Unsere Reise geht weiter, auf dem "Landweg" von Australien nach Europa

Japan-Reisebericht  |  Reisezeit: November 2017 - Oktober 2018  |  von Anja & Wolfgang

Japan North von 02.05.bis 04.06.2018 6500km: Teil 3 Hokkaido 22.05. - 29.05.2018 1700 km

Ziel: Ausgehend von Hakodate im Gegenuhrzeigersinn einmal rings um die Insel.
Hier: Vom Shiretoko NP zum nördlichsten Punkt von Japan, Cape Soya, auf N45º. Die West Küste entlang Richtung Süden, über Sapporo zum Cape Shirakami auf N41º, der südlichste Punkt von Hokkaido und schliesslich zurück nach Hokadate, von wo aus wir per Fähre nach Aomori auf Nord Honshu zurückkehren.

Wetter: wenig Sonne, meist Wolken teils auch Regen, <7º-15º, nachts oft nur >5º.

Unser erster Abstecher heute führt uns auf die Notsuke Peninsula, und schon sind wir knapp 16km, also fast bis ans Ende gefahren, da sehen wir unseren ersten und einzigen Kranich für heute.

Auf dem Rückweg noch ein paar (Grau-)Reiher ??

bevor wir dann Rausu erreichen, Eingangstor zum Shiretoko Nationalpark und zugleich Ausgangspunkt für ,Whale watching tours‘ (JPY 8.000pP). Hier mit dem Schwerpunkt Orcas (= Shamu, Killerwale) und Finnwales, nach den Blauwalen die zweitgrößten. Wir müssen natürlich mit,

nur das mit dem ‚Whale watching‘ ist hier nicht so einfach, die Insel gegenüber gehört zu Russland, unser Kapitän darf also allenfalls bis die Hälfte dieser Wassergasse überqueren und wenn das Futter den Walen drüben besser schmeckt, Pech gehabt. Wir sehen nach einiger Zeit erst mal eine Gruppe Dolphins -

und dann plötzlich am Horizont (in der ‚richtigen‘ Richtung) dieser Wal-Blas-Fontänen.

Das Boot fährt mit Höchstgeschwindigkeit dorthin, wir sind von Finnwalen umgeben,

3 Stunden später zurück im Hafen, noch ein letzter Blick auf unser Boot

und dann geht unsere Fahrt weiter dem Ufer entlang in den Shiretoko NP, vorbei am Bear Rock

den Seseki Falls,

dem Seseki Onsen

und dem Aidomari Onsen,

zwei kostenlose Thermalbecken am Meeresufer, noch hoch zum Kuma–no-yu

einem weiteren kostenlosen Thermalbecken droben am Berg, bevor wir uns auf den SP in Rausu zurückziehen.
Die Nacht war wieder mal extrem unruhig, stellt sich dieser LKW

gegen 20h auf einem absolut leeren Parkplatz genau zwischen zwei Camper – und morgens um 9:30 läuft und stinkt sein Motor immer noch – für uns mal wieder ein Exemplar aus der Kategorie: ‚Typisch Japanisch, hirnloser Egozentriker‘ – leider gibt es von denen viel zu viele hier, als dass man noch schweigend darüber hinwegsehen könnte.
Die Reaktion der anderen Camper, wohl noch ein Überbleibsel aus der Zeit der Samurai: ‚Der ist grösser als ich, stehe ich halt noch mal auf und stelle mich woanders hin – gr…. ‚Prügelstrafe wäre das mindeste was mir herzu einfallen würde, aber als Gast in diesem Land bin ich ja gezwungen mich anzupassen, nicht als ‚Besser-Wessie aufzutreten,…
Auf dem Weg zur die Westseite des Shiretoko NP erst mal eine kurze (400m) Wanderung zu den Bear Falls,

bevor es hoch auf den Shiretoko Pass auf 738m geht,

über dem Mt. Rausu, mit 1660m der höchste Berg hier thront.

Vorbei am Elefanten Rüssel Kap

geht es zu Wandergebiet bei den Fünf Seen. Nachdem die JPY 500 Parkgebühr entlöhnt sind, kann man(n) hier, mit der Shiretoko Mountain Range im Hintergrund,

entweder kostenlos auf einem 800m langen, von Elektrozäunen gesicherten Boardwalk bis zum ersten, 3m tiefen See wandern -

oder sich für weitere JPY 5.000 (=$50) von einem in Bärenabwehr ausgebildeten und mit einer Dose Bär-Spray bewaffneten Guide in ca. 40 Minuten um die restlichen 4 Seen führen lassen (Rechenaufgabe: 20 Touristen zu je US$50 für 40 Minuten Spaziergang ergibt einen Stundenlohn von xxx?). Der weiter von uns geplante Weg zum Kamuiwakka-yu-no-taki Wasserfall und dem daneben liegenden Onsen ist wegen kalendarischer Winterpause immer noch gesperrt, die Strasse wäre schneefrei, trocken, aber St. Bürokratz darf eben nichts annehmen, nicht mal Vernunft. Fahren wir eben zurück, stören ein paar Hirsche beim überqueren der Strasse

und wandern dafür die 2,5km H/R zu den Furepe Falls. Auch hier wieder ein paar Hirsche am Weg,

bevor wir unsere Konzentration den Furepe Falls widmen können.

Weiter geht unsere Fahrt über Shari zu den Oshinkoshin Falls. Unser Navi ist der Meinung, dass diese Wasserfälle am besten von oben angeschaut werden müssen, jagt uns also eine steile, recht einsame Bergstrasse hoch – und dort begegnen wir unserem absoluten Highlight auf diesem Teil der Reise, einen Braun-Bären in freier Wildbahn, der vor uns die Strasse überquert, friedlich vor sich hin frisst,

uns ein paar sehr skeptische Blicke zuwirft

und letztendlich wieder im Unterholz verschwindet. Die Oshinkoshin Falls verbuchen wir unter der Kategorie ‚nett‘,

eine Hirsch-Farm am Strassenrand unter ‚jo mei‘

und die ‚Road to the Sky‘, eine 18km lange, schnurgerade Strasse,

für die sogar noch eine extra Aussichtsplattform errichtet wurde,

lässt Erinnerungen an ähnliche Strecken in Kanada und Alaska aufkommen – ‚Hinterm Horizont geht’s weiter‘,… Unser SP für heute am Hafen von Abashiri.
Unser Morgenbummel führt uns durch die Shopping Street von Abashiri,

wo wir ein Werbeposter vom Pink Moos Park entdecken –da müssen wir hin, ca. 30km weiter, irgendwo im nirgendwo haben ein paar Farmer vor Jahren begonnen dieses lila blühende Moos

in einer Bergmulde großflächig anzupflanzen und heute ist das bei E=JPY500 pP eine absolute Touristenattraktion,

für uns ‚einfach schön!!‘.

Vorbei am Cape Notoro

geht es in den Tulpen Park in Yubetsu (E=JPY500 pP),

Holland lässt grüßen,

ein paar Windmühlen stehen zur Dekorationsbereicherung auch noch rum

und ansonsten, Tulpen in allen Formen und Farben,

soweit das Auge reicht.

Heute Nacht verbringen wir auf dem SP in Yubetsu.
Über Mombetsu

mit seinem Eismuseum und vor allem für uns interessant, seinem Eisbrecher

fahren wir weiter nach Takinoue, wandern gut 30min seine Schlucht entlang

um dann endlich am hiesigen Pink Moos Park anzukommen. Auch hier der Eintritt JPY 500,

aber nichts ist eben besser als das Original, hier werden noch Jahre vergehen bis eine gleichmäßige Bedeckung der Landschaft durch dieses Moos erreicht sein wird.

Auf dem weiteren Weg noch ein Abstecher zu einer Sonnenblumenfarm, aber da ist erst ab Ende Juni was zu sehen, wir müssen uns mit solchen gelb blühenden Rapsfeldern zufrieden geben.

Noch schnell mal einen Fuchs am Strassenrand fotografiert,

bevor wir uns auf dem SP 30km südlich von Cape Soya, dem nördlichsten Punkt Japans niederlassen.
Das Wetter auf der Fahrt zum Cape Soya hat sich der Gegend angepasst, es ist nasskalt, neblig, regnerisch.

Endlich kommen wir am Cape Soya an, mit N45º31‘22“ der nördlichste Punkt Japans,

das Thermometer zeigt noch ganze 7,2º

und Sachalin, Russland ca. 42km entfernt kann hier auch nur bei guter Sicht, klarem Wetter gesehen werden. Relativ schnell fahren wir weiter nach Wakkanai, der nördlichsten Stadt Japans. Früher mal ging von hier eine Autofähre nach Sachalin, die unser Buschtaxi Freund Gundel noch benutzen konnte, dann war für einige Jahre eine Personenfähre in Betrieb und gestern wurde offiziell verkündet, dass dieses Jahr gar keine Fähre nach Sachalin fahren wird. Hatten wir ja fast schon erwartet, die guten 1.800km Umweg waren schon immer eingeplant -- aber stellt Euch trotzdem mal vor, Ihr steht in Calais, wollt nur über den Kanal und müsst für die nächste – und einzige!! Fähre mal schnell quer durch Frankreich und 1/3 von Spanien bis Bilbao fahren, damit ihr endlich weiterkommt. Wir besuchen erst mal den Lokalen Markt,

dann den Northern Breakwater Dome, ein um 1930 errichteter ‚Spritzwasserschutz‘, angeblich dem Kolosseum in Rom nachempfunden,

fahren hoch zum Wakkanai Park, suchen immer noch vergeblich im Nebel nach Sachalin und begnügen uns dann mit einem Blick runter auf die Stadt.

Die nächten 250km geht es an total vermüllten Stränden die West Küste von Hokkaido entlang, Bojen, Reusen, Seile, Netze, Styropor(-kühl)kisten, Treibholz, wegwerfen tut jeder, aufräumen jedoch will hier keiner. Noch das alte, denkmalgeschützte Haus eines reichen Fischers bewundert,

der damals gut 200 Leute zur Fischverarbeitung angstellt hatte bevor wir uns auf den SP in Fukagawa zurückziehen.
Es ist Sonntag, auch wir gehen heute mal in die Stadt, nach Sapporo, besuchen dort zuerst das Beer Brewery Museum,

verkosten für JPY 600 auch noch 3 Biersorten, bevor wir zu Fuss in die Innenstadt aufbrechen. Zum alten Fernsehturm,

einem Wahrzeichen der Stadt, wobei der Blick von 3. Stock sogar noch kostenlos ist,

nur wer höher hinauf will, darf JPY 720 berappen. Wir streifen die 10 Blocks des Central Park entlang, die heute zur Partyzone umfunktioniert wurden.

Erst stossen wir hier auf das Sapporo 60th Lilac Festival, mit Wine Garden,

dann auf Country Music mit Square Dancers unterm Maibaum,

bevor wir das Ende des Parks am Old Court House erreichen.

Das alte Government Building neben dem Botanischen Garten

darf auch von Innen besichtigt werden

und der Bahnhof mit dem T38 (Hotel-)Gebäude, dessen Besuch der Aussichtsplattform im 38. Stock ebenfalls JPY 720 kostet

(da soll wohl dem TV Tower keine Konkurrenz gemacht werden) passt sich harmonisch in diese recht modern gehaltene Stadtviertel ein.

Vor dem Bahnhof noch kurz eine Street Party unter dem Motto ‚koreanisch grillen‘

untermalt von japanisch-amerikanischem Klassik Rock ‚besichtigt‘, bevor wir zu einem relativ neuen, in vielen Listen noch nicht verzeichneten SP 20km nördlich von Sapporo weiterfahren.
Wir erreichen Otaru, einst eine der reichsten Handelsstädte hier auf Hokkaido, aus eine Partnerschaft mit Vancouver, CAN stammt diese Steam Clock vor dem Spieluhrenmuseum, die ähnlich wie das Original in Vancouver alle 15 min eine Melodie aus Ihren Dampfpfeifen von sich gibt.

Die Sakaimachi-dori entlang, gesäumt von prächtigen zur Zeit der Meiji erbauten Häusern im ‚europäischen‘ Stil, die heute zum grossteil als Souvenirverkaufsanstalten dienen,

bis zum ehemaligen Gebäude der Japanischen Zentralbank, heute ein Museum in dem u.a. 1 Miliarde = 1.000.000.000 JPY in zerschnipselten Scheinen bewunder werden kann.

Wir gehen runter zum Kanal (Channel) von Otaru,

vorbei an den alten Lagerhäusern, die heute teils als Restaurant

und teils als Autoabstellplatz Verwendung finden. Wir fahren weiter nach Yoichi, besuchen dort das Nikka Whisky Brewery House

und dann weiter die West Küste von Hokkaido entlang Richtung Süden,

machen noch einen kurzen halt am Bären-Mutter mit Sohn Felsen,

bevor wir auf dem SP bei Otobe den Tag beenden.
Wir besuchen Esashi, bestaunen dieses ganz ohne Nägel aus Zedernholz erbaute Haus eines ehemaligen Heringshändlers

und streifen noch kurz über den Fischmarkt, wo soeben Seegurken angelandet werden.

In Matsumae ein Besuch bei der Burgruine,

mitten in einem Park mit hunderten von leider nicht mehr blühenden Kirschbäumen, alle sehr ausführlich beschrieben. Ich war überrascht, wie viel verschiedene Arten von Kirschbäumen, die sich alle schon in der Blüte unterscheiden es allein in Japan zu geben scheint. Am Cape Shirakami, auf N41º23‘, E140º12‘, dem südlichsten Punkt von Hokkaido, sind wir gerade mal 19,2km von Nord Honshu entfernt,

das bei diesem klaren Wetter am Horizont heute deutlich zu erkennen ist. In Hokadate schliesst sich der Kreis, unsere Umrundung von Hokkaido ist beendet. Wir buchen uns auf die Abendfähre nach Aomori in Nord Honshu (JPY 12.780),

die bei ca. 160km Wegstrecke und daher auch doppelter Fahrzeit im Vergleich zum Herweg über Oma doch tatsächlich gute JPY 2.000 günstiger ist. Beim Beladen wird uns der Grund klar, gerade mal 5 PKW wollen heute mit, das recht neue Schiff ist randvoll mit LKW’s, hier wird offensichtlich mit den Dicken Brummern so viel Geld verdient, dass sich zwei parallele Fährlinien mit jeweils bis zu 8 Überfahrten pro Tag zu rechnen scheinen, während Oma ja gerade zwei Mal am Tag bedient wird.
Wir geniessen das Bordleben mit heisser Dusche und gemütlichen Ruhe-Sesseln und schliessen so dieses Kapitel hier ab. Wie es uns in Aomori ergangen ist dann ab Morgen im nächsten Kapitel.

© Anja & Wolfgang, 2018
Du bist hier : Startseite Asien Japan Japan-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Nochmals 3 Monate Australien, dann während unser Auto nach Japan verschifft per Flug, Bus und Boot durch Kambodscha und Vietnam. Mit dem Auto durch 4 Monate durch Japan, weiter nach Russland und dann auf den üblichen Umwegen durch Kasachstan, Kirghistan, Tajikistan, Richtung Westen, um nach 340 Tagen, 56.000km) dann Mitte Oktober in Deutschland anzukommen.
Details:
Aufbruch: 12.11.2017
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.10.2018
Reiseziele: Australien
Malaysia
Kambodscha
Vietnam
Japan
Russland / Russische Föderation
Kasachstan
Kirgisistan
Tadschikistan
Estland
Lettland
Litauen
Polen
Tschechische Republik
Slowakei
Österreich
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.