Sehnsuchtsort Shangri-La

Reisezeit: September 2017  |  von Peter Belina

Bilderbuchchina: Lijiang

19.09.2017

Rund 286.000 Menschen umfasst das Volk der Naxi. Seit 1.400 Jahren ist Lijiang die Heimat dieser Minderheit mit einer eigenen Sprache und einer eigenen Schrift. Vor über 1.000 Jahren erarbeiteten die Naxi eine Schriftsprache, die aus einer Vielzahl von Piktogrammen besteht. Im ersten Moment wirken die Zeichen wie Graffiti, tatsächlich handelt es sich um die einzige Hieroglyphenschrift weltweit, die heute noch in Benutzung ist. Leider werden Schrift und Sprache immer seltener genutzt.

Andererseits ist das nicht wirklich überraschend, schließlich können Schrift und Sprache nur in einem begrenzten Umfeld genutzt werden. Außerdem müssen Naxi-Schüler letztendlich zwei weitere Schriften lernen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Zum einen die chinesische Schrift zum kommunizieren mit anderen Chinesen und zum anderen unsere lateinische Schrift, die benötigt wird, um über die Eingabe von Buchstaben auf dem Smartphone oder Computer wiederum chinesische Schriftzeichen zu generieren.

Darf's ein bißchen mehr sein?

Märkte sind überall auf der Welt faszinierend, ob in Barcelona oder Riga, auf Ceylon oder Südamerika.

So auch der Zhongyi-Markt in Lijiang. Hier gibt es nicht nur Obst, Gemüse und Pilze, sondern auch Kupferwaren oder lebendiges Vieh. Unglaublich diese Vielfalt. Manches macht richtig Appetit, anderes weniger. Hier kaufen nicht nur die Hausfrauen ein, sondern auch die Restaurants.

Am Teich des schwarzen Drachens vor dem Jadedrachen-Schneeberg

Leider ist es heute diesig, so dass man vom Teich des Schwarzen Drachens den Jadedrachen-Schneeberg leider nicht sieht. Was für Namen! Das Schlendern durch den Park macht aber auch so Spaß! Es gibt viel zu beobachten.

Baishazhen am Jadedrachen-Schneeberg

Auch im Dorf Baishazhen am Fuße des Jadedrachen-Schneeberges erahnt man den Berg leider nur. Auch hier sind die Naxi zu Hause. Baisha war, bevor Kublai Khan es annektierte und es in das Yuan-Reich eingliederte, die Hauptstadt des Naxi-Königreiches. Die Naxi-Minderheit befand sich traditionell immer im Spannungsverhältnis zwischen den militärisch überlegenen Tibetern aus dem Norden und den ebenfalls überlegenen Bai aus dem Süden. Das Stadtbild ist geprägt von den zahlreichen authentischen Innenhof-Häusern aus der Qing-Dynastie. Hier wohnen auch heute noch viele Menschen, die Häuser wirken oft ziemlich abgewohnt.

In der Stickerei

Bis zur Perfektion entwickelt wurde hier die Stickerei. Wir besuchen das von der UNESCO anerkannte Stickereizentrum. Unglaublich die Stickereien. Oft detailgetreu wie Fotos, einige lassen sich von beiden Seiten betrachten. Eine unglaubliche Kunstfertigkeit.

Fünf Jahre dauert die Ausbildung. Die großen Meister haben natürlich noch viel mehr Erfahrung. Bis zum heutigen Tag ging es mir wie den meisten Mitreisenden: Es ging kaum Geld raus für Andenken. Das sollte sich - nicht nur bei mir - heute maßgeblich ändern.

Auch diese Kunstform ging während der Kulturrevolution fast verloren. Wunderbar, dass diese Kunst- und Fingerfertigkeit bis heute überlebt hat und derzeit eine Renaissance erlebt. Immer mehr Schüler besuchen die Stickschulen.

Klasse Show!

Heute abend geht es ein zweites Mal ins Theater und zwar zu einem Naxi-Musikabend. Tolle Kostüme mit einer erstklassigen Show. Ein Genuß für Augen und Ohren!

© Peter Belina, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Shangri La: Sehnsuchtsort, Myhos, Mystik, Abenteuer? Gut zwei Wochen unterwegs im Süden Chinas von Chengdu nach Kunming.
Details:
Aufbruch: 08.09.2017
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 24.09.2017
Reiseziele: China
Der Autor
 
Peter Belina berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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