Israelrundreise 2009

Reisezeit: September 2009  |  von Eduard Macheiner

En Boqeq und Umgebung

Das herausragende Kennzeichen des Toten Meeres ist sein extrem salzhaltiges Wasser, das jedoch Leben, seien es Pflanzen oder Tiere, unmöglich macht. Der Salzgehalt von bis zu 30 % ist fast zehnmal so hoch wie der des Mittelmeeres, weshalb das Gewässer auch den hebräischen Namen Yam Hamelah (Salzmeer) trägt. Vor allem im südlichen Meerbecken, wo der Salzgehalt noch höher ist als im Nordteil, haben sich an vielen Stellen bizarre Salzsteinformationen gebildet, die geradezu gespenstisch aus dem Wasser ragen oder am Ufer einen weißen Salzsaum bilden. Während am nördlichen Teil des Toten Meeres der Kur-, Wellness und Badebetrieb das Bild bestimmt, ist das Südende von riesigen Industrieanlagen geprägt, in denen Pottasche und Brom gewonnen wird.
Das Tote Meer ist Teil eines gewaltigen Grabeneinbruchs, der vor Millionen Jahren von der Türkei bis Ostafrika entstand. Der zwischen Israel und Jordanien gelegene See markiert mit 417 m unter dem Meeresspiegel den tiefsten Punkt der Erde. Eine am Ostufer vorspringende Halbinsel teilt das 76 km lange Gewässer in den kleineren, nur 4 bis 6 m tiefen Südteil und den größeren Nordteil, der eine Tiefe von 433 m erreicht.
Der wichtigste Zufluss des Sees ist der Jordan, und obwohl er keinen Abfluss hat, blieb der Wasserspiegel lange Zeit fast konstant. Grund dafür ist das heiße Klima - die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt über 30° C - und die hohe Verdunstung. Durch die Entnahme von Wasser aus dem Jordan und dem See Genezareth zur Trinkwasserversorgung von Israel und Jordanien wird jedoch der Zufluss an Jordanwasser ständig vermindert. Durch den Rückgang des Wasserstandes ist das Tote Meer auf der Höhe der Halbinsel bereits regelrecht durchteilt; außerdem führt der Mangel an Süßwasserzufuhr zu wachsender Versalzung. Die Situation verschlimmert sich durch den - mit israelischer Billigung gebauten - Yarmouk-Staudamm Unity Dam in Jordanien.

Der arabische Name des Toten Meeres, Bahr Lut, heißt übersetzt "Meer des Lot" und bezieht sich auf das Schicksal der biblischen Städte Sodom und Gomorrha, die beide in der salzlandschaft am Südende des Toten Meeres lokalisiert werden. Wegen der Lasterhaftigkeit ihrer Bewohner vernichtete sie Gott durch Schwefel und Feuer, verschonte aber auf Fürbitte Abrahams Lot und seine Familie. Allerdings gebot Gott ihnen, sich beim Verlassen der brennenden Stadt nicht umzudrehen. Doch Lots Frau drehte sich dennoch um und erstarrte zur Salzsäule. Lot und seine Töchter zogen sich in eine Höhle in den Bergen zurück, wo die jungen Frauen von ihrem Vater schwanger wurden und Moah, den Stammvater der Moabiter, bzw. Bar-Ammi, den Stammvater der Ammoniter, gebaren (1. Mose 19). Wo sich Sodom und Gomorrha wirklich befanden, wird von jordanischer und israelischer Seite unterschiedlich beantwortet - beide behaupten, dass die Städte auf dem jeweiligen Staatsgebiet lagen.
Ein Bad im Toten Meer ist ein besonderes Erlebnis, das sich kaum ein Besucher entgehen lässt. Der hohe Salzgehalt hat zur Folge, dass Untertauchen nicht möglich ist und man gemütlich auf dem Wasser liegend Zeitung lesen kann. Nach dem baden sollte man sich unbedingt mit Süßwasser abduschen.
Das Tote Meer ist nicht nur das salz-, sonder auch das mineralreichste Gewässer der Erde. Es weist eine außergewöhnlich hohe Konzentration an Brom, Magnesium, Kalium und Jod auf. Schon im Altertum war man von der Heilwirkung des Toten Meeres überzeugt, angeblich soll bereits Kleopatra hier gekurt haben. Heute kommen viele Menschen zum Toten Meer, die sich Heilung oder Linderung von Hauterkrankungen, Bronchialleiden oder Muskel- und Gelenkrheuma erhoffen. En Boqeq, Neve Zohar und En Gedi haben sich zu Kurzentren am Toten Meer entwickelt. In jüngster zeit sind in den Kurorten vor allem zahlreiche Beauty-Farmen entstanden, aber auch für Aktivtouristen wird einiges geboten - das Programm reicht von Mountainbiking über Jeeptouren bis zu Wüstentrekkings.


Am 15. 9. übersiedelten wir vom 'Prima Oasis' ins 'Lot Spa', wo wir den Rest unseres Urlaubes verbrachten.
Am Nachmittag trafen wir uns mit den Schwabes und fuhren mit dessen Mietwagen nach Arad und nach Massada West.
Am nächsten Morgen war mal vor dem Frühstück um 6:30 Uhr Schwimmen im Toten Meer angesagt. Danach trafen wir uns wieder mit den Schwabes und fuhren Richtung Süden in die Wüste und gelangten über Arad wieder nach En Boqeq. An diesem Abend verabschiedeten wir uns von den Freunden aus dem Vogtland in Sachsen, da diese am nächsten Tag weiterreisten nach Eilat am Roten Meer.
Wir zwei verbrachten die restlichen Tage bis zur Heimreise in En Boqeq, wo wir uns ausgiebig den kulinarischen und gesundheitlichen Genüssen hingaben - relaxen war angesagt - dazwischen aber immer wieder unser obligates Weißbier.

Bad im Toten Meer

Bad im Toten Meer

vom Hotelfenster aus (Lot Spa)

vom Hotelfenster aus (Lot Spa)

© Eduard Macheiner, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Tel Aviv, Jaffa, Cäsarea, Haifa, Akko, Golan, Kapernaum, Tabgha und Nazareth nach Jerusalem und Bethlehem
Details:
Aufbruch: 08.09.2009
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 22.09.2009
Reiseziele: Israel
Der Autor
 
Eduard Macheiner berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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