Auf ins Land von Dracula & Co.

Reisezeit: April / Mai 2018  |  von Ulrike S.

Zurück in Ungarn - die Puszta ruft

Tschüss Rumänien und Grüß Gott Ungarn

Nach drei Wochen in Rumänien geht es heute wieder zurück nach Ungarn. Abschied nehmen wir mit viel Wehmut, denn dieses Land hat uns wirklich begeistert.

In Oradea steuern wir noch einen Supermarkt (Kaufland!!!) sowie eine Tankstelle an, um unsere letzten Lei unter die Leute zu bringen und die Vignette für Ungarn zu kaufen. Auch diesmal nehmen wir die D2-Vignette für Camper über 3,5 t. Mal sehen, ob wir wieder Probleme damit bekommen.

Doch zunächst wird es beim Verlassen von Rumänien an der Grenze spannend. Wir haben uns ein Schild für die Windschutzscheibe gebastelt. "Camper NO Truck" steht darauf zu lesen. Also fahren wir an einer elend lange Schlange von wartenden LKWs vorbei. Schließlich haben wir nix zu verzollen.
Der rumänische Grenzer schaut zwar etwas vorwurfsvoll, winkt uns aber durch. Dann stellen wir uns an der PKW-Spur an. Damit kommen wir relativ weit, bis uns kurz vor der Abfertigung der ungarische Grenzer wieder zurück zu den LKWs schicken möchte. Angeblich wären die Kamera am Dach des Gebäudes und unsere Höhe das Problem. Es wird noch ein wenig debattiert und der junge Grenzer hat Verständnis für uns. Er geleitet uns schließlich auf einer (gesperrten) Ausweichspur persönlich hinüber zu den LKWs. Dort fahren wir über eine Waage, reihen uns ganz vorne ein und werden nun genauestens geprüft. Erst die Papiere, dann will man einen Blick hinein in den Aufbau werfen. Ok - aber bitte "Schuhe ausziehen". Das ist "our House".
Also wird nur von der Leiter aus ein Blick hinein geworfen und alle sind zufrieden. Man wünscht uns noch einen schönen Aufenthalt in Ungarn und das war's. Schau an - geht doch

Unsere Fahrt geht weiter nach Hortobagy und hinein in die ungarische Puszta. Der westliche Standard hat uns schnell wieder und es ist kaum zu glauben, dass nur wenige Meter hinter der Grenze eine andere Welt beginnt. Die Straße ist etwas besser, aus EU-Mitteln wird eine nagelneue Autobahn zur Grenze gebaut, die Häuser wirken adrett und aufgeräumt. Auch die Uhren gehen anders, wir sind wieder in der mitteleuropäischen Sommerzeit und dürfen die Uhr um eine Stunde zurück stellen. Unterwegs finden wir noch einen netten Pausenplatz, dann sind wir auch schon in Hortobagy. Auf dem riesigen - wirklich riesigen Parkplatz an der Neunbogenbrücke - der längsten Steinbrücke Ungarns - können wir uns für die Übernachtung einrichten. Der Tag ist noch jung und wir verbringen den Nachmittag lesend in der wärmenden Sonne. Unsere letzten Tage in den rumänischen Bergen waren doch etwas erfrischend.

Wir machen noch einen Spaziergang in den Ort, schauen uns das Hirtenmuseum und die Geschichte der Wanderhirten in der Puszta an. Unser großer weißer Vierbeiner könnte hier fast seinen Dienst antreten. Schließlich finden in Hortobagy jährliche Leistungsschauen der ungarischen Hirtenhunde statt. Und dazu gehört unser Fellmonster nun mal.

Wir werden noch von einem Gewitterregen erwischt und es wird ziemlich schwül. Das Abendessen genießen wir in der Großen Csárda. Einen Gendarmen-Braten mit leckerem Letschko-Gemüse (Frank) und ein Wasserbüffel-Gulasch mit SPÄTZLE !!!! für mich.

Gute Straßen und die unendliche Weite der Puszta erwarten uns in Ungarn

Gute Straßen und die unendliche Weite der Puszta erwarten uns in Ungarn

Erstes Ziel ist die Hochburg der Wanderschäfer Hortobágy

Erstes Ziel ist die Hochburg der Wanderschäfer Hortobágy

Eines der Wahrzeichen Ungarns - die Neunbogenbrücke

Eines der Wahrzeichen Ungarns - die Neunbogenbrücke

Von Störchen, Wasserbüffeln und einem warmen Thermalbad

Heute wollen wir eigentlich die Puszta ein wenig mit dem Fahrrad erkunden. Schließlich ist es hier topfeben - es sind also keine sportlichen Herausforderungen zu erwarten, die ein E-Bike vonnöten machen würden
Doch der Morgen ist gewittrig und es grummelt, donnert und tröpfelt. Keine so guten Voraussetzungen.

Also wird in aller Ruhe gefrühstückt und wir fahren anschließend mit dem Mumin nach Hortobágy Halasto. Hier wechselt das Bild der riesigen Grassteppe der Puszta. Wasserflächen und Feuchtbiotope gehören ebenfalls zum Nationalpark, in dem wir uns hier befinden.

Wir wandern durch diese Landschaft aus Schilf und Teichen, können seltene Vögel sowie eine große Herde Wasserbüffel beobachten. Rund zwei Stunden marschieren wir vorbei an Beobachtungsstationen. Auch eine Schmalspur-Bahn fährt durch diese eindrückliche Landschaft. Und das Beste: wir sind allein auf weiter Flur.

Die charakteristischen Ziehbrunnen der Puszta

Die charakteristischen Ziehbrunnen der Puszta

Meister Adebar ist hier en masse anzutreffen

Meister Adebar ist hier en masse anzutreffen

Thermalbaden in Tisafüred

Nach unserem Spaziergang fahren wir durch eine topfebene Landschaft nach Tisafüred. Unterwegs ist es faszinierend zu sehen, wie viele Farben die Gräser der Steppe haben. Von hellbeige über gelb und grün bis hin zu violett und dunkelbraun reicht die Farbpalette. Die Ebene erscheint wie ein Flickenteppich aus Naturtönen. Dazwischen niedrige Gehöfte, Rinderherden und die typischen Ziehbrunnen.

In Tisafüred, das bereits zur Region der Theiss-Seenplatte gehört, steuern wir einen Thermal-Campingplatz an. Zentral und mit einem Hintereingang zum kleinen Thermalbad. Nach einer kurzen Pause geht es für uns nun ins warme Wasser. Wir haben keine Ahnung, wofür oder wogegen das leicht trübe und rostbraune Wasser hilft. Aber es ist warm und wir entspannen uns von unserer zurückliegenden, eindrucksvollen Reise.

Das Bad hat insgesamt eher den "Charme" des Sozialismus, aber dafür ist es ruhig und es hat nur wenige Besucher.
Gegen Abend unternehmen wir noch einen Spaziergang an den Theiss-See. Wir sind an der Theiss-Seenplatte und man kann wunderbar Radfahren, diversen Wassersportarten nachgehen oder auch im See baden. Es sieht zwar alles recht nett aus, aber irgendwie mag der berühmte Funke nicht auf uns über zu springen.

Beim Abendessen beschließen wir deshalb, morgen weiter ans Donau-Knie nördlich von Budapest zu fahren.

Abendstimmung am Theiss-See

Abendstimmung am Theiss-See

© Ulrike S., 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Unsere Frühsommer-Reise 2018 führte uns über Österreich und Ungarn ins Land von Dracula & Co. nach Rumänien. Wir erkundeten dieses spannende Reiseland mit unserem Fernreisemobil. Eine eindrucksvolle, spannende und überraschende Reise.
Details:
Aufbruch: 27.04.2018
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 30.05.2018
Reiseziele: Ungarn
Rumänien
Der Autor
 
Ulrike S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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