Deutschlandtour mit dem Lidl-Ticket

Reisezeit: November 2016  |  von Sabine H.

Die Verkaufsaktion von Lidl mit den vergünstigten Bahntickets hat mich zu einer spätherbstlichen Deutschland-Reise inspiriert...

Wozu in die Ferne schweifen ?

Über tatsächlich 2 Jahrzehnte lautete mein Motto "Urlaub wird nur außerhalb Europa´s verbracht". Jetzt enttäusche ich meine Stammleser schon seit einiger Zeit mit immer wieder neuen Europa-Touren, City-Trips. Und mindestens 2 Pauschal-Strandurlaube auf den Kanaren habe ich euch sogar komplett verschwiegen.

Warum das ? Weil ich es echt sch... finden würde, am anderen Ende der Welt zu sitzen, wenn zuhause etwas Blödes passiert und ich einfach nicht innerhalb von ein paar Stunden wieder da sein kann. Ich habe jedenfalls meinen Grund dafür. Und der lautet "Papa", schwer erkrankt, im Pflegeheim u meine Mom ist auch schon sehr kurz diesseitig der 80.

Und außerdem: Ich habe mich jahrelang in der Weltgeschichte herumgetrieben und kenne mein eigenes Heimatland total schlecht. Ich bewege mich sicherer durch Bangkok, als durch Berlin. Kapstadt ist mir wesentlich besser bekannt, als Köln. Ich kenne mich halbwegs in Windhoek aus, aber gar nicht in Würzburg. Ich war in Manila, aber habe von München kaum eine Ahnung. Ich habe japanische, koreanische und chinesische Kaiserpaläste besucht, aber noch nie DAS Märchenschloss Deutschlands schlechthin: Neuschwanstein. Die Amerikaner kennen das Cinderella-Schloss ganz sicher aus Disney-World besser, als ich, denn ich habe es noch nie gesehen.

Ich könnte ewig so weiter machen: Luang Prabang ja, Leipzig nein. Dallas ja, Düsseldorf nein. Washington ja, Wolfsburg nein. Havanna ja, Hannover nein.

Und dann biegt Lidl um die Ecke mit dem Angebot, 2 Bahntickets für Fernzüge innerhalb Deutschlands á 50 EUR. Die Werbekampagne dafür ist mir sch...-egal. Ich kann/will keine Verwandten/Freunde in anderen Regionen Deutschlands besuchen, ich hab´da keine. Mir kommt spontan die Idee, diese Tickets für eine 2-wöchige Deutschlandtour zu nutzen. November ist eine ziemlich blöde Reisezeit dafür, aber was soll´s, es könnte ja einen Goldenen Herbst geben und wenn Engel reisen... ??? Ansonsten gibt es entsprechende Klamotten, so.

Am 1. Verkaufstag der Lidl-Tickets schlage ich um 07.30 Uhr im örtlichen Lidl-Markt auf, treffe gleich auf die mir bekannte Filialleiterin und frage nach den Tickets. Sie sagt "komm mit, wie viele willst du haben, 5 gehen maximal" und macht extra für mich eine Kasse auf. 3 sollten für mein Vorhaben genügen, das wären dann 6 Fahrten.

Es gibt natürlich Haken an der Sache: 1.) Wie gesagt, max. 5 Tickets/Person - aber jedes Ticket beinhaltet eigentlich 2 Tickets - also 2 Fahrten. 2.) Die Tickets müssen online in echte Bahntickets umgetauscht werden. 3.) Sie müssen bis zum 18.12.2016 verbraten sein. 4.) Sie gelten nur für Fernzüge, EC, IC und ICE - keine Regionalbahnen. 5.) Freitags sind sie nicht einsetzbar. 6.) Sitzplatzreservierungen müssen trotzdem extra bezahlt werden. Mit all dem kann ich gut leben, man muss eben etwas basteln. Und eine Idee haben, wofür man die Dinger nun genau verballern will.

Und was will ich denn nun ? Ganz sicher nach Köln, Leipzig, München und Berlin. Aber ich möchte auch gerne so ein wenig in die Provinz, z.B. auf die Zugspitze oder zum Schloss Neuschwanstein.

Nach langen Recherchen wird es jetzt zunächst folgendes:

Am 11.11.2016 werde ich mit der Bahn nach Hamburg anreisen, dort in einem Flughafenhotel übernachten und am 12.11.2016 nach München fliegen. Ja, genau, fliegen. Die Strecke Flensburg-München per Bahn würde einen ganzen Tag verschlingen, freitags darf ich eh nicht und fast 9 Stunden Zugfahrt würden mir den letzten Nerv rauben.

Der Rest ist auch schon geplant und teilweise gebucht, aber davon werde ich noch nichts verraten, soll ja spannend bleiben...

© Sabine H., 2017
Du bist hier : Startseite Europa Deutschland Deutschland: Wozu in die Ferne schweifen ?
Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 11.11.2016
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 27.11.2016
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors