Unsere Reise geht weiter, auf dem "Landweg" von Australien nach Europa

Japan-Reisebericht  |  Reisezeit: November 2017 - Oktober 2018  |  von Anja & Wolfgang

Japan North von 02.05.bis 04.06.2018 6500km: Teil 4 North Honshu 30.05.-04.06.2018 1250 km

Ziel: Im Zick-Zack entlang der Westküste Richtung Süden, querdurch die japanischen Alpen.

Wetter: meist sonnig < 25º, nachts < 20º.

Wir kommen gegen 22h in Aomori an, fahren noch ein paar km raus auf eine SP und am nächsten Morgen natürlich zurück in die Stadt, die wir uns kurz anschauen. Drunten am Meer das A Building,

ein Bürogebäude, dazu gut bestücktes Info Center mit englisch sprechendem Personal und eine Aussichtsplattform im 14 Stock mit solch einem Überblick.

Im Erdgeschoss sind einige der historischen Floats (bei einem Umzug rumgetragenen ‚Karnevalswägen‘) ausgestellt,

vor dem Gebäude wird unter riesigen Zelte an den neuen Floats für 2018 gebastelt und nach überqueren der Love Bridge stehen wir vor diesem Museumsschiff Jahrgang 1930.

Uns zieht es mehr auf dem Fischmarkt, wo u.a. sehr frische Sashimi zu kaufen gewesen wäre, aber bereits um 10h ein zweites FS, leider zu früh für uns.

Wir fahren raus zur Sanai-Maruyama Site, wo Ausgrabungen aus der Jona Zeit zahlreiche Pit Dwellings, Gräber mit Grabbeigaben und Tonscherben ans Tageslicht gebracht haben.

Das Haus eines Reichen – oder gar ‘das Gemeindezentrum’???

auf jeden Fall im Innern recht geräumig.

Diese hölzerne Struktur wurde anhand von Funden rekonstruiert,

ein möglicher Wachturm wird vermutet, aber so solide gebaut, nach dem wahren Sinn dieser mehrgeschossigen Konstruktion wird immer noch geforscht.
Noch ein paar der zahlreichen 1-Familien Häuser auf Stelzen wurden besucht,

bevor wir dann zum Hirosaki Castle weiterfahren

und uns schliesslich auf einem SP nahe Akita niederlassen.
In Akita eine kurze Morgenwanderung zum Castle im Senshu Park

und dann weiter nach Sakata zum Kaisen Ichiba, dem Frisch Fisch Markt drunten am Hafen. Hier erst mal eine ‚kleine‘ Portion Sashimi zum Mittagessen

bevor wir uns den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt widmen. Zum Besuch der Historical Abumiya Residence

darf vor der Stadtverwaltung kostenlos!!! geparkt werden

und auch drunten am Fluss zur Besichtigung der ehemaligen Reis-Lagerhäuser (E=JPY 300)

kostenlose Parkplätze – die Stadt wird mir echt sympathisch. Zum Abschluss ein Blick auf das Historical Obata Building

bevor wir dann am Stadtausgang von Sakata – einer ansonsten nichtssagenden Gross-Stadt – wieder einmal bei einem Reifenhändler nach ‚neuen Stiefeln‘ für SL3 fragen. BINGO, der hat echtes Interesse daran uns zu helfen, der richtige Typ und vor allem die richtige Lastklasse – wir brauchen 120/123Q während hier i.a. nur 114 angeboten wird – ist schnell gefunden. Er ruft irgendwo an, wir fahren schnell mal um die Ecke zur AEON Mall mit unserer bevorzugten, da gebührenfreien ATM und als wir nach ca. 10 min zurückkommen liegen die Reifen bereits auf dem Hof – irgendwie Magie?? Zwei Stunden später ist SL3 neu beschuht

und bringt uns so zu einem SP bei Shonai.
In der Nacht wieder mal Regen, am Morgen Nieselmistwetter und wir wollen heute doch zu den drei heiligen Bergen von Dewa Sanzan, dem Gassan-san, Repräsentant für die Vergangenheit, dem Haguro-san, Repräsentant für die Gegenwart und Yudona-san, Repräsentant für die Zukunft. Die volle Runde ist eine heftige 2-Tagestour, besser man nimmt sich 3 Tage Zeit und im Allgemeinen wird nur der Sanshin Gosaiden Schrein auf dem 491m hohen Haguro-san erwandert. Aber auch hier wird vor den Erfolg der Schweiss gesetzt. 1648 wurde von Mönchen begonnen den 1,7km lange Weg hoch auf den Berg anzulegen, 13 Jahre später waren sie damit fertig und noch heute stapfen wir auf deren Stufen da hoch.
Entlang des Weges eine Unzahl von kleineren Schreinen für ‘Gute Geschäfte‘, Liebe, Reichtum, reichen Fischfang und reiche Ernte, halt für alles was man(n)/frau so braucht, sich erbitten möchte.

Ein ebenfalls um 1650 künstlich angelegter Wasserfall stimmt auf den Weg ein,

Opa, eine über 1.000 Jahre alte Zeder steht nur noch allein da,

Oma wurde um 1900 bei einem Sturm umgeworfen. Bei Goju-no-to, einer 5 geschossigen Pagode

ist der Wendepunkt für die Weicheier, denn ab jetzt geht es mächtig bergauf, das Treppenhaus wird von 585 Zedern gesäumt, jede ihre gut 500 Jahre alt.

Wir gehen unverdrossen weiter, trotz Nebel und Nieselregen und nach 2446 Stufen, 275Hm, sind wir ‘Drobn aufm Berg’, durschreiten das Torii,

stehen vor der Main Hall des Sanshin Gosaiden (= 3 Spirit Shrine), der hier zugleich die drei Berge repräsentiert,

machen das obligatorische Verbeugung-Händeklatschen-Verbeugung und werfen natürlich wie bereits alle seitherigen Kaiser vor uns einen langen nachdenklichen Blick in die Main Hall.

Im Mirror Lake spiegelt sich bei dem Wetter heute nichts,

hoffen wir halt, dass der Frosch besseres Wetter herbeiquakt. Erst noch etliche weitere der Schreine hier droben besichtigt

und dann gut durchfeuchtet wieder abgestiegen.
Rings um die nächste größere Stadt Niigata wächst angeblich der beste Reis Japans

und angeblich soll von hier auch der beste Sake (=Reiswein) kommen. Wir lassen beides unversucht und auch für einen Besuch im Aquarium mit seinen fluoreszierenden Quallen sind wir bereits zu spät dran.

Nur schnell hoch zum 20 Stockwerk des Naiigata Nippo (Zeitung) Gebäude,

von wo man einen tollen 360º Rundblick über die Stadt hat - hier im Uhrzeigersinn von Ost bis Nord -

und schliesslich zu einem SP 20km südlich von Niigata.
Seit gestern Abend wissen wir, dass es mit der Buchung unserer Fähre am 9. Juni nach Russland geklappt hat – wir müssen etwa Fahrt aufnehmen, sind wir doch vom Zielhafen immer noch gute 800km entfernt, es gibt einerseits noch soooo viel zu sehen, aber mehr als 250km/Tag gehen hier dank der roten Ampeln einfach fast nicht. Auf dem Weg zum Nozawa Onsen diese tolle Schlucht am Wegesrand,

Nozawa Onsen im Winter bekannt für sein Skigebiet, Teile der olympischen Winterspiele 1998 von Nagano wurden hier abgehalten, für den Rest des Jahres berühmt dank seiner 13 über die Stadt verstreuten kostenlosen Onsen =Thermalbäder, hier Public Bath Houses genannt.

Wir bummeln erst mal durch die Stadt,

holen uns in der Info Tipps, einen Stadtplan und lernen, dass hier jenseits der separaten Eingangstüren ausschliesslich getrennt gebadet wird, gehen dann zum Found O-Yu

können dort sogar noch schnell ein Foto von den ausnahmsweise mal leeren Becken machen,

im Vordergrund heiss, das im Hintergrund noch heisser, lassen uns selbst eine Weile durchweichen und bewundern dann die Prozession der Übernachtungsgäste die hier von Bad zu Bad wandern.

Und wollt zum Augenblick ich sagen,… aber die Fähre wartet nicht, wir fahren noch weiter bis Nagano, in dessen Tempel Zenko-ji sich angeblich eine aus dem 6.Jh stammende und somit älteste Buddha Statue Japans befinden soll – nur zu sehen bekommt die keiner, durch das Main Gate

zum Main Tempel,

drinnen (Fotografier-Verbot) eine ca. 300 Jahre alte Replica, die aber dank der heftigen Verehrung und den damit verbundenen Berührungen einen sehr abgegriffenen Eindruck macht. Unser SP heuet liegt 20km westlich von Nagano.
In Matsumoto zum einen die älteste aus Holz erstellte Burg (Castle) Japans, (E= JPY 500)

zum anderen beeindruckt uns ein recht modernes Stadtzentrum mit bequemen Fußgängerzonen

und zum dritten befindet sich doch direkt neben unserem Parkplatz einer der 100 besten Quellbrunnen Japans – die Gelegenheit unsere Wassertanks wieder mal randvoll aufzufüllen. Unser weiterer Weg führt uns quer über die Japanischen Alpen, hoch bis auf 1300m und vorbei am grossen Hirayu Wasserfall, der nur 15 Gehminuten abseits der Strasse liegt.

Wir erreichen Takayama, die eigentlich herrliche Altstadt von Touristen überflutet,

eben so wie Oberammergau zur Hochsaison. Fluchtartig fahren wir weiter nach Hida-Furukawa, einem netten kleinen alten Städtchen, mit dem Honko-ji Tempel,

einem Kanal in dem sich gutgenährte Zierkarpfen wohl zu fühlen scheinen,

gesäumt von alten Häusern, Sake-Brauereien

und deutlich weniger Touristen. Nochmal ein Tempel

noch mehr alte Häuser, die vor allem durch diese mit kunstvollen Schnitzereien verzierten Holzbalken hervorstechen,

bevor wir uns auf den Weg nach Shirakawa (= das weisse Tal) machen.

Auf einem ‚geteerten Maultierpfad‘ versuchen wir ins nächste, parallel verlaufende Tal zu gelangen. Engste Serpentinen die manchmal sogar zum zurücksetzen zwingen, Wasser auf und über der Strasse, ohne Allrad könnte das selbst auf dieser Teerdecke fast spannend sein. Den Pass auf gut 1300m bereits überquert – und dann das:

Strasse (wegen Erdrutsch??) geschlossen, Weiterfahrt verboten, bei einsetzender Dämmerung fahren wir zurück auf einen SP bei Hida-Furukawa, morgen ist ja auch noch ein Tag –
der dann recht abenteuerlich beginnt. Im zweiten Versuch diese Bergkette zu überqueren führt uns unser Navi auf der anfänglich recht ordentlichen Staatsstrasse 471 den Berg hoch, diese entwickelt sich aber irgendwann zu einem ungeteerten, recht überwachsenen Eselspfad,

der dann oben am Pass neben dieser Buddhastatue

so endet:

Sorry, aber alleine, ohne evtl. sichernden Partner fahre ich da auf feuchtem Busch bei ca. 25% Gefälle nicht runter. Also wenden und alles wieder zurück nach Hida-Furukawa, 3. Versuch, diesmal auf der gut 50km längeren Strecke ‚ganz aussen rum. Wir kommen am Ausgang dieser ‚Abkürzung‘ über den Berg vorbei und auch hier sieht der Anfang geteert, recht passabel aus, aber weiteres Nachforschen ersparen wir uns. Der Weg führt uns entlang von Flüssen, Seen, Schluchten,

Alpenlandschaft eben, ein erstes dieser alten strohgedeckten Bauernhäuser hier,

wegen denen wir diesen Abstecher gemacht haben, ein kleines Dorf drunten im Tal

bevor wir Ogimachi im Bezirk Shirakawa gelegen, erreichen. Das erste von drei Dörfern hier, das Dank der zahlreichen der für diese Gegend typischen Häuser

zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Da hier ausser für das angeschlossenen Freiluft-Museum keine weiteren Eintrittsgelder verlangt werden, versucht man sich eben durch Parkgebühren schadlos zu halten, JPY 1.000 für die ‚Tageskarte‘ sind schon ein recht stolzer Preis, aber da neben einer Autobahnausfahrt gelegen ist der Besuch garantiert.

Heute am Montag durchstreifen die Passagiere von gut 30 Bussen und zahlreicher PKW den Ort.

Die vielen Souvenirläden

beeindrucken uns viel weniger als der Glockenturm am Tempel,

die frisch bepflanzten Reisfelder

und natürlich die Häuser.

Noch ein letzter Blick von einer Aussichtsplattform die bereits nach 25 min Aufstieg erreicht wird,

bevor wir nach Suganuma im Bezirk Gokayama weiter fahren, Hier werden die Parkgebühren JPY 500 bereits droben an der Aussichtsplattform kassiert,

die Zufahrt ins Dorf ist für Touristen gesperrt. Hier da abgelegener, ist schon viel weniger Betrieb, ca. 40 Fahrzeuge zieren droben den Parkplatz. Im Ort selbst aktiv bewohnte Häuser

und natürlich ein kleines Museum.

Auch im dritte Dorf Ainokura im Bezirk Gokayama wird trotz fast leerem Parkplatz erst einmal die Parkgebühr von JPY 500 fällig, bevor man zur Aussichtsplattform hochsteigen kann.

Bei diesen Reparaturarbeiten dann ein Einblick in den Aufbau, die Dicke dieser Dächer, die hier im Winter vor meterhohem Schnee schützen.

Ein letzter Gedenkstein,

genug Kultur für heute, über Kanazawa mit seinem futuristisch anmutenden Bahnhof

geht es zu einem SP nahe Fukui. Geographisch gesehen ist hier der Norden von Honshu zu Ende, also weiter in einem neuen und zugleich auch letzen Japan Kapitel.

© Anja & Wolfgang, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nochmals 3 Monate Australien, dann während unser Auto nach Japan verschifft per Flug, Bus und Boot durch Kambodscha und Vietnam. Mit dem Auto durch 4 Monate durch Japan, weiter nach Russland und dann auf den üblichen Umwegen durch Kasachstan, Kirghistan, Tajikistan, Richtung Westen, um nach 340 Tagen, 56.000km) dann Mitte Oktober in Deutschland anzukommen.
Details:
Aufbruch: 12.11.2017
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.10.2018
Reiseziele: Australien
Malaysia
Kambodscha
Vietnam
Japan
Russland / Russische Föderation
Kasachstan
Kirgisistan
Tadschikistan
Estland
Lettland
Litauen
Polen
Tschechische Republik
Slowakei
Österreich
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.