick aufgetragener Sonnencreme mit Schutzfaktor 40 blieben die Verbrennungen nicht aus. Meine Nase glich dadurch mehr einer reifen Erdbeere. Für die nächsten 600 km wird sich wohl an diesen Umstand auch kaum etwas ändern für uns, es sei denn wir flüchten weit hoch in die Berge.

Nach Mendoza kamen wir zuerst nach San Juan. Tags zuvor hatten wir sogar bei der Hitze einen neuen Tagesrekord mit 125 km aufgestellt. Wie wir das bei der Hitze geschafft hatten, weis ich nicht mehr so ganz genau. Zum Glück war die Strecke jedoch bügelbrettglatt, Wind gab es keinen und auf der Strecke zwischendrin gab es nur Wüste und keine einzige Behausung. Nach San Juan ging es für eine kurze Strecke etwas westlich bevor wir auf eine kleine Nebenstrecke nach Norden wieder einbogen. Ab und zu, nach etwa 40 - 50 km gab es hier und dort mal ein paar Hütten, doch Grün war keines mehr vorhanden und das Wasser wurden denn Leuten z.T. mit Tankwagen geliefert.

Wenn wir eine Pause machen wollten, blieb uns nichts anderes übrig, als am Straßenrand anzuhalten, stehen zu bleiben und etwas aus den gut aufgewärmten Trinkflaschen zu trinken. Sicherheitshalber, obwohl nur alle 2 - 3 Std. mal ein Fahrzeug vorbeikam, hielten wir dabei im Seitenstreifen an. Das war auch eigentlich immer unproblematisch, bis ich auf einmal beim weiterfahren ungewöhnliche Abrollgeräusche hörte. Ein Blick auf die Reifen bestätigte dann auch meine Befürchtungen. Die Reifen waren übervoll gespickt mit kleinen, nadelscharfen Dornen. Und da es keine Möglichkeit gab das Rad irgendwo anzulehnen, einen Ständer haben unsere Räder nicht da diese bei dem enormen Gewicht sowieso zusammenbrechen, versuchte ich, das Rad balancierend, die Dornen irgendwie aus den Reifen zu ziehen. Gerade in diesem Moment kam aber zum Glück eine Camioneta (Pick-Up Wagen) vorbei und ich streckte den Daumen raus, da ich hoffte unsere Räder an dem Wagen, zwecks Dornenentseuchung, kurz anlehnen zu können. Der Fahrer, Jose, hielt auch an, weil er aber kaum Zeit hatte, bot er uns an, eine kurze Strecke mitzunehmen und wenn wir Lust hätten, könnten wir auch eine Farm besuchen, zu welcher er hin musste. Dieses Angebot nahmen wir gerne an, konnte wir so doch auch einen kleinen Einblick in das Landleben dort vor Ort bekommen. Mich interessierte dabei sowieso, wie Leute dort in der Wüste überhaupt überleben können und dazu noch irgendetwas anbauen oder züchten zu können.

Nachdem wir etwa 5 km auf der Strasse mit der Camionetta gefahren sind bogen wir ab ins Landesinnere. Hier ging es auf sehr sandigen Wegen tief ins Land hinein und nach etwa weiteren 5 km standen wir plötzlich vor einem Haus und einem Rindercorral. Ein heftiger Wind wehte dort, angereichert mit viel trockener Erde und Staub. Zudem befand sich dort eine Truppe von Gauchos, welche mit ihren Rindern auf der Durchreise waren und wegen der Wasserstelle dort Rast machten. Es hatte wirklich Wasser dort, wenn auch tief aus dem Boden gefördert. Nebenbei erfuhren wir, dass dort die Erde seit drei Jahren keinen einzigen Tropfen Regenwasser gesehen hatte.

Um der Hitze und dem Staub aus dem Wege zu gehen hielten wir uns hauptsächlich im Haus auf. Hier kamen wir schnell ins Gespräch mit den Gauchos, wenn auch der Dialekt, den die Leute vom Land sprachen, nicht ganz so einfach zu verstehen war. Nebenbei wurde auch viel Mate getrunken und zu Mittag gab es dann für alle frisch gegrilltes Fleisch. Kurz darauf machten sich die Gauchos wieder mit den Rindern auf den Weg und Jose und wir blieben im Haus zurück.

Marina mit Gaucho

Marina mit Gaucho

Gaucho bei der Arbeit

Gaucho bei der Arbeit

Weil die Zeit schon weit fortgeschritten war und der nächste Ort noch gut entfernt war, nahmen wir das Angebot von Jose gerne an, im Haus zu übernachten. Möbel gab es zwar so gut wie keine, doch die brauchten wir ja auch nicht, denn wir hatten ja Isomatten und Inletts (Baumwollinnenschlafsack) dabei.

Tagsüber hatten sich schon ein paar kleinere Wolken am Himmel breit gemacht und am Abend zogen sich als mehr und mehr Wolken am Firmament zusammen. Als dann die ersten Blitze zuckten war es klar, das ein ordentliches Gewitter bevorstand. Es war ein herrliches Schauspiel und als die ersten Regentropfen fielen konnte man spüren, wie sehr diese willkommen waren. Dann fielen plötzlich taubeneigroße Hagelkörner und der Boden war übersäht davon. Nun gut, zum Schlittschuhlaufen hat es nicht gereicht, aber einen eisbedeckten Boden in der Wüste zu haben, ist auch schon etwas außergewöhnliches. Das Ganze war aber nur von kurzer Dauer und Hagel aus auch Regen verabschiedeten sich wieder schnell.

Jose brachte uns tags darauf wieder zurück zur Strasse (zum Glück, denn durch das Weglabyrinth und dem Sand hätten wir kaum wieder zurück auf die Strecke gefunden). Durch das Gewitter Abends zuvor waren die Temperaturen auch wieder auf ein wenig erträglichere Werte gesunken. Das Fahren machte dadurch wieder mehr Spaß und die Reifen waren wieder, es gab zum Glück nur einen Plattfuß an einem Anhänger, dornenfrei. Ein kleiner netter Ort, San Augustin del Valle Fértil, lag auf der Strecke. Mal wieder eine kleine Oase, denn dort hatte es einen kleinen Fluss und einen Stausee.

weil`s in der Schule zu heis ist wird halt der Unterricht draußen auf der Plaza abgehalten

weil`s in der Schule zu heis ist wird halt der Unterricht draußen auf der Plaza abgehalten

Schattenspiele

Schattenspiele

Danach gab es das eigentliche Highlight auf unserer Wüstenstreckentour und zwar den Park Ischigualasto oder auch Valle de la Luna (Tal des Mondes) genannt. In diesem Park, von der Unesco geschützt, wurden die bisher ältesten Knochen von Dinosauriern gefunden. Wir haben deshalb unsere Sachen alle an der Strecke bei einem Restaurant, wo wir unser Zelt aufgeschlagen haben, gelassen

unser Wüstencamp vor dem Comedor (Restaurant)

unser Wüstencamp vor dem Comedor (Restaurant)

und sind tags darauf ohne Gepäck zum 17 km entfernten Park gefahren. Dort angekommen wollten diese uns aber nicht in den Park mit unseren Rädern einlassen und nur für Pkws war der Weg frei.

Parkeingang Valle de la luna (Mondtal)

Parkeingang Valle de la luna (Mondtal)

Blink ins Valle de la Luna

Blink ins Valle de la Luna

Wir hätten also unsere Räder irgendwo deponieren müssen und darauf hoffen, dass uns ein Auto mit in den Park hinein nimmt. Etwas frustriert haben wir deshalb kehrt marsch gemacht und beschlossen, uns lieber die Wüste vor Ort mal näher anzuschauen.

Wüstenabstecher

Wüstenabstecher

Wenig später haben wir dann auch von anderen Parkbesuchern erfahren, dass man nicht unbedingt in den Park muss, denn so viel gibt es dort kaum zu sehen. Ein kleiner Trost somit für uns.

eine fast grenzenlose Weite

eine fast grenzenlose Weite

Mun Suk und ich hatten ein paar Tage zuvor schon beschlossen, einen weit entfernten Abstecher von unserer Route zu machen. Zurück nach Madariaga, wo wir vor fast 5 Monaten zuvor in Argentinien waren, wollten wir, um dort ein Gaucho Festival zu besuchen. Als wir dort in Madariaga waren, hatten uns die Leute zuvor sehr angetan von diesem Festival erzählt, so dass dieser Event schon lange bei uns vorgemerkt war. Doch da wir bereits weit über 1000 km von dort entfernt waren, stand es fest, nicht mit den Rädern dort einzufahren. Also mussten wir eine sichere bleibe für unsere treuen Begleiter finden. In La Rioja, einer etwas größeren Stadt mit 140' Einwohnern, machten wir uns daher auf die Suche nach einer Unterkunft und einem Verwahrungsplatz. In unserem Hotel hatten wir jedoch kein Glück. Zwar hätten wir die Sachen dort lassen können, aber der Ort war uns zu unsicher, zumindest für einen längeren Zeitraum, da die Sachen im Hinterhof nur im freien hätten bleiben können. Mun Suk machte sich daher auf die Suche nach einem koreanischem Geschäft und schon bei dem Ersten wo sie nachfragte waren die Leute so nett und hilfsbereit, dass das Verwahrungsproblem somit schnell gelöst war. Am 02.12.2005 verabschiedeten wir uns von unseren Rädern und loggten ein im Busterminal. Über 20 Stunden Busfahrt standen uns bevor.

die Hitze fordert ihren Tribut

die Hitze fordert ihren Tribut

kein Müllhaufen sondern Bittgaben an eine Ortsheilige - Difunta Correa

kein Müllhaufen sondern Bittgaben an eine Ortsheilige - Difunta Correa

© Eric Wehrheim, 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Fahrradweltreise Teil II. Fortsetzung unserer Fahrradtour Teil I (1998 bis 2000 von Deutschland nach Korea). Teil II unserer Fahrradweltreise findet in Lateinamerika statt.
Details:
Aufbruch: 24.04.2005
Dauer: 3 Jahre
Heimkehr: 14.08.2008
Reiseziele: Weltweit
Südkorea
Argentinien
Chile
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Kenia
Der Autor
 
Eric Wehrheim berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/36):
Marco Agromi 1664975626000
HuHu E­ric­,
Ha­be dich gesucht und ent­deckt wie geht es euch was macht ihr und wo Lebt ih­r.
Lan­ge ist es her hier meine Tel :0177-5530317
mel­de dich oder schrei­be mir­.
Grüße Marco
willi merg 1292256034000
Tolle Reise! Netter Rei­se­berich­t!
Bin im Januar in Ar­genti­nien und möchte e­ven­tuell 2-3 Wochen Rich­tung Pa­ta­go­nien Ra­del­n...viel­leicht 500 km südl. von B.A.­
Fra­ge: Kann man sich auch Radeln aus­bor­gen mit Sei­ten­taschen und so.­..kann man diese Räder dann woan­ders zur­ückge­ben und geg­f.zur­ückflie­gen? Gibt es viel­leicht sonst noch wich­ti­ge Tip­ps?
Mit Dank im voraus! LG und an­ge­neh­me Weih­nach­tszeit­
W.Merg
Antwort des Autors: Hallo Willi,
ich habe leider keine Ahnung, ob man sich Fahrräder samt Taschen dort ausleihen kann. M.E. höchstwahrscheinlich nicht. Und falls Du doch irgendwo noch etwas ergooglen solltest dann währte ich damit doch ziemlich vorsichtig, denn ich kann mir nicht vorstellen, das Du dort entsprechendes Material (Qualität) erhalten wirst, zudem für einen vernünftigen Preis.

Viel Spaß in Argentinien und viel Spaß mit dem Wind

Eric
Kurt 1247505611000
Ich glaube das mit dem Wasser ii den beiden Becken am Äqutor ganz und gar nicht ( Links und Rech­tsdre­hung )!
Ist eine geschick­te Tou­ris­te­nat­trak­tion, o­der?­
Bit­te um eine eh­rliche Ant­wor­t!
Vie­le Grüße aus Bochum­
Bin auch Wel­trei­sen­der ( Hon­kong, China, Ma­lay­sia, Thai­land, Sri Lanka, VAE, In­do­nesi­en u.s.w. ) Kurt

Antwort des Autors: Hallo Kurt, es stimmt wirklich! Das Ganze hat seine Ursache in der Corioliskraft (mal einfach bei Wikipedia nachschauen) und dieses wirkt sich auch nicht nur auf die Fließrichtung des Wasser aus. Viel interessanter fand ich aber, dass genau auf dem Äquator das Ganze aufgehoben ist, als z.B. es gar keinen Wasserstrudel mehr beim Abfließen im Becken gibt, das man ein Ei auf einen Nagelkopf stellen kann (ohne das es umkippt) und noch viel interessanter finde ich: das die eigene körperliche Kraft auf dem Äquator geringer ist (wenn auch nur unwesentlich) als sonstwo auf der Erde (vorausgesetzt das die sonstigen Rahmenbedingungen wie Höhe, Temperatur, Luftdruck, etc. identisch sind). Probier es vielleicht einfach das nächste Mal selbst aus, wenn Du dich GENAU auf dem Äquator befindest (die Äquatorlinie musst Du schon genau treffen - GPS - denn bereits mit ein paar Zentimetern Abweichung verringert sich der Effekt merklich!)