Indonesien
Jakarta nochmal
Glück empfinden
Wieder an der Stasion Gambir ankommen, wo alles seinen Ausgang nahm, ist ein schönes Gefühl. Das waren knapp 3 Wochen? Wow, ja tatsächlich. Aber der Reihe nach...
Die Nacht war kurz, aber das Citradream hat mich gut beherbergt. Da kann man mal über braune Flecken in der Kloschüssel hinweg sehen, oder. Ich hab jedenfalls nüscht gesagt. Find ich gut. Sollen sie selbst merken. Ich muss hier nicht den Oberlehrer raushängen lassen.
Etwas anderes ist der junge, durchaus gebildete, kultiviert-eloquente Mann, der als Rettungsschwimmer am Kejawanan Beach arbeitet(den ich auf der Suche nach noch einmal Sicht aufs Meer nach langer, leidvoller Suche fand) und mit mir sprechen möchte, mutmaßlich um sein Englisch auszuformen. Er beginnt, nachdem er meine Nationalität erkundet hat, mit dem ehrlichen Bekenntnis, das er Adolf Hitler bewundere. Nachdem ich ihm ruhig erläutere, warum ICH nicht, und gewisse geschichtshistorische Lücken schließen kann, entschuldigt er sich 4x und sagt ohne Groll:" Kassen Sie uns über etwas anderes reden". Ich denke, am eindrücklichsten war wohl, dass ich glaubhaft darlegen konnte, daß er persönlich im rassistischen Deutschland jener Zeit nur die Wahl gehabt hätte, zu kooperieren und sich schuldig zu machen oder schlicht vergast worden wäre. Ging ziemlich schnell damals. Effizient. Deutsch eben...
Wir parlieren noch eine ganze Weile über alles mögliche, er ist wirklich smart, gepflegt..führt mich vor Ort noch herum. Angenehm, mal jemand mit gutem Englisch zu treffen.
Irgendwann kratze ich die Kurve und lasse mich mit Scooter ins Hotel bringen, ein Hoch auf "Grab", Ruhe noch etwas, checke aus und latsche zum Bahnhof, wo ich 2 Stunden vor Abfahrt bin. Ich lese, warte, warte, lese und der Zug fährt, wie immer pünktlich, um 16h aus Gleis 5.. nach knapp 3 Stunden bin ich in Jakarta, meinem Ausgangspunkt, und wenig später erneut im Konko-Hostel, 4 Bett Zimmer
| Aufbruch: | 01.06.2026 |
| Dauer: | 3 Wochen |
| Heimkehr: | 24.06.2026 |