Altherrensegeln in Dänemark,das Ziel bestimmt das Wetter

Reisezeit: August / September 2025  |  von Manfred Sürig

Nordost-oderNordwestkurs ?

das Tief ist fast ganz abgezogen, was Neues soll demnächst kommen.....

Sonnenschein am nächsten Morgen, leichte Brise aus - tja irgendwo zwischen Norden und Westen. Der Skipper hat die Vorhersagen längst auf dem Handy gesehen und gehört.
Viel Wind gibt's heute nicht, wenn überhaupt, dann aus Westen oder Nordwesten.
Da setzen wir uns mal Richtung Rudköbing ab, das könnten wir erreichen.
Eine knappe Meile unter Motor spüren wir mit Nordnordwestkurs zumindest einen Fahrtwind., bis wir an eine Wendeboje kommen, von der aus es erst mal nach Ostnordost geht. Segel hoch, ohne dass wir beidrehen müssen. Das nimmt das Groß am Ende aber doch etwas übel. Also kurz mit Motor gegen den Fahrtwind und die Großfall dicht holen! Mit dem Restschwung legen wir uns auf Kurs und, siehe da, zum Mitschwimmen außenbords wären wir zu schnell !
Heute wird Segeln nicht zum Hochleistungssport, sondern Geduld ist gefordert !
Noch deckt das Großsgel die Fock ja ab, aber da hinten, bei einer späteren Fahrwassertonne müssen wir ja anluven und bis Rudköbing immer mehr, da werden wir ja schneller !
So kommen wir auch an der Insel Strynö ostwärts lang und spüren zeitweise sogar deren Abdeckung !
Rudköbing jetzt schon anlaufen ?
Da kommen wir doch auch noch unter der Brücke zwischen Fünen und Langeland durch ! Aber in welche Richtung läuft dort Strom ?
Das merken wir spätestens unter den Brückenpfeilern.
Aber wir schaffen es ! Auch weiter in der Rinne nach Norden, die leider auch Schlenker nach Nordwesten machen wird !
Wir kneifen uns hoch am Wind mit nahezu Nordkurs, aber die Tonnen wandern leider etwas nach Nordwesten aus.
Aber der Kompasskurs hat sich doch nicht geändert ! Nein, aber der Strom setzt etwas seitlich über eine Barre weg, die wir aber respektieren müssen, also Wende!
Da kommen uns Segler von Norden entgegen, die sich zwischen den Tonnen auf Südkurs halten können und die wegen ihrer Segel an Backbord auch noch Vorfahrt haben ! Bei der Fast-Flaute gibt man sich Handzeichen, wie man weiter möchte, da klappt es !
Heute noch weiter bis Nyborg oder wenigstens bis Lundeborg ? Nein, das könnte zu spät werden und warum sollten wir dorthin heute motoren, wenn es morgen womöglich besseren Wind gibt ?
So kreuzen wir statt dessen noch ein paar Schläge nach Nordwesten in die Bucht Richtung Svendborgsund. Hinter der Insel Kalvö gibt es eine tiefe Bucht nach Osten, dort kann man herrlich ankern!
Den Platz steuern wir an, Anker über Bord und die Bordküche anwerfen !
Nach uns laufen noch weitere Segler die Bucht an, sie haben zeitweise auch genau achterlichen Wind aus Westen, der in der Länge der Bucht sogar etwas Schwell aufwerfen könnte.
Doch der Skipper kann uns beruhigen: Alle Wetterberichte sagen erst morgen stärkeren Wind an !

© Manfred Sürig, 2026
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Segeln ist bekanntermaßen Hochleistungssport. Mit 78 Lebensjahren sollte man damit aufhören. Wir sind aber 88 und 90, das Boot ist startbereit in Arnis an der Schlei. Nur als schwimmende Laube benutzen ? Mal versuchen, ob Wind und Wetter etwas mehr zulassen werden
Details:
Aufbruch: 15.08.2025
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 03.09.2025
Reiseziele: Dänemark
Deutschland
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 20 Jahren auf umdiewelt.