Laos und Kambodscha

Reisezeit: Januar / Februar 2011  |  von Hartmut Laue

Die Staette des Pra Bang Buddhas

Das bedeutet der Name Luang Prabang, aber muesste eigentlich Staette der 100.000 Touristen heissen, aber da bin ich ja noch gar nicht.

Mit einem weiteren total ueberfuellten Minibus gehts nun von Oudomxai nach Nongh Kiao. Im Bus nebenan ist ein Schwein hinten auf der Stosstange sorgfaeltig festgeschnallt, laut quiekend faehrt der Bus los. Der Bus wie gesagt bereits voll, aber da kommen noch 2 Traveller und finden Platz, dann kommen noch 2 ... und finden Platz auf EINEM der Notsitze, dh fuer jeden eine halbe A..backe. Jetzt geht nix mehr .. und da kommt noch Inyoo, eine Koreanoerin. Nach erregter Diskussion - der Fahrer versucht offenbar einen Laoten zu ueberzeugen, den Bus zu verlassen, allerdings vergeblich - wird die kleinste Laotin von der hintersten Reihe nach vorne verfrachtet und sitzt nun auf den Knien der Argentinierin. Damit kann ein Laote nach hinten und Inyoo quetscht sich neben mich. Dann gehts tatsaechlich los, viel zu spaet, denn nun kommen wir ins Dunkle und fahren bei stroemendem Regen, dichtem Nebel (wir sind in den Wolken) und meist schlechter Naturstrasse die letzten 2 Stunden dauernd bergab, aber die Bremsen halten.

Ich erwaehne im Bus, dass ich ja heute Geburtstag diesen mir eigentlich etwas anders vorgestellt habe als 11 h im Bus oder einer Busstation zu hocken. Kommentar von Andreas aus Brasilien: "Wenigstens bist du nicht allein" (-;.

Abends gibts dann leckeres Chicken Massala und Lassies beim oertlichen Inder! Dann beziehe ich eine kleine Bambushuette mit Blick ueber den Fluss ... fast wie damals in Ko Samui, aber mit Strom! Nachteil: der Hahn unter meinem Bungalow faengt gegen 4 Uhr an!

Im Langboot gehts am naechsten Morgen auf dem Nam Ou River flussaufwarts zum kleinen Fischerdorf Muang Ngoi, und das ist wirklich ein Highlight: Es ist nur erreichbar ueber den Fluss, es gibt keine Strasse, kein Auto und es liegt in einer sehr schoenen Karstlandschaft (erinnert an Yangshuo). Am kleinen Hauptpfad reihen sich einige Guest houses und Restaurants aneinander, der Schwede Ted betreibt eine kleine Dampfsauna, ansonsten kann man nichts machen als auf der Terrasse des Restaurants sitzen oder auf der Veranda meiner Huette frierend in der Haengematte schaukeln und das Treiben auf dem Fluss beobachten....

Leider ist es nach wie vor lausig kalt, ich schaetze so um 5-7 Grad. Ich habe alles an, was ich mit habe (Unterhemd, Hemd, Fleece, Pullover und Trekkingjacke) und friere immer noch, die Laoten sitzen ueberall um kleine Feuerchen und die Restaurants sind natuerlich alle draussen und zum Teil im Wind. Brrrrr.

Abends dann das uebliche Lao food, um 18 Uhr werden die Generatoren angeschmissen, gegen 21:30 werden sie abgestellt und es ist wieder stockfinster, wohl dem, der eine Taschen- oder Stirnlampe hat, sonst findet man nicht nach Hause und dort ist dann natuerlich auch dunkel... Ein Leben ohne Stirnlampe ist fuer mich mittlerweile unvorstellbar (hihi).

Heute allerdings ist der Vorabend einer Hochzeit, per Boot kommt eine Band per Boot, es werden viele riesige Lautsprecherboxen, Verstaerker und ein grosser Generator angeschleppt, die fuer ein Konzert der Rolling Stones gereicht haetten. Man wird sofort integriert, muss aber rechtzeitig den Absprung finden, denn auch hier wird Lao Lao (das war der Reiswhisky) bis zum Abwinken getrunken und ablehnen ist unhoeflich....

Ein kleines Kloster gehoert zum Dorf und so findet auch hier allmorgendlich der Almosengang dag bat der Moenche statt. Ich stehe extra vor 6 Uhr auf, bin allerdings der erste im Dorf, der auf ist. Erst um halb acht kommen sie dann .... und es sind nur zwei! Immerhin bin ich der einzige Touri und das ist ja auch was.

Nach relaxten Tagen geht es nun per Boot zuerueck nach Nongh Kiao (1h), wo das Boot nach Luang Prabang (7h) leider bereits voll ist. Als Alleinreisender ist man da im Nachteil, da man auf sein Gepaeck achten muss, waehrend die anderen ihren Partner zum entfernten ticket office schicken und so noch die Resttickets ergattern. Ich wollte es noch cleverer machen, lege meinen Rucksack auf das Dach des Bootes nach LP, sage dem Kaeptn Bescheid, flitze hoch zum ticket office, muss dort in der Schlange stehen, um dann zu erfahren, dass das Boot voll ist, flitze wieder die 50 Stufen zum Fluss runter ... und sehe von weitem, wie das Boot gerade ablegt - mit meinem Rucksack verstaut unten im Boot!!! Ich schreie Stop und gestikuliere, habe zunaechst den Eindruck, dass das niemanden interessiert, dann legen sie aber doch nochmal vorne am wackligen und halb im Wasser liegenden Bambussteg an und ich kann ihn wieder ausladen, puhhh, das war knapp.

Da ich keinen weiteren Tag in diesem Kaff verbringen moechte, muss ich auf den Bus ausweichen, der - wie sich herausstellt - die Strecke in 3 Stunden schafft (da haette ich ja meinen Rucksack auf dem Boot ggf. in Luang Prabang am Pier wieder in Empfang nehmen koennen und ihn gar nicht zu tragen brauchen (-. Der Bus springt allerdings zunaechst mal nicht an, also alle Passagiere raus und ueber den Busbahnhof schieben - nichts. Erst als wir ihn zur leicht abschuessige Ausfahrt schieben, kommt der Motor in letzter Sekunde. So bin ich dann unerwarteterweise bereits fruehen Nachmittag in Luang Prabang und bekomme einen Schock - im Strassenbild ausschliesslich Touristen, zu Hunderten und allen Alters, in Gruppen im schicken Safarilook und die Backpacker. Laoten sehe ich zunaechst fast keine, ok, ich bin offenbar gerade auf der Touristenmeile der Sisavangvong road angekommen, das Bild relativiert sich dann spaeter. Trotzdem, in den Strassen im Zentrum gibt es praktisch kein Haus mehr, in dem sich nicht ein Guest House, ein Restaurant (selbst gemachtes Muesli, Burger, Pizza.....), ein Souvenirladen, ein Internet Cafe oder eine travel agency befinden! Es ist schon recht grenzwertig, vor allem wenn man aus dem Norden kommt, wo die Anzahl der Touris doch wesentlich uebersichtlicher ist.

© Hartmut Laue, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
6-wöchige Reise durch Laos und Kambodscha.
Details:
Aufbruch: 06.01.2011
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 19.02.2011
Reiseziele: Laos
Kambodscha
Thailand
Der Autor
 
Hartmut Laue berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.