Mit dem Zelt durch die peruanische Sierra

Reisezeit: Mai / Juni 2019  |  von Katharina Arguedas Torres

Santa Rosa

Unser nächstes Ziel, Santa Rosa, befindet sich nur wenige Kilometer von Ingenio entfernt. Heute also keine Eile. Nachdem die Sonne raus gekommen ist, warten wir noch ein Weilchen bis das Zelt trocken ist und machen uns anschließend auf den Weg. Am Ortseingang nehmen wir ein Colectivo das uns bis zur Weggabelung bringt. Von dort gehen wir zu Fuß weiter.
Bevor wir den Ort Santa Rosa erreichen, biegen wir in eine kleine Straße nach links ab, da sich dort etwas zu befinden scheint. Und tatsächlich, wenige Meter weiter betreten wir eine kleine Plaza, den Parque del Centro Poblado de Alayo. Ein niedlicher, sehr ruhiger Ort, an dem wir ein wenig verweilen, bevor wir weiter zum Ortszentrum gehen.

Die Kirche von Alayo

Die Kirche von Alayo

Wir gehen an Artischokenfeldern vorbei, einem der vielen hier in der Gegend. Endlich erfahre ich, wie Artischoken wachsen

Am Ortseingang passieren wir eine Brücke. Rechts sehen wir einen kleinen Wald und einen schönen Ort zum Campen am Fluss.
Noch mal links, dann rechts, dann nochmal links und rechts und wir erreichen die Plaza von Santa Rosa mit ihrer hübschen Kirche.

el convento de Santa Rosa de Ocopa

el convento de Santa Rosa de Ocopa

Es ist heiß, wir bereuen, uns keine kurze Hose angezogen zu haben. Auf der Plaza ist so gut wie kein Schatten zu finden. Wir verdrücken daher schnell ein Eis und machen uns auf den Weg zum eigentlichen Ziel, dem Konvent von Santa Rosa de Ocopa, das sich in der Nähe befindet.

Der Konvent hat in der Mittagszeit geschlossen und wir müssen bis drei Uhr Nachmittags warten, um ihn zu besuchen. Wir gehen in ein kleines Lädchen und fragen die Señora ob sie weiss, ob wir hier eine Nacht zelten könnten. Sie meint ja, es sei kein Problem, wir sollen nachher den Padre fragen, aber er würde zustimmen und wir könnten unser Zelt jetzt schon aufbauen. Gesagt, getan, schnell ist das Zelt aufgebaut. Wenig später geht der Padre aus dem Gebäude Richtung Straße und Carlos fragt nach der Erlaubnis, über Nacht auf dem Gelände des Konvents bleiben zu können Eine Nacht sei in Ordnung, ist seine Antwort und wir bedanken uns.

Da wir einen leichten Hunger verspüren, gehen wir zum Ortszentrum und essen ein Menu für je 6 Soles. Danach genießen wir den frühen Nachmittag, bestellen bei der Señora im Laden einen Muña Tee und warten bis um drei Uhr die Koventtüren geöffnet werden.

Die Führung ist nur in Gruppen möglich und kostet 8 Soles p. P.
Wir werden durch einige Räume geführt, die viel zur Geschichte des Konvents und der Franziskaner, die hier früher tätig waren, zu erzählen haben. Es wird auch von den 'armen' Franziskanern erzählt, die hierhin gekommen sind und die bei dem Versuch, die damals hier lebenden indigenen Kulturen zu 'konvertieren', gestorben sind. Nun ja, ich verkneife mir an dieser Stelle mehr Kommentare.
Fotografieren dürfen wir nur in bestimmten Räumen. Wir erlauben uns dennoch, zwei Fotos in der alten Bibliothek zu machen, dem für mich eindrucksvollsten Raum des Konvents.
Am Ende besuchen wir den alten Teil des Konvents, der mittlerweile 294 Jahre alt ist.
Nach dem Rundgang schauen wir uns noch den kleinen Friedhof an, der sich seitlich der Kirche befindet.

Am Abend kochen wir uns ein Buchstabensüpchen, beobachten ein wenig die Sterne (Cruz del Sur ist wieder zu sehen) und verkriechen uns danach ins Zelt. Es wird kalt. Eingemummt liegen wir in unseren Schlafsäcken. Da hören wir auf einmal einen Uhu! Immer wieder ruft er sein 'uhu' in den Park. Woow, ich kann mich nicht erinnern, je einen Uhu gehört zu haben.

Uhu

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit den üblichen örtlichen Transportmitteln und Übernachtungen möglichst im Zelt soll es durch einen Teil der peruanischen Sierra gehen.
Details:
Aufbruch: 19.05.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 18.06.2019
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Katharina Arguedas Torres berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
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