Guatemala

Reisezeit: Mai 2005  |  von Beatrice Feldbauer

Donnerstag. Macadamia

Seit Tagen regnet es. Das ist mehr als normale Regenzeit. Doch uns kann das nicht stören. Wir sind schon wieder unterwegs. diesmal besuchen wir eine Macadamie-Plantage. Macadamias sind Nüsse mit einer sehr harten Schale. Mit normalen Nussknackern kann man sie nicht öffnen, es braucht einen Hammer dazu.

Es sind schöne Bäume mit grossen satt grünen Blättern, unter denen wir auf gepflegten Wegen gehen. Unter den Bäumen sind wir etwas geschützt vom ständigen Regen. Das Blätterdach lässt nur einige grosse Tropfen auf den Boden fallen und plötzlich entdecken wir, dass wir gar nicht auf Kies gehen und es ist auch nicht gehäckseltes Holz, das auf den Weg gestreut ist. Es sind die Nussschalen, die hier die Wege bilden.

Gerade als der Regen wieder stärker einsetzt, erreichen wir die Farm. Eigentlich ist es nur ein Unterstand inmitten exotischer Pflanzen, die meine Mutter natürlich wieder mehr faszinieren, als die Beschreibung der vielen Wirkstoffe der Nüsse.

Wir sind im Moment die einzigen Besucher und so fängt die junge Demonstrantin gleich mit ihrer Vorführung an. Nachdem wir den Rundgang wegen Nässe abgelehnt hat, offeriert sie uns Nüsse: roh, gesalzen und mit Schokolade.

Sie preist den hohen Nährwert, den Fettgehalt und erzählt, dass die Wirkstoffe vor allem in der Kosmetikindustrie sehr geschätzt sind. Teure Marken würden sie vor allem bei Cremen für die reifere Frau einsetzen. Sie offeriert uns eine Gesichtsbehandlung mit Öl und Creme und verspricht, dass wir danach mindestens 10 Jahre jünger aussehen würden. Das lassen wir uns selbstverständlich gerne gefallen und geniessen ihre professionelle Massage im improvisierten Beauty-Salon.

Sie sind sehr teuer, die Macadamia-Nüsse, die wir danach kaufen und auch die Kosmetik hat ihren Preis. Aber wer will schon reklamieren, bei diesen hohen Versprechen. Auf dem Rückweg kommen wir an einem grossen Holzbehälter vorbei, wo unter einer grossen Plane die Nüsse zum Trocknen liegen. Der alte Mann, der mit uns geht, lädt uns ein, uns zu bedienen. Olga hat nur auf dieses Stichwort gewartet und füllt ihre Handtasche mit den willkommenen Naschereien und auch wir füllen unsere Taschen mit den kugelrunden Nüssen.

Der Bus bringt uns zurück nach Antigua. Es ist noch früh und ich schlage vor, dass wir den Friedhof besuchen könnten, der gleich neben dem Busbahnhof liegt. Olga ist es nicht sehr wohl dabei, aber sie kommt mit. Ihre Aufgabe ist es, ihre Studenten vor gefährlichen Situationen zu schützen und ein Gang über den Friedhof scheint hier gefährlich zu sein. Sie ist froh, dass wir einen Friedhofarbeiter finden, der sich anerbietet, uns zu begleiten.

Die Toten werden hier mitsamt dem Sarg in die Mauer eingelassen und solange die Familie bezahlt, bleibt der Sarg da drin. Wer es vermag, baut ein kleines Haus, in dem nach und nach die Familienmitglieder bestattet werden. Es sind zum Teil kleine Paläste, die da in Reih und Glied stehen. Wir sind auf dem öffentlichen Friedhof, daneben gibt es noch einen privaten, aber der ist heute nicht zugänglich.

Der Friedhofarbeiter freut sich über das Trinkgeld, das wir ihm am Schluss geben und geht zurück an seine Arbeit. Wir verabschieden uns von Olga und machen auf dem Heimweg noch einen kleinen Bummel über den Warenmarkt, wo der Mann immer noch seine Fernsehantenne zum Verkauf anbietet.

Nach dem Mittagessen ruhen wir uns aus. Wir haben beide etwas Probleme mit dem Magen, doch während es bei mir langsam besser wird, hat meine Mutter noch immer ziemlich Mühe und ich mache mir langsam Sorgen, weil wir doch am Samstag auf die Reise gehen wollen.

Du bist hier : Startseite Die Amerikas Guatemala Donnerstag. Macadamia
Die Reise
 
Worum geht's?:
Immer wieder zieht es mich in das Land in Zentralamerika. Nachdem ich mit meinem Partner, mit meinem 13-jährigen Göttibuben und letztes Jahr mit einer Freundin da war, hat mich dieses Jahr meine 75-jährige Mutter begleitet.
Details:
Aufbruch: 13.05.2005
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 31.05.2005
Reiseziele: Guatemala
Honduras
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors