Mit dem Zelt durch die peruanische Sierra

Reisezeit: Mai / Juni 2019  |  von Katharina Arguedas Torres

Los Titiriteros

Es geht weiter bergab. Von Matucana fahren wir die carretera central weiter runter Richtung Lima und machen den nächsten Halt in Tornamesa, Distrito San Bartolomé. Wir haben uns angekündigt, bei dem Haus der Titiriteros (titiritero - diese seltsame Vokabel bleibt mir einfach nicht im Gedächtnis! bedeutet übrigens Puppenspieler). Als wir an der Adresse ankommen, kommt uns gerade ein Paar entgegen und nimmt uns mit. Sie, Franzosin, er aus El Salvador, sind hier Voluntarios. Sie wohnen in einem Haus, das sich auf dem Campus befindet, auf welchem wir zelten können.
Es gibt hier viel Platz, obwohl, teilweise steht die Wiese ganz schön unter Wasser. Wenige Meter weiter ist der Fluss Rimac. Bis auf den Verkehr, den man hört, ist es hier ganz nett und wir überlegen sogar, zwei Nächte hier zu bleiben. Wir sind nun weiter unten, es ist warm, also... keine kalte Nacht mehr heute

In dem Ort, der nur aus einer Ansammlung von kleinen Häuschen besteht, gibt es kein Restaurant. Wir versorgen uns daher in einem Lädchen direkt an der Durchfahrtsstrasse mit Brot, Chips und Limonade für diesen Tag.

Später setzen wir uns an den Rimac und quatschen so einiges mit Alvaro, während das kleine schwarze Kätzchen, das sie hier versorgen sich immer wieder bemüht auf unsere Köpfe zu klettern. Unter anderem sprechen wir über den Huayco, der in dieser Gegen auch mal gewütet hat. Wir reden über seine Heimat und andere Länder in Mittelamerica.

Gegen Abend wird uns klar, dass wir hier nur eine Nacht bleiben werden. Das niedlich aussehende Kätzchen lässt uns nicht in Ruhe. Es will ständig in unser Zelt, kratzt an dem Zeltstoff. Wir sind in Sorge um unser Zelt. Klingt jetzt vielleicht doof, aber das neue Zelt ist echt super, viel zu schade, es von einer Katze ruinieren zu lassen. Wir verteidigen also unser Zelt mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und schaffen es irgendwie, dass uns das Kätzchen irgendwann in Ruhe lässt, zumindest in der Nacht. Dass es in der Nacht nicht kommt merke ich, denn ich bin immer wieder wach. Die vielen Lkws, die in der Nähe vorbeifahren sowie die Züge, die in der Nähe durchs Dorf rollern und laut tuten, lassen mich nicht schlafen.
Carlos schläft durch, Lärm hin oder her. Endlich ist er auf einer angenehmen Höhe, wo sein Körper mehr Erholung findet.
Ich müde, er ausgeschlafen. Beide packen wir am nächsten Morgen die Sachen zusammen und machen uns auf eine eher kurze Reise zum nächsten und letzten Ort unseres ZeltAbenteuers.

Während wir an der Hauptstraße auf den nächsten Minibus warten, erzählt und die Señora im Laden, dass hier früher Züge gehalten haben. Sie erzählt uns von drei verschiedenen Zugtypen, von dem Expresszug, der durchfuhr, von dem Bummelzug, der überall hielt und noch von einem dritten, hmmm... was war mit diesem? Ich weiss es nicht mehr.
Jetzt fahren nur Güterzüge hier durch. Personenzüge fahren nur zu besonderen Anlässen, müssen im Voraus gebucht werden und sind, vor allem für ausländische Passagiere sauteuer. Nachdem zwei Busse vorbeigefahren sind, wird uns klar, dass wir uns auf die andere Straßenseite begeben müssen, um irgendeinen Bus nehmen zu können. Wir verabschieden uns von der netten Señora und warten wenige Meter weiter in der knallen Sonne auf den Bus.

Die Züge fahren hier mitten durch die Ortschaften. Und da es keinerlei Sicherheitsvorkehrungen gibt, machen sie das mit einem sich durch Dorf hinziehendem, langem Tuuuuuuuuuuuut.

Die Züge fahren hier mitten durch die Ortschaften. Und da es keinerlei Sicherheitsvorkehrungen gibt, machen sie das mit einem sich durch Dorf hinziehendem, langem Tuuuuuuuuuuuut.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit den üblichen örtlichen Transportmitteln und Übernachtungen möglichst im Zelt soll es durch einen Teil der peruanischen Sierra gehen.
Details:
Aufbruch: 19.05.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 18.06.2019
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Katharina Arguedas Torres berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
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