Israelrundreise 2009

Reisezeit: September 2009  |  von Eduard Macheiner

Jaffa

Mittwoch, 9. September 2009 (Edi's 50. Geburtstag !!)
1. Tagestour

Nach dem Frühstück (wir mussten für die nächsten 14 Tage auf unseren Frühstücksschinken verzichten, da die Juden Fleisch und Milch zusammen nicht essen und auch an Touristen nicht servieren!!) traten wir um 8:00 Uhr die Fahrt zu unserer ersten Tagestour an. Durch den Morgenverkehr von Tel Aviv ging es Richtung Süden in die Altstadt von Jaffa. Die herrlich restaurierte Altstadt empfing uns bei schönstem Sonnenschein und wir spazierten durch die Altstadtgässchen zum Akropolishügel. Erwähnenswert sind hier die Straßenschilder, die keine Namensbezeichnung tragen, sondern das Bildnis griechischer Tierkreiszeichen. Auch eine Brücke mit Sternzeichen-Geländer gibt es, auf der man sich - mit Griff auf sein Sternzeichen - etwas wünschen kann.

Ausgangspunkt der Besiedlung von Jaffa (Jaffna, Yofa) ist der 37 m hohe Hügel oberhalb des natürlichen Hafens, wo man eine Mauer aus der Hyksoszeit (18. - 16. Jh. v. Chr.) entdeckte. 1468 v. Chr. eroberte Pharao Thutmosis III. die Hafenstadt. Um 1200 v. Chr. ließen sich Philister in Jaffa sowie am Tell Qasila nieder. Um 1000 v. Chr. eroberte David die Stadt, dennoch dominierte in den nächsten Jahrhunderten in Jaffa eine phönizische, vom 3. Jh. v. Chr. an eine griechische bzw. hellenisierte Bevölkerung. Im 1. Jh. v. Chr. verlor der Hafen von Jaffa durch die Neugründung von Cäsarea an Bedeutung.
Die christliche Ära von Jaffa begann mit dem Aufenthalt des Apostels Petrus. Im 4. Jh. war Jaffa Bischofssitz, wurde 636 von den Arabern erobert und erlebte im 7. und 8. Jh. eine Blüte unter den Omaijaden- und Abbasidenkalifen. Nach der Einnahme durch Kreuzfahrer im Jahre 1099 wurde die Siedlung zum Hafen für Jerusalem-Pilger ausgebaut. 1267 eroberten Mamelucken die Stadt und beendeten die Herrschaft der Kreuzfahrer. Die Franziskaner erhielten 1650 von den osmanischen Behörden die Erlaubnis, in Jaffa eine Kirche und eine Pilgerherberge zu bauen. 1807 wurde Mahmut, der wegen seiner Strenge den Beinamen Abu Nebut (Vater der Keule) erhielt, Pascha von Gaza und baute Jaffa zu seiner Residenz aus.
Eine neue Entwicklung unter europäischem Vorzeichen begann in der Mitte des 19. Jh. Nachdem das mit der Türkei geschlossene Kapitulationsabkommen den europäischen Mächten großen Einfluss in Palästina gesichert hatte, errichteten die Franzosen Krankenhäuser und erweiterten Klöster und Kirchen. Die Russen erbauten eine Petruskirche am 'Grab der Tabita' beim Hügel Abu Kabir. 1869 gründeten die Deutschen Templer die landwirtschaftliche Siedlung Jaffa-Walhalla und 1871 das nordöstlich von Jaffa gelegene Sarona. 1887 und 1890 entstanden weiter nördlich die jüdischen Siedlungen Neve Tzedek und Neve Shalom. 1892 bauten die Franzosen die Eisenbahnstrecke nach Jerusalem.

Nach dem Rundgang durch die Altstadt und über den Akropolishügel bestiegen wir wieder unseren Bus und fuhren ab in Richtung Cäsarea.

© Eduard Macheiner, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Tel Aviv, Jaffa, Cäsarea, Haifa, Akko, Golan, Kapernaum, Tabgha und Nazareth nach Jerusalem und Bethlehem
Details:
Aufbruch: 08.09.2009
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 22.09.2009
Reiseziele: Israel
Der Autor
 
Eduard Macheiner berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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