Mit dem Zelt durch die peruanische Sierra

Reisezeit: Mai / Juni 2019  |  von Katharina Arguedas Torres

Huancaya

In Imperial wird uns schnell klar, dass wir nicht in einem Rutsch bis nach Huancaya kommen. Diese Combis fahren nur, wenn eine ganze Gruppe dahin will. Also nehmen wir den Combi, der schon sehnsüchtig auf die letzten zwei Passagiere wartet und fahren zusammengepfercht auf den hinteren Sitzen bis nach Magdalena (Preis pro Person: 18 Soles).

Gerade in Magdalena angekommen.

Gerade in Magdalena angekommen.

Magdalena scheint aus wenigen Häuschen und ein Paar Verkaufsständen zu bestehen. Wir finden daher schnell das einzige Auto, das nach Huancaya fahren wird. Doch erst will der Fahrer auf weitere Passagiere warten und so verbringen wir eine Weile rumstehend und wartend, bis sich zwei weitere Passagiere finden. Die anschließende Fahrt ist kurzum gesagt: staubig, vor allem auf dem letzten Stück. Unterwegs nimmt der zu uns eher unfreundliche Fahrer andere Passagiere mit und verlängert die Route. So langsam sind wir in Sorge, noch im Hellen in Huancaya anzukommen. Und tatsächlich kommen wir erst um 17:45 an, es fängt an, dunkel zu werden. Durch das Dörfchen Richtung Puente Colonial laufend kaufen wir noch Wasser, eine palta (Avocado) und Brot ein. Käse hat die Señora auch, aber um den vorzubereiten, dafür haben wir keine Zeit. Wir laufen weiter. Die Brücke ist nicht weit, wir passieren diese, um auf die andere Seite zu gelangen. Dort, im Halbdunkel, suchen wir einen schönen Platz für unser Zelt. Als wir mit dem Zeltaufbau fertig sind, gehe ich im Dunkeln noch mal zurück zum Geschäft und kaufe Käse für das Abendessen und eine zweite Mütze, denn es scheint kalt zu werden.
Das Abendessen verdrücken wir im Zelt. Wir haben den ganzen Tag lang nichts vernünftiges gegessen. Danach packen wir uns für die Nacht ordentlich ein.
Die Nacht wird tatsächlich kalt. Nun ja, wir sind auf 3500 Metern Höhe und nun beginnt die trockene, aber auch kalte Jahreszeit.
Nachts leuchten die Sterne über uns und wir entdecken das Sternzeichen Cruz del Sur .

Am nächsten Morgen husche ich aus dem Zelt, noch bevor die Sonne die Wiesen und den Fluss erreicht. Carlos bleibt erstmal im Zelt, mit der jetzt richtig ausbrechenden Erkältung und dazu noch mit dem Soroche (Höhenkrankheit) kämpfend.
Draußen erkenne ich nun, in welch hübschem Örtchen wir gelandet sind!
Ich schaue mir die Pflanzenwelt um uns herum an. Schaue den Vögelchen zu, wie sie sich in den kleinen Büschen verstecken. Dann betrachte ich das Schauspiel, welches der Fluss hier darbietet. Das Wasser strömt an mehreren Stellen, sucht sich stets den einfachsten Weg hinunter. Den Höhenunterschied überwindet es über kleine Stufen und bildet dabei Miniwasserfälle. Die Sonne schafft es endlich über die Felswand hinter unserem Zelt und erstrahlt das Tal. Das Wasser leuchtet nun in verschiedenen Blau- und Türkistönen. Traumhafte Landschaft!

Wir entscheiden uns, noch eine weitere Nacht hier zu bleiben. Über den Tag spazieren wir durch das Örtchen, schauen uns die Gegend an und ruhen uns in der herrlichen Sonne aus. Carlos kämpft weiter mit der Höhe und der Erklärung (ihn hat es aufgrund der Höhe doppelt erwischt - warum muss eigentlich einer von uns erkältet sein, wenn wir zelten??) Am Nachmittag bereiten wir eine der vielen hinterlassen Feuerstellen vor und machen ein Lagerfeuerchen, das uns ein Weilchen etwas Wärme bei der langsam einbrechenden kalten Nacht gibt. Zum Abendessen gibt es einen Mate de Coca und ein Fadennudelsüppchen vom Gaskocher.

Nach der zweiten kalten Nacht entscheiden wir schweren Herzens, Vilka, einen hübschen Ort den ich ebenfalls sehen wollte, sausen zu lassen. Carlos fühlt sich super elendig.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit den üblichen örtlichen Transportmitteln und Übernachtungen möglichst im Zelt soll es durch einen Teil der peruanischen Sierra gehen.
Details:
Aufbruch: 19.05.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 18.06.2019
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Katharina Arguedas Torres berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
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