Indonesien
Probolinggo
Verlorenes Paradies
Probolinggo ist eine vergleichsweise ruhige Kleinstadt, die ihre Reize hat. Aber was macht man da, wenn man am Abend abreist? Ich fandces eine gute Idee, mal noch schnell einen Ausflug zur vorgelagerten Insel Gili Ketapang zu machen, die als Schnorchelparadies vermarktet wird.
Fähren sollen ab Hafen gehen, hab ich gehört, also mach ich mich auf den Weg. Die gut 2km will ich weglatschen.
Ein Typ am Wegesrand bietet mir aber an, mich zu fahren, und da es schon knappckig heiß ist und mein Knie mich anjodelt, daß die Stufen am Seruni zuviel waren, nehme ich dankend an. Wo er mich hinfährt, wäre ich nie im Leben hingegangen, so ranzig und so garnicht Jetty wirkt das hier. Einige alte Holzkutter liegen an einem gammligen Steg, es gibt keinen einzigen Touristen, die locals grinsen mich überrascht an. So oft gibt es hier keine Bleichgesichter.
Die Überfahrt mit einer Handvoll Hausfrauen, 2 Kindern plus einem Mann geht sichtweise Ketapang über schmutzig-braunes Wasser eine Stunde. Wir legen irgendwo an der Nordseite der Insel einfach irgendwo an, ein Brett wird ausgelegt, alles verstreut sich. Ich sehe keinen irgendwie gearteten "Hafen" und beginne mich zu fragen, ob meine Idee so gut war.
Der erste Eindruck: absolute Ärmlichkeit, ich erkenne sofort, daß ich hier der einzige Tourist bin und ABSOLUT NICHTS verloren haben. Die Atmosphäre ist überwiegend gespannt unterschwellig abweisend. Aber vielleicht ist das ja in mir.
Ohne Maps wäre ich jetzt, wie so oft, komplett aufgeschmissen. Ich beschließe, irgendein Rückboot zu bekommen und laufe der ärmlichste Gassen vorbei an Schrott und Ziegen und gaffenden, mich anbettelnden Leuten das erste mal seit Reisebeginn verunsichert, überall riecht es streng..
Ich finde einen halbwegs modernen Laden und erstehe ein Wasser, an dem ich mich festhalten kann. Alles in mir ruft "weg hier, so schnell es geht".
Vorbei an hämisch grüßenden Locals mache ich mich groß, ignoriere Kommentare und finde an der Spitze der Insel etwas, das man entfernt eine "Bar" nennen könnte.
Auf Holzbänken sitzt ne Truppe junger Leute, die nicht von hier zu sein scheinen.
Es sind Freunde aus Surabaya, die hier zum "Jet-ski" fahren sind. Sie gaben eine Tour gebucht und laden mich ein, Mut ihnen zusammen zurück zu fahren. Ein Glück. Schiffe fahren hier nur zurück, wenn ein Boot voll ist, und du weißt nie, wo genau. Scary.
Die strände , Straßen und Häuser sind ausnahmslos verdreckt bis zum get no. Wir müssen gemeinsam auf dem Kutter noch eine Stunde warten, bis Fisch verladen ist, mir egal, Hauptsache weg. Und ich hab neue Freunde. Sie haben am "Hafen" ein Tojota SUV. Also Kohle, und fahren mich bis zu meinem guesthouse.
Um 16h verlasse ich es und geh noch m Happen essen, gönne mir am Bahnhof auf den Schreck 30min Ganzkörpermassage für 3€ und verlasse Probolinggo erleichtert. Schlimmer kann es nicht mehr kommen, es war mir eine Lehre.
| Aufbruch: | 01.06.2026 |
| Dauer: | 3 Wochen |
| Heimkehr: | 24.06.2026 |