Auf ins Land von Dracula & Co.

Reisezeit: April / Mai 2018  |  von Ulrike S.

Das Abenteuer Rumänien beginnt: Zu den Moldauklöstern in die Bukovina

Berg- und Talfahrten

Die Nacht war wunderbar ruhig. Kein Bär klopfte an, kein Wolf hat uns gefressen und auch keine bösen Buben haben vorbei geschaut. Hurra - wir haben die Nacht in der Wildnis überlebt
Um 7 Uhr werden wir vom Glockengeläut einer Kirche und gregorianischen Gesängen geweckt. Wir wähnen uns noch im Traum, doch die Töne scheinen vom nahen Kloster auf dem Prislop-Pass zu kommen.
Beim Frühstück fährt wieder ein Jeep vorbei, ein anderer als gestern. Der Fahrer guckt, wendet und fährt wieder weg. Offenbar hat sich unsere Anwesenheit herum gesprochen und es wird nachgeschaut, ob uns die Bären nicht geklaut haben.

Wir starten also bester Dinge bei bestem Wetter weiter in Richtung Osten. Die Straße über den 1.416 Meter hohen Prislop-Pass ist entgegen aller Beschreibungen in den Reiseführern in einem erstaunlich guten Zustand. Überall wird gebaut, auch auf dem Pass selbst. Hier hätten wir auch in exponierter Lage übernachten können - aber wer weiß das schon vorher. Hätte auch Baustelle sein können. Egal, wir genießen die prächtige Aussicht, wissen jetzt, woher die Klänge kamen, die uns geweckt haben. Die Lautsprecher beschallen die ganze Region.

Unsere weitere Fahrt führt uns über spektakuläre Bergstraßen und schöne Flusstäler. Die Straße ist jedoch irgendwann eine Schotterpiste - wir haben uns wohl zu früh gefreut. Dann ist sie eine Baustelle - bei uns würde man sie für den Verkehr sperren, doch wir schlängeln uns zwischen Baustellenfahrzeugen und dem Abgrund durch. Irgendwann ist die Region Bukovina und die gut ausgebaute D18 erreicht. Hier überqueren wir nochmals einen 1.096 Meter hohen Pass. Oben wird es Zeit, die Aussicht zu genießen und eine Kaffeepause zu machen. Die Ruckelfahrt über die schlechte Straße hat ein paar Schrauben gelöst, u.a. am Kühlschrank, der sich nicht mehr schließen lässt. Die Ursache ist aber schnell behoben. Heute Abend müssen wir wohl die eine oder andere Schraube nachziehen.

Straßen in Rumänien sind immer für Überraschungen gut

Straßen in Rumänien sind immer für Überraschungen gut

Hin und wieder muss man sich die Fahrbahn mit tierischen Vertretern teilen

Hin und wieder muss man sich die Fahrbahn mit tierischen Vertretern teilen

Idyllisch ist es aber dennoch

Idyllisch ist es aber dennoch

Nach unserer Pass-Überquerung stürzen wir uns ein wenig ins Verhängnis. Eigentlich sind wir nicht mehr weit von unserem Ziel Sucevita entfernt. Doch mangels ordentlicher Beschilderung und Nachlässigkeit der navigierenden Co-Pilotin biegen wir zu früh ab. Auf einer zunächst recht ordentlichen Straße, dann zunehmend haarsträubender Schlaglochpiste steuern wir geradewegs auf die Ukraine zu. Dort wollten wir aber gar nicht hin. Auch Tante Google warnt uns nicht, sondern leitet uns geradeaus weiter. Irgendwann kurz vor der Grenze bemerken wir den Irrtum und machen kehrt. Plötzlich eiert vor uns ein weiteres Wohnmobil über die Schlaglöcher. Wohl ebenfalls ein Fehlgeleiteter...

Am richtigen Abzweig erstehen wir an der Straße noch frisches Gemüse und finden in Vatra Moldovitel einen einfachen, aber netten Wohnmobilstellplatz. Die Vila Lulu - ein Platz mit angeschlossenem, etwas in die Jahre gekommenen Gasthaus samt einer Art Jugendherberge. Hier essen wir auch zu Abend und bezahlen für alles 80 Lei - 17 Euro. Morgen wollen wir von hier aus die Moldau-Klöstertour starten.

© Ulrike S., 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Unsere Frühsommer-Reise 2018 führte uns über Österreich und Ungarn ins Land von Dracula & Co. nach Rumänien. Wir erkundeten dieses spannende Reiseland mit unserem Fernreisemobil. Eine eindrucksvolle, spannende und überraschende Reise.
Details:
Aufbruch: 27.04.2018
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 30.05.2018
Reiseziele: Ungarn
Rumänien
Der Autor
 
Ulrike S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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