Laos und Kambodscha

Reisezeit: Januar / Februar 2011  |  von Hartmut Laue

Angkor What?

Tja, die Busfahrt, das war ja mal wieder was. Um 7:45 bin ich an der travel agency, kurz nach acht legt das Langboot tataechlich ab, dreht aber noch ein paar Runden, offenbar, um weitere Traveller einzusammeln (vergeblich), dann gehts los die 25 min zum Festland. In Nagasang sitzen wir dann alle ueber eine Stunde herum, niemand weiss wann es weitergeht.

Dann kommt aber ploetzlich ein Songtheaw vorgefahren, auf dessen Ladeflaeche 2 Laengssitzbaenke montiert sind, auf denen max. je 7 Personen Platz haben, denke ich jedenfalls. Draussen stehen aber 25 Traveller mit grossen Rucksaecken.....

Nach 15 min. Herumprobieren sieht die Loesung so aus: 14 Leute auf die Sitzbaenke mit angezogenen Knien, es scheint kein Platz mehr dazwischen zu sein, trotzdem wird noch eine schmale Mittelsitzbank eingeschoben, auf die sich dann doch irgendwie noch 3 Damen rittlings quetschen, ein weiterer setzt sich auf die hintere Ladeklappe, 4 haengen sich hinten stehend dran und drei kommen neben den Fahrer, das Gepaeck stapelt sich oben meterhoch!! Schon kanns losgehen auf die rumpelige, durch eine Baustelle aufgerissene Stichstrasse.

Nach 5 km haben wir ja auch schon die Hauptstrasse erreicht und alle koennen wieder aussteigen, der Langstreckenbus wartet ja schon, der pure Luxus: JEDER hat einen eigenen Sitzplatz, AC, selbstverstaendlich gibt es einen LCD mit DVD, ueblicherweise irgendwelche voellig irrealen Kung-Fu Kaempfe mit voller Lautstaerke, es gibt dann einen Film mit Juergen Prochnow, wo er lustigerweise mit einer piepsigen Thaistimme synchronisiert wird. Und der Bus ist superweich gefedert. Nach kurzem sind wir auch schon an der Grenze, wo wir dann wieder 1 1/2 Stunden warten duerfen (hier verdient jemand richtig Geld, das Visum kostet ja schon 20$, die Buscompany will aber nochmal 8$ fuer diverse Gebuehren und die einfache Abwicklung, wir brauchen nicht mal auszusteigen. Fuer den einzelnen nicht viel, pro Bus sind das aber schon 400$, bei 10 Bussen/Tag 4000$, im Monat 120.000$, im Jahr.....) Langsam gehts dann weiter, allerdings halten wir groesseren Orten z. T mehrfach an, weil 2 Franzosen unbedingt unterwegs Geld brauchen und nun jeden ATM ausprobieren, was aber nie klappt. Als sie dann im letzten Ort doch was haben, muessen sie erst mal eine rauchen und lassen seelenruhig den ganzen Bus warten Die Nerven moechte ich haben....

Als wird dann erst mit Einbruch der Dunkelheit in Kampong Cham sind und damit erst ungefaehr die Haelfte geschafft haben, glaube ich nicht mehr, dass wir heute noch nach Siem Reap kommen werden (geplante Ankunft 21:30)...

Immerhin, dort wartet an einer Kreuzung tatsaechlich der (grosse)Anschlussbus fuer die nur ca. 10 Reisenden, die hier nun umsteigen muessen. Ein Klapperbus ohne AC (aber natuerlich mit Kung-fu), bei dem die Federn offenbar bereits ausgebaut wurden. Und der unerschrockene Fahrer gibt nun so richtig Gas. Im Stockfinstern fetzt er durch die Doerfer, Spezialitaet: Ueberholen vor unuebersichtlichen Kurven im Dunkeln, sicherlich wissend, dass ein nicht unerheblicher Teil der kambodschanischen Verkehrsteilnehmer ohne Licht faehrt, weil sie naemlich gar keins haben! Da viele langsamst fahrende LKW unterwegs sind, ueberholt er praktisch staendig...

Apropos, Verkehrsregeln, nach meinen Recherchen gibt es hier nur drei Regeln:
1. Vorfahrt hat grundsaetzlich der Staerkere, der andere muss notfalls in den Graben.
2. Wenn man links abbiegen moechte, ordnet man sich beizeiten links von links ein, d. h. links vom Gegenverkehr (!), dann ist das eigentliche Abbiegen einfacher. Ist was dran...
3. der Motorradfahrer traegt fast durchgehend einen Helm. Das ist der- oder diejenige, der/die das Fahrzeug steuert. Alle anderen Mitfahrer tragen grundsaetzlich nie einen Helm (Ehefrau, Kinder, Babies, Huehner, Schweine, Freundin etc.), das scheint hier verboten zu sein. Eine Franzoesin erregt grosses Aufsehen, als sie als Mitfahrerin einen helm verlangt, das versteht hier niemand.

Wo war ich? Ach ja, wir sind unterwegs nach Siem Reap. Es gibt einen kurzen Stopp an einem "Restaurant", ich und ein Deutscher mit Thaimaedchen ordern beide "Vietnamese sour soup", es kommt aber "flied lice", so dass wir dennoch zugreifen. Erst als der Busfahrer aufbrechen moechte , kommt EINE sour soup, die ich angesichts der Tatsache, dass hier wieder mal ein zerstoertes Huhn zum Einsatz kommt, gerne meinem Mitreisenden ueberlasse. Zerstoert heisst hier, dass ein komplettes Huhn mit der Axt in kleine Portionen zerhackt wird, mit Sehnen, Knochen(splitterrn), Fett, Haut und allem drum und dran. Meistens sind sonst naemlich kleine vorgekochte Filetstueckchen drin und dann ist es wirklich lecker, aber so...

Letztendlich sind wir in rasender Fahrt erst um 23:30 in Siem Reap, alle haben nach 15,5 Stunden die Nase voll. Gottseidank wartet Andy bereits, der Tuktukfahrer, der mich die naechsten drei Tage hier herumfahren wird. Thomas aus Innsbruck hatte ihn mir empfohlen und ich hatte ihn dank moderner Kommunikationsmittel (mobile phone, email, der Technik sei Dank) vorab kontaktet. Heutzutage hat selbst ein Tuktukdriver email, wenn er im Geschaeft bleiben will...

Immerhin, dass Bopha Angkor Hotel ist tatsaechlich die versprochene Oase, viel verschachtelte Gaenge mit mehreren kleinen Hoefen, alles fast zugewachsen mit Palmen, Bananen, dazu Buddhafiguren, Angkorstatuen, ueberall kleine Teiche mit Kois, die Zimmer geschmueckt mit Angkormotiven, ein Obstteller wartet, sehr aufmerksames Personal ... und einen traumhaften Pool mit Liegen, Schaukelsesseln.

Angkor what? Jetzt wird erstmal geschlafen..........

Bilder gibts keine, da die USB hier nicht funktionieren (ich bin ja schon auf dem Huegel der Penh (=Pnomh Penh).

© Hartmut Laue, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
6-wöchige Reise durch Laos und Kambodscha.
Details:
Aufbruch: 06.01.2011
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 19.02.2011
Reiseziele: Laos
Kambodscha
Thailand
Der Autor
 
Hartmut Laue berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.