Mit dem Zelt durch die peruanische Sierra

Reisezeit: Mai / Juni 2019  |  von Katharina Arguedas Torres

Vilca

Wir packen Unsere Sachen und ich gehe noch mal ins Dorf, um Wasser zu holen. Wir haben überhaupt nichts mehr zu trinken. Im Ort spricht mich ein Señor an und bietet mir an, uns zunächst nach Vilca mitzunehmen, da er gerade eine Tour mit einer Familie macht und anschließend nach Huancayo mitzunehmen. Das hört sich super an, so könnte ich doch noch Vilca sehen! Doch dann denke ich an Carlos, der nichts wie nach Huancayo will, da es 300 Meter tiefer liegt und wo wir ein Hostal mit heißer Dusche aufsuchen wollen. Ich vertröste den Señor, dass wir es uns noch durch den Kopf gehen lassen und kehre zum bereits abgebauten Zelt zurück.
Carlos findet die Idee auch gut. Super! Wir gehen vollgepackt ins Dorf und treffen den Señor, lassen uns von ihm die Preise nennen sowie die Urzeiten. 35 Soles die Vilca Tour, und 20 Soles die Fahrt nach Huancayo. OK, gebongt, wir machen es. Gegen 18 Uhr sollten wir in Huancayo angekommen sein.

Wir sammeln das Pärchen mit ihrem Kind ein, die sich gerade die Puente Colonial ansehen und fahren zunächst zur Laguna Huallhua. Unterwegs halten wir an einem Mirador an und bewundern die Landschaft.

In der Nähe der Lagune parken wir. Jetzt geht es zu Fuß weiter, zur Lagune runter. Bei jeder Stufe denke ich, dass ich diese wieder hochgehen muss :-~

Doch dafür haben wir die ganze Zeit eine phantastische Sich auf die Lagune.

Unten an der Lagune machen wir zusammen mit der Familie eine Bootsfahrt zu den Wasserfällen. Da es nur ein Padelboot ist, können wir alle die herrliche Stille genießen. Und dann eröffnet sich uns ein wunderschöner Blick auf die Wasserfälle! Während die Familie aussteigt, um sich das Schauspiel vom Land aus anzusehen, bleiben wir im Boot und drehen ausführliche Runde nahe des Wassers. Phantastisch!

Der Rückweg zum Auto ist anstrengend, vor allem für Carlos, der sich zwar schon wieder besser fühlt, aber dem der Kopf heftig pocht.

Anschließend fahren wir nach Vilca und auf dem Weg dahin sehen von oben aus dem Auto die gesamten Wasserfälle, die wir vorhin teilweise aus der Nähe sahen. Über ihnen ist noch eine Ebene mehr, die sich genauso in viele kleine Wasserfálle spaltet. Bei dieser grandiosen Aussicht fällt mir buchstäblich die Kinnlade runter. Ich erinnere mich nicht, je so was tolles gesehen zu haben.
Leider schaffen wir es nicht, aus dem über der steinigen Piste hüpfendem Auto ein Foto zu machen. Zu gefährlich ist der halt auf dieser schmalen, kurvigen Schotterpiste.

In Vilca angekommen sehen wir uns die Natur am Fluss an und steigen anschließend rauf zu einem Aussichtspunkt. Von oben sehen wir das gesamte verschlafene Dorf sowie die wunderschöne Landschaft drumherum.

Die Familie scheint sich noch weiter da oben umzusehen,während wir mit dem Fahrer im Auto warten. So langsam werden wir alle drei sauer, dass sie die die Zeit derart überziehen. Um 18 Uhr in Huancayo, das können wir uns abschminken.
Noch größer wird unser Ärger, als die Familie zurück in Huancaya uns mitteilt, dass sie dort bleibt und nicht wie geplant mit nach Huancayo fährt. Dem Fahrer fehlen nun Passagiere, die er mühselig zu finden versucht. Die Zeit schreitet voran. Jetzt sind wir schon bei 20 Uhr Ankunftszeit in Huancayo, unserem nächsten Ort.

Die Fahrt dauert etwa vier Stunden und zieht sich unglaublich. Doch die Landschaften, die ich unterwegs aus dem Fenster sehe, entschädigen zum großen Teil die Strapazen, vor allem, als wir über die höchsten Stellen der Straße auf etwa 4600 Metern passieren. Das ganze bei untergehenden Sonne, wahnsinn.

Kurz nach acht kommen wir völlig erledigt in Huancayo an, jedoch super glüchlich, dass wir die Tour nach Vilca gemacht haben.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit den üblichen örtlichen Transportmitteln und Übernachtungen möglichst im Zelt soll es durch einen Teil der peruanischen Sierra gehen.
Details:
Aufbruch: 19.05.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 18.06.2019
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Katharina Arguedas Torres berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
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