Fahrrad-Welt-Reise

Reisezeit: April 2005 - August 2008  |  von Eric Wehrheim

Perú: 03 - La reapertura no es tan fácil

Der Wiedereinstieg ist gar nicht so einfach
(Lima-Trujillo 24.7.07 bis 24.8.07)

Am 24.08.2007 sind wir nach genau 6 Monaten wieder in Lima gelandet. Hinter uns lagen zwei lange Flüge, zuerst von Frankfurt nach Miami und anschließend, nach 12 Stunden Wartezeit im Terminal von Miami, nochmals eine Langstrecke nach Lima. Früh Morgens um 06:00 Uhr kamen wir so ziemlich ausgelaugt in Lima an. Die ersten bzw. erneuten Eindrücke von der Stadt waren erst einmal ziemlich lau, denn die Vororte, welche wir bei unserer Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt bzw. dem Stadtteil Miraflores von Lima zurücklegten, sind alles andere als sehenswert. Zudem sind wir im Winter zurückgekommen und nun stand, von Morgens bis Abends, eine graue Milchsuppe über unseren Köpfen. Ca. 4 bis 5 Monate müssen die Limianer diese tiefhängenden Grauschleier ertragen, doch uns ist der Himmel schon nach ein paar Tagen auf die Gemüter geschlagen.

Shoppingmeile Larcomar in Miraflores

Shoppingmeile Larcomar in Miraflores

Unsere Räder haben wir deshalb bereits am darauffolgenden Tag aus ihrem Verschlag befreit. Sie waren eingebuchten in einem Abstellraum bei Kotra (Koreanisches Handelszentrum) in Lima, im Klimaraum, wo die Fenster nicht ganz dicht waren. Nein reingeregnet hatte es nicht, dafür kam der ganze Straßenstaub samt Abgase wohl herein, denn unsere Räder bzw. alles was wir dort eingelagert hatten, war mit einer schmierigen, schwarzen Masse, ja diese war bestimmt 1 bis 2 Millimeter stark, überzogen. Doch zum Glück, nach etwa 2 Stunden Reinigungsaktion, hatten wir alles ordentlich beisammen und Direktor Kim von Kotra war zudem so freundlich, uns einen Transport unserer Sachen zu unserem Hostal zu organisieren. Dieser Transport war sehr hilfreich, denn unsere Räder mussten erst einmal zusammengebaut werden, da z.B. das Hinterrad neu eingespeicht werden musste. Angekommen im Hostal konnte ich dann damit anfangen, die Sachen zu entwirren und das Puzzle unserer Radteile wieder zusammen zu setzen. Gut 2 Tage hatte mich dies in Anspruch genommen, doch das Resultat war überzeugend. Beide Fahrräder hatten alle wieder ihre Teile am rechten Fleck. Auch ein paar Veränderungen wurden von mir an den Rädern vorgenommen. So wurde von mir das komplette Bremssystem ausgetauscht. Die Magura HS33 hatte sich, was das Reisen mit einem gut beladenen Fahrrad anbelangt, nicht unbedingt bewährt und wurde daher gegen eine LX V-Brake von Shimano ausgetauscht. Auch wurden von mir andere Sättel (Selle SMP TRK) montiert, in der Hoffnung so während des Fahrens weniger betäubte Glied- und Genitalmassen zu bekommen.

Multifunktioneller Platz: Vitaminstube, internationaler Geldwechsler und Gamestube

Multifunktioneller Platz: Vitaminstube, internationaler Geldwechsler und Gamestube

Gut eine Woche hatte unser Wiedereinleben und Instandsetzen der Räder in Lima gedauert, doch nun sollte es endlich wieder los gehen. Es sollte gleich in Berge wieder hochgehen, denn auf die Küstenstrasse, die Panamericana, hatten wir beide keine allzu große Lust. Doch auch untrainiert und unakklimatisiert, was wir beide ja nach 6 Monaten im bequemen Flachlandleben geworden sind, konnten bzw. wollten wir nicht gleich von 0 auf über 4000 Höhenmeter mit den Rädern hochfahren. So ging es denn also erst einmal zu einem Busterminal, alles wurde mal wieder verfrachtet und in Huaraz in der Ancash Region, auf 3090 Meter Höhe sollte so unser Wiedereinstieg in die Tat umgesetzt werden.

Huaraz bei Nacht mit Blick auf die Cordillera Blanca

Huaraz bei Nacht mit Blick auf die Cordillera Blanca

Wie gesagt, unsere alte Höhenakklimatisation war schon längst Schnee von gestern und so waren die ersten Schritte bzw. Metern die wir auf unseren Rädern in der Stadt zurücklegten extrem luftraubend. Kaum waren wir etwa ein paar Meter bergauf gefahren, da ging uns schon die Puste aus, das Herz pochte wie wild und Kopfschmerzen legten sich zudem aufs Gemüt. Unsere erste Tat war daher auch keine Stadtbesichtigung, sondern das unverzüglich Aufsuchen einer Herberge und das anschließende Ausruhen. Bei Jose im El Jacal Hostal nicht unweit der Plaza de Armas haben wir eine angenehme Pension (Hostal) gefunden und die nächsten drei Tage verbrachten wir damit, möglichst wenig zu tun und fleißig unsere roten Blutkörperchen zu vermehren. Zwar ist Huaraz nicht gerade eine besonders schöne Stadt, denn sie wurde 1970 fast komplett von einem Erdbeben zerstört, doch ihre Lage macht den fehlenden Kolonialstadtcharakter wieder wett.

Lustiges Plakat mit dem Hinweis: Den korrekten Preis zu verlangen und nicht die Touristen auszurauben. Ob das wohl hilft?

Lustiges Plakat mit dem Hinweis: Den korrekten Preis zu verlangen und nicht die Touristen auszurauben. Ob das wohl hilft?

und noch ein multifunktioneller Shop: Frischgeflügel, Videotheke und Modeschmuck

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Chirimoyafrucht. Sieht zwar nicht schön aus, schmeckt dafür aber um so besser

Chirimoyafrucht. Sieht zwar nicht schön aus, schmeckt dafür aber um so besser

Eingebettet zwischen der Cordillera Blanca (östlicher Gebirgszug mit etlichen schneebedeckten 5 bis 6 Tausender) und der Cordillera Negra (westlich gelegen mit nicht so hohen und nicht schneebedeckten Bergen wie der Cordillera Blanca - von daher der Name Negra = schwarz) genügt allein schon ein Blick in diese fantastische Berglandschaft, um sich wohl zu fühlen. Nicht umsonst ist daher dieser Fleck in Peru eines der beliebtesten Trekkingziele Südamerikas.

Ganz in der Nähe von Huaraz findet mal warme Thermalquellen

Ganz in der Nähe von Huaraz findet mal warme Thermalquellen

Da unserer weiterer Routenverlauf gehen Norden gehen sollte und somit dem Fluss folgend bergab ging, wollte ich zuerst, um noch ein paar weiteren Akklimatisationsreserven aufzubauen, zuerst eine kleine Runde gehen Süden, flussaufwärts, mit wenig Gepäck absolvieren. Auf der Karte bot sich der Ort Chiquian, etwa 110 m von Huaraz entfernt, von daher optimal an. Auch dieser Ort ist, wie Huaraz, eine Pilgerstätte für Wanderer, denn von dort aus werden Trekkingtouren in die angrenzende Huayhuash Gebirgsregion unternommen. Es war eigentlich keine allzu schwere Tour angedacht und in 3 bis 4 Tagen wollten wir so in Huaraz gestärkt zurücksein, doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der erste Tag bis Cátac war noch einigermaßen einfach zu bewerkstelligen, doch am zweiten Tag ging es nicht nur stetig bergauf, nein auch ein gut blasender Gegenwind wollte uns nicht nach oben lassen. Mun Suks Reisemoral, welche sowieso nicht zum allerbesten Stand, sank von Höhenmeter zu Höhenmeter.

Start aus Huaraz zur Akklimatisierungstour

Start aus Huaraz zur Akklimatisierungstour

Blick auf den Pastoruri

Blick auf den Pastoruri

Am liebsten hätte sie kehrt gemacht, so dass ich alle meine Überredungskünste einsetzen musste, um sie auf Kurs zu halten. Völlig ausgezehrt und ermatten kamen wir so in Conococha. Der Abzweigung von der Hauptroute nach Chiquian an. Etwa 600 bis 700 Höhenmeter hatten wir gut gemacht, doch von hier aus war ein Weiterfahren für Mun Suk nicht mehr vorstellbar. Da dieser Ort aber nur aus ein paar armseligen Hütten ohne irgendeine Herberge bestand, war ein Weiterkommen unumgehbar. Lange brauchten wir aber nicht zu überlegen was zu tun ist, den just in diesem Moment tauchte ein kleiner Kurzstreckenbus auf, welchen wir unsere Räder aufs Dach aufbürden konnten und so wurden die restlichen Meter bis Chiquian dann doch noch überbrückt. Eigentlich finde ich es sehr schade, eine Strecke mit den Rad zu verschenken, soll in diesem Fall heißen mit dem Bus zu fahren, welche so gut wie nur bergab geht, doch ehrlich gesagt war ich auch ein wenig froh im Bus zu sitzen, denn die schöne Bergabstrecke war eine halsbrecherische üble Piste, welche gut über 1000 Höhenmeter hinunter ging.

Blick von Chiquian auf die Huayhuash Cordillera

Blick von Chiquian auf die Huayhuash Cordillera

Gasse in Chiquian

Gasse in Chiquian

Tagesausflug bei Chiquian

Tagesausflug bei Chiquian

In Chiquian sind wir 2 Tage geblieben, haben ein wenig ausgeruht und den weiteren Verlauf unserer Kurztour als auch der weiteren Reise etwas überdacht. Nach Auskunftseinholung über den weiteren Streckenverlauf zurück nach Huaraz stand zumindest fest, das die geplante Route um den Pastoururi Berg nicht mehr zu Debatte stand. Einzigste Fahrradfahralternative war damit, wieder zurück nach Conococha zu fahren, mit dem Bus, um von dort dann bergab zurück nach Huaraz zu kommen. Wir hatten beide zwar keine allzu große Lust, die gleiche Strecke, nur andersherum, wieder zu fahren, doch die Alternative um den Pastoururi herum fiel ja wegen extrem schlecht vorhergesagter Streckenbeschaffenheit aus. Klar, die 1000 Höhenmeter hardcore Piste wurden auch wieder brav mit dem Bus absolviert, doch zumindest haben wir dann, die zuvor an zwei Tagen zurückgelegte Strecke, ohne allzu viel Murren an einem Tag zurück bis Huaraz geschafft. Zumindest hatten wir durch diesen Kurzausflug uns wieder etwas an das Radfahren gewöhnt und auch die Höhenakklimatisation war damit zu Genüge durchgeführt worden. Bevor es dann am 12.08.2007 wieder richtig los ging, hatten wir tags zuvor noch einen Abstecher mit dem Bus nach Chavin unternommen. Bekannt ist dieser kleine und nette Ort für seine preinkaische Ruinenanlage, der sogenannten Chavinkultur.

Preinkanische Ruinenstätte Chavin

Preinkanische Ruinenstätte Chavin

Ruinenstätte Chavin, Platz vor der Tempelanlage

Ruinenstätte Chavin, Platz vor der Tempelanlage

Nun gut, am 12.08.2007 ging es dann also endlich los, das heißt vollbepackt mit allen Taschen samt Anhänger. Dem Rio (= Fluss) Santa folgend, stromabwärts zwischen den Cordillera Blanca und Negra ging es zwar nicht nur flussabwärts, doch die Strecke war angenehm zu bewerkstelligen und auch der Verkehr hielt sich in Grenzen. Caraz war für diesen Tag unser Etappenziel und gegen 16:00 Uhr Nachmittags sind wir dort auch wohlbehalten angekommen.

Keramikstätte auf der Strecke nach Caraz

Keramikstätte auf der Strecke nach Caraz

Plaza von Caraz bei Nacht

Plaza von Caraz bei Nacht

Am nächsten Tag haben wir aber noch mal unsere Räder im Stall bzw. Hostal gelassen, den diesen Tag haben wir dazu genutzt, der Laguna (= See) Paron in den Bergen einen Besuch abzustatten. Das Panorama welches uns darbot ist nur schwer mit Worten zu beschreiben. Am besten schaut ihr Euch die Bilder hiervon an, doch auch diese können nur einen kleinen Ausschnitt des Panoramas wiedergeben, welches uns sich präsentierte.

Laguna Paron auf ca. 4100m Höhe

Laguna Paron auf ca. 4100m Höhe

Eine türkisblaue Lagune auf etwas über 4000 Metern Höhen gelegen, eingebettet bzw. umringt von hohen, steil aufragenden und zum Teil schneebedeckten Bergen. Wir, nebst einem anderen deutschen Pärchen, Beate und Andreas, welche wir tags zuvor in Caraz kennen gelernt hatten, waren fast die Einzigsten vor Ort und so konnten wir das Naturspektakel ungestört genießen.

Nach Caraz stand Huallanca auf unserer Etappenkarte und die ersten 20 km auf der Strecke waren auch größtenteils einfach zurück zu legen, denn bis dahin war die Strasse, abgesehen von ein paar kleineren Aussetzern, weitgehend asphaltiert.

auf dem Weg von Caraz nach Huallanca

auf dem Weg von Caraz nach Huallanca

Dann stand uns der Cañon del Pato bevor, ein weiteres Naturspektakel, denn hier treffen sich die Cordillera Blanca und Negra und nur der Rio Santo quält sich durch diese Schlucht. Wie man in eine solche unwirkliche Landschaft eine Strasse bauen konnte, bleibt mir ein Rätsel. Nun gut der Ausdruck Strasse ist eigentlich zuviel des Guten, denn zum einen war es mit dem Asphalt vorbei und zum anderen reduzierte sich die Straßenbreite auf etwa 2,5 bis 3 Meter grobe Piste, mit Wellblecheinlagen und Schlaglöchern übersäht.

Wo sich die Cordillera Blanca und Cordillera Negra die Hand geben - durch den Cañon del Pato

Wo sich die Cordillera Blanca und Cordillera Negra die Hand geben - durch den Cañon del Pato

Das I-Tüpfelchen für uns waren dazu aber dann die vielen Tunnels, welche es galt zu durchfahren, teilweise in tiefster Finsternis, denn unsere Beleuchtung schaffte es nicht, auch nur den Ansatz von etwas Helligkeit dort zu liefern. 35 Tunnels waren es. Gut es waren nicht alle so lange, so dass man bei den meisten nur ein paar Meter hatte und das Tageslicht, von vorne oder hinten, ausreichte um genügend Helligkeit innerhalb des Tunnels zu haben. Doch die 8 bis 10 etwa, welche länger waren oder zum Teil um die Kurve gingen waren dafür um so haarsträubender, denn obwohl der Verkehr auf der Strecke äußerst gering war, es gab ihn doch und wenn man mitten in einem sehr, sehr schmalen, unbeleuchteten und ungesicherten Tunnel sich befindet, durch welchen gerade einmal ein KFZ bzw. kleiner LKW durchpasst und dann, es muss ja so kommen, ein Fahrzeug einem von vorne entgegen kommt, nun ja, dann sind halt die Nerven aufs äußerste gut angespannt. Anhand der Tatsache das ihr hier diesen Bericht lesen könnt, könnt ihr feststellen, dass wir diesen "eindrucksvollen" Abschnitt lebend überstanden haben.

35 Tunnel, ungesichert und natürlich unbeleuchtet wollten in Cañon del Pato durchquert werden

35 Tunnel, ungesichert und natürlich unbeleuchtet wollten in Cañon del Pato durchquert werden

Blick auf Huallanca und endlich geschafft, der Cañon del Pato war bezwungen

Blick auf Huallanca und endlich geschafft, der Cañon del Pato war bezwungen

Huallanca war ein kleines Nest, welches sich an das Wasserkraftwerk, welches am Ende des Cañon del Pato sich befindet, anliegt, in welchem wir für die Nacht ein einfaches Lager gefunden hatten. Um die angespannten Muskeln etwas zu entlasten unternahmen wir einen Dorfrundgang bzw. es wurden drei Durchläufe, denn ein Durchgang dauerte gerade einmal 8 Minuten. Uns wurde gesagt, dass der weitere Verlauf der Strecke nicht mehr ganz so anstrengend sein sollte, wie der Part zuvor, doch man glaubt gar nicht, wie steil und weit bergauf eine flussabwärts folgende Strecke verlaufen kann. Sowieso bestand die Strecke weiterhin aus einer groben Schotter- und Geröllpiste, nur das Landschaftspanorama konnte einigermaßen mit seinen grandiosen Ausblicken eine Entschädigung für die strapaziösen Fahreinlagen erbringen. Mun Suk jedoch war anscheinend nur frustriert und da der Streckenverlauf für sie zu schwierig war, sowohl bergauf als auch bergab, schob sie ihr Rad die meiste Zeit.

Mittagspause auf dem Lande

Mittagspause auf dem Lande

Fahrt durch eine atemberaubende aber unwahrscheinlich anstrengende Berglandschaft von Peru

Fahrt durch eine atemberaubende aber unwahrscheinlich anstrengende Berglandschaft von Peru

Obwohl Flussabwärts folgend ging es erst einmal kilometerweit bergauf durch diese unwirkliche Berglandschaft

Obwohl Flussabwärts folgend ging es erst einmal kilometerweit bergauf durch diese unwirkliche Berglandschaft

Nach etwa 7 Stunden hatten wir so gerade einmal 25 km zurücklegen können und das nächste ansteuerbare Ziel lag noch weit von uns entfernt. Als dann nach Stunden alleine auf der Strecke der erste Bus, welcher bergab fuhr, auftauchte überredeten wir schnell den Busfahrer uns führ einen nicht allzu horrenden Preis mitzunehmen, so dass wir, am Abend mit einsetzender Dunkelheit in Santa an der Panamericana gelegen (nördlich von Chimbote) um etwa 19:45 ankamen. Schnell wurde eine Herberge aufgesucht, geduscht und auch noch schnell eine Abendmahlzeit eingenommen. Mal wieder Pollo a la brasa (Grillhähnchen), denn die Auswahl auf den Speisekarten beschränkte sich, wie so oft in Südamerika, zwischen Pollo und Pollo. Hier haben wir dann nebenbei auch durch das Fernsehen erfahren, dass um 19:00 Uhr abends es ca. 250 km südlich vor Lima im Meer gelegen ein Erdbeben gegeben hat und die Stadt Ica als auch Pisco am meisten davon betroffen worden sind. Ehrlich gesagt, wir hatten gar nichts von dem Erdbeben gespürt, denn wir saßen ja zu diesem Zeitpunkt, knapp 750 km weiter nördlich, im Bus und waren unterwegs. Es muss wohl in Santa auch ein wenig von dem Beben zu spüren gewesen sein, doch Schäden hatte es dort keine ausgelöst. Auch wenn wir weitab und fern des Bebens nun sind, so tut es uns doch sehr leid, wie die Orte Ica und Pisco, welche wir vor noch nicht allzu langer Zeit besucht hatten, nun unter der Naturgewalt zu leiden haben.

Nach Santa stand Trujillo auf dem Etappenplan. Am 16.08.2007 sind wir hier angekommen und nun steht erst einmal etwas Kultur auf dem Programm.

Auf dem Weg nach Trujillo, öde Wüstengegend an der Panamericana

Auf dem Weg nach Trujillo, öde Wüstengegend an der Panamericana

Kirche in Trujillo

Kirche in Trujillo

Häuser an der Plaza der Armas in Trujillo

Häuser an der Plaza der Armas in Trujillo

Spendenaktion für die Erdbebenopfer, vor der Kathedrale in Trujillo

Spendenaktion für die Erdbebenopfer, vor der Kathedrale in Trujillo

Chan Chan, die größte Adobesiedlung bzw. -anlage Amerikas oder wenn nicht sogar der Welt

Auf dem Zeremonieplatz in der Anlage von Chan Chan

Auf dem Zeremonieplatz in der Anlage von Chan Chan

Wächterfigur in der Anlage von Chan Chan

Wächterfigur in der Anlage von Chan Chan

Kleiner Ausschnitt der Reste der Adobeanlage in Chan Chan

Kleiner Ausschnitt der Reste der Adobeanlage in Chan Chan

und Huaca de la Luna und Huaca del Sol, Pyramidenartige Adobegebilde aus der Mochezeit,

Huaca de la Luna

Huaca de la Luna

Blick von Huaca de la Luna auf die vorgelagerten Ruinen und die gegenüberliegende, noch unerschlossene Anlage, Huaca del Sol

Blick von Huaca de la Luna auf die vorgelagerten Ruinen und die gegenüberliegende, noch unerschlossene Anlage, Huaca del Sol

Ausgrabungsstätte Huaca de la Luna

Ausgrabungsstätte Huaca de la Luna

standen auf der Besuchsliste. Auch hatten wir ein ganz nettes und günstiges Hostal gefunden, mit eigener privater Garage vor dem Zimmer, einem riesigen Kingsize-Bett (endlich einmal die Füße im Bett lassen!), Satelliten-TV, einer Badewanne und Minibar und das alles für umgerechnet 7,25 Euro pro Nacht. Was uns nicht besonders stört ist, das es sich wohl um ein sogenanntes Amüsierhotel handelt, welches Pärchen diskret aufsuchen. Doch die Leute bzw. das Personal sind nett, lassen uns in Ruhe und auch von den anderen Gästen bekommen wir nichts mit, ist ja alles privat abgetrennt. Wir genießen also mal ein wenig Bequemlichkeit für ein paar Tage, bevor es wieder auf die Piste geht.

Traditionelle Fischerboote aus Schilf am Strand von Huanchaco, in der Nähe von Trujillo

Traditionelle Fischerboote aus Schilf am Strand von Huanchaco, in der Nähe von Trujillo

Fischer in seinem Schilfboot, in Huanchaco

Fischer in seinem Schilfboot, in Huanchaco

Surfer am Strand von Huanchaco

Surfer am Strand von Huanchaco

© Eric Wehrheim, 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Fahrradweltreise Teil II. Fortsetzung unserer Fahrradtour Teil I (1998 bis 2000 von Deutschland nach Korea). Teil II unserer Fahrradweltreise findet in Lateinamerika statt.
Details:
Aufbruch: 24.04.2005
Dauer: 3 Jahre
Heimkehr: 14.08.2008
Reiseziele: Weltweit
Südkorea
Argentinien
Chile
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Kenia
Der Autor
 
Eric Wehrheim berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/36):
Marco Agromi 1664975626000
HuHu E­ric­,
Ha­be dich gesucht und ent­deckt wie geht es euch was macht ihr und wo Lebt ih­r.
Lan­ge ist es her hier meine Tel :0177-5530317
mel­de dich oder schrei­be mir­.
Grüße Marco
willi merg 1292256034000
Tolle Reise! Netter Rei­se­berich­t!
Bin im Januar in Ar­genti­nien und möchte e­ven­tuell 2-3 Wochen Rich­tung Pa­ta­go­nien Ra­del­n...viel­leicht 500 km südl. von B.A.­
Fra­ge: Kann man sich auch Radeln aus­bor­gen mit Sei­ten­taschen und so.­..kann man diese Räder dann woan­ders zur­ückge­ben und geg­f.zur­ückflie­gen? Gibt es viel­leicht sonst noch wich­ti­ge Tip­ps?
Mit Dank im voraus! LG und an­ge­neh­me Weih­nach­tszeit­
W.Merg
Antwort des Autors: Hallo Willi,
ich habe leider keine Ahnung, ob man sich Fahrräder samt Taschen dort ausleihen kann. M.E. höchstwahrscheinlich nicht. Und falls Du doch irgendwo noch etwas ergooglen solltest dann währte ich damit doch ziemlich vorsichtig, denn ich kann mir nicht vorstellen, das Du dort entsprechendes Material (Qualität) erhalten wirst, zudem für einen vernünftigen Preis.

Viel Spaß in Argentinien und viel Spaß mit dem Wind

Eric
Kurt 1247505611000
Ich glaube das mit dem Wasser ii den beiden Becken am Äqutor ganz und gar nicht ( Links und Rech­tsdre­hung )!
Ist eine geschick­te Tou­ris­te­nat­trak­tion, o­der?­
Bit­te um eine eh­rliche Ant­wor­t!
Vie­le Grüße aus Bochum­
Bin auch Wel­trei­sen­der ( Hon­kong, China, Ma­lay­sia, Thai­land, Sri Lanka, VAE, In­do­nesi­en u.s.w. ) Kurt

Antwort des Autors: Hallo Kurt, es stimmt wirklich! Das Ganze hat seine Ursache in der Corioliskraft (mal einfach bei Wikipedia nachschauen) und dieses wirkt sich auch nicht nur auf die Fließrichtung des Wasser aus. Viel interessanter fand ich aber, dass genau auf dem Äquator das Ganze aufgehoben ist, als z.B. es gar keinen Wasserstrudel mehr beim Abfließen im Becken gibt, das man ein Ei auf einen Nagelkopf stellen kann (ohne das es umkippt) und noch viel interessanter finde ich: das die eigene körperliche Kraft auf dem Äquator geringer ist (wenn auch nur unwesentlich) als sonstwo auf der Erde (vorausgesetzt das die sonstigen Rahmenbedingungen wie Höhe, Temperatur, Luftdruck, etc. identisch sind). Probier es vielleicht einfach das nächste Mal selbst aus, wenn Du dich GENAU auf dem Äquator befindest (die Äquatorlinie musst Du schon genau treffen - GPS - denn bereits mit ein paar Zentimetern Abweichung verringert sich der Effekt merklich!)