...wir sind dann mal fast weg!

Reisezeit: September / Oktober 2020  |  von Katja Jäger

Tag 9 und 10

Natürlich war unsere Wäsche über Nacht nicht trocken und natürlich nieselte es mal wieder morgens.

Irgendwann mussten wir eine Anhöhe überqueren und kamen mitten rein in die Niedelregensprühwolken. Das war eklig.
Die kalte, feuchte Luft krabbelte in Regenklamotten und traf dort auf den schwitz von innen....lecker!
Alles klebte und wenn ein Flaschengeist erschienen wäre dann wären die Wünsche jeweils 3 x sofort duschen gewesen.

Die komplette Umgebung war zugemoost, es tropfte von den Bäumen in den Fahn, auf den durchgeweichten, schwammigen Boden- ohne das es überhaupt regnete.

Es wurde steiler und schwüler....aber als wir die Wolkendecke durchbrachen  hatten wir blauen Himmel und Sonnenschein.
Da war wie Benzin für uns!

Irgendwie waren wir plötzlich und unerwartet schnell in dem 18 km entfernten  Zielort Pontevedra.
Unser Hotel lag direkt an eine der vielen, schönen Plaças.

Da ein Teil unserer semi sauberen Klamotten eh noch feucht war und  wir auf der Tagesetappe schwitzen ( wie Schwerstarbeiter an Hochofen) haben wir unseren kompletten Rucksackinhalt im Hotel zum waschen und TROCKNEN abgegeben.

Unser Fazit von Tagesziel: Prädikat besonders wertvoll ! Es gibt unzählige kleine Bars - auf den unzähligen Plaças!!

Nach einer erholsamen Nacht sind wir heute bei aufgehender Sonne und kühlen 15 Grad weiter Richtung Norden  aufgebrochen.

So viele Pilger wie heute haben wir noch nie gesehen!
Nach einem anstrengen Teilstück sind wir in eine Bar eingekehrt,  in der bereits 8 müde Socken sassen. Die einzige Bar weit und breit hatte einen strategisch super günstigen Platz.

Als wir 10 Minuten und somit 2 Kaffees später den Laden verliessen, waren bestimmt 20 Pilger dort!
Wir haben extra einen Zahn zugelegt, denn all diese Menschen latschen irgendwann ja auch wieder los.
Auf dem weiteren Weg haben wir bestimmt noch mal 10 Leutchen überholt.
Spanier und Portugiesen auf dem Weg nach Santiago  und Deutschländer kamen uns von Santiago entgegen. Damit sie nicht in Quarantäne müssen, laufen viele Deutsche wieder nach Portugal und fliegen von dort nach Hause! Cleverlies!

Hier in Caldas de Reis gibt es im Gegensatz zu gestern nix spektakuläres. Ausser einen Brunnen mit warmen Quellwasser.

Jo,  den hat man schnell gesehen!!

Wir haben eben viele unserer Pilgerkollegen wieder getroffen. In Erinnerung wird uns die "Frau der 1000 Taschen"  bleiben- sie hat an ihrem Rucksack einige Plastiktüten befestigt. Wohl mit wichtigen Dingen, die im Rucksack keinen Platz mehr fanden.

In unserem mini Boutique Hotel mit ganzen 4 Zimmern haben wir Nachbarn, die auch letzte Nacht in unserem Hotel geschlafen haben. Die Pilgerwelt ist ziemlich klein.

So wie es aussieht, werden die nächsten Tagen vom Wetter super gut. Mel sehen, wie schnell wir morgen durch kommen.
Heute sind wir 10 Tage unterwegs, davon 9 gelaufen!
Mannomann, die Zeit verging viel zu schnell.

Pilgern ist anstrend

Pilgern ist anstrend

Da könnte man glatt noch mal einschlafen.....wenn da nicht 23 km vor einem liegen würden!

Da könnte man glatt noch mal einschlafen.....wenn da nicht 23 km vor einem liegen würden!

Morgens um 8h ist die Welt noch iO

Morgens um 8h ist die Welt noch iO

© Katja Jäger, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der portugisische Jakobsweg- für Tiefenentspannte! ... ein weiterer Punkt auf unserer TO DO Liste!
Details:
Aufbruch: 28.09.2020
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 14.10.2020
Reiseziele: Portugal
Der Autor
 
Katja Jäger berichtet seit 16 Monaten auf umdiewelt.
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