Jakobsweg 2011 - Teil I - Camino del Norte - Teil II - Camino Primitivo

Reisezeit: März / April 2011  |  von Uschi Agboka

Teil II - Camino Primitivo - Oviedo - Salas

31.März/1.April 2011 - 19./20. Tag - Oviedo - Salas

Donnerstag, 31. März 2011 19. Tag
Oviedo - San Juan de Villapanada - 29 km

Um 7 Ihr standen wir alle gleichzeitig auf. Nach einem Frühstück in einer Bar, machte ich mich auf, Oviedo in Richtung Grado zu verlassen. Der Weg aus der Stadt heraus, war trotz Outdoor-Führer nicht leicht zu finden. Nach öfterem Fragen kam ich endlich wieder auf den Camino. Er führt hier durch bäuerliches, hügeliges Gelände, immer auf und ab. Zwischen Gallegos und El Escamplero sind große Anstiege zu bewältigen, doch die reizvolle Landschaft entschädigt für die Mühe. Das Wetter war herrlich, 22 Grad und keine Wolke am Himmel. Aufgrund der Wärme suchte ich mehrfach eine Bar auf, um ein alkoholfreies Bier zu trinken. Der Camino führt hier an Bächen und Flüssen vorbei, was ich sehr liebe. In Grado musste ich einkaufen, da es in San Juan de Villapanada keine Einkaufsmöglichkeit gibt. Meine Notreserve für unterwegs: Wasser, Brot, Schinken und Schokolade. Nach Grado gibt es einen 200 m hohen steilen Aufstieg, der mich arg ins Schwitzen brachte. Heute übernachte ich in der Herberge von San Juan de Villapanada, eine der besten Herbergen auf diesem Camino. Alles piccobello sauber und eine traumhafte Lage. Der Anstieg hat sich wirklich gelohnt. Und der Hospitalero ist ein sehr freundlicher Mann, der mir gleich anbot, die Wäsche zu waschen, was ich dankend annahm. So einen netten Menschen findet man leider selten. Später hat er mir gezeigt, wie man den Most (Sidra) - das asturische Nationalgetränk - einschenkt. Man hebt die Flasche ganz hoch und hält das Glas ganz tief. So erhält der Most beim Einschenken viel Sauerstoff. Mir hat der Most gut geschmeckt. Um 21.30 Uhr, als ich schon im Bett war, kamen noch drei Spanier. Ich denke, die machen den "Race to Santiago". Bis es endlich still war und ich schlafen konnte, war es nach 23 Uhr.

Freitag, 1. April 2011 20. Tag
San Juan de Villapanada -Salas - 21 km

Um 7 Uhr standen alle auf, so ließ ich mir Zeit, denn heute muss ich nur 21 km bis Salas laufen. Da es in der Nähe keine Bar gab, haben wir alle zusammen in der Herberge gefrühstückt. Es wird ein herrlicher Tag werden. Ich erlebte einen wunderschönen Sonnenaufgang. Als letzter bin ich aufgebrochen. Der Camino führt durch Wiesen und Wälder, an Flüssen und Bächen vorbei, bis nach Salas. Bis Salas machen sich die Jakobs-Pfeile ziemlich rar. Man muss sich an den Kacheln orientieren. Unterwegs besichtigte ich das romanische Kloster San Salvador in Cornellana. Im Mittelalter sorgte das Kloster für die Jakobspilger, schade, dass das einstmal wichtige und schöne Kloster so verkommt. Gegen 16 Uhr war ich in Salas, wo ich mir zunächst den schönen Ortskern ansah und mich dann in eine Bar setzte, um den Leuten zuzuschauen.

Der Monumentalkomplex im Zentrum von Salas besteht aus einer Pfarrkirche aus dem 16. Jh. und einem Palast aus dem 16. Jh., mit einem Festungsturm aus dem 14. Jh., in dem sich ein Museum befindet.

Um 17.30 Uhr ging ich in die Herberge. Außer mir war niemand da. Es ist eine neue Herberge in einem neuen Gebäude, alles piccobello sauber. Da haben die Einwohner von Salas wirklich etwas Schönes für die Pilger geschaffen. Nachdem ich noch eingekauft und zu Abend gegessen habe, bin ich um 21 Uhr ins Bett gegangen.
Ein kleiner Scherz von mir: Ich muss Raimund Joss, den Autor des Reiseführerer erklären lassen, was der Unterschied zwischen einem Zement- und Schotterwerk ist.

© Uschi Agboka, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Bericht nach den Tagebuchaufzeichungen meines Mannes Rolf, von Irun nach Santiago de Compostela, 699 km, 13. März bis 15. April 2011.
Details:
Aufbruch: 13.03.2011
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 15.04.2011
Reiseziele: Spanien
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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