Antje in Südamerika November 2014 - September 2015

Reisezeit: November 2014 - September 2015  |  von Antje Rüllenrath

Ecuador: Cuenca

Über Riobamba nach Cuenca

Da es sich schwieriger Gestaltet von Machachi an der Pan Americana von einem Bus mitgenommen zu werden, entschließe ich mich mit zwei Amerikanern ein Taxi nach Latacunga zu nehmen, um von dort mit dem Bus nach Riobamba weiter zu fahren.
Leider muss ich zudem nochmals in Ambato umsteigen, aber alles läuft glatt und nach ca. 7 Std. lande ich in meinem Hostel in Riobamba. Dort angekommen treffe ich auch gleich noch auf zwei Pärchen aus dem Nationalpark und somit gestaltet sich der Abend doch noch sehr unterhaltsam.
Da Riobamba nicht gerade durch Schönheit glänzt und ich nicht wirklich an der Stadt interessiert bin, breche ich gleich nach dem Frühstück wieder auf, um die letzte Etappe nach Cuenca in Angriff zu nehmen.
Zum Glück fährt der Bus nicht die Pan Americana runter, sondern fährt quer über die Sierra. 6 Stunden durch eine wunderschöne Landschaft mit wunderschönen Ausblicken. Einfach klasse.
Cuenca ist die drittgrösste Stadt Ecuadors. Die Altstadt wurde 1999 auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Somit bin ich gespannt, was die Stadt zu bieten hat und werde nicht enttäuscht.
Das Zentrum liegt an einem kleinen Flüsschen mit tollem Rad- und Wanderweg und die Altstadt ist wirklich schön.
Die Ankunft ist dann allerdings nicht ganz so toll. Das Hostel hat meine Reservierung "nicht bekommen". Ahhh wirklich. Komisch. Nachdem die nette Dame mir ein 4er Dorm ohne Fenster auf 10qm anbietet, entscheide ich mich dagegen und mache mich auf die Suche nach einer anderen Unterkunft. Leider gestaltet sich das nicht ganz so einfach, vor allen Dingen, da Cuenca anscheinend dafür bekannt ist, Zimmer ohne Fenster zu vermieten. Leider geht das für mich gar nicht. Ich fühle mich wie im Gefängnis und bekomme keine Luft. Lange rede kurzer sinn, ich lande in einem Zimmer ohne Fenster und dazu auch noch für 20$ die Nacht. Als wäre das nicht schon genug, finde ich beim zurück schlagen der Tagesdecke auch noch ca. 10 Haare und der Kopfkissenbezug ist dreckig. Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Es ekelt mich nur einmal. Aber ich hab keine Lust mehr weiter zu ziehen. Also Schlafsack auspacken, Tuch übers Kopfkissen, Augen zu und durch. Eine Nacht geht immer, aber morgen mach ich mich gleich auf die Suche nach einer neuen Unterkunft und werde 10 min später fündig. Nettes Hostel, gleiche Kosten aber mit Fenster und Blick auf den Fluss. Nette Eigentümer, sauber, alles gut.

Ich entscheide mich nun endgültig dafür Neujahr in Cuenca zu verbringen. Kaum im Hostel angekommen, mache ich Bekanntschaft mit einer netten Französin. Mit ihr verbringe ich auch Silvester und bin heilfroh, dass sie mit von der Partie ist. Ich bin heute immer noch ein wenig geschockt, wie traurig und hoffnungslos die Menschen hier in Cuenca sind.
Von wegen Bailar, bailar. Ein endloser Autocorso fährt durch die Stadt und die Menschen die nicht im Auto sitzen und raus glotzen, stehen mit teilnahmsloser Miene herum und starren auf die Plakate welche zum Neujahr kreiert wurden. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird Silvester hier auch dafür genutzt, seine politische Meinung wieder zu geben. Beinahe so, wie bei uns an Fasnacht. Des Weiteren werden grosse Puppen mit Papier ausgestopft. Diese stehen für die schlechten Ereignisse im letzten Jahr und werden um 12 Uhr verbrannt.
Ich habe darüber nachgedacht eine Puppe zu kaufen, aber mir ist bei aller Liebe nix schlechtes zum letzten Jahr eingefallen - somit blieb die Puppe wo sie war
Als wir das Tanzen anfangen, sind wir die Touristenattraktion schlechthin. Manche Einheimische sehen uns an, als ob wir auf einer Beerdigung das tanzen anfangen würden, anderen wiederum sieht man an, dass sie gerne mit von der Partie wäre, aber sie sind total schüchtern. Sogar als wir die Kinder ermutigen zu tanzen, wird uns bewusst, dass sie niemals tanzen. Stock steif - sowas hab ich bei einem Kind noch nicht erlebt. Wir sehen uns unfassbar an und fragen uns immer wieder, ob Ecuador wirklich ein Land in Südamerika ist. Dem Kontinent in welchem Tanzen im Blut liegt. Mmmmh, wenn dem so ist, liegt hier in Cuenca schwere Blutarmut vor.
Wie auch immer, ich hatte Spaß und werde mich nach meinem heutigen Erholungstag, morgen auf nach Vilcabamba machen :O)

Neue Kathedrale

Neue Kathedrale

Makthalle

Makthalle

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Im November diesen Jahres Reise ich für unbestimmte Zeit nach Südamerika. Starten werde ich in Ecuador. Danach? Mal sehen....ohne Plan, aber mit ungebrochener Freude an fremden Ländern, Landschaften, Menschen und Kulturen, freue ich mich euch über meine Eindrücke und Begegnungen auf dem laufenden zu halten.
Details:
Aufbruch: 20.11.2014
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 25.09.2015
Reiseziele: Ecuador
Argentinien
Chile
Bolivien
Brasilien
Peru
Kolumbien
Der Autor
 
Antje Rüllenrath berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
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