Südafrika -Once again

Reisezeit: November / Dezember 2016  |  von Kerstin Reimer

Mountain Zebra Teil II

30.11.16
Wetter: 30C, Sonnenschein, moderater Wind

Mountain Zebra NP Teil II

Heute früh um 7:15 finden wir uns erwartungsfroh zum Cheetah-Tracking an der Rezeption ein. Wir entrichten unseren Obolus von 364 Rändern pro Person und werden erneut von Shawn dem (Schaf) Ranger in Empfang genommen. Wir sind zu viert. Der Toyota Land Cruiser kutschiert uns sicher durch jedes Schlagloch und über Stock und Stein. Unser kleiner Fiesta würde blass werden vor Neid.
Zum Einstieg fragt Shawn wie üblich, was wir sehen möchten. Unsere holländischen Mitfahrer wünschen sich einen Löwen, da sie weder im Kruger noch im Hluhluwe einen zu Gesicht bekommen haben. Mein Erdferkel wünscht wie üblich die Verwandtschaft zu treffen. Mir ist egal was ich sehe. Was kommt, kommt.
Immer wieder hält Shawn die Richtantenne nach oben und prüft ob wir ein Signal vom Sendehalsband des Geparden bekommen. Es gestaltet sich schwierig. Meist hört man nur das rauschende Gemurmel extraterrestrischer Lebensformen. Vom Aufenthaltsort des Cheetah keine Spur. Shawn fährt mit uns an der Boma vorbei, wo zur Zeit 2 Geparden hinter Draht sind. Veterinär-Check und Batteriewechsel in den Sendehalsbändern. Die beiden Brüder schauen uns gelangweilt an. Mein Erdferkel raunt mir zu: sieh sie dir genau an, es sind die einzigen Geparden, die wir heute zu sehen bekommen. Warum so negativ?
Wir hoppeln weiter durch die Landschaft. Von Zeit zu Zeit kommt die Antenne zum Einsatz. Es rauscht weiterhin. Irgendwann halten wir und unser Antennenmann schreitet zum Äußersten. Er klettert nebst technischen Equipment auf die Motorhaube um eine erhöhte Position zu bekommen. Und siehe da, aus dem Geräusche entwickelt sich ein Signal. Nur ist man sich noch nicht ganz schlüssig, aus welcher Richtung es kommt. Shawn meint, er hätte 2 verschiedene Geparden geortet, schaut aber nicht wirklich zufrieden. Wir fahren weiter. Immer wieder wird die Signalstärke kontrolliert. Schließlich stoppt er den Wagen, bedeutet uns auszusteigen und zeigt unbestimmt den Berg rauf. Halleluja. Ich ahne schlimmes. Mittlerweile ist es ordentlich warm geworden. Für uns heißt es jetzt durch unwegsames Gelände in einem Affenzahn den Berg hoch. Nach 5 Minuten schwitze ich, nach 10 Minuten japse ich nach Luft und nach einer halben Stunde sind mir die Cheetah's herzlich egal. Ich hab keinen Bock mehr. Shawn schaut immer wieder prüfend durch sein Fernglas und endlich kommt die erlösende Meldung: dort oben unter dem Busch. Ich habe einen Kopf gesehen. Ok, die letzten Meter schaffe ich nun auch noch. Und dann ist es egal. Alle Mühsal ist vergessen. Ich starre verzückt auf Mama Cheetah und ihre drei Jungtiere. 4Katzenköpfe schauen uns träge an, recken und strecken sich und suchen nach einer neuen, noch bequemeren Schlafposition. Kaum zu fassen, wir stehen mitten in der Walachei, keine 10 Meter von 4 Geparden entfernt. Ein unglaubliches Erlebnis. Ca. 20 Minuten bleiben wir bei den Vieren, dann machen wir uns auf den Abstieg. Ein wirklich toller Moment geht vorüber.

Gegen 11:15 sind wir zurück im Camp.
Nach einer ausgedehnten Mittagspause brechen wir am Nachmittag nochmal auf und befahren den Kranskop Loop. Wenig Tiere aber eine grandiose Landschaft genießen wir in gut 2 Stunden.
Zum Abendessen haben wir uns heute ins Restaurant eingeladen. Wir beenden unsere Zeit im wirklich schönen Mountain Zebra mit viel Fleisch und ein bißchen Gemüse. Mein T-Bone Steak Vernichter hat zusätzlich noch mindestens eine ganze Knoblauchknolle, aufgelöst in seiner Garlic Butter, zu sich genommen. Einem Koma ähnlichen Tiefschlaf steht heute wohl nichts im Wege.

Fortsetzung folgt...

Shawn der Ranger und Gepardenaufspürer

Shawn der Ranger und Gepardenaufspürer

Erwartungsvoll...

Erwartungsvoll...

Schweißtreibender Aufstieg

Schweißtreibender Aufstieg

Mutter Gepard mit drei Kindern. Alle ganz entspannt.

Mutter Gepard mit drei Kindern. Alle ganz entspannt.

© Kerstin Reimer, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Südafrika hat uns gefangen genommen. Wir sind verliebt. Und deshalb zieht es uns auch in diesem Jahr wieder in die Regenbogen Nation.
Details:
Aufbruch: 09.11.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 02.12.2016
Reiseziele: Südafrika
Der Autor
 
Kerstin Reimer berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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