Indonesien
Yogyakarta
Jogja 4 ever
Eigentlich müsste ich ja nach Borobudur , dem 40km nordwestlich von Jogja gelegenen wichtigsten Heiligtum des Buddhismus, aber das wären wieder minimum 2 Stunden Fahrt, und die Ticketpreise sprengen meine Zahlungsbereitschaft. Ich war auch Peru und bewusst NICHT in Machu Pichu. Lebe trotzdem noch.
Mein Freund Holger rollt mit den Augen, sagt, "da biste nur 1x im Leben und das in dem Zustand". Wie recht er doch hat, aber dazu später mehr.
Ich hab mich also gegen Borobudur entschieden, und für einen Stadtrundgang, auch weil ich nur 2 Übernachtungen eingeplant habe, und das war eine zuwenig. Denn ich bin mir sicher, einen Tag mehr, und ich hätt's gemacht. Scheiß auf's Geriebene, das letzte Hemd hat keine Taschen..
Der Tag beginnt mit einem vietnamesischen Instantcoffee, den ich aus Berlin mitführe auf all meinen Reisen, und ich latsche los, will den Taman Sari erkunden, einen alten Sultanskomplex.
Der Taman Sari, so erklärt es mir ein netter Fremdenführer, ist in seiner jetzigen Form eine "neuere" Variante. Der alte Komplex hatte gar keine Wasserbecken, die heute den Besuchern zu immer neuen Insta-Posts inspirieren, das alte Gebäude versank im Zuge der Krakatau-Katastrophe in Schutt und Asche. Auch Borobudur übrigens. Dort begannen nach Jahrhunderten der Plünderungen Anfang des 20. Jahrhunderts umfangreiche Rekonstruktionen, und die UNESCO setzte das Ergebnis auf ihre Weltkulturerbeliste, was weitere Gelder freischaufelt.
Ein Wort zu meinem Knie..
Seit knapp 30 Jahren fröne ich dem Laufsport, hab zahlreiche Tri-und Marathons gefinished, tausende Trainingskilometer abgespult und bin bis auf kleinere Blessuren immer von Verletzungen verschont. Nun bin ich seit Wochen im Vorbereitungsprogramm auf den Berlin Marathon, denn ich habe eine Nummer zugelost bekommen, eigentlich wolllte ich gar nicht mehr. Doch ihr wisst ja..
Nun spürte ich schon länger, daß irgendwas mit meinem linken Knie nicht koscher ist, ein diffuses "da stimmt was nicht, ich kann's nicht easy beugen"-Gefühl.
Machen wir's kurz..irgendwann während meines Rundgangs durch die ehrwürdigen Gemäuer des Taman Sari , an einer Treppe abwärts stechendster Schmerz, ich kann mein Knie nicht mehr beugen.
Das macht alles anders. Erst eine Woche rum, Bromo Tengger und Ijen noch auf dem Zettel. Mmmh.
Den Ijen kann ich knicken, aber Bromo? Und wenn ich mit dem Rollstuhl hin muss...das darf nicht ausfallen.
Nun ja, hilft ja nix, ich schleppe mich zur großen Moschee und verschnaufe, versuche Abstand zu gewinnen. Das ist dort in kühlem Schatten wunderbar möglich. Auch hängen viele Gläubige hier ab, und ,angenehm, keiner gafft oder fragt mich was. Geh wahrscheinlich als Bruder durch.
Ich latsche noch zurück ins Hotelzimmer, Sorgen im Gepäck, und leg mich erstmal ab
| Aufbruch: | 01.06.2026 |
| Dauer: | 3 Wochen |
| Heimkehr: | 24.06.2026 |